Meinung: Warum Apples HomePod eine Sackgasse ist

HomePod: Clever und Smart?


Thema Haussteuerung
Sein wir doch mal ehrlich. Man braucht keine KI (Künstliche Intelligenz), um das Licht an und aus zu knipsen, oder die Rollläden rauf und runter zu fahren. Nahezu alle Dinge im Haus lassen sich praktisch genauso gut (wenn nicht sogar besser) mit einfachen Schaltern oder herkömmlichen Fernbedienungen erledigen, als mit gesprochenen Befehlen. Eine Vernetzung aller Komponenten birgt zudem viele Nachteile. So muss alles eine eigene Stromversorgung haben und mit dem Router verbunden werden. Dadurch wird alles angreifbar. Selbst ein Heizungsthermostat kann zu einem Datensicherheitsrisiko werden. Und das alles nur, damit wir Siri oder Alexa faul aus dem Sessel oder von Unterwegs fragen können, welche Temperatur im Schlafzimmer eingestellt ist?

Ok, lassen wir den tatsächlichen Nutzen solcher Dinge mal dahingestellt und fragen uns stattdessen, was Siri und Konsorten uns sonst noch zu bieten haben. Nicht viel, wie sich bei genauerer Betrachtung herausstellt. Sprachassistenten sind nicht smart und von echter künstlicher Intelligenz so weit entfernt, wie die Raumfahrt von Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit. Siri & Friends sind nicht sehr viel mehr, als eine andere Art, die altbekannten Internet-Suchmaschinen zu befragen. Deren Suchergebnisse entscheiden letztlich über die gesprochene Antwort – und die ist nicht selten völliger Blödsinn. Auch mit der oft als "Intelligenzbeweis" angeführten Lernfähigkeit heutiger KI-Systeme ist es meist nicht weit her. Nur ein Beispiel. Versuchen Sie mal, Siri beizubringen bzw. sich einfach zu merken, welches Ihr Lieblingsessen ist. Selbst an derart simplen Aufgaben scheitert der Algorithmus.

Ein anderes Beispiel für völlig überschätzte Technik ist das autonome Fahren. Dem Verbraucher wird nicht selten unverhohlen versprochen, dass er in ein paar Jahren einfach nur noch seinem Auto sagen muss, wo es hingehen soll und dann könne er sich zurück lehnen und sich wichtigeren Dingen widmen – wie Selfies machen und WhatsAppen. Von den rechtlichen Hürden mal ganz abgesehen wird das nicht so schnell geschehen. Zumindest nicht für komplexere Verkehrssituationen. Denn auch in den "selbstfahrenden" Autos steckt keine echte Intelligenz. Nach derzeitigem Stand gibt es keine Technologie, die intuitiv auf nicht vorprogrammierte Szenarien reagieren kann. Zumindest besteht bei Sprachassistenten kein so hohes Risiko von schrecklichen Unfällen und man muss sich auch nicht ernsthaft den Kopf über Haftungsfragen zerbrechen, wenn der Papagei mal wieder unerlaubt etwas bei Amazon bestellt hat. Das autonome Fahren ist aber ein gutes Beispiel dafür, dass KI noch nicht existiert, aber fleißig als Marketing-Begriff missbraucht wird, mit dem sich die Verbraucher wunderbar einlullen lassen.

Nun gut. Auch wenn ich nicht daran glaube, in absehbarer Zeit einen Durchbruch bei der Forschung zu echter künstlicher Intelligenz zu erleben (was vielleicht sogar ein Segen ist!), wird die derzeitige „Websuche mit Sprachinterface und Fernbedienungsfunktion“ bestimmt in den nächsten Jahren noch deutlich verbessert werden, ebenso wie das autonome Fahren zweifellos Fortschritte machen wird. Die Frage ist nur, ob das immer mehr auf Kosten unserer Privatsphäre gehen wird, denn nach derzeitigem Stand werden die Ergebnisse nur besser, je mehr persönliche Daten man online auf Servern irgendwo in der Welt von spezialisierten Computern bzw. Algorithmen auswerten lässt. Dass es auch offline mit rein lokalen System einigermaßen gut funktionieren kann, zeigt ausgerechnet ein Autobauer.


