Es ist mal wieder MARCHintosh – ein ganzer Monat für Projekte mit Retro-Macs


In beinahe fünf Dekaden hat Apple viele Höhen und manche Tiefen durchlebt und wurde dabei stets von Enthusiasten begleitet, die sich intensiv mit Hard- und Software auseinandergesetzt haben. Damit die ersten Fanboy-Generationen nicht in Vergessenheit geraten, wird seit einigen Jahren der
MARCHintosh ausgerufen: Für eine wachsende Gemeinde von Mac-Afficionados steht der März im Zeichen des „Retro Mac Computing“.
Die Hürden für eine Teilnahme sind bewusst niedrig gehalten: Wer auch immer etwas mit 68K-, PowerPC- oder frühen Intel-Macs umsetzt, ist zum Mitmachen eingeladen. Nutzer von Lisa oder dem Newton Message Pad sind ebenfalls aufgefordert, sich zu beteiligen. Eine zentrale Anlaufstelle gibt es nicht, vielmehr ist der Hashtag MARCHintosh auf allen Social-Media-Plattformen das gemeinsame Erkennungszeichen. Der YouTuber Jeff Geerling macht mit. Zum Start setzt er eine
Hardware-Emulation des klassischen Mac auf Basis des Microcontrollers „Raspberry Pi Pico“ um. Im Verlauf des Monats beabsichtigt er, einigen alten Macs neues Leben einzuhauchen.
LaserWriter freigeben per GlobalTalkBesonders Experimentierfreudige können ihre alte Apple-Hardware ins GlobalTalk einklinken. Dabei handelt es sich um eine weltumspannende Variante des überholten proprietären Netzwerkprotokolls „LocalTalk“, mit dem klassische Macintosh-Rechner im Heim oder Büro Daten austauschen oder Druckaufträge versenden. Das Bastelnetzwerk setzt Netzwerkkenntnisse und Experimentierfreude voraus: Wer mitmachen will, muss eine Portweiterleitung im Router einrichten und die eigene IP-Adresse in ein
Google-Spreadsheet eintragen. Einer der GlobalTalk-Admins fügt einen dann dem Netzwerk hinzu, über das andere Anwender dann auf freigegebene Ordner (oder Drucker) zugreifen können. Mastodon-Nutzerin Nanoraptor verschickt etwa ein
Schwarzweiß-GIF mit abwärtskompatiblen 512x342 Pixeln.
Vielseitige HerausforderungenWer einen Retro-Mac hochfährt, der vor mehr als zwei Dekaden gebaut wurde, darf sich mit verschiedensten Hindernissen herumschlagen – angefangen beim Aufrufen von Internet-Seiten: Die meisten Websites verwenden mittlerweile Standards bei HTML, CSS und JavaScript, mit denen historische Browser kaum noch etwas anfangen können. Doch auch die Hardware selbst kann zunehmend Ärger verursachen: Festplatten, die sich nicht mehr drehen, ausgelaufene Pufferbatterien und platzende Kondensatoren sind die Probleme, mit denen Hardware-Restaurateure sich herumschlagen. Weniger Risiken bergen Emulatoren: Auf
Infinite Mac kann man frühere Systemversionen gefahrlos im Browser starten. Lokal betreibbare Emulatoren wie
Sheepshaver oder
Basilisk ermöglichen Intel-Macs, RISC-Prozessoren zu emulieren, um alte Betriebssysteme zum Laufen zu bringen. Die mit Apple Silicon kompatible Emulations- und Virtualisierungsumgebung
UTM unterstützt ebenfalls klassische Apple-Betriebssysteme.