
Mac-Tipp: Der Spotlight-Index, wie er funktioniert und warum er viel Zeit benötigt


Viele Mac-Anwender nutzen die Spotlight-Suche reflexartig: Die Tastenkombination
+
bringt den Suchschlitz in den Vordergrund; nach der Eingabe weniger Buchstaben erscheint das Gewünschte an der ersten Position der Suche. Eine Bestätigung per Eingabetaste öffnet App, URL oder Dokument – meist deutlich schneller, als es mittels Mausklicks zu erreichen gewesen wäre. Damit dies so gut funktioniert, arbeiten einige Hintergrundprozesse Hand in Hand – und beanspruchen scheinbar viele Ressourcen.
Insbesondere nach einem Neustart scheint während der ersten Minuten die Hälfte der Prozessorkerne dauerhaft ausgelastet zu sein. Das mag Uneingeweihte beunruhigen, erklärt Howard Oakley in einem
zur Spotlight-Indizierung.
Invertierter IndexDer Weg, mit dem macOS Informationen in Dokumenten durchsuchbar macht, führt über das Anlegen eines invertierten Indexes, so Oakley. Dieser ist üblicherweise unveränderlich; für ein optimales Funktionieren müsste ein invertierter Index bei jeder Änderung neu aufgebaut werden. Nach Oakleys Einschätzung vermeidet Apple dies durch Anlegen separater Ergänzungstabellen, in denen frisch hinzugekommene Informationen übergangsweise abgelegt werden. Diese werden dann in regelmäßigen Abständen in die Haupt-Datenbank integriert; dabei werden dann ebenfalls Einträge aus mittlerweile gelöschten Dokumenten entfernt. Dies sind rechenintensive, aber nicht zeitkritische Aufgaben, welche macOS hauptsächlich von den Effizienzkernen erledigen lässt – und auch nur dann, wenn der Mac aktuell nicht ausgelastet ist.
Spotlight scheint nach jedem Neustart mit verschiedensten Diensten umfangreiche Ressourcen einzufordern.
Beim Neustart gut zu beobachtenDiese Wartungsarbeiten am Spotlight-Index lassen sich insbesondere nach dem Neustart eines Mac beobachten. Um den notwendigen Prozessen auf die Spur zu kommen, zeichnete Oakley die Log-Dateien während der ersten elf Minuten nach dem Neustart seines Macs auf. Dabei beobachtete er ein wiederkehrendes Muster, bei dem mehrere mit Spotlight in Verbindung stehende Prozesse nacheinander die Arbeit aufnahmen:
- 00:00 mdworker beginnt, Dateien zu indizieren, Spotlight-Indizes werden gewartet, das Journal zurückgesetzt.
- 02:40 CGPDFServices nehmen ihre Arbeit auf.
- 04:10 mediaanalysisd beginnt mit der Live-Text-Erkennung in Zusammenarbeit mit photoanalysisd; im Anschluss übernimmt coremanagedspotlightd.
- 07:20 mediaanalysisd fährt mit Live-Text-Erkennung fort.
- 10:40 mdworker nimmt erneute Indizierung und Wartung vor.
- 10:45 Caches werden gelöscht; zudem finden abschließende Aufräum- und Wartungsarbeiten statt.
Kein Grund zur BeunruhigungBei täglich neu gestarteten Macs genügt diese Routine nach dem Neustart. Bleiben Macs länger aktiv und werden nicht neu gestartet, führt macOS diese Wartungsarbeiten in unregelmäßigen Abständen im Hintergrund durch. Im Normalfall stellt eine solche minutenlange Aktivität sämtlicher E-Kerne kein Problem dar, denn dies sollte die Leistungsfähigkeit eines Apple-Silicon-Macs in keiner Weise beeinträchtigen. Im Allgemeinen arbeiten die Effizienzkerne mit absichtlich herabgesetzter Taktrate, um Energie zu sparen; eine Vollauslastung dieser CPU-Kerne bedeutet also keinesfalls, dass der Mac droht, heißzulaufen. Eine Ausnahme stellt Texterkennung in Bildern dar – diese wird durchaus an Leistungskerne delegiert.
Empfehlung: Laufen lassenEinige Mac-Admins lassen stets die Aktivitätsanzeige laufen, um zu überprüfen, welche Prozesse aktuell aktiv sind, und wie lange. Oakley empfiehlt, die für Spotlight zuständigen Prozesse in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen, auch wenn sie viele Ressourcen benötigen – beendet man sie voreilig, könnte dies das Gegenteil des Gewünschten erreichen: Die Resultate von Spotlight-Suchen könnten unzuverlässig geraten.
Erst Spotlight neu starten, dann Index neu aufsetzenSollte Spotlight auch nach routinemäßiger Indizierung und Wartung einmal haken, sollte man zunächst die beteiligten Dienste neu starten – dies gelingt durch einen
einfachen Trick in den Finder-Einstellungen. Zur kompletten Neuindizierung rät Oakley nur in Ausnahmefällen – diese kann bei einem Mac mit umfangreichem Datenbestand sehr lange dauern.