

Das Betriebssystem der Mac-Rechner ist darauf ausgelegt, von mehreren Anwendern genutzt zu werden. Häufig teilen sich mehrere Familienmitglieder oder Arbeitskollegen einen Mac: Sie wechseln sich dabei ab, im Netz zu surfen, Bilder zu bearbeiten oder Mails zu lesen. Im besten Fall nutzt man dafür separate Nutzerkonten (siehe unten), doch manchen Nutzern scheint dies zu anstrengend, und alle Anwender verwenden dieselben Anmeldedaten. In diesem Fall soll vermieden werden, dass die anderen Nutzer über bestimmte Inhalte stolpern – etwa, um eine Geburtstagsüberraschung in Ruhe vorbereiten zu können. Dafür bietet macOS Wege, wenn auch teilweise recht verschlungene. In einem
Blog-Beitrag fasst Howard Oakley die aktuell bekannten Methoden zusammen, Spotlight, Time Machine, Übersicht und iCloud in die Schranken zu weisen.
Objekte vor Spotlight versteckenIm Spotlight-Eintrag der Systemeinstellungen lassen sich gezielt Inhalte von den Suchergebnissen ausschließen. Schaltet man bestimmte Einträge von „Ergebnisse aus Apps“ sowie „Ergebnisse vom System“ aus, erscheinen sie nicht mehr in Suchergebnissen. Indiziert werden sie trotzdem. Wer das verhindern will, findet ganz unten den Button „Datenschutz der Suchfunktion“. Hier definieren Sie Ordner, welche nicht durchsucht werden sollen. Der Nachteil: Wer diese Einstellung kennt, kann diese Liste einsehen und so herausfinden, welche Ordner undurchforstet bleiben sollen.
Der Einstellungsdialog „Spotlight/Datenschutz der Suchfunktion“ versteckt Inhalte – und verrät zugleich den Aufenthaltsort.
Bessere Verstecke per Dateinamen (und -Beginn)Unauffälliger ist eine direkte Manipulation des Ordnernamens: Beginnt der Ordnername mit
einem Punkt oder endet er mit „.noindex“, bleibt sein Inhalt auch Spotlight verborgen. Eine weitere Methode
basiert auf einem wahrscheinlich unbeabsichtigten Sonderfall: Beginnt eine Textdatei mit „LG“ oder „HGA“, wird deren Inhalt ebenfalls vor Spotlight verborgen.
Es gibt unterschiedliche Methoden, Ordnerinhalte vor Spotlight zu verbergen.
Upload im iCloud Drive verhindernApples Dateisynchronisierung nutzt den iCloud-Drive-Ordner, um Inhalte mit anderen Geräten zu synchronisieren. Wer das nicht will, bewegt die Inhalte schlicht anderswohin. In speziellen Fällen kann man eine temporäre Ausnahme definieren – hängen Sie zu diesem Zweck dem Ordnernamen „.nosync“ an. Solange sie diese Ergänzung nicht entfernen, bleibt der Ordner und dessen Inhalte auf diesem Gerät. Durch Entfernen der Dateinamen-Endung geben Sie den Ordner nebst Inhalten für alle Geräte frei – und falls er in einem mit anderen iCloud-Nutzern geteilten Ordner liegt, sehen diese ihn ebenfalls. Lehrer können so etwa Hausaufgaben zum Ende der Unterrichtsstunde im gemeinsamen Ordner der Klasse verfügbar machen.
Einen Dateiordner mit der Ergänzung „.nosync“ bewertet iCloud als ungeeignet.
Übersicht (Quicklook)Für jede über den Finder aufzustöbernde Datei legt macOS im Allgemeinen eine Miniatur an. Drückt man bei ausgewähltem Dokument
+Y oder die Leertaste, erscheint zudem ein Schwebefenster mit einer Übersicht des Inhalts. Dies lässt sich nicht für bestimmte Ordner verhindern. Oakley kennt lediglich eine Ausnahme: Dateien im Ordner ~/Library/Messages/Attachments bekommen keine Voransicht – allerdings nur bei Aufruf via Finder. Der Umweg über den Öffnen-Dialog unter anderem des Programms „Vorschau“ zeigt wiederum Quicklook-Vorsansichten an.
Im Attachments-Ordner der Nachrichten-App funktioniert Quicklook nicht – zumindest im Finder.
Ausnahme von Time-Machine-BackupsWer einen Ordner von der regelmäßigen
Datensicherung ausnehmen will, öffnet in der Einstellungen-App den Eintrag „Allgemein/Time Machine“ und klickt auf „Optionen“. Über das Plus-Icon fügt man Ordner hinzu, welche Time Machine ignorieren soll. Externe Laufwerke werden hier automatisch hinzugefügt – wer sie mit sichern will, geht den umgekehrten Weg und löscht sie aus der Liste. Ein Kommentator bei Oakleys Beitrag ergänzte die Vorschlagsreihe mit dem Hinweis, dass Ordner mit der Endung „.nobackup" würden bei
bestimmten Versionen ebenfalls von einer Sicherung ausgenommen würden. In macOS 26 (Tahoe) scheint dies allerdings nicht mehr zu funktionieren.
Ausnahmen für macOS-Dateidienste| Dienst | Einstellungsdialog | Dateiendung |
| Spotlight | Spotlight/Datenschutz der Suchfunktion | .noindex |
| iCloud | (keiner) | .nosync |
| Quicklook | (keiner) | (keine) |
| Time Machine | Allgemein/Time Machine/Optionen … | (.nobackup?) |
Nachhaltiger: Individuelle NutzerkontenIm Allgemeinen lohnt sich der Aufwand, für jeden Nutzer unter „Benutzer & Gruppen“ ein eigenes Nutzerkonto anzulegen. Dadurch bleibt die Privatsphäre gewahrt, und jeder kann Browser, Dateiverwaltung, Nachrichten- sowie Fotos-App und Mail-Programm für die eigenen Zwecke nutzen. Falls Sie Besuchern spontan Zugriff auf Ihren Mac gewähren wollen, ohne diesen Zugriff auf Ihre digitale Identität zu gewähren, aktivieren Sie zusätzlich das Gastbenutzer-Konto – dieses wird nach jedem Abmelden komplett zurückgesetzt.
Für Gäste lohnt sich das Konto „Gastbenutzer“, welches sich beim Abmelden komplett zurücksetzt.