Ratgeber: Problemlöser und Klangverbesserer von iFi-Audio – Manchmal machen kleine Dinge einen großen Unterschied

iFi-Audio, vielen bekannt durch seine preiswerten und überzeugenden DACs und Kopfhörerverstärker (z.B. nano iDSD LE (Test)), kümmert sich auch um viele andere Belange der Musikwiedergabe. Insbesondere für einige gängige Problemfälle bietet iFi-Audio Tools zur Abhilfe an. Drei davon möchte ich Ihnen hier kurz vorstellen:

Groundhog (59 Euro; Amazon): Ein Set mit vier verschiedenen passiven Adaptern, mit denen eine Masseverbindung zu Geräten ohne Erdungspin am Netzstecker hergestellt werden kann.
iDefender 3.0 (ca. 49 Euro; Amazon): Ein USB-3.0-Zwischenstecker, welcher die Stromverbindung einer USB-Verbindung auftrennt und ggf. durch eine eigene Stromverbindung ersetzt (u.a. zur Eliminierung von Brummschleifen).
Ear Buddy (ca. 24 Euro): Ein Zwischenstecker für Kopfhörer mit 3,5-mm-Klinkenanschluss, der den Wiedergabepegel herabsetzt, um damit zwei spezielle Probleme anzugehen (mehr dazu später).

Jedes dieser Zubehöre dient dazu, ganz spezifische Unzulänglichkeiten in einer Wiedergabekette zu lösen, die mal mehr, mal weniger starke Auswirkungen auf den Klang haben. Sollten Sie von keinem der im folgenden beschriebenen Probleme betroffen sein, benötigen Sie diese Helferlein auch nicht. Und selbst wenn Sie betroffen sind, bedeuten diese Zubehöre nicht zwangsläufig die Lösung. Es liegt in der komplexen Natur der Sache, dass die hier beschriebenen Adapter nur in bestimmten Fällen Besserung verschaffen können, die vorher genau recherchiert werden müssen. Ursachenfindung lautet das Zauberwort! Wenn das getan ist, dann sind die Adapter quasi Gold wert. Ich betone das nur deshalb, um von vornherein den Verdacht auszuschließen, dass es sich hier um ominöse Voodoo-Gadgets handelt.

Fangen wir mit den Groundhog-Adaptern an:
Häufig entstehen bei der Musikwiedergabe über die heimische HiFi-Anlage (und teilweise auch bei TV bzw. Video) durch mangelhafte Abschirmungen bzw. fehlende Masseverbindung Brummgeräusche, Zirpen oder andere Einstreuungsartefakte. Dies kann verschiedene Ursachen haben: Entweder das System enthält mindestens eine mit Netzstrom betriebene oder per Ladeadapter angeschlossene Komponente, die keinen Massepin hat (z.B. MacBook), oder durch mindestens zwei mit Netzstrom betriebene Komponenten mit Massepin, die an unterschiedlichen Erdungspunkten angeschlossen sind – z.B. Gerät A an einer Netzleiste und Gerät B an einer anderen Netzleiste/Wandsteckdose.

Die Auswirkungen können unterschiedlich stark zu Tage treten. Manchmal merkt man es gar nicht (jedenfalls nicht unmittelbar) und in anderen Fällen ist ein deutlicher Brumm zu hören. Oder das Brummen verstärkt sich, wenn man das Gehäuse eines der Geräte anfasst. So mancher MacBook-User kennt das Phänomen vielleicht auch dadurch, dass es leicht in den Fingern kribbelt, wenn man das Notebook berührt, solange das Ladegerät angeschlossen ist. In so einem Fall können nachgeschaltete Geräte klangliche Einbußen in unterschiedlich starker Ausprägung bis hin zu deutlich hörbarem Brumm aufweisen. Zur Behebung der Ursache bietet das Groundhog-Set vier unterschiedliche Masse-Adapter:

  • GH1: Kaltgerätebuchse auf Cinch, männlich
  • GH2: USB auf Cinch, weiblich
  • GH3: Kabelschuh auf Cinch, weiblich
  • GH4: 3,5mm Klinke auf Cinch L&R, weiblich


Was man mit Groundhog nicht beseitigen kann, sind veritable Brummschleifen. Denn Groundhog isoliert nicht von Massepunkten, sondern fügt einen hinzu. Also sollte man unbedingt vor dem Kauf herausfinden, ob das Problem eine durch multiple Erdungspunkte verursachte Brummschleife ist, oder einstreuungsbedingt wegen unzureichender oder fehlender Masse. Wenn man sich nicht sicher ist, hilft iFi-Audio gerne auch über ein Support-Ticket bei der Ursachenfindung. Allerdings nur auf englisch.

Jedes System ist anders, weshalb es etwas Forschergeist erfordern kann, um den besten Punkt zur Masseverbindung mittels eines oder mehrerer der Adapter zu finden. (iFi-Audio bietet zur Ursachenfindung diese Hilfestellung in Form eines Flussdiagramms an [PDF, englisch]). Das Groundhog-Set ist ganz bewusst mit den oben genannten vier Verbindern zusammengestellt, denn die Adapter lassen sich auch in Kombination miteinander verwenden, was die Lösungsmöglichkeiten enorm erweitert.


Kommentare

nane
nane21.10.17 10:26
Whow, sehr interessant! Danke für die prima Erklärungen und die interessanten Produktvorstellungen. +1
Das Leben ist ein langer Traum an dessen Ende kein Wecker klingelt.
+2
Plebejer21.10.17 12:05
Als ich vor etlicher Zeit meine KEF X300A gekauft habe, hat der Verkäufer ein Kabel mitgeliefert, das mich sehr überrascht hat. Nicht seine Funktion, sondern der Preis. Das Kabel von audioquest (Coffee Mini USB) kostet neu mehr als ich für die Lautsprecher bezahlt habe. Ich verwende es auch brav weiter. Das liegt aber nur an zwei Dingen, nämlich dass das Kabel niemand kaufen wollte und dass Mini USB von mir ansonsten gar nicht mehr gebraucht wird. Okay, nur für meinen alten Dualshock 3 der PS3, aber so dekadent wollte ich dann doch nicht sein.
Ohne einen Glaubenskrieg entfachen zu wollen, habe ich bisher immer eine Lösung gefunden, um Brummen zu beseitigen. Manchmal war es ein schlichter Ferritkern. Kosten gegen Null. Voodoo? Glück?
+2
Tirabo21.10.17 13:55
Plebejer

Im Studio- und Bühnenalltag sind Störeinflüsse welcher Art auch immer seit Jahrzehnten (genauer, seit es Aufnahmetechnik und Wiedergabetechnik gibt) kein großes Thema, weil dies einfach Grundvoraussetzung ist. Nur in den Hifikreisen mit den billigen und für allerhand Störeinflüssen und Defekten anfälligen Anschlüssen ist es immer noch ein Thema. Da gibts dann in der Tat allerhand teuren Hokuspokus und Firlefanz zur Beseitigung von Problemen, die gar nicht hätten sein müssen.
+3
Orbital
Orbital21.10.17 14:18
Gerätschaften die so einen Tinnef benötigen sind Fehlkonstruktionen.
Hier ist alles miteinander verbunden, vernetzt und sogar am Kabelanschluß. Weder im analogen noch im digitalen Bereich brummt oder stört es. Wenn es in früheren Zeiten mal vorkam, war ein einfacher Mantelstromfilter für das Antennekabel meist die Lösung.
Es kann auch ohne derart drastische Auswirkungen zu deutlich hörbaren Klangverbesserungen kommen, was sich in saubereren Höhen, besserer Auflösung präziserem Bass und insgesamt unangestrengterer Spielweise äußert.

Ja ne, is klar....
+3
Maccabee
Maccabee21.10.17 14:57
Wo der Hase im Pfeffer liegt …

Der Mazedonische?

If you are not paying for it, you’re not the customer; you’re the product being sold.
+1

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.

OK MacTechNews.de verwendet Cookies unter anderem für personalisierte Inhalte, Seitenanalyse und bei der Auslieferung von Google-Anzeigen. Dies war zwar schon immer so, auf Wunsch der EU muss nun jedoch explizit darauf hingewiesen werden. Durch Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen