Ehemaliger Entwickler von Apple Mail präsentiert eigene Mail-App – schlanker Gmail-Client für macOS

Gmail zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Mail-Lösungen. Apples Mail-App bietet entsprechend eine extra auf Googles E-Mail-Service zugeschnittene Einrichtungsvorlage, über die Gmail-Nutzer ihre Account-Daten eingeben können. Diverse Anwender äußern dennoch nach wie vor den Wunsch, dass Apples Anwendung noch besser mit Gmail-Konten umgeht und wirklich alle dazugehörigen Features problemlos unterstützt. Eine neue Drittanbieter-Alternative verspricht genau das. Mit Mimestream steht ein nativer Mail-Client für macOS bereit, der optimal auf Gmail und dessen Funktionen zugeschnitten ist.


„Schnell, schlank und vertraut“
Mimestream stammt von dem ehemaligen Apple-Mitarbeiter Neil Jhaveri. Der Entwickler arbeitete beim Unternehmen aus Cupertino an Apples Mail-Programm, was die optische und funktionale Ähnlichkeit der Gmail-App zum standardmäßigen Mail-Programm von macOS erklärt. Jhaveri setzt auf diverse aktuelle Technologien, um die Software so Mac-like wie möglich wirken zu lassen. Beispielsweise kommen AppKit und SwiftUI zum Einsatz, um die Benutzeroberfläche und die Bedienung der Software möglichst Mac-freundlich zu gestalten.



Der Entwickler beschreibt seine App als schnelle, schlanke und von der Bedienung her vertraute Softwarelösung, die alle Stärken des Mac-Betriebssystems ausschöpft. Die Speicherbelegung der Festplatte werde auf ein Minimum reduziert.

Gmail-Kategorien, Labels und mehrere Konten
Mimestream setzt für die Einbindung von Gmail-Konten nicht auf IMAP, sondern auf die von Google bereitgestellte Gmail-API. So lassen sich diverse Funktionen des Mail-Dienstes nutzen, die über IMAP nicht verfügbar sind. Jhaveri listet die wichtigsten Features auf. Nutzer können in der Inbox ihre angelegten Gmail-Kategorien verwenden, um die vom Web-Client gewohnte Ordnung beizubehalten. Zudem ist es möglich, E-Mails mit Gmail-Labels zu versehen. Mimestream unterstützt darüber hinaus das Anlegen mehrerer Accounts.


Zu den weiteren Features zählen der Support des Mac-eigenen Mitteilungssystems, Offline-Nutzung, automatischer Sync von Aliases und die von Gmail gewohnte Suchfunktion. Anders als diverse Mail-Apps von Drittanbietern verzichtet Mimestream auf eigene Server, auf denen die Mail-Inhalte gespeichert und gegebenenfalls umsortiert werden. Stattdessen sorgt die Anwendung ausschließlich für eine direkte Verbindung mit Gmail, was der Privatsphäre zugutekommt.

Mimestream befindet sich in der Beta-Phase. Interessenten können sich auf der Website des Anbieters für eine Teilnahme registrieren. Die Beta-Version ist kostenlos erhältlich. Die finale Version wird aber nicht mehr gratis verfügbar sein. Über die Höhe des anvisierten Preises gibt es noch keine Informationen.

Kommentare

Retrax11.09.20 17:38
Wird es die App dann auch im Mac App Store geben?
+1
mikeboss
mikeboss11.09.20 17:39
mindestvoraussetzung ist leider macOS Catalina.
+1
bernddasbrot
bernddasbrot11.09.20 18:02
Hm, sieht aus wie Apple Mail, kann das, was Apple Mail kann (nur etwas weniger) ... wozu braucht man das? Falls Apple es nicht ohnehin blockiert, da es ja eine 1.1 Kopie ist ...?
+7
Prof. Oz
Prof. Oz11.09.20 18:24
Nutze seid Jahren Unibox.. Mit gefällt die Konversation-Ansicht viel besser.

Mail ist meiner Meinung nach das altbackendste Programm auf dem Mac.
-4
heubergen11.09.20 18:36
@Prof. Oz:
Zerstört Unibox nicht die Struktur der Mails? Man erwartet ja bei Mails jeweils eine Begrüssung, eine Grussformel und eine Signatur. Sehen deine Mails dann bei normalen Clients nicht komisch aus?
0
Mecki
Mecki11.09.20 18:37
Gmail zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Mail-Lösungen.
Echt? Also ich sehe so gut wie nie Gmail Adressen bei uns im Support aufschlagen (und hier schlagen ja Endnutzer auf und das aus aller Welt, wenn auch die meisten aus USA gefolgt von Deutschland und dann Rest EU). Und geschäftlich würde ich niemanden ernst nehmen, der mit so einer Adresse um die Ecke kommt. Ich habe zwar auch so eine Adresse, aber mir wäre es peinlich die für irgendwas sinnvolles zu nutzen, das ist eine reine Spam Catch Adresse.

Ansonsten ist IMHO der Witz bei Mail doch der, dass ich alle meine Konten in einer einzigen App nutzen kann, weil hier nur standardisierte Protokolle zum Einsatz kommen. Wenn man für einen Mailanbieter extra eine eigene App braucht, dann wäre der für mich sowieso sofort gestorben.

Nutzer können in der Inbox ihre angelegten Gmail-Kategorien verwenden, um die vom Web-Client gewohnte Ordnung beizubehalten. Zudem ist es möglich, E-Mails mit Gmail-Labels zu versehen.
Für Ordnung bietet IMAP Ordner (und Unterordner, wenn Anbieter das nicht erlauben, liegt das an denen) und vernünftige Mailserver bieten serverseitige Filter, die Mails automatisch in Ordner einsortieren so wie ich das möchte.

Auch erlaubt IMAP es Mails mit Flags zu versehen. Dabei wird zwischen vordefinierten System Flags (z.B. \Seen, \Answered, \Flagged, etc.) und Keywords unterschieden, die ein Client auch frei setzen kann, wenn der Server das erlaubt. Das viele IMAP Server hier Clients keine eigenen Flags erlauben und viele Clients das Feature daher nicht anbieten, dafür kann das IMAP Protokoll nichts.

D.h. Google hätte das alles problemlos mit IMAP abbilden können, hier wieder Räder neu zu erfinden war komplett unnötig.
+10
macpat11.09.20 18:41
Mecki
Gmail zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Mail-Lösungen.
Echt? Also ich sehe so gut wie nie Gmail Adressen bei uns im Support aufschlagen (und hier schlagen ja Endnutzer auf und das aus aller Welt, wenn auch die meisten aus USA gefolgt von Deutschland und dann Rest EU). Und geschäftlich würde ich niemanden ernst nehmen, der mit so einer Adresse um die Ecke kommt. Ich habe zwar auch so eine Adresse, aber mir wäre es peinlich die für irgendwas sinnvolles zu nutzen, das ist eine reine Spam Catch Adresse.

Ansonsten ist IMHO der Witz bei Mail doch der, dass ich alle meine Konten in einer einzigen App nutzen kann, weil hier nur standardisierte Protokolle zum Einsatz kommen. Wenn man für einen Mailanbieter extra eine eigene App braucht, dann wäre der für mich sowieso sofort gestorben.

Nutzer können in der Inbox ihre angelegten Gmail-Kategorien verwenden, um die vom Web-Client gewohnte Ordnung beizubehalten. Zudem ist es möglich, E-Mails mit Gmail-Labels zu versehen.
Für Ordnung bietet IMAP Ordner (und Unterordner, wenn Anbieter das nicht erlauben, liegt das an denen) und vernünftige Mailserver bieten serverseitige Filter, die Mails automatisch in Ordner einsortieren so wie ich das möchte.

Auch erlaubt IMAP es Mails mit Flags zu versehen. Dabei wird zwischen vordefinierten System Flags (z.B. \Seen, \Answered, \Flagged, etc.) unterschieden und Keywords, die ein Client frei setzen kann. Das viele IMAP Server hier Clients keine eigenen Flags erlauben und viele Clients das Feature daher nicht anbieten, dafür kann das IMAP Protokoll nichts.

D.h. Google hätte das alles problemlos mit IMAP abbilden können, hier wieder Räder neu zu erfinden war komplett unnötig.

Schön mal was von Gsuite gehört? Ist auch Gmail.
+5
ricoh11.09.20 18:56
Prof. Oz
Nutze seid Jahren Unibox.. Mit gefällt die Konversation-Ansicht viel besser.

Mail ist meiner Meinung nach das altbackendste Programm auf dem Mac.

Ich finde auch, dass alle anderen Mail-Clients dagegen alt aussehen. Leider wird Unibox aber nicht weiterentwickelt. Mal schauen, wie lange die aktuelle Version noch läuft. Ich frage mich, warum kein anderer Anbieter bisher dieses geniale Konzept aufgegriffen hat.
+1
Retrax11.09.20 19:09
Also kann man nicht mit einem x-beliebigen Mail Programm auf GMail zugreifen? Ich dachte die bieten das standardisierte IMAP Protokoll an?
0
Prof. Oz
Prof. Oz11.09.20 19:25
heubergen
@Prof. Oz:
Zerstört Unibox nicht die Struktur der Mails? Man erwartet ja bei Mails jeweils eine Begrüssung, eine Grussformel und eine Signatur. Sehen deine Mails dann bei normalen Clients nicht komisch aus?

Nein.
0
netspy
netspy11.09.20 19:35
bernddasbrot
Hm, sieht aus wie Apple Mail, kann das, was Apple Mail kann (nur etwas weniger) ... wozu braucht man das?
Also zumindest kann Mimestream eine E-Mail als Spam kennzeichnen, so dass sie auch in Gmail selbst den Spam-Filter „anlernet“. Das geht im Mail.app nicht.
Retrax
Wird es die App dann auch im Mac App Store geben?
https://mimestream.com/faqs
Is this app coming to the Mac App Store?
Yes. Once v1.0 is released, the app will be made available on the Mac App Store.

0
germansnowman11.09.20 21:26
Ich habe gerade wegen Catalina auf MailMate umgestellt. Für archivierte Mails benutze ich dazu EagleFiler. MailMate ist nicht die schickste App, aber allein die Geschwindigkeit ist Apple Mail um Längen voraus.
+1
subjore12.09.20 00:49
Mecki

Eigentlich ist Gmail der am meist verbreitete Mail Anbieter der Welt.
Gerade in der USA dürften das sehr viele verwenden.
Für den professionellen Einsatz gibt es wie schon eben kurz erwähnt die gsuite. Damit kannst du die Mail Adresse von deiner Webseite mit Gmail verwenden.
+2
Stefan S.
Stefan S.12.09.20 02:29
das dreckige Geheimnis der Tech-Branche: Drittentwickler lesen routinemäßig und millionenfach die E-Mails von Gmail-Nutzern. App-Entwickler geben das zum Teil offen zu.
Nich satisfaktionsfähig, und als Geschäftsadresse quasi die wandelnde Abmahnungsbombe
+3
Calibrator12.09.20 07:38
GPG/PGP?
AVV mit Google?

Sieht wohl nicht so aus.
+1
Retrax12.09.20 08:00
Was ist das eigentlich für ein Unding, dass die Icons in der Titelleiste nicht mehr benamst werden?

Bei Apple Mail hat das auch vor einigen Jahren begonnen. Die Hauptleiste ist benamst aber wenn man bspws. ein "Neues Mail Fenster" aufmacht, dann sind da nur die Icons ohne die Möglichkeit einen Namen dazuzuschalten.

Und bitte kommt mir nicht damit, dass _alle_ Icons ja so intuitiv zu verstehen wären. Das sind sie eben nicht.

Steht das in den neuen Human Interface Guidelines?

Also wer diese Idee hatte...
+4
shotekitehi
shotekitehi12.09.20 08:56
ricoh
Prof. Oz
Nutze seid Jahren Unibox.. Mit gefällt die Konversation-Ansicht viel besser.

