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Patentverfahren: Apple wendet eine der bislang teuersten gerichtlichen Niederlagen ab

Es wäre eine der bislang teuersten gerichtlichen Niederlagen für Apple gewesen, zumindest wenn man auf die möglichen Entschädigungen wegen Patentverletzungen blickt: Optis hatte 2019 gegen Apple geklagt und dem Unternehmen vorgeworfen, mit allen LTE-fähigen Geräten (iPhone/iPad/Apple Watch) Patente zu verletzen, die für den 4G-LTE-Standard relevant sind. Apple bestritt das und argumentierte zudem, die fraglichen Schutzschriften seien teilweise nicht einmal gültig. Im August 2020 sprach eine Jury Optis allerdings rund 506 Millionen Dollar zu. Das Verfahren war damit nicht vorbei, Apple ging gegen die Entscheidung vor. Optis gewann erneut, wenngleich die Jury nur noch 300 Millionen Dollar zusprach.


Rundgang 3: Aus 506 Millionen werden 0
Allerdings kam es zu einer dritten Auflage, denn besagtes Urteil wurde aufgrund formaler Fehler aufgehoben. In dieser Woche erfolgten die letzten Verhandlungen samt Abschluss des Verfahrens. Im neuerlichen Prozess wollte Optis laut Bloomberg Law sogar 583 Millionen Dollar zugesprochen bekommen. Genau das Gegenteil passierte jedoch, denn diesmal entschied die Jury, in keinem der Fälle eine Patentrechtsverletzung ausfindig machen zu können – und daher auch keine Lizenzzahlungen zu verhängen. Optis will sich dagegen zur Wehr setzen und eine vierte Runde fordern, wenngleich die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss stark gesunken sind. Beobachtern zufolge dürfte sich Apple erfolgreich aus der Affäre gezogen haben.

Ähnlicher Fall in Großbritannien verlief anders
Die Auseinandersetzung zwischen Apple und dem Patentverwerter Optis ist jedoch ohnehin noch nicht zu den Akten gelegt. In Großbritannien läuft ein ähnliches Verfahren, welches sogar in die Milliarden gehen könnte. Dort unterlag Apple nämlich und muss für den Zeitraum seit 2013 mindestens 500 Millionen Dollar an Lizenzzahlungen einplanen. Dazu kommen allerdings noch Zinsen sowie sonstige Kosten rund um das Verfahren. Die letzten Anhörungen vor dem UK Supreme Court laufen im Juli. Dort geht es aber nicht mehr um die Frage, ob Apple bezahlen muss, sondern lediglich um die Feststellung, wie der Wert jener Patentverletzungen zu beziffern ist.

