Push-Nachrichten von MacTechNews.de
Würden Sie gerne aktuelle Nachrichten aus der Apple-Welt direkt über Push-Nachrichten erhalten?

HTML-Arbeitsgruppe des W3C richtet sich für HTML6 neu aus

Während die WHATWG (Web Hypertext Application Technology Working Group) zusammen mit dem W3C (World Wide Web Consortium) noch an der Fertigstellung von HTML5 arbeitet, will man beim W3C bereits die Arbeitsgruppe neu ausrichten, um mit der Entwicklung von Nachfolgestandards zu beginnen. Schon im Mai könnte ein endgültiger Last-Call-Entwurf für HTML5 vorliegen, dessen Fehler aber anschließend noch ausgearbeitet werden müssen. Parallel dazu will man sich bereits HTML.Next widmen, welches irgendwann als HTML6 verabschiedet werden könnte. Die Umsetzung von HTML5 durch Browser-Hersteller schreite bisher gut voran. Dennoch ist momentan unklar, wann die Spezifikationen für HTML5 sowie dem zugehörigen HTML Canvas 2D in abgeschlossener Form vorliegen werden. Berücksichtigt man den Standardisierungsprozess bisheriger HTML-Spezifikationen, dürften die endgültigen Spezifikationen für HTML5 im kommenden Jahr verabschiedet werden.

Weiterführende Links:

Kommentare

Gerhard Uhlhorn25.04.12 12:26
Die arbeiten an Standards, lange nachdem sich diese bereits großflächig durchgesetzt haben?!?
0
wolf2
wolf225.04.12 12:27
tabs wären nett
ein durchgehendes fontformat wäre nett
raunzen, mosern, sumpern, sudern, was uns bleibt.
0
sierkb25.04.12 13:00
wolf2:

Z.B. ,

Außerdem bereits angedacht und noch im Draft-Status: ,
0
sierkb25.04.12 14:11
Zum Last Call von HTML5:

Der erste Last Call ging am 03. August 2011 zu Ende. Dem hätte sich eigentlich, laut bzw. der "Call for Implementations" (und damit gleichzeitig die Erhebung vom Draft-Status in den Status "Candidate Recommendation" oder gar "Proposed Recommendation") anschließen müssen.

Da genau das, also der "Call for Implementations", also die konkrete Umsetzung in den Produkten, aber de facto schon längst stattfindet seitens der Software- und Browser-Hersteller -- und zwar seitens einzelner Browser-Hersteller schon von Anbeginn an (vorneweg: Opera und Mozilla), seitdem HTML5 bereits von der WHATWG (der ja seit 2004 die verschiedenen Browser-Hersteller angehören) und erst recht, seit die Ergebnisse dieser WHATWG dann von 2007 an unter dem Dach des W3C weiter erarbeitet wurden und werden -- ist diese offizielle Roadmap des W3C, welche prinzipiell für alle technischen Standards aus deren Hause gültig ist, hier etwas aufgeweicht bzw. durcheinandergeraten und passt, was die formal zu durchlaufenden Abläufe angeht, nicht deckungsgleich zu dem, was de facto bzgl. HTML5 auf dem Tisch liegt bzw. hinkt der Realität hinterher. Eben, weil die Browser-Hersteller bereits schon mehr umgesetzt/implementiert haben als ihnen laut dieses formalen übergeordneten Ablaufplan-Korsetts eigentlich zugetraut wird.

Die Realität ist somit schon weiter als es die übergeordneten und starren W3C Statuten (welche älter sind als HTML5 und für alles Standardisierungsprozesse unter dem W3C-Dach einen übergeordneten Rahmen bilden) vorsehen. Und deshalb hat man sich in der W3C HTML Arbeitsgruppe entschlossen, noch eine zweite, ursprünglich eigentlich so nicht vorgesehene Last-Call-Phase zu durchlaufen. Warum? Weil aufgrund der ganzen Dynamik, dass von verschiedenen Arbeitsgruppen-Mitgliedern (Adobe, Apple, Google, Microsoft, Mozilla) immer neue Ideen und Vorschläge in Form von weiteren ergänzenden Spezifikationen (sowohl im HTML-Breich als auch im CSS-Bereich) auf den Tisch des Hauses gekommen sind, die zwar mit der eigentlichen Kern-Spezifikation von HTML5 erstmal nichts zu tun haben, aber Auswirkungen auf diese haben und somit neue Abgängigkeiten generieren. Abhängigkeiten, die erstmal abgeklärt werden mussten und müssen. Das Ausräumen und Abgleichen dieser neu entstandenen Abhängigkeiten geschah bisher und geschieht noch.

Diese ganze augenscheinliche "Verzögerung" im Fahrplan bzw. dieses Einschieben einer weiteren Last-Call-Phase kann man sich leisten, eben weil die Implementierung in den Browsern schon so weit fortgeschritten ist (und dadurch dem theoretischen Fahrplan weit vorgreift) und auch weiterhin beständig und parallel zur formalen Erarbeitung der Standard-Dokumente weiterläuft. Und man dadurch nicht in der Not ist, den "Call for Implementations" formal erst ausrufen zu müssen, weil der de facto schon längst und schon seit Jahren stattfindet bei den verschiedenen Software- bzw. Browser-Herstellern.

Sprich: wenn dann die Spezifikation formal mal den endgültigen Status "Recommendation" bzw. "Technical Recommendation (TR)" erreicht hat, dann ist die vollständige Implementierung in den Browsern bzw. bei den verschiedenen Softwareherstellern (z.B. auch Adobe) ebenfalls abgeschlossen oder sogar schon etwas früher abgeschlossen. Eben weil da bei der Umsetzung/Implementierung diesbzgl. parallel gearbeitet wird, parallel zu dem, was formal gemeinsam unter dem Dach des W3C erarbeitet wird. Diese parallele Umsetzung ist, gemessen an dem, wie es jahrelang zuvor passiert ist, ein Novum. Das sich aber sehr bewährt. Bzgl. CSS3 und der verschiedenen Spezifikationsmodule, welche CSS3 bilden, geschieht's genauso: was am grünen Tisch unter Konsens gemeinsam erarbeitet und akzeptiert worden ist und es da im Einzelfall keine Unklarheiten gibt und keine Problemstellen, wird von den verschiedenen Arbeitsgruppen-Mitgliedern möglichst rasch in den Produkten implementiert und ins Werk gesetzt -- unbenommen, welchen formalen Status die betreffende Spezifikation nun hat. Die Statusänderung der Spezifikation ist dann im Grunde nur noch reine Formsache. Man ist also nicht in der Situation, die Spezifikation erstmal vollständig bis zum formalen End-Status zu führen (was eigentlich nur eine bürokratische Formalie bedeutet, die Spezifikation selber ist in Inhalt, Wort und Schrift meistens schon lange, lange vorher stabil und bleibt danach lange Zeit unangetastet) und dann ausrufen "Und jetzt könnt ihr es implementieren!" und dann jahrelang darauf warten, bis das alles nun in der Software umgesetzt ist. Nein, es ist bereits zu großen Teilen umgesetzt/implementiert bzw. die Umsetzung fand/findet parallel statt und kann deshalb auch sofort genutzt und eingesetzt werden.

Der Status der Spezifikation ist im Grunde nur noch ein bürokratischer Akt, evtl. wird da sogar, weil die Implementierung in der Software, in den Browsern bereits so weit fortgeschritten ist, sogar ein formaler Schritt übersprungen werden (z.B. der eigentlich zum Last Call gehörige formale Status "Candidate Recommendation (CR)" oder der sich danach anschließende Status "Proposed Recommendation (PR)"), bevor der endgültige formale Status "Recommendation (REC)" erreicht ist.

Damit dürte dann auch Gerhard Uhlhorns Eingangsfrage beantwortet sein.


Zu HTML.next (HTML6):

Ideensammlung/Wiki für HTML/next (HTML6), bereits seit Frühjahr 2011 existent:

W3C Wiki: HTML/Next

Desweiteren existiert seit Sep. 2011 schon der erste Draft für CSS4:
W3C: CSS Selectors Level 4

Die ersten Stimmen und Reviews, was das für neue Möglichkeiten gibt, hier:

David Walsh Blog: CSS4 Preview – Selectors

David Storey : What’s slated for CSS4 Selectors?
0
Aronnax25.04.12 16:28
Ach sierkb, weißt du übrigens, warum sich die WHATWG nicht längst aufgelöst hat?
Warum sie entstanden ist weiß ich ja durchaus, aber warum meint Apple, Mozilla and Opera immer noch ein alternatives Gremium neben dem W3C zu benötigen???

0
sierkb25.04.12 16:59
Aronnax:

Stichwort: Living Standard. Weil er sich fortlaufend und kontinuierlich weiterentwickelt. Und von wem kommt da wohl der Input? Richtig. WHATWG. Und wer sitzt da u.a. mit drin? Nicht nur die Browser-Hersteller, sondern eine noch viel viel größere Community mit Entwicklern verteilt über alle Welt. Und da gibt es einige drunter, die wollten nicht unter dem Dach des W3C zwangsvereint werden, die wollten weiterhin unter dem Dach der WHATWG bleiben (dürfen). Um weitestgehend unabhängig zu sein und sich den Statutden des W3C nicht unterwerfen zu müssen.
Dazu gibt es aber auch sicher nochmal ausführlichst entsprechende Erklärungen in der FAQ der WHATWG (bin grad' zu faul zum Suchen).
Betrachte das, was die WHATWG da auswirft, als Grundlage, als Diskussionsgrundlage, als Draft, der dann unter dem Dach des W3C zur vollständigen Blüte heranreift, um dann später dann zum offiziellen Standard zu werden. Also quasi die Nightly- bzw. eigentlich sogar Vor-Nightly-Versionen dessen, was dann unter dem Dach des W3C zur Spezifikation heranreift.
0
Aronnax25.04.12 17:33
@sierkb

Das hört sich alles übertrieben diplomatisch an.

Meint denn Apple, Mozilla and Opera immer noch, dass das W3C zu lahmarschig ist bzw. das sie sehr starr sind, hast ja einige vorher Zeilen selbst angedeutet.

Oder trauen sie hier z.B. MS immer noch nicht, und meinen eine Opposition zu anderen Positionen/Interessen bilden zu müssen?

... und sich den Statutden des W3C nicht unterwerfen zu müssen.

Und das wäre zum Beispiel?
0
fluppy
fluppy25.04.12 18:18
Da ist ja wirklich sogar Adobe schneller. Schneckenrennen...
0
sierkb25.04.12 18:37
Aronnax:
Und das wäre zum Beispiel?

, ,

Zum Beispiel. Dem wollten und wollen sich nicht komplett alle der WHATWG angehörigen Webentwickler in der Welt unterwerfen, sie wollten/wollen frei sein -- auch frei jeglicher Verantwortung und (Selbst-)Verpflichtung sich selber und auch anderen gegenüber, die sie hätten eingehen und unterzeichnen müssen unter dem Dach des W3C. Kann man einsehen, muss man aber nicht. Da es aber nicht wenige waren/sind, muss man darauf irgendwie Rücksicht nehmen, wenn man sie, deren Mitarbeit man bisher sehr geschätzt hatte und hat, nicht vergraulen will. Denn gerade das ist ja gewollt: ein möglichst breiter Konsens, eine möglichst breite Basis der Zuträger und Mitarbeiter und Mitstreiter. Genau desahlb, um das, also eine möglichst breite Basis zu gewährleisten, hatte sich die HTML Arbeitsgruppe im Jahr 2007 ja auch neu aufgestellt, nachdem Tim Berners-Lee nach einem Weckruf des Deutschen Björn Höhrmann (der mit diesem Weckruf unbeabsichtigt international GANZ große Wellen schlug) die alte Arbeitsgruppe aufgelöst und auf neue Füße gestellt hatte.
Die Aufstellung, Arbeitsweise und die Transparenz der HTML-Arbeitsgruppe, getriggert durch die WHATWG, ist inzwischen zum Vorbild für viele andere Arbeitsgruppen des W3C geworden.
0
Aronnax25.04.12 18:55
Zum Beispiel. Dem wollten und wollen sich nicht komplett alle der WHATWG angehörigen Webentwickler in der Welt unterwerfen, sie wollten/wollen frei sein -- auch frei jeglicher Verantwortung und (Selbst-)Verpflichtung sich selber und auch anderen gegenüber, die sie hätten eingehen und unterzeichnen müssen unter dem Dach des W3C.

Soll also heißen, die WHATWG ist nun nicht mehr die "Rebellen-Organisation" einiger Browserhersteller, sondern nun von unabhängigen Entwicklern?

Oder auch: Apple, Mozilla and Opera arbeiten nun primär wieder direkter zusammen mit dem W3C und ihr altes Kind wird anderen überlassen?
Oder ist es doch noch immer ihr primäres Organ, um ihren Einfluss zu sichern?
0
Amoled25.04.12 20:03
Die arbeiten an Standards, lange nachdem sich diese bereits großflächig durchgesetzt haben?!?

Also ich kenne fluchende Webdesigner weil alle außer Apple diese Standards korrekt umsetzen.
0
Aronnax25.04.12 20:40
Also ich kenne fluchende Webdesigner weil alle außer Apple diese Standards korrekt umsetzen.
Kenne auch Webdesigner, die noch lange nach dem andere Webbrowser den IE bei weitem, in allen Belangen, überholten, darüber motzten das sie nun nicht mehr nur für den IE proggen müssen/dürfen.
Oder auch: Webdesigner mit selektiver Wahrnehmung sterben auch nicht aus
0

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.