Kurz: Benchmark zu Windows auf M1-Macs, Kalibriertool für Apple Pro Display XDR

Anfang der Woche hatten wir berichtet, wie sich ARM-Windows mittels QEMU auf M1-Macs ausführen lässt. Aus lizenzrechtlichen Gründen ist dies eigentlich untersagt, dennoch demonstrierte der Versuch, was technisch möglich ist. Inzwischen gibt es auch erste Rückmeldungen bezüglich der Performance – diese ist erwartungsgemäß gut. Geekbench zufolge kann das MacBook Air (1.288 Punkte Single Core, 5.685 Punkte Multicore) ein Surface Pro X (800 Punkte Single Core, 3000 Punkte Multicore) deutlich hinter sich lassen. Dass Windows auf dem kompakten Apple-Notebook schneller läuft, als auf einem Microsoft-eigenen Gerät, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Bis es offizielle Wege gibt, um "Windows on ARM" auf einem M1-Mac auszuführen, ist aber noch ein weiter Weg zu gehen. Apples Softwarechef Craig Federighi äußerte sich kürzlich in einem Interview zu dieser Frage und betonte, Microsoft sei nun am Zug. Unbekannt ist, ob Apple und Microsoft aber ernste Absichten hegen, in dieser Frage zu kooperieren.


Kalibriertool für Apple Pro Display XDR
Mit der gerade erst erschienenen "Display Firmware 4.2.30" für das Pro Display XDR liefert Apple auch ein neues Kalibrierungstool mit. Ein Support-Dokument erklärt, welche Schritte der Anwender zu befolgen hat, wenn beispielsweise für einzelne Projekte eine bestimmte Kalibrierung erforderlich ist. Auf dem Mac muss zur Verwendung des Tools mindestens macOS 10.15.6 Catalina installiert sein. Apple gibt außerdem einige Tipps zum Umgebungslicht sowie dem bestmöglichen Setup für Spektroradiometer, um Lichtmessungen vorzunehmen. Apple unterstützt derzeit die Modelle Photo Research SpectraScan PR-740, PR-745/ PR-788 sowie Colorimetry Research CR-300. Für akkurate Ergebnisse empfiehlt Apple übrigens eine 30-minütige Aufwärmzeit. Ist man unzufrieden, so lassen sich die Werkseinstellungen schnell wieder über den "Pro Display XDR Calibrator" zurücksetzen. Wie viele Anwender sich für Apples professionelles Display entschieden haben, wurde bislang nicht bekannt. Apples Comeback in den Displaymarkt erfolgte vor ziemlich genau einem Jahr – aktuell zu Preisen ab 5.360,35 Euro.

Kommentare

Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex03.12.20 11:38
Gibt's hier einen 6K XDR Besitzer, der im Printbereich unterwegs ist?
Zufrieden mit der Farb- und Kontrastwiedergabe des Displays, wenn's um Druckdaten geht?
0
Juliver03.12.20 12:12
Gammarus_Pulex
Gibt's hier einen 6K XDR Besitzer, der im Printbereich unterwegs ist?
Zufrieden mit der Farb- und Kontrastwiedergabe des Displays, wenn's um Druckdaten geht?

Ja - oder besser gesagt waren Besitzer. Das XDR Display hat bei uns nur eine Woche überlebt - dann ging es wieder zurück. Viel getestet haben wir allerdings nicht denn nach kurzer Zeit war klar dass eine derartige Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel für uns nicht in Frage kommt.
+1
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex03.12.20 12:15
Der Betrachtungswinkel ist so schlecht?
0
Mostindianer03.12.20 12:42
Juliver
Gammarus_Pulex
Gibt's hier einen 6K XDR Besitzer, der im Printbereich unterwegs ist?
Zufrieden mit der Farb- und Kontrastwiedergabe des Displays, wenn's um Druckdaten geht?