Kommentare

PeKaEm
PeKaEm13.02.26 14:54
Wenn man also nur oft genug die Gerichte bemüht, bekommt dann das Urteil, was man gerne hätte? Zumindest aus Apples Sicht scheint der Plan aufzugehen.
-3
L-E13.02.26 16:03
Was sind das für Experten, die mal so und dann wieder gegenteilig urteilen?
-1
te-c13.02.26 16:17
Naja, dort steht doch wegen formaler Fehler. Ist doch gut, wenn solche Fehler auffallen. Eher schlimm, dass sie nicht am Anfang auffallen – egal für welche Seite.
+1
Peter Longhorn13.02.26 16:57
te-c
Naja, dort steht doch wegen formaler Fehler. Ist doch gut, wenn solche Fehler auffallen. Eher schlimm, dass sie nicht am Anfang auffallen – egal für welche Seite.
Wenns nur das wäre würde diese Aussage aber keinen Sinn ergeben:
Optis will sich dagegen zur Wehr setzen und eine vierte Runde fordern, wenngleich die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss stark gesunken sind. Beobachtern zufolge dürfte sich Apple erfolgreich aus der Affäre gezogen haben.
Denn bei formalen Fehlern sollte ja eigentlich ein weiterer Durchgang relativ problemlos möglich sein.
Wieso soll 2 mal für den Kläger entschieden werden, im dritten Verfahren dann wegen Formfehlern für den Angeklagten und dieses Urteil dann Endgültigkeit erlangen?
+2
Weia
Weia14.02.26 07:48
L-E
Was sind das für Experten, die mal so und dann wieder gegenteilig urteilen?
Die Geschworenen in der angelsächsischen Gerichtsbarkeit sind doch gerade keine Experten, sondern normale Staatsbürger.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
0
Weia
Weia14.02.26 07:53
Peter Longhorn
Denn bei formalen Fehlern sollte ja eigentlich ein weiterer Durchgang relativ problemlos möglich sein.
Wieso soll 2 mal für den Kläger entschieden werden, im dritten Verfahren dann wegen Formfehlern für den Angeklagten und dieses Urteil dann Endgültigkeit erlangen?
Missverständnis. Der formale Fehler geschah in Runde 2, deshalb gab es Runde 3, und in der (in der es keine formalen Fehler gab) wurde das endgültige Urteil gesprochen. Von der Sache her also 2 Instanzen, eine übliche Situation.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+2
SirVikon14.02.26 09:29
L-E
Was sind das für Experten, die mal so und dann wieder gegenteilig urteilen?
Richter*innen sind keine Expert*innen. Sie sind diejenigen, die Recht sprechen. Und für Recht an sich sind sie Expert*innen. Allerdings nicht für die verhandelte Sache, und da kann es nach Erklärungen der Parteien durchaus zu unterschiedlichen Bewertungen kommen.
-1
orlitravel15.02.26 00:02
Absolut absurd das normale Bürger rein nach Bauchgefühl und ohne jede Rechtskenntnisse über Strafen von hunderten Millionen Dollar entscheiden!

Ein Gericht hat aufgrund von Gesetzen, die wir haben damit es gerecht zu geht und nicht willkürlich wie hier mal hüh mal hot, die Schuld festzustellen. Es würden sich ja sonst von Jury zu Jury die rechtlichen Bedingungen ändern!
Was für eine bescheuertes Rechtssystem wäre das!
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Weia
Weia15.02.26 05:17
orlitravel
Absolut absurd das normale Bürger rein nach Bauchgefühl und ohne jede Rechtskenntnisse über Strafen von hunderten Millionen Dollar entscheiden!
Nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Abwägung der Plädoyers von Anklage und Verteidigung und Erläuterungen des Richters.
Ein Gericht hat aufgrund von Gesetzen, die wir haben damit es gerecht zu geht und nicht willkürlich wie hier mal hüh mal hot, die Schuld festzustellen.
Die angelsächsischen Rechtssysteme haben solche Gesetze eben nicht, sondern urteilen nach Präzedenzfällen (case law).

Auch in unserem Rechtssystem müssen Richter zumindest interpretieren, wie ein Gesetz auf einen Einzelfall anzuwenden ist. Die Vorstellung, es könne Gesetze geben, die alle Details eines Einzelfalls vollständig antizipieren und somit ein quasi automatisches Urteil erlauben, wenn nur das Gesetz genau bekannt ist, ist illusorisch.

Der Unterschied zwischen unserem und dem angelsächsischen Rechtssystem besteht letztlich darin, dass bei uns der Richter das letzte Wort hat, im angelsächsischen Raum der Bürger, assistiert vom Richter. Erste Instanz , zweite Instanz Hott kommt in beiden Systemen vor (sonst müsste es ja gar nicht mehrere Instanzen geben).
Es würden sich ja sonst von Jury zu Jury die rechtlichen Bedingungen ändern!
Was für eine bescheuertes Rechtssystem wäre das!
Wieso sprichst Du im Konjunktiv? Das ist das angelsächsische Rechtssystem. Und das ist nicht bescheuert, sondern ein altehrwürdiges System, die älteste demokratische Gerichtsbarkeit der Welt. Aus angelsächsischer Perspektive wäre es wieder mal typisch für die autoritätshörigen Deutschen, das letzte Wort einem Experten = einer Autorität zu überlassen statt den Bürgern, wie in einer echten Demokratie. Es hat eben alles zwei Seiten.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+2

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