
Mac-Praxis: Wie lange hält die interne SSD?


Lang hat es gedauert, bis sich Apple endgültig von Festplatten als internes Speichermedium verabschiedet hat. Doch spätestens seit dem Wechsel auf Apple Silicon gegen Ende 2020 war klar: Neue Macs mit interner Festplatte wird es nie wieder geben. Die Solid-State-Drives unterscheiden sich in vielen Eigenschaften von den rotierenden Magnetscheiben, welche lange Zeit die präferierte Form des Massendatenspeichers blieben. Insbesondere eine Frage beschäftigt Nutzer beim Neukauf: Wie lange kann ich das Speichermedium nutzen, bis es den Geist aufgibt? Howard Oakley zieht seinen seit gut sieben Jahren täglich genutzten
iMac Pro als Exempel heran und rechnet hoch, wie lange die integrierte SSD theoretisch noch funktionieren sollte.
Die Größe des integrierten Festspeichers erleichtert die Berechnung: Sein iMac Pro hat eine 1-TByte-SSD verbaut. Üblicherweise wird von einer maximalen Menge von 3.000 Schreibzyklen bei SSDs ausgegangen. Somit sollte man auf eine SSD mit einem Terabyte mindestens drei Petabyte schreiben können, bevor Probleme auftauchen könnten. Doch wie viele Daten schreibt ein Mac realistisch pro Tag, Monat oder Jahr?
SSD-interne StatistikPraktischerweise protokollieren SSDs eigenständig, wie viele Daten sie bisher geschrieben haben. Software wie DriveDx oder Oakleys kostenloses
Mints lesen die Information aus; auf deren Basis kann man die ungefähre Schreiblast berechnen. Oakley gibt an, seinen iMac Pro seit Dezember 2018 täglich zu nutzen und kaum auszuschalten. Seine SSD vermeldet insgesamt 150 TByte an geschriebenen Daten. Das entspricht etwa 21 TByte pro Jahr oder 60 GByte pro Tag.
Schreibzyklenreserve: 133 JahreDamit hat sein intensiv genutzter Mac nach sieben Jahren gerade mal fünf Prozent der garantierten 3.000 Schreibzyklen aufgebraucht. Bei gleichbleibender Nutzung, rechnet er vor, dürfte sein iMac Pro noch circa 133 Jahre durchhalten. Natürlich dürften vorher andere Effekte zum Tragen kommen, welche den Festspeicher oder den Rechner allgemein beeinträchtigen können. Jedenfalls, so seine Schlussfolgerung, wird sein iMac Pro wohl kaum die Grenze der maximalen Schreibzyklen erreichen.
Tipp: Nicht beim RAM sparenUm die Schreibzyklen zu minimieren, empfiehlt Oakley eine möglichst großzügige RAM-Ausstattung. Sein iMac Pro verfügt über 32 GByte Arbeitsspeicher, was dazu führt, dass macOS praktisch nie RAM-Bestandteile auf die SSD auslagert. Zu diesem Zweck verwendet macOS ein separates APFS-Volume namens VM (kurz für Virtual Memory). Wenn die aktiven Programme die RAM-Kapazität übersteigen, lagert das System automatisch den Speicherinhalt inaktiver Apps dahin aus. Bei lediglich 8 GByte RAM sowie einer kleinen SSD kann ein intensiv genutzter Mac die Zahl der maximalen Schreibzyklen deutlich schneller erreichen.
Die Auswertung eines Mac mini M1 mit 8 GByte RAM: 83.735 GByte wurden bereits auf das 500-GByte-Laufwerk geschrieben. Die maximale Schreibkapazität dürfte bei 1.500 GByte liegen.
Zweiter Tipp: Genügend Platz lassenOakley empfiehlt zudem, mindestens ein Zehntel, besser noch ein Viertel der System-SSD freizuhalten. Der Hintergrund: Eine randvolle SSD mit unveränderlichen Inhalten würde ein schnelles Abnutzen der verbleibenden Sektoren bedeuten. Zwar gibt es Load-Balancing-Mechanismen, welche durch Umschichten von Bestandsdaten diesem Effekt vorbeugen, doch bedeutet dies ebenfalls zusätzliche Schreibzyklen. Um dem vorzubeugen, sollte man große Mediensammlungen auf externe SSDs
auslagern, etwa die Fotos-Mediathek, die lokale Musik- oder Filmsammlung. Auf einer
externen SSD untergebracht, entlasten Mediensammlungen das Startvolume. Für den Mac mini M4 gibt es mittlerweile
Docks mit NVMe-Steckplatz, welche auch höheren Ansprüchen an Schreib- und Leseraten genügen.