Mail ist meiner Meinung nach das altbackendste Programm auf dem Mac.
Ich finde auch, dass alle anderen Mail-Clients dagegen alt aussehen. Leider wird Unibox aber nicht weiterentwickelt. Mal schauen, wie lange die aktuelle Version noch läuft. Ich frage mich, warum kein anderer Anbieter bisher dieses geniale Konzept aufgegriffen hat.

Firma aus D, schon mal ein Pluspunkt - Projekt gibt es noch lt GF:
Auf der Schachtel stand: ‘Benötigt Windows XP oder besser’. Also habe ich mir einen Mac gekauft.
+1
exprimere12.09.20 11:06
Mecki
Gmail zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Mail-Lösungen.
Echt? Also ich sehe so gut wie nie Gmail Adressen bei uns im Support aufschlagen (und hier schlagen ja Endnutzer auf und das aus aller Welt, wenn auch die meisten aus USA gefolgt von Deutschland und dann Rest EU). Und geschäftlich würde ich niemanden ernst nehmen, der mit so einer Adresse um die Ecke kommt. Ich habe zwar auch so eine Adresse, aber mir wäre es peinlich die für irgendwas sinnvolles zu nutzen, das ist eine reine Spam Catch Adresse.

Ansonsten ist IMHO der Witz bei Mail doch der, dass ich alle meine Konten in einer einzigen App nutzen kann, weil hier nur standardisierte Protokolle zum Einsatz kommen. Wenn man für einen Mailanbieter extra eine eigene App braucht, dann wäre der für mich sowieso sofort gestorben.

Nutzer können in der Inbox ihre angelegten Gmail-Kategorien verwenden, um die vom Web-Client gewohnte Ordnung beizubehalten. Zudem ist es möglich, E-Mails mit Gmail-Labels zu versehen.
Für Ordnung bietet IMAP Ordner (und Unterordner, wenn Anbieter das nicht erlauben, liegt das an denen) und vernünftige Mailserver bieten serverseitige Filter, die Mails automatisch in Ordner einsortieren so wie ich das möchte.

Auch erlaubt IMAP es Mails mit Flags zu versehen. Dabei wird zwischen vordefinierten System Flags (z.B. \Seen, \Answered, \Flagged, etc.) und Keywords unterschieden, die ein Client auch frei setzen kann, wenn der Server das erlaubt. Das viele IMAP Server hier Clients keine eigenen Flags erlauben und viele Clients das Feature daher nicht anbieten, dafür kann das IMAP Protokoll nichts.

D.h. Google hätte das alles problemlos mit IMAP abbilden können, hier wieder Räder neu zu erfinden war komplett unnötig.


Ich hoffe du arbeitest nicht in der IT bei deinem Halbwissen. Fast die komplette globale Startup Szene und auch einige Big Player (zB. Lufthansa) setzen auf GSuite.

+4
minimalwerk12.09.20 11:29
exprimere

Ich hoffe du arbeitest nicht in der IT bei deinem Halbwissen. Fast die komplette globale Startup Szene und auch einige Big Player (zB. Lufthansa) setzen auf GSuite.


so sieht es aus. Zalando mit knapp 5000 Mailadressen setzt auch auf GSuite. Wie man das finden soll steht auf einem anderen Blatt. Aber an der Aussage, "es nutzt keiner" ist einfach nichts dran.
+2
aMacUser
aMacUser12.09.20 12:48
exprimere
Ich hoffe du arbeitest nicht in der IT bei deinem Halbwissen. Fast die komplette globale Startup Szene und auch einige Big Player (zB. Lufthansa) setzen auf GSuite.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Er schreibt nicht von GSuite, sondern von gmail-Adressen. Also alles, was auf @gmail.com endet. Und die sind scheinbar nicht so weit verbreitet, wie manche meinen.
+6
morpheus
morpheus12.09.20 14:30
Auch Mail "lernt" Spam!
Ist einer der Keyfeatures!
carpe diem
0
herwighenseler
herwighenseler12.09.20 20:08
aMacUser
Also alles, was auf @gmail.com endet. Und die sind scheinbar nicht so weit verbreitet, wie manche meinen.