In der neuen Mercedes A-Klasse, die in Kürze auf den Markt kommt, wird ein System namens MBUX (Mercedes-Benz User eXperience) eingeführt, das u.a. natürliche Spracheingaben mit hoher Erkennungsgenauigkeit auch dann ermöglicht, wenn keine Online-Verbindung besteht. Dafür ist derzeit noch recht leistungsstarke Hardware erforderlich, die jedoch neuere iPads und iPhones schon in ausreichendem Maße bieten sollten. Auf eine Offline-Siri können wir deswegen aber nicht so bald hoffen.

Zurück zum HomePod
Apples „Smart Speaker“ verfehlt sein Ziel. Als Tischlautsprecher ist er zwar ganz ok, vielen potenziellen Kunden, die eigentlich nur einen Apple-Sprachassi wollen, aber zu teuer. Dazu kommt die in diesem Fall extrem kontraproduktive Abschottung gegen andere Streamingdienste, sowie das vollständige Fehlen anderer Eingänge und Features wie Bluetooth. Last but not least ist Siri letztlich ein unausgereiftes Spielzeug, das den heimlichen Wunsch der Kunden nach einem echten Enterprise-Bordcomputer nicht erfüllen kann (was aber auch für Alexa und andere gilt). Dass der Speaker ständig online sein muss, ist daheim dank meistens vorhandener Flatrate und genügend Bandbreite zwar kein finanzieller Nachteil, aus Privatsphäre-Gründen aber selbst bei Apple, denen ich eine Million mal mehr vertraue als Google, Amazon & Co., kein wirklich wünschenswerter Zustand.

Und das ist vermutlich auch der Grund dafür, warum Apple die Produktion des HomePod schon jetzt, bevor er überhaupt in Deutschland und vielen anderen nicht-englischsprachigen Ländern erhältlich ist, stark drosseln muss und warum er vermutlich – zumindest in dieser Form – keine langfristige Perspektive hat. Es spricht sich schnell rum, wenn ein Produkt die Erwartungen nicht erfüllt. Ist erst mal die kurze Freude über die Neuanschaffung verflogen, folgt eine Phase der Selbstrechtfertigung, warum die Kaufentscheidung richtig war, doch am Ende gewinnt meist die nüchterne Erkenntnis. Und die ist beim HomePod vermutlich oft, dass es sich um kein besonders revolutionäres und nützliches Produkt handelt, wie einst der iPod und später das iPhone.

In good old Germany, wo Schnäppchenzwang zum Kulturgut zu gehören scheint, wird es der vergleichsweise teure HomePod erst recht schwer haben. Ohne deutliche Verbesserungen sowohl in der Funktionalität als auch in der Wahlfreiheit der Musikquellen läuft der HomePod Gefahr, den Weg des iPod Hi-Fi zu gehen und recht schnell wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Die funktionalen Einschränkungen von Siri aufgrund der bei Apple besseren Privatsphäre-Bedingungen aber schlechteren Offenheit (z.B. keine Skills) machen die Aussichten nicht rosiger.

Kommentare

promac
promac28.04.18 09:06
M.M.n fehlt zu allererst ein LAN Anschluss um die Möhre im internen Netzwerk "autark" betreiben zu können. Auch noch ein weiterer Ausgang (LAN/Digital) um 2 Stück als Stereo Paar verbinden zu können !!! Alles andere (wie jetzt) und noch fehlendes BT ist der absolute Gau für "Normal User" ....
+11
Mac-Tom28.04.18 09:06
Ja vielen Dank für den guten Bericht. 100% der gleichen Meinung!