Ja - oder besser gesagt waren Besitzer. Das XDR Display hat bei uns nur eine Woche überlebt - dann ging es wieder zurück. Viel getestet haben wir allerdings nicht denn nach kurzer Zeit war klar dass eine derartige Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel für uns nicht in Frage kommt.


Komisch, weil genau der Betrachtungswinkel wird ja als besser angepriesen.
Superweiter Blickwinkel.
Wenn mehrere Personen sich auf einem einzigen Bildschirm zusammen ein Projekt anschauen, ist es wichtig, dass alle das Gleiche sehen. Die meisten Pro Desktop Displays geben einen grossen Betrachtungs­winkel an, in Wirklichkeit verzerren sich jedoch Farbe und Bildqualität, wenn sie aus einem schrägen Winkel betrachtet werden. Das Pro Display XDR erreicht mit seiner branchen­führenden Polarisations­technologie einen extrem breiten Betrachtungs­winkel, der Farben und Kontraste aussergewöhnlich gut beibehält.

Superweiter Blickwinkel (89° horizontal, 89° vertikal)
-1
mac86
mac8603.12.20 13:12
MTN
Anfang der Woche hatten wir berichtet, wie sich ARM-Windows mittels QEMU auf M1-Macs ausführen lässt .

Und Windows Intel?
0
deus-ex03.12.20 14:14
Sollte sich die ARM (hier fehlt ein echter Player der das für PCs machen will) Architektur auch im PC Sektor durchsetzen kommt MS gar darum ARM-Windows auch offiziell zu verkaufen.
0
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex03.12.20 14:17
Mostindianer
Superweiter Blickwinkel (89° horizontal, 89° vertikal)

Die Angabe gilt dann immer von der Mitte aus in eine Richtung?
Normalerweise sind ja 178° die übliche Angabe bei farbechten Displays.
0
MetallSnake
MetallSnake03.12.20 14:23
Gammarus_Pulex
Mostindianer
Superweiter Blickwinkel (89° horizontal, 89° vertikal)

Die Angabe gilt dann immer von der Mitte aus in eine Richtung?
Normalerweise sind ja 178° die übliche Angabe bei farbechten Displays.


Apple gibt an:
Extrem breiter Winkel mit High-Fidelity Farbe und Kontrast bei 89º links, 89º rechts, 89º oben, 89º unten
https://www.apple.com/de/pro-display-xdr/specs/
Die Menschheit ist eine völlig außer Kontrolle geratene Primatenspezies.
+2
strateg
strateg03.12.20 15:38
ich bin apple pro display xdr 6 k nutzer der ersten stunde & möchte das teil nie mehr hergeben
+1
iBert03.12.20 16:22
strateg
ich bin apple pro display xdr 6 k nutzer der ersten stunde & möchte das teil nie mehr hergeben
Stellt sich aber die Frage wofür du es benützt? Print, Bilder, Videoschnitt usw und was es für dich so gut macht?
Objektiv ist relativ, subjektiv gesehen.
0
SiBe03.12.20 16:50
QEMU? Das ist also noch nichtmal nativ?
Es lebe der Sport!
0
oxid
oxid03.12.20 17:10
wer nen hardwarekalibrierbaren Monitor braucht kauft nen eizo.
immer diese apple Schminkspiegel. so ein quatsch, dann unterstützt das teil nicht mal einen gängigen x-Rite i1.
von den angegebenen teilen hab ich noch nie was gehört…
ist das display überhaupt hardwarekalibrierbar?
-2
Chm03.12.20 17:14
SiBe
QEMU? Das ist also noch nichtmal nativ?

Doch, QEMU emuliert nicht den Prozessor, wenn es nicht nötig ist, und bei Windows für ARM auf einem Rechner mit ARM-CPU ist es nicht nötig.
0
Weia
Weia03.12.20 19:38
oxid
wer nen hardwarekalibrierbaren Monitor braucht kauft nen eizo.
Gibt es denn einen mit 6K?