Man kann gmail Benutzen, aber Mails mit seinem eigenen Domainnamen versenden und empfangen. Da muss man schon sehr genau in die Received:-Zeilen schauen um zu sehen, dass die Mail von gmail kommt. Mache ich seit vielen Jahren so.

Gruß,
Herwig
Life is a heuristic guided depth-first search without backtracking
0
netspy
netspy13.09.20 00:20
morpheus
Auch Mail "lernt" Spam!
Ist einer der Keyfeatures!
Mail kann nicht den Spamfilter von Gmail anlernen. Genau das möchte ich aber, damit die Spam-Mails eben gleich im Spam landen und nicht nur erst von Mail.app gefiltert werden.
-1
xcomma14.09.20 00:16
Retrax
Wird es die App dann auch im Mac App Store geben?
Ja. FAQ
bernddasbrot
Hm, sieht aus wie Apple Mail, kann das, was Apple Mail kann (nur etwas weniger) ...
wozu braucht man das? Falls Apple es nicht ohnehin blockiert, da es ja eine 1.1 Kopie ist ...?
Es ist auf Gmail und dessen Funktionen ausgelegt. Daher ist es eigentlich umgekehrt: es kann mehr. Leider muss es dafür aber auf die Gmail-API aufsetzen und gemäss Beschreibung nicht auf IMAP - sonst kommt man eben nicht in den Genuss erweiterter Features. Dieses kann Google sich wohl auch nur erlauben, weil Gmail wohl unzweifelhaft der erfolgreichste Public Email-Dienst ist und eine entsprechende Benutzerbasis und Reichweite hat. Und das wohl mitunter aufgrund von Funktionen, die man entweder nicht in anderen Freemail Diensten hat oder zumindest nicht in der Art und Weise wie sie von deren Massen an Benutzern als für so gut befunden werden, die Gmail zum Platzhirschen haben werden lassen.

Wer insbesondere mehrere Gmail Konten (gilt gleichermassen für GSuite) betreut, dürfte in spezialisierten Email Clients Vorteile für sich entdecken. Einen solchen Gmail-spezialisierten Email Client gibt es übrigens bereits seit über einem Jahrzehnt: Mailplane (für diejenigen, die Wert auf den Firmensitz legen: eine Schweizer Firma). Da im Artikel darauf ein Augenschein geworfen wurde: auch Mailplane schaltet keine eigenen Server dazwischen wie andere.
Wie gesagt, kann für Benutzer insbesondere dann ein zusätzlicher Mehrwert entstehen, wenn man parallel, mehrere Gmail Konten bedient, was über verschiedene Browser Tabs, oder gar verschiedene Browser und/oder Google's eigener Konto-Switcher-Funktion weniger elegant zu handhaben ist.