Wollte auch mal den iPod als Bürolautsprecher. Aber dann kamen auch die Bedenken, immer Mikrophon eingeschaltet und muss immer über Mac gefüttert werden. Habe dann umgedacht und eine stinknormale Mikro-Hifi-Anlage von Pioneer gekauft. Die hat 2 sehr gute Lautsprecher, bietet alles was ich brauche, wie DAB, Streaming via Tidal, UKW Radio, CD, Bluetooth und sogar Airplay! Kann ich ohne einen Mac laufen lassen mit DAB und wenn ich will, kann ich vom Mac streamen. Und ganz wichtig, kein Mikrophon auf Empfang.

Ich hasse schon Siri dermassen, wirklich der letzte Mist. Bist das blöde Ding kapiert habe, was ich will, habe ich es schon längstens mit dem Finger erledigt. Im Auto genau das gleiche. Die Sprachsteuerung einmal benutzt. War die Hölle.. vergingen ca. 5 Min., bis ich im Navi das Ziel hatte. Wenn ich das von Hand mache ganz altmodisch, gehts nicht mal eine Minute. Sehe den Sinn in solchen Sachen überhaupt nicht. Bin da vielleicht auch zu altmodisch, gehöre ja altersmässig schon zu den älteren Semestern. Die Jungen haben vielleicht Spass an solchen Dingen. Ich nicht.
+16
gegy
gegy28.04.18 09:10
Ich bin froh, dass die du ähnlich denkst wie ich. Ich denke Apple sollte die Resourcen vom HP abziehen und besser in andere Dinge investieren.
Schließlich und Endlich müssen sie nicht in jedem Markt präsent sein.
+1
Mac-Tom28.04.18 09:16
Und wenn schon, hätte man besser einen Top-Hifi-Multiroom-LS gemacht, ohne Siri. Also Konkurrenz zu Sonos und Co. Dann hätte man dafür auch 500-800 Euro verlangen können und so ein einfach konfigurierbares High-End Multiroom System gemacht. Jetzt ist es weder Fisch noch Vogel. Ist kein High-End und als Quaselbox taugt es ja anscheinend auch nichts.
+6
larsvonhier
larsvonhier28.04.18 09:16
Wie wär´s denn mal damit, in mehr als 2-3 Ländern die Röhre zu verkaufen?
+7
motiongroup28.04.18 09:19
Ist zwar der x-te Anlauf zu dem Thema aber endlich mal ein wahres Wort gelassen ausgesprochen..

@Mac-Tom gleichen Weg bin ich gegangen... ich habe mir vermutlich die gleiche Micro von Pioneer gekauft.. kann x-mal mehr brauch keinen Account und klingt zumindest mit Cantons x-mal besser als das was aus dem PoD kommt und auch aus den Sonos playbars...

Und über Siri können noch so viele Pros kommen, sie ist einfach nicht die hellste Kerze auf der Torte und noch dazu in ihren Funktionen kastriert, was aber die essentielle Bedienschnittstelle des Pods darstellt... somit durchgefallen... und bitte nicht wieder damit kommen das wir aktuell noch keinen in Deutsch verfügbar haben... einfach das IDevice als PoD verwenden und staunen wie peinlich das ganze ist... über AirPlay hat so einen PoD schon jeder im Eigenheim auch wenn die Sensibilität der Spracherkennung auf dem PoD sehr gut ist, besser als am iDevice oder am Mac..
+1
Coldplayer
Coldplayer28.04.18 09:27
Ich bin mit meinem HomePod sehr zufrieden. Durch den HomePod wurde ich gezwungen, Siri auf englisch zu benutzen und das war die beste Entscheidung ever. Ich hatte vorher nie realisiert, wie viel besser Siri auf englisch ist.
Der HomePod steht bei mir in der Küche und ich benutze ich hauptsächlich für Musik, Timer und Maßeinheiten umrechnen in englischen Rezepten.