Außerdem, wer braucht einen hardwarekalibrierbaren Monitor heute noch?
immer diese apple Schminkspiegel.
Ist doch extra mit Nanotextur für schlappe 1000€ entspiegelt …
so ein quatsch, dann unterstützt das teil nicht mal einen gängigen x-Rite i1.
von den angegebenen teilen hab ich noch nie was gehört…
Das liegt vielleicht daran, dass Du in keinem kolorimetrischen Forschungslabor arbeitest. Gegen diese Teile ist das i1 ein Kinderspielzeug und das Pro Display XDR geschenkt.
ist das display überhaupt hardwarekalibrierbar?
Wo die Kalibrationsdaten abgespeichert werden, ist bei 10 Bit pro Farbe schnurz. Offenkundig ist es jedenfalls auf Kalibrierbarkeit mit macOS abgestimmt.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+6
SilveristhenewSpaceGrey
SilveristhenewSpaceGrey04.12.20 22:18
Der Betrachtungswinkel ist so schlecht?

Ja, unterirdisch schlecht. Das 27" Panel ist heller, blickwinkelstabiler und hat tiefere Farben. Nur das schwarz ist beim XDR dunkler (inkl. Halos dank zu wenig Zonen).

Das XDR ist extrem schimmernd. Und hat grundsätzlich einen Gelbstich (nicht zu verwechseln mit natürlichem Weißton).

Habe ich direkt nebeneinander verglichen.
0
Weia
Weia06.12.20 03:30
SilveristhenewSpaceGrey
Nur das schwarz ist beim XDR dunkler (inkl. Halos dank zu wenig Zonen).
Das ist etwas, wo ich Apple überhaupt nicht verstehe. Warum sollte ich derart viel Geld für ein Display ausgeben und das auch noch mit hochpreisigen Laborgeräten kalibrieren, wenn ich ohnehin nie sicher sein kann, ob das, was ich sehe, dem Halo-Effekt der unterschiedlich hellen Hintergrundbeleuchtung zu verdanken ist oder nicht? Da helfen auch nicht mehr Zonen, da helfen prinzipiell nur gar keine.

Hoher Kontrast ist reine Effekthascherei, weil unser Gesichtssinn perfekt in der Lage ist, über den vorhandenen Kontrastspielraum zu skalieren. Ähnlich wie bei der chromatischen Adaption, mit der unser Gesichtssinn einen „Weißabgleich“ vornimmt, kann er erkennen, was reines Schwarz und reines Weiß sein soll und sich entsprechend anpassen; präzises Arbeiten wird dadurch nicht behindert. Unterschiedlich helle zonale Hintergrundbeleuchtung hingegen behindert präzises arbeiten, denn dafür hat unser Gesichtssinn keinen Adaptionsmechanismus.

Dazu kommt noch, dass der dadurch erzielte scheinbare/nominelle Kontrastumfang die Verarbeitungsmöglichkeiten unseres Auges übersteigt, also eigentlich für die Katz ist.

Solche Effekthascherei wie bei der zonalen Hintergrundbeleuchtung ist für Boah, ist das geil-Junkies, aber nicht für Menschen, die ernsthaft arbeiten wollen. Und dafür 7000€ (inkl. Ständer®)? Wenn das Hintergrundzeugs wenigstens abschaltbar wäre …
Und hat grundsätzlich einen Gelbstich
Naja, das ist nur eine Frage der korrekten, an das Umgebungslicht angepassten Kalibration. grundsätzlich ist da gar nix.
(nicht zu verwechseln mit natürlichem Weißton).
Was bitteschön ist ein natürlicher Weißton?
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
0
pogo3
pogo306.12.20 17:44
Was ist ein Gesichtssinn? Das ganze Gesicht als Sinnesorgan? Also, ich spüre schon wenn meine Liebste drüberstreicht, stimmt.
Wann hört es endlich auf zu dauern.
0
Weia
Weia06.12.20 17:58
pogo3
Was ist ein Gesichtssinn? Das ganze Gesicht als Sinnesorgan?
Nö, Augen + Bearbeitung der neuronalen Signale aus den Augen im Gehirn so, dass daraus ein Bild entsteht, nennt man zusammengefasst Gesichtssinn.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1
oxid
oxid08.12.20 22:35
Weia
oxid
wer nen hardwarekalibrierbaren Monitor braucht kauft nen eizo.
Gibt es denn einen mit 6K?