@Mecki,
dass Google mit Gmail teils seine eigenen Brötchen wieder backt, ist eine valide, aber andere Diskussion. Und eingefleischte (Standard) IMAP Benutzer sind auch (noch) nicht die Zielgruppe dieser Art von Email Clients, sondern - zumindest im ersten Wurf ausschliesslich der Gmail Service. Wobei es auch Pläne für weitere Dienste gibt:
MimeStream FAQ
Mimestream currently only supports Gmail. Future support for other services is planned, including Office 365, JMAP servers, and IMAP servers.
Mecki
Und geschäftlich würde ich niemanden ernst nehmen, der mit so einer Adresse
Dann wohl noch nie Geschäfte im asiatischen Raum gemacht? Im übrigen durchaus auch üblich in den USA, aber man mag teils eine gewisse Korrelation zur Firmengrösse ableiten. Es wäre aber ein Fehler asiatische Geschäftspartner diesbzgl. danach zu beurteilen. Wie so oft: es kommt drauf an - offensichtlich nicht in deinem Geschäftsumfeld. Ich weiss jedenfalls von Emailadressen global bekannter Freemail Dienste, die im Enterprise B2B Umfeld in der Tat genutzt werden.
Retrax
Also kann man nicht mit einem x-beliebigen Mail Programm auf GMail zugreifen? Ich dachte die bieten das standardisierte IMAP Protokoll an?
Doch. Das ging und geht natürlich. IMAP + POP (habe aber länger nicht mehr nachgesehen) wurden (glaube ich) von Anfang an unterstützt. Denn - und in dem Punkt würde ich gewissen Diskussionströmungen hier Recht geben - wenn Google von Anfang die Standards nicht berücksichtigt hätte - dann sähe der Erfolg sicherlich ganz anders aus. Aber ein Gmail Service, den man mit x-beliebigen Clients bedienen kann - ist das Minimum an Funktion. Darauf kommt ein Satz Funktionen/UX/usw., womit sich dann Google differenziert und seinen Siegeszug angetreten hat (im Freemail Bereich).
Retrax
Was ist das eigentlich für ein Unding, dass die Icons in der Titelleiste nicht mehr benamst werden?
Und bitte kommt mir nicht damit, dass _alle_ Icons ja so intuitiv zu verstehen wären. Das sind sie eben nicht.
Grundsätzlich stimme ich mir dir überein. Oft aber gibt es in den Programmen doch die Auswahl das einzustellen, also "Icon, Icon+Text oder nur Text". Wie sich das hier verhält, keine Ahnung, hab die Beta nicht installiert.
herwighenseler
Da muss man schon sehr genau in die Received:-Zeilen schauen..
Mache ich seit vielen Jahren so.
Welchen Nutzen ziehst du daraus, dass du dann weisst "aha, ein Gmail Nutzer"? Wäre für mich Zeitverschwendung, weil ich darin keine Relevanz sehe.

Das Feld spezialisierter Gmail Clients, die zudem nicht die Emails zuerst über andere Server quasi umleiten (mir noch immer rätselhaft wieso Leute Spark und Co. einsetzen), scheint nicht gross zu sein. MimeStream muss sich nicht mit anderen Email Clients messen, sondern die direkten Konkurrenten sind Mailplane, sowie nachwievor der Standard Gmail Web Client. Die Vorteile mögen - insbesondere, wenn man nur ein Gmail Konto hat, marginal erscheinen und für viele, "normale" Benutzer wird es sich vermutlich auch nicht lohnen. Spätestens bei mehreren Konten und "Powerusern" kann es aber ganz anders aussehen.
+1
xcomma14.09.20 10:04
So, habe mal die Beta auf einer Testmühle installiert. Und es ist.. oh Wunder.. eine Beta. Auf den ersten, schnellen Blick sind die "Mehrwertfunktionen" noch nicht ersichtlich. Daher liegt derzeit bernddasbrot mit der Einschätzung besser. Die Firma muss hier nachlegen, sonst wird das nix.
xcomma
bernddasbrot
Hm, sieht aus wie Apple Mail, kann das, was Apple Mail kann (nur etwas weniger) ...
Es ist auf Gmail und dessen Funktionen ausgelegt. Daher ist es eigentlich umgekehrt: es kann mehr.

Gemäss Artikel wird darauf hingewiesen, dass die Email über keine Dritt-Server geleitet wird. Die folgenden 2 "ich gebe mein Erlaubnis"-Dialoge sind wohl aufgrund der Gmail-API Nutzung begründet:





In Mailplane jedenfalls kann ich mich an so etwas nicht erinnern, da im Kern es WebViews (es mag technisch nicht ganz korrekt sein, aber trifft es ungefähr) benutzt und daher auch die übliche Browser-basierte Authentisierung einsetzt. Grundsätzlich können solche Abfragen einen skeptischen Eindruck hinterlassen, da es anderen Emaildiensten, die Emails quasi "re-routen", ähnlich sieht. Dürfte aber wie gesagt in der Benutzung (und damit der notwendigen Authentisierung) der API liegen.

Im Vergleich zu Mailplane hinkt es noch in vielem hinterher. Abgesehen davon, dass Drittanbieter-Erweiterungen unter Mailplane auch funktionieren (so wie sie im Gmail Web Client üblicherweise integriert und genutzt werden), ist vor allem die Möglichkeit von verschiedenen ("Filter"-)Ansichten ein und desselben Gmail Kontos mittels Tabs in Mimestream zumindest derzeit nicht möglich.