Größter Nachteil: keine Stimmendifferenzierung. Meine Freundin könnte sich von Siri meine letzten Nachrichten anhören lassen. Das stimmt mich teilweise nervös.
+6
motiongroup28.04.18 09:30
https://www.stonetemple.com/digital-personal-assistants-study/

+1
Kirschholz
Kirschholz28.04.18 09:33
"...sowie das vollständige Fehlen anderer Eingänge und Features wie Bluetooth. "
Ist das korrekt? Auf der Apple-HP heißt es: "Bluetooth 5.0" sei an Bord...?
+4
Mac-Tom28.04.18 09:47
motiongroup: hab mir die 86er gekauft.. klingt verdammt gut und hat alle Funktionen, die man sich vorstellen kann:
http://www.pioneer-audiovisual.eu/de/def/products/XC-HM86D
+1
deus-ex28.04.18 09:48
Einen Artikel über eine Produkt zu schreiben was man selbst noch nicht hatte ziemlich daneben.
+6
thomasalphaedison28.04.18 09:51
Ich stimme diesem Artikel zu 100% zu!! Genau so ist es! Mir wäre am liebsten, dass Apple endlich mal Siri ordentlich verbessert. Im Englischen soll sie zwar schon besser funktionieren, aber im Deutschen ist si grottenschlecht. Und ich mochte meine Produktivität dadurch verbessern und nicht irgendwelche Witzfragen stellen, um lustige Antworten zu bekommen....
+2
sonorman
sonorman28.04.18 09:59
Kirschholz
"...sowie das vollständige Fehlen anderer Eingänge und Features wie Bluetooth. "
Ist das korrekt? Auf der Apple-HP heißt es: "Bluetooth 5.0" sei an Bord...?
Bluetooth ist zwar drin, wird aber meines Wissens nur für irgendwelche Konnektivitätszwecke genutzt. Musik-Streaming von beliebigen BT-Audioquellen ist offenbar nicht möglich. ()
This means no regular Bluetooth support — even though there's Bluetooth 5.0 connectivity inside the device — so Apple Music subscribers with Android phones are seemingly out of luck. In fact, the HomePod requires an Apple device capable of running iOS 11 for the setup process.

Siehe auch Spezifikationen / Audio Sources:
+1
Kappatoo28.04.18 10:19
Verrückt finde ich, dass man quasi in den 80er Jahren mit jedem Ghettoblaster den deutlich besseren Ton hatte (erst recht wenn er ab CD kam) als mit diesen Mono billig Eimern mit chrächzendem dumpfen Ton! Der Anspruch an Tonqualität ist heute anscheinend bei null gelandet. Massen von Leuten (vor allem auch die Jungen) denen reicht ja der Handy Lautsprecher als Tonquelle... Einfach verrückt!
+10
barabas28.04.18 11:03
Kappatoo
Der Anspruch an Tonqualität ist heute anscheinend bei null gelandet. Massen von Leuten (vor allem auch die Jungen) denen reicht ja der Handy Lautsprecher als Tonquelle... Einfach verrückt!

Liegt aber mitunter auch an der technischen Entwicklung der jeweiligen Epoche, den Prioritäten bzw dem derzeitigen Mode-, und Zeitgeschmack.

Um bei dem Musikkonsum zu bleiben, - In meiner frühen Jugendzeit liefen wir noch mit Mono-Cassettenrecordern herum, da gab es halt nichts besseres wobei die nötigen Kohle für "etwas besseres" eh gefehlt hätte Aus Mono wurde schließlich Stereo dann kamen die Walk-, dann die Diskman, DAT und MD Portis bis irgendwann die ersten MP3 und iPods erschienen. Gerade bei den genannten Portis ab dem Walkmann sah ich bislang eigentlich so gut wie niemanden, der daran einen höherwertigen Studiokopfhörer betrieb. Wie aktuell wurden und werden diese zumeist "nur" mit den mitgelieferten Standartstöpsel gehört, die auch nicht unbedingt wesentlich besser klingen als die aktuell eingebauten Lautsprecher der heutigen Smartphones.
+4
verstaerker
verstaerker28.04.18 11:05
Kappatoo
Verrückt finde ich, dass man quasi in den 80er Jahren mit jedem Ghettoblaster den deutlich besseren Ton hatte (erst recht wenn er ab CD kam) als mit diesen Mono billig Eimern mit chrächzendem dumpfen Ton! Der Anspruch an Tonqualität ist heute anscheinend bei null gelandet. Massen von Leuten (vor allem auch die Jungen) denen reicht ja der Handy Lautsprecher als Tonquelle... Einfach verrückt!

