Podcasts überholen erstmals Radio – aktuelle Zahlen


Podcasts entstanden nicht über Nacht, sondern entwickelten sich Anfang der 2000er-Jahre aus der Kombination zweier technischer Bausteine: RSS-Feeds und tragbaren MP3-Playern. Der Begriff selbst lässt sich bis ins Jahr 2004 zurückverfolgen und stellt eine Wortschöpfung aus "iPod" und "Broadcast" dar. Der eigentliche Durchbruch kam 2005 durch Apple: Mit iTunes 4.9 integrierte das Unternehmen erstmals native Podcast-Unterstützung in die Software. Angesichts der enormen Reichweite von iTunes gelang es damit, Podcasts als Medium zu etablieren – und längst sind zahlreiche weitere Anbieter auf den Zug aufgesprungen, um mit exklusiven Podcast-Inhalten Zuhörer anzulocken (z.B. Spotify).
Der Markt hat sich rasch gewandeltAktuelle Zahlen von Edison Research
zeigen, dass es sich keinesfalls mehr um eine Nischenbranche handelt. Noch 2015 entfielen 75 Prozent der Hörzeit bei gesprochenen Audioformaten auf klassisches Radio, während Podcasts lediglich 10 Prozent erreichten. Zehn Jahre später hat sich das Bild grundlegend gewandelt, denn erstmals überholten Podcasts das klassische Radio. Edison dokumentiert hier einen Anteil von 40 Prozent, das Radio bringt es nur noch auf 39 Prozent. Bemerkenswert ist dabei vor allem das Tempo der Entwicklung, denn aus dem damaligen Abstand von 65 Prozentpunkten wurde nun sogar ein geringer Rückstand. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den US-Markt, genaue Vergleichswerte für Europa liegen leider nicht vor. Der
Trend ist allerdings recht ähnlich.
Apple bietet inzwischen Monetarisierung – und baut Video-Podcasts ausBei Podcasts handelt es sich schon lange nicht mehr um "Hobby-Radiosendungen", in denen x-beliebige Personen über ihr persönliches Hobby sprechen. Stattdessen gibt es unzählige professionell produzierte Formate, auch von namhaften Sendern. Apple schuf vor knapp fünf Jahren die Möglichkeit, Podcasts direkt über die Apple-Plattform durch Abogebühren zu monetarisieren. Erst vor wenigen Tagen erfolgte zudem die Ankündigung, den nächsten Schritt bei Video-Podcasts zu gehen und HTTP Live Streaming inklusive Einbindung von Werbenetzwerken zu unterstützen.