
Mac-Praxis: Quicklook-Icons – wie funktioniert die Dateivorschau von macOS?


Eine gesuchte Datei auf einen Blick erkennen – das erspart viel Zeit und lässt die Bedienung des eigenen Rechners etwas müheloser erscheinen. Seit der Einführung von Mac OS X im Jahr 2001 legt Apple dafür bei einer zunehmenden Anzahl von Dateien eine Miniatur-Vorschau an, welche den Inhalt der Datei widerspiegelt. Diese wird in unterschiedlichen Finder-Darstellungen als Icon dargestellt. Auf diese Weise spürt man nicht nur Bilder, sondern auch Layouts und Texte visuell auf – meist, ohne den Dateinamen gelesen zu haben. Damit dies schnell und reibungslos funktioniert, hat Apple ein ausgefeiltes System entwickelt, welches Howard Oakley in einem
Blog-Beitrag durchleuchtet.
Der Finder bietet vier unterschiedliche Darstellungsformen, zwischen denen Sie über das Menü "Darstellung", der Auswahl in der Finderwerkzeugleiste oder über Tastenkürzel (
+1 bis
+4) wechseln. Jede hat ihre Vorteile und ein unterschiedlich detailliertes Vorschau-Icon: In der Listen- und Spaltenansicht ist es am kleinsten, in der Galerie am größten, in der Symboldarstellung einstellbar – über den Schieberegler in der unteren rechten Ecke, sofern die Statusleiste eingeblendet ist.
Der Finder offeriert vier unterschiedliche Ansichten, jeweils mit spezifischen Icon-Größen.
Schnelle DarstellungDamit detaillierte Icons ihre Wirkung entfalten können, müssen sie möglichst schnell erscheinen. Zu diesem Zweck setzt macOS einen Algorithmus ein: Zunächst überprüft das System, ob bereits eine aktuelle Mini-Vorschau im Thumbnail-Cache vorhanden ist; falls ja, kommt diese zur Anwendung. Falls nein, geht es typspezifisch weiter: Bei Apps sucht macOS die passende Ressource im App-Bundle. Dort wird es entweder in der ICNS-Datei oder in Assets.car unter /Contents/Ressources/ fündig. Bei Ordnern werden die erweiterten Attribute zurate gezogen. Alle anderen Dateien und Dokumente schlüsselt macOS typspezifisch auf.
Dateivorschau per UTIDabei nutzt macOS den Uniform Type Identifier (UTI). Diese hierarchische Typbestimmung entscheidet auch darüber, welches Programm einen Dateityp öffnet – und dementsprechend auch, wie die Dateiminiatur entsteht: Apps, die eine Quicklook-Erweiterung umfassen, werden mit einer Symboldarstellung beauftragt. Durch sie entsteht eine aktuelle Vorschau, welche den tatsächlichen Inhalt widerspiegelt. Gibt es für einen UTI keine passende Erweiterung, kommt stattdessen ein generisches Icon zum Einsatz. Das Resultat wird auf alle Fälle auch in den Cache geschrieben, um bei der nächsten Dateianzeige die Prozedur zu beschleunigen.
Erweiterbar durch AppsUm für häufig benutzte Dateitypen eine aktuelle Darstellung in Symbol und Übersicht zu erhalten, benötigen Sie eine mit der entsprechenden Quicklook-Erweiterung ausgestattete App. Viele Apps bringen eine solche für ihre eigenen Dateiformate mit; für andere, etwa Markdown oder Programmiersprachen, gibt es Universalisten wie das (leider nicht mehr weiterentwickelte)
Peek. Andere Apps wie
Suspicious Package und Apparency nutzen das Quicklook-System, um softwarespezifische Informationen sichtbar zu machen.