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Gurman: Intern läuft Apple auf Anthropic – trotz Siri mit Google-KI

Ein Neustart von Apples Sprachassistenzfunktion ist überfällig: Auf der WWDC 2024 kündigte Apple eine Überarbeitung noch im selben Jahr an. Mehrfach verschob der Konzern den Start. Erst kürzlich gaben Apple und Google bekannt, dass man bezüglich Künstlicher Intelligenz zusammenarbeiten wolle: Das Gemini-LLM des Android-Entwicklers stelle die Basis der nächsten Siri-Generation. Laut einem Interview mit Mark Gurman fiel diese Entscheidung hauptsächlich aus Kostengründen. Intern bevorzuge der Konzern die großen Sprachmodelle von Anthropic.


„Apple läuft auf Anthropic“, fasst es der Bloomberg-Analyst zusammen. Der Konzern nutzt in großem Umfang KI-Werkzeuge des OpenAI-Konkurrenten. Maßgeschneiderte Varianten des Claude-LLMs liefen auf den konzerneigenen Servern, Produktentwicklung und interne Werkzeuge bauten auf Anthropic auf. Die Vereinbarung mit Google sei erst in den vergangenen drei Monaten entstanden, und auch nur aus Kostengründen.

Staffelpreise bei Anthropic
Der hausinterne Favorit war zu teuer, um als Grundlage für Siri in Betracht zu kommen. Laut Gurman wollte Anthropic mehrere Milliarden allein für das erste Jahr einer Claude-basierten Siri; in den drei folgenden Jahren sollte sich der Preis für die Lizenz obendrein jedes Mal verdoppeln. Das erschien Apple offenbar zu kostspielig, obwohl man intern den Claude-LLMs vieles zutraute.


Gerichtsentscheidung machte den Weg frei
Ursprünglich sah Apple kartellrechtliche Hindernisse, was eine Zusammenarbeit mit Google anging, so Gurman. Doch als ein Gericht entschied, dass die Kooperation zwischen Apple und Google bezüglich der Suchmaschinenintegration unter iOS wettbewerbsrechtlich unbedenklich sei, schien der Weg frei für weitere Kooperationen.

Für jeden Zweck ein anderer Anbieter
Apple setzt verschiedene LLMs ein. Im Software-Abonnement „Creator Studio“ übernehme OpenAI die Erzeugung von Bildmaterial, in der chinesischen Siri-Version komme ein LLM von Alibaba oder Weibo zum Einsatz, so Gurman. Und dann sind da noch die Eigenentwicklungen, welche unter dem Namen „Apple Intelligence“ zusammengefasst sind: Sie sind weiterhin Teil der Apple-Betriebssysteme, um Illustrationen mittels lokaler Foundation-LLMs zu generieren oder Text umzuformulieren – und haben den Beta-Status nicht verlassen.

Kommentare

RAMses3005
RAMses300502.02.26 17:23
Hauptsache sie verlieren nicht den Überblick was jetzt wer macht und wo welche Kundendaten liegen bzw. herangezogen werden.
+5
WahrFa02.02.26 20:50
Könnte es sein, dass sie warten bis die KI-Blase platzt und dann Anthropic aufkaufen?
+5
Califa02.02.26 23:16
Die werden sich alle Optionen offen halten und Siri so bauen, dass sie auch schnell wieder wechseln können.
+3
Mr.Tee03.02.26 11:30
Siri war ja nie auf Augenhöhe, aber das man mit siri 2.0 so negative Schlagzeilen macht ist eine sache aber das da mal keine personellen Konsequenzen gezogen werden ist mehr als krass. Das gibt einem das Gefühl als sagten die von oben „ach so wichtig ist das auch nicht passt schon“
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Raziel103.02.26 13:02
Mr.Tee
Siri war ja nie auf Augenhöhe, aber das man mit siri 2.0 so negative Schlagzeilen macht ist eine sache aber das da mal keine personellen Konsequenzen gezogen werden ist mehr als krass. Das gibt einem das Gefühl als sagten die von oben „ach so wichtig ist das auch nicht passt schon“

Wie bitte? Siri war der Grundstein für all anderen Sprachassistenten und auch bis vor Beginn der LLMs weiterhin ganz weit vorne. Grad im Bereich der Anfrageverständnisses schwer zu schlagen. Konkurrenten wie Alexa zb hatten zwar hardcoded feste Fage/Antwort Hinterlegungen (und von denen dann zahlreiche), waren aber absolut dumm in jeglicher Interpretation, was sich bei Hausautomatisierung oder sonstigen dynamischen Inhalten auch immer zeigte, wenn Alexa keine Ahnung hatte welche Geräte gemeint waren, wenn man den exakten Wortlaut nicht genau nannte.
+1
Eventus
Eventus03.02.26 13:29
Califa
Die werden sich alle Optionen offen halten und Siri so bauen, dass sie auch schnell wieder wechseln können.
Das hoffe ich und hoffe insbesondere, dass Siri möglichst bald zu einer Alternative wechseln wird, die gut genug ist und nicht von Google … Bis dahin muss man halt weniger idealistisch und mehr pragmatisch sein und Google nutzen – zumindest wird Apple eine Barriere zwischen der quasi-monopolistischen Datenkrake und den Daten der Nutzer:innen bilden.
Live long and prosper! 🖖
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