Außerdem, wer braucht einen hardwarekalibrierbaren Monitor heute noch?
immer diese apple Schminkspiegel.
Ist doch extra mit Nanotextur für schlappe 1000€ entspiegelt …
so ein quatsch, dann unterstützt das teil nicht mal einen gängigen x-Rite i1.
von den angegebenen teilen hab ich noch nie was gehört…
Das liegt vielleicht daran, dass Du in keinem kolorimetrischen Forschungslabor arbeitest. Gegen diese Teile ist das i1 ein Kinderspielzeug und das Pro Display XDR geschenkt.
ist das display überhaupt hardwarekalibrierbar?
Wo die Kalibrationsdaten abgespeichert werden, ist bei 10 Bit pro Farbe schnurz. Offenkundig ist es jedenfalls auf Kalibrierbarkeit mit macOS abgestimmt.
1. nein ich glaube nicht aber 4 K
CG3146: HDR-Referenzmonitor mit DCI-4K-Auflösung

wenn es dich wirklich interessiert suche auf prad.

2. Grafiker, Fotografen, Druckereien

3. ja, whatever. wenn der Monitor kein glas hätte müsste man keine 1000 euro zahlen um den wieder zu entspiegeln…

4. "kolorimetrischen Forschungslabor " noch nie gehört. arbeitest du dort und kannst erklären was die da so machen?

5. interessant. bin immer davon ausgegangen dass eben dies u.a. eine Voraussetzung für Farbverbindlichkeit und Genauigkeit ist. zumindest wird das von Profis gesagt. prad.de, cleverprinting.de …

aber was wissen die schon was du nicht weißt…
0
oxid
oxid08.12.20 22:43
im übrigen mal wieder typisch hier ein downvoting zu bekommen von den drolligen fanboys wenn man irgendwas gegen den tollen Schminkspiegel sagt. kann im übrigen gerade mal 96% Adobe RGB. is ok aber nicht die Messlatte. ich habe auch mal mit nem verspiegelten apple Monitor gearbeitet. ein ergonomischer Albtraum kann ich nur sagen.

also bitte hier auch noch mehr Daumen runter von den Kindern. interessiert mich nicht die Bohne.

wer was konstruktives beizutragen hat - gerne. z.b. falls jemand mal einen ausführlichen Testbericht hat. auf apples Seite ist der technische Bereich leider auch nur selbstbeweihräucherung aber eben kein aussagekräftiges Datenblatt.
0
Weia
Weia09.12.20 04:59
oxid
1. nein ich glaube nicht aber 4 K
Eben, und das ist der Punkt. macOS ist mittlerweile vollständig auf Retina ausgelegt, aber wenn Du einen 4K-Monitor mit Retina betreibst, hast Du effektiv einen 2K-Monitor, und das wäre mir zu klein. Deshalb scheidet sowas wie Eizo für mich von vornherein aus, die zehren noch von vergangenem Ruhm, bis der gar aufgebraucht ist.
2. Grafiker, Fotografen, Druckereien
Falls Du das auf die Frage beziehst, wer heute noch hardwarekalibrierbare Monitore braucht – nein, die von Dir genannten brauchen die allesamt nicht, das begreifen offenbar viele nur nicht, weil sie Farbmanagement nicht wirklich verstehen und sich deshalb eher nach irgendwelchen halbverstandenen Branchen-Konventionen richten, um auf der sicheren Seite zu sein.