ich stimme dir zwar prinzipiell zu , aber hast du das Gerät denn schon gehört? Das es wirklich krächzend und dump klingt, kann ich mir nicht vorstellen.
+10
And-Y
And-Y28.04.18 11:10
Mich erinnert das ganze irgendwie an Microsofts Zune (für die jüngeren unter euch. Das war deren iPod)

Damals musst MS unbedingt eine Antwort auf den iPod bringen. Nicht schlecht aber eben auch nicht überragend gut. Am Ende haben die Kunden bekanntlich das benutzerfreundlichere Gerät gewählt.

Wenn ich schon Jahre hinter den Mitbewerbern liege und in Geld schwimme, sollte man ein überragendes Produkt auf den Markt werfen um die verlorenen Marktanteile einholen zu können.

Alles steht und fällt mit Siri. Apple verhält sich immer mehr wie MS und sieht sich im Handy Markt wie Nokia.

Man kann nur hoffen das Amazon nicht in 3-5 Jahren auf die Idee kommt ein Alexa Handy auf den Markt zu bringt
+3
motiongroup28.04.18 11:11
Mac-Tom
motiongroup: hab mir die 86er gekauft.. klingt verdammt gut und hat alle Funktionen, die man sich vorstellen kann:
http://www.pioneer-audiovisual.eu/de/def/products/XC-HM86D
Genau diese nur ohne Boxen... absolut der Knaller on den Funktionen her..
Und über das iPhone und Siri kann man das Teil zum HomePod umfunktionieren mit dem Conklusio das Siri DIE sprichwörtlich dümmste Nuss ist . Und dennoch ist die Entwicklung solcher Systeme eine Monsterleistung an Hirnschmalz die nicht mal zu erahnen ist.. der Entwickler der Urengine meinte selbst, dass sie eigentlich anderes Zielspektrum hatte..
+1
mac123franz
mac123franz28.04.18 11:22
Hello,
@ barabas

Standartstöpsel xx
Es heißt Standardstöpsel.
+1
nane
nane28.04.18 12:01
Bei allem für und wieder, der Wandel ist einfach da und er ist stetig.
Ich wünsche mir auch einiges von Apple und bei vielen Dingen denke ich mir, mein Gott werde ich alt oder wollen die Leutchen da draussen das wirklich alles so?

Unterm Strich: Apple entwickelt sich weiter, unbahängig davon ob das nun für die Teilnehmer des Forums hier gut oder schlecht ist. Und dem Schweinezyklus folgend verliert Apple auch mal den Focus und gewinnt wenig später einen neuen hinzu.

Zurücklehnen, den Frühling geniessen, Produkte kommen und gehen
Das Leben ist ein langer Traum an dessen Ende kein Wecker klingelt.
+6
Deppomat28.04.18 12:06
Strange, auf diese Interpretation wäre ich nie gekommen. Hier eine andere:

Sprachassistenten interessieren in meinem Umfeld keine Sau. Außerdem hat doch eh jeder Siri auf dem Handy stets bei sich, was soll also der Lautsprecher?

Mich als Musiker hätte die angeblich marktführend gute Klangqualität hingegen sehr interessiert (und ich hätte es mich auch was kosten lassen). Aber angesichts der komplett unnötigen Gängelung bezüglich Quellen hab ich natürlich sofort abgewunken. Apple (die großen großen Musikfans, Mastered for iTunes, you know) bieten immer noch kein Lossless-Streaming. Zur Erinnerung: Lossless ist CD-Qualität, Stand der Technik von 1981. Älter als der Mac.
+7
Hot Mac
Hot Mac28.04.18 12:07
Ich kann es nicht begründen, aber irgendwie hatte ich schon im Vorfeld so ein Gefühl, dass der HomePod floppen würde.

Vielleicht ist die Zielgruppe nicht unter den „klassischen“ Apple Usern zu finden oder einfach nicht groß genug.
Champagne for my real friends, real pain for my sham friends!
-1
Eventus
Eventus28.04.18 13:11
And-Y
Alles steht und fällt mit Siri. Apple verhält sich immer mehr wie MS und sieht sich im Handy Markt wie Nokia.
Seh ich genau andersrum: Siri ist irrelevant. Entscheidend sind Geräte und Software, die ihre jeweiligen Funktionen bestens erbringen – und dabei ist Apple durchwegs führend. Ohne ihn gehört zu haben, vermutlich also, ist auch der HomePod ein hervorragend klingender Lautsprecher. Ja, er mag noch die üblichen Einschränkungen haben, die Apples Geräte der ersten Generation meisten haben, etwa Stereo-Tauglichkeit, aber das wird schon.

Siri hingegen ist in Ordnung für manche Aufgaben, wo man routinemässig weiss, wie mans ihr erfolgreich sagen muss. Ansonsten steht Siri genau entgegen dem, was Apples Stärke immer war und bleiben muss: einfache Bedienung und zuverlässige Ausführung der Befehle.
Live long and prosper! 🖖
-3
Eventus
Eventus28.04.18 13:11
Sprachassistenten sind generell überbewertet. Sie können allenfalls mehr oder weniger gut die Jalousien öffnen, die Waschmaschine starten oder einfache Fragen beantworten, aber die Fenster putzen, die Wäsche sortieren/waschen/bügeln oder Informationen recherchieren, richtige Arbeit also, das können sie alle auf absehbare Zeit nicht tun.
Live long and prosper! 🖖
-6
Radetzky28.04.18 13:35
Mac-Tom
Und wenn schon, hätte man besser einen Top-Hifi-Multiroom-LS gemacht, ohne Siri. Also Konkurrenz zu Sonos und Co. Dann hätte man dafür auch 500-800 Euro verlangen können und so ein einfach konfigurierbares High-End Multiroom System gemacht. Jetzt ist es weder Fisch noch Vogel. Ist kein High-End und als Quaselbox taugt es ja anscheinend auch nichts.

Hm, um als Konkurrenz zu Sonos erfolgreich zu sein, müsste man
- entweder _deutlich_ besser sein als Sonos (nicht ganz einfach, aber sicher möglich) oder
- genauso gut wie Sonos, aber _deutlich_ billiger
+2
Radetzky28.04.18 13:37
deus-ex
Einen Artikel über eine Produkt zu schreiben was man selbst noch nicht hatte ziemlich daneben.

Wenn man das klipp und klar dazu schreibt? Nö!
-5
Eventus
Eventus28.04.18 13:39
Angenommen, ich möchte «das Übliche» bestellen, etwas «wie immer». Im Imbiss um die Ecke sind viele Fragen von vornherein klar, bspw. dass es um Essen geht, um welches Lokal usw.

Selbst wenn eine digitale Assistentin wie Siri mich perfekt verstünde, kann sie nicht wissen, was ich mit «Siri, bestell mir das Übliche!» wirklich meine. Und erst recht zu mühsam wäre eine Auswahl über Siri: Zeige mir Lokale, die mir zurzeit Essen liefern würden … mit Online-Vorauszahlung … ohne Liefergebühr … es soll Italienisch sein … Pizza wäre gut … ich möchte die Abbildungen sehen … dann die Quattro Formaggi, aber mit Asiago statt Gorgonzola … ohne Getränke … 30 cm … wie viel kostet das? … bezahle gleich … mit der anderen Karte … Lieferadresse wie bereits erfasst … ja, bitte einloggen, dann ists zu sehen … nein, diesen Gutschein nehmen wir das nächste Mal … ja, Bestellung bestätigen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies jemals einfacher oder schneller über Sprache geht als wenn ich eine gute Liefer-App direkt bediene!

Und selbst der Enterprise-Computer wird per Sprache nur benutzt, um einfache Daten abzufragen, im Turbolift «Brücke» zu sagen oder am Replikator «Tee, Earl Grey, heiss» zu erhalten. Selbst Data gibt seine Steuerbefehle in die Konsole tippend ein, sehr schnell allerdings.
Live long and prosper! 🖖
-3
Californian
Californian28.04.18 14:57
Ich hab den Homepod ausgiebig in den Staaten testen können und war maßlos enttäuscht und auch meinem U.S. Freundeskreis ergeht es ähnlich. Immer wieder hört man den Vergleich zum iPod Hifi, welcher sich nicht auf dem Markt behaupten konnte. Abgesehen vom Preis glaube ich jedoch, dass selbst beim Hifi das damalige grundlegende Nutzererlebnis besser war, als heute beim HomePod.

Ich kann mich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass Apple keine klare Strategie mehr verfolgt. Markenkerne werden oft sehr lange vernachlässigt und verärgern nur unnötig die Kundschaft. Wir reden hier oft von gewöhnlichen Produktaktualisierungen und nicht vom nächsten großen Ding. Zu oft hört man bei Produktneuheiten den Begriff Beta nor angekündigte Funktionen erscheinen einfach nicht mit dem final Release. Zu allem Überfluss werden zu viele Hardwareprodukte nur noch angekündigt und ein Lieferdatum in der Zukunft genannt, welches dann auch nicht eingehalten wird. Wo ist das "available today" geblieben?! Auch gewinne ich den Eindruck, dass die Softwarequalität stark nachgelassen hat. Wenn man bedenkt, für welche "Lappalie" Scott Forstall seinen Posten räumen musste, so hätten wir heute sicherlich eine neue Führungsebene haben müssen. Auch ohne Forstall ist Apple Maps trotzdem immer nur die zweite Wahl geblieben. Bei den ganzen Problemen, welche Apple jahrelang nicht in den Griff bekommt oder auch scheinbar immer größere Ausmaße annehmen, bin ich von Tim Cook (trotz menschlicher Sympathie) als Führungskraft und Hauptverantwortlichen sehr enttäuscht.
Deutsch nicht meine native Sprache.
+4
larsvonhier
larsvonhier28.04.18 15:23
So ein Dart im Ohr wär´ auch nicht so ergonomisch
mac123franz
@ barabas
Standartstöpsel xx
Es heißt Standardstöpsel.
+1
Kirschholz
Kirschholz28.04.18 15:46
sonorman
...Bluetooth ist zwar drin, wird aber meines Wissens nur für irgendwelche Konnektivitätszwecke genutzt. Musik-Streaming von beliebigen BT-Audioquellen ist offenbar nicht möglich. ...
Dann ist der Hinweis auf BT 5.0 auf der Apple-HP ja eine Mogelpackung, die hoffentlich viele Käufer dazu bringt, den HomePod zurückzugeben, oder nach der Aufrüstung mit echtem Bluetooth zu fragen! Denn wo Bluetooth drauf steht, erwartet man selbstredend die Möglichkeit, eigene Musik streamen zu können.

Unfassbar, dass Apple hier einen so unnötigen Riegel vorschiebt!
Der HomePod ist also nur dazu da, Apple-Music-Abos zu verkaufen.
Wieder mal eine geradzu beängstigende Engstirnigkeit im Hause Apple.
Haben vielleicht in ihrem Raumschiff sitzend übersehen, dass es auf dem Markt bereits genügend Alternativen von der Konkurrenz gibt...
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