Musik-Streaming: Wie viel Apple und Co. für Wiedergaben bezahlen

Seit dem Erfolgszug der Streamingdienste wird oft die Frage diskutiert, was die Auswirkungen des günstigen Flatrate-Zugriffs auf den kompletten Musikkatalog für die Musikbranche sind. Auf den ersten Blick erscheint es nämlich erst einmal merkwürdig, dass die Wiedergabe eines Albums nur Einnahmen im einstelligen Centbereich für den Künstler bedeuten - wohingegen man die komplette Scheibe für einen zweistelligen Eurobetrag erworben hätte. Dieser Eindruck ist allerdings insofern verzerrt, als dass die Anzahl der Wiedergaben deutlich höher ist - und ein Musiknutzer, der das Album immer wieder abspielt, auch immer wieder zur Vergütung des Künstlers beiträgt. Dennoch kann man nicht leugnen, dass die gesamte Branche inzwischen viel weniger verdient - seit Ende der 90er Jahre brach der Umsatz um die Hälfte ein.

Streaming jetzt das einträglichste Geschäft
Im Durchschnitt gibt jeder Nutzer rund fünf Euro pro Monat für Musik aus - so lautete Apples Argumentation einst, um die Musikindustrie zu überzeugen, einen Apple-Streamingdienst mit monatlichen Gebühren von fünf Euro umsetzen zu können. Bekanntlich setzte Apple sich damit nicht durch und veranschlagt nun ebenfalls knapp zehn Euro pro Monat. Die RIAA (Recording Industry Association of America) hat aktuelle Zahlen veröffentlicht, wie einträglich Streamingdienste für Künstler sind. Erstmals hat in den USA der Umsatz via Streaming und Flatrate-Angebot dabei das klassische Verkaufsgeschäft überholt - sowohl CD als auch Download-Stores. In der folgenden Schaugrafik ist die Entwicklung abzulesen.


Anteil des Umsatzes via Streaming

Apple Music bezahlt Künstlern am meisten
Apple Music verfügt bekanntlich über keine kostenlose Variante, vom Testzeitraum einmal abgesehen. Dies ist der Grund, warum die durchschnittliche Auszahlung für Künstler auch viel höher als bei der Konkurrenz ausfällt. Für 1000 Streams bezahlt Apple zwischen 12 und 15 Dollar - also ganz erheblich mehr als jene 7 Dollar, die Spotify entrichtet. Weit abgeschlagen rangiert YouTube mit gerade einmal einem Dollar. Dies sorgt für große Kritik seitens der Musikindustrie. YouTube nutze eine rechtliche Lücke aus, um den Rechteinhabern viel weniger zu vergüten, als ihnen zustehe. Dem Wachstum der Branche schade diese unangemessen niedrige Bezahlung sehr.

Kommentare

zacwinter31.03.17 09:42
Wundert mich ein bisschen. Ich dachte die Summe pro Stream fällt weitaus geringer aus.

1000 Streams: 12 Dollar sind ca. 0.83 Cent pro Stream.

Oder rechne ich irgendwie falsch?
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m.riemann31.03.17 10:00
12 Dollar / 1000 Streams = 1,2 Cent
Unix for stability, Apple for creativity and Windows for solitaire
+2
zacwinter31.03.17 10:14
m.riemann

😳 da hatte ich irgendein Knoten im Gehirn. Vielen Dank für die Rechenhilfe.
+4
Bassoonist
Bassoonist31.03.17 10:15
Ich frage mich, ob diese Vergütungen auch für Klassische Musik und/oder Jazz gelten? Schließlich sind hier die Tracks ja wesentlich länger und werden seltener (in voller Länge) gespielt.
+5
Dekator
Dekator03.04.17 06:51
Mehrfachauswahlmöglichkeit wäre hier sinnig gewesen. Z.B. kaufe ich CDs, Musik als Download, benutze Youtube. Aber gut, das wichtigste: Kein Streaming.
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