Hardwarekalibration war wichtig, als Grafikkarten Monitore nur mit 8 Bit pro Farbe ansteuern konnten, also den berühmten 256 Helligkeitsabstufungen pro Farbe. Das menschliche Auge ist nicht sonderlich gut im Erkennen von Helligkeitsabstufungen; nominell geht man in der Farbphysik davon aus, dass ein Mensch etwa 100 Stufen von Schwarz bis Weiß unterscheiden kann. Jetzt nimm einen Experten mit extrem geschulten Auge, der bringt es vielleicht auf 200 Stufen. Also sollte man meinen, dass 256 Stufen in jedem Fall dicke langen.

Dass das nicht der Fall ist, liegt daran, dass Monitore kalibriert werden müssen, um nicht perfekter Hardware geschuldete Nichtlinearitäten in der Farbwiedergabe zu kompensieren, vor allem aber, um den Monitor an den Weißpunkt des Umgebungslichts anzupassen, was eine zwingende Voraussetzung dafür ist, die Farbe am Monitor korrekt wahrzunehmen. Jetzt nimm an, die Hintergrundbeleuchtung des Monitors hat 6500 K, Du brauchst aber einen Weißpunkt von 5000 K, weil das die Lichtfarbe Deiner Raumbeleuchtung ist. Du musst also – vom nativen Weißpunkt des Monitors von 6500 K aus betrachtet – der Darstellung einen Rotstich verpassen, um ein „5000K-Weiß“ zu generieren. Aus RGB (255, 255, 255) = Weiß wird so grob RGB (274, 252, 221) = Weiß. 274 für Rot sprengt aber die die 8-Bit-Grenze von 255, weswegen alle drei Farbkanäle in der Intensität prozentual gleich stark reduziert werden müssen auf (274, 252, 221) × 255/274 = (255, 234, 206). Für Blau bleiben bei einem Weißpunkt von 5000 K in meinem Beispiel also nur noch 206 Abstufungen übrig und das ist nun gefährlich nahe an den vielleicht 200 Abstufungen, die der Experte noch erkennen kann. Nimm jetzt noch ein paar Stufen weg, weil Nichtlinearitäten in der Blaukurve kompensiert werden müssen, und Du kommst endgültig in den für Profis kritischen Bereich. (Für Otto Normalnutzer ist das alles noch völlig unkritisch.)

Was kann man dagegen tun? Ganz einfach, man überträgt die unkalibrierten und damit die 8 Bit voll ausnutzenden Daten zum Monitor und nimmt die Kalibrationsumrechnung erst dort mit einer intern höheren Auflösung von 10 oder gar 12 Bit vor. Das nennt man Hardwarekaibration (weil sie in der Monitor-Hardware stattfindet).

Nutzt man hingegen 10 Bit pro Farbkanal zur Ansteuerung des Monitors, so hat man 1024 Helligkeitsabstufungen pro Farbe. Kein Mensch kann auch nur annähernd so viele Abstufungen unterscheiden, weswegen es vollkommen unkritisch ist, wenn die Kalibration ein bestimmtes Kontingent an Abstufungen verschluckt. Deswegen ist eine Hardwarekalibration bei 10 Bit völlig unnötig – jedenfalls auf Macs, die ein systemweites, konsistentes Farbmanagement haben. In Betriebssystemen, die Farbmanagement nicht so gut beherrschen, ist man vielleicht auf der sichereren Seite, wenn man diese Aufgabe dem Betriebssystem entzieht und in den Monitor verlagert – aber das ist ein ganz anderes Thema.

Eine Monitor-Ansteuerung mit 12 Bit pro Farbe gibt es meines Wissens noch nicht; wer die braucht, ist auf Hardwarekalibration nach wie vor angewiesen. Aber 12 Bit brauchen eben nur Wissenschaftler für Forschungstätigkeiten, denn sehen kann diese Präzision kein Mensch, bestenfalls messen.

Für alle, die mit menschlicher Farbwahrnehmung zu tun haben, reichen 10 Bit dicke aus, womit der Grund für Hardwarekalibration bei 10 Bit schlicht entfällt. Und zu dieser Gruppe gehören eben die von Dir genannten Grafiker, Fotografen, Druckereien.
3. ja, whatever. wenn der Monitor kein glas hätte müsste man keine 1000 euro zahlen um den wieder zu entspiegeln…
Da hast Du vollkommen recht und ich bin der Letzte, der Dir da widerspricht. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass die Gleichung Apple = Schminkspiegel in dieser Schlichtheit nicht stimmt.
4. "kolorimetrischen Forschungslabor " noch nie gehört. arbeitest du dort
Das nicht, aber ich beschäftige mich gerne mit Farbphysik, weil die aus wissenschaftstheoretischer Perspektive ausgesprochen interessant ist, insofern sie versucht, mit den Mitteln der Physik etwas zu messen, was in der physischen Welt gar nicht existiert, sondern nur in unserer Psyche – Farbe eben.
und kannst erklären was die da so machen?
Die Kolorimetrie ist die Wissenschaft der Farbmessung (Kolor = Farbe, Metrie = Messen).

Kolorimetrische Forschungslabore betreiben also physikalische Forschung im Bereich Farbphysik. Ein Ausfluss solcher Forschung ist z.B. der so genannte Kolorimetrische Normalbeobachter von 1931. Das ist ein Set von mathematischen Gleichungen, die beschreiben, welche Farbwahrnehmung ein statistisch durchschnittlicher Mensch bei welcher Spektralverteilung der Lichtwellen, die sein Auge treffen, hat. Der Normalbeobachter ist quasi das Bindeglied zwischen der physischen und der psychischen Welt.

Ohne diesen kolorimetrischen Normalbeobachter von 1931 hätten wir heute noch keinen Computer, der in der Lage wäre, Farbe auch nur annähernd stimmig wiederzugeben.

Solche Forschungslabore brauchen natürlich Messgeräte, die weit präziser sind, als für bloße industrielle Anwendungen gedachte Messinstrumente wie z.B. das X-Rite i1.

Umgekehrt: X-Rite braucht ja nun auch irgendwelche Geräte, mit denen es seine Spektralphotometer wie eben das i1 kalibrieren kann. Eine Faustregel besagt, dass ein Laborgerät, mit dessen Hilfe ein anderes Geräte kalibriert werden soll, mindestens 10 mal so präzise sein muss wie das zu kalibrierende Gerät. Und das trifft auf die von Apple genannten Geräte relativ zum i1 durchgängig zu. Mindestens 10 mal so teuer sind sie freilich auch.

Ich halte Apples Geräteempfehlung allerdings für völliges Blendwerk. Solange sich am XDR-Display diese idiotische zonale Hintergrundbeleuchtung mit ihren Halo-Effekten nicht vollkommen abschalten lässt, ist selbst ein i1 noch zu schade zur Kalibration von einem XDR-Display.
5. interessant. bin immer davon ausgegangen dass eben dies u.a. eine Voraussetzung für Farbverbindlichkeit und Genauigkeit ist. zumindest wird das von Profis gesagt. prad.de, cleverprinting.de …
Es ist aus mir nicht ganz klaren Gründen leider so, dass es wenige technische Bereiche gibt, über die im Internet auch nur annähernd so viele Falschinformationen verbreitet werden wie über Farbphysik und Farbmanagement. Selbst eine Institution wie die RAL gGmbH, deren Aufgabe ja eigentlich Farbnormung wäre, schafft es nicht, in ihren Programmen die Farben ihrer Farbfächer in korrekte digitale Werte umzurechnen, weil sie am grundlegenden Verständnis von Farbmanagement scheitert. Das ist ziemlich zum Haareraufen.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1
oxid
oxid09.12.20 09:45
danke weia, das war sehr ausführlich. (das meiste weiß ich berufsbedingt)
mir war nicht bewusst was die besagte 10-bit ausmachen. soweit ich weiß war es so dass gerade Mac OS oder eben irgendetwas im apple Universum dies eben nicht unterstützt/e sondern nur 8-bit und wie du selbst sagst macht die hardwarekalibrierung ebenst da sinn.
du setzt mit deinem wissen jetzt an einem Punkt an der praktisch vor dem Thema farbmanagemt einsetzt. ich bezog/beziehe meines (ich bin Grafiker und sitze am Punkt prepress) von diversen Foren und Literatur aus dem Bereich farbmanagement.
wenn du jetzt behauptest: - alles falsch - dann weiß ich nicht wem ich da jetzt vertrauen soll.
jemand der sich privat mit diesem Thema beschäftigt oder der ganzen Fortbildungen und Fachwissen dieser Richtung.
ich bevorzuge die Fachliteratur da ich nicht nachvollziehen kann welche Qualifikation du hast… sorry.
fakt ist wenn du gegen EIZO wetterst: ich schaue mir diverse office monitore in der Firma an und meinen hardwarekalibrierbaren - rate an was ich arbeite und welcher dem Druckergebnis zu 99,8 % übereinstimmt. also haben die für mich in der Praxis eine daseinsberechtigung. das hat nichts mit Theorie zu tun sondern mit realen Bedingungen!

ansonsten sind wir -wie ich das verstanden habe - ja dakor dass der Monitor quatsch ist. für einen offenen Dialog bin ich immer.

darf ich fragen was du beruflich machst?
0
oxid
oxid09.12.20 10:02
weia
5. interessant. bin immer davon ausgegangen dass eben dies u.a. eine Voraussetzung für Farbverbindlichkeit und Genauigkeit ist. zumindest wird das von Profis gesagt. prad.de, cleverprinting.de …
Es ist aus mir nicht ganz klaren Gründen leider so, dass es wenige technische Bereiche gibt, über die im Internet auch nur annähernd so viele Falschinformationen verbreitet werden wie über Farbphysik und Farbmanagement. Selbst eine Institution wie die RAL gGmbH, deren Aufgabe ja eigentlich Farbnormung wäre, schafft es nicht, in ihren Programmen die Farben ihrer Farbfächer in korrekte digitale Werte umzurechnen, weil sie am grundlegenden Verständnis von Farbmanagement scheitert. Das ist ziemlich zum Haareraufen.
[/quote]

ja das mit den Farbfächern usw. es hängt damit zusammen:
ral steht für lacke und industrie, Pantone eben eher für Papier.
selbst die sind abhängig von der industrie der Farbhersteller. die Farbtöne werden von zig Herstellern geliefert. ral, Pantone, hks sind am ende Richtwerte die diese firmen festgelegt haben. (Pantone ändert auch andauernd deren Farbfächer) diese farben werden aber nicht von den besagten "Organisationen" geliefert sondern von der industrie die die farben herstellt. daher können dort Abweichungen entstehen. das Medium als Trägerstoff ist ebenfalls ein faktor welcher zur Farbwahrnehmung beiträgt.
in der Praxis heißt das Theorie und Praxis sind vollkommen verschiedene paar Schuhe. du kommst an den korrekten farbwert nur ran wenn du es tatsächlich mit der Druckerei ausprobierst und dich jedesmal bei einem Wechsel des Trägermaterials herantastest. dann wird ein Referenzobjekt festgelegt. sobald sich ein Faktor ändert geht das spiel von vorne los.
nicht nur das - farbe und trägermaterial ist der Alterung und Umwelteinflüssen untergeordnet. da muss man ständig dran bleiben. … ein langes und nie endendes Thema wenn es dabei um Konsistenz geht.
0
Weia
Weia09.12.20 22:07
oxid
wenn du jetzt behauptest: - alles falsch - dann weiß ich nicht wem ich da jetzt vertrauen soll.
Verständlich. Aber ich habe ja auch versucht zu beschreiben, woher das kam, dass es historisch seine Berechtigung hatte und heue eben nicht mehr hat (außer ganz pragmatisch möglicherweise auch heute noch unter Windows, das kann ich mangels Windows-Erfahrung nicht beurteilen) . Der Unterschied zwischen 8 und 10 Bit ist Schulmathematik, ich habe das extra vorgerechnet, so dass Du es ggf. nachrechnen kannst. Einzig, dass auch Experten nicht viel mehr als 200 Helligkeitsabstufungen in einem Farbkanal unterscheiden können, steht als nicht belegte These in meinem Argument, da das nicht so ganz trivial ist. Aber Du kannst ja versuchen, in Deinem Umfeld jemanden zu finden, der 200 Stufen auseinanderhalten kann.
jemand der sich privat mit diesem Thema beschäftigt
Falls Du damit mich meinst: Ich habe nirgendwo gesagt, dass ich mich mit diesem Thema privat beschäftige.
ich bevorzuge die Fachliteratur da ich nicht nachvollziehen kann welche Qualifikation du hast… sorry.
Du solltest weder mir noch anderen einfach glauben, sondern die Argumente selbst nachvollziehen. Im übrigen hast Du ja auch Praxiserfahrung, die mehr wert sein kann als alle Theorie.
fakt ist wenn du gegen EIZO wetterst
Also „wettern“ wollte ich gegen Eizo nicht. Das waren hochqualitative Monitore, sie haben nur etwas den Anschluss an die gegenwärtigen Entwicklungen verloren, zumindest, was die Auflösung anbelangt. Naja, und das Design … 🤮
welcher dem Druckergebnis zu 99,8 % übereinstimmt.
Damit hat korrektes Farbmanagement weit mehr zu tun als der Monitor. Der ist ausschlaggebend für die Faktoren Entspiegelung, Farb- und Kontrastumfang und Homogenität, aber nicht mehr. Alles andere kannst Du mit Farbmanagement korrigieren.
also haben die für mich in der Praxis eine daseinsberechtigung. das hat nichts mit Theorie zu tun sondern mit realen Bedingungen!
Naja, eine Theorie, die die realen Bedingungen nicht korrekt beschreibt, ist eine fehlerhafte Theorie.
darf ich fragen was du beruflich machst?
Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, da ich zwischen verschiedenen Wissenschaftsbereichen (Physik, Soziologie, Psychologie, Philosophie, Kunstwissenschaft) hin- und herspringe. Aber grundsätzlich bin ich in der Forschung tätig. An dieser Stelle habe ich mich quasi als Physiker geäußert, aber wie schon weiter oben erwähnt, entspringt mein Interesse am Thema Farbe der Tatsache, dass es in dem Grenzbereich zwischen Physik, Psychologie und Wissenschaftstheorie/Philosophie angesiedelt ist.
ja das mit den Farbfächern usw. es hängt damit zusammen:
ral steht für lacke und industrie, Pantone eben eher für Papier.
selbst die sind abhängig von der industrie der Farbhersteller. die Farbtöne werden von zig Herstellern geliefert. ral, Pantone, hks sind am ende Richtwerte die diese firmen festgelegt haben
Das ist alles richtig, aber ich meinte das viel schlichter: RAL hat einen spezifischen Fehler in einer Formel, die sie in ihrer Software benutzen, weswegen ihre Software am Bildschirm systematisch die falschen Farben anzeigt. Zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre.
Theorie und Praxis sind vollkommen verschiedene paar Schuhe.
Nö, sind sie nicht. Eine umfänglich korrekte und korrekt angewandte Theorie sagt exakt voraus, was in der Praxis passieren wird. Tut sie das nicht, ist die Theorie entweder noch nicht vollständig, nicht korrekt oder sie wird nicht korrekt angewandt.

Beim Thema Farbmanagement ist wohl leider alles drei der Fall.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.