Mal schauen wohin die Entwicklung von Mimestream geht. Der Beta-Stand bietet derzeit aber für mich keinen Mehrwert.
0
netspy
netspy14.09.20 10:23
xcomma
In Mailplane jedenfalls kann ich mich an so etwas nicht erinnern, da im Kern es WebViews (es mag technisch nicht ganz korrekt sein, aber trifft es ungefähr) benutzt und daher auch die übliche Browser-basierte Authentisierung einsetzt.
Mimestream ist nicht „nur“ ein besserer Browseraufsatz wie Mailplane und läd die E-Mail richtig lokal – nur eben nicht über IMAP, sondern über die Google-API mit einigen spezifischen Funktionen. Daher sind Mailplane und Mimestream auch nicht vergleichbar, da sie einen gänzlich anderen Ansatz haben.
0
xcomma14.09.20 10:24
xcomma
Retrax
Was ist das eigentlich für ein Unding, dass die Icons in der Titelleiste nicht mehr benamst werden?
Oft aber gibt es in den Programmen doch die Auswahl das einzustellen, also "Icon, Icon+Text oder nur Text". Wie sich das hier verhält, keine Ahnung, hab die Beta nicht installiert.

@Retrax, hab nachgesehen. Derzeitige Beta bietet keine Texte an, lediglich nur den Wechsel von 2 verschiedenen Icon Grössen.

Ferner sind auch Gmail Kalender und Kontakte nicht integriert.

Das ganze ist mehr eine Alpha als Beta. Bin gespannt was die Roadmap noch vorsieht.
0
xcomma14.09.20 10:37
Hi,
netspy
Mimestream ist nicht „nur“ ein besserer Browseraufsatz wie Mailplane und läd die E-Mail richtig lokal – nur eben nicht über IMAP, sondern über die Google-API mit einigen spezifischen Funktionen. Daher sind Mailplane und Mimestream auch nicht vergleichbar, da sie einen gänzlich anderen Ansatz haben.
ja, architektonisch stimmt das wohl. Die Frage ist halt aus welcher Perspektive man Email Clients vergleicht. Und es ist meistens die Perspektive der Benutzer, die man heranziehen sollte, wenn man Produkte entwirft. Wieviele Otto Normalverbraucher können die technischen Raffinessen unterscheiden geschweige denn verstehen? Die wollen ein Problem gelöst bekommen und hier spielen beide Email Clients auf dem gleichen Spielfeld: ein besseres Gmail-spezifisches "Erlebnis" auf den Desktop zu zaubern.

Abgesehen davon, kann man bei Gmail "Offline Emails" aktivieren:
dessen Funktion sich implizit dann auch bei Mailplane quasi durchschlägt.

Frage mich wieviele das benutzen. Zumindest in den "Industrienationen" sind ja heutzutage die meisten ständig "online" als dass man die Notwendigkeit hat "offline" seine Emails zu bearbeiten.

Während ich persönlich auch "richtig lokal geladene Emails" bevorzuge, so ist für das Gros der Gmail Benutzer diese Wahrnehmung von "lokaler und remote Email" nicht mal gegeben.

Effektivität, Effizienz, schlichtweg Produktivität von Gmail aus Benutzersicht - hinkt bei Mimestream noch massiv hinterher im - aus meiner Sicht durchaus validen - Vergleich zu Mailplane.
0
netspy
netspy14.09.20 11:05
xcomma
ja, architektonisch stimmt das wohl. Die Frage ist halt aus welcher Perspektive man Email Clients vergleicht. Und es ist meistens die Perspektive der Benutzer, die man heranziehen sollte, wenn man Produkte entwirft. Wieviele Otto Normalverbraucher können die technischen Raffinessen unterscheiden geschweige denn verstehen?
Aber auch der Otto Normalverbraucher kann den Geschwindigkeitsvorteil erkennen, den eine native App mit lokal gespeicherten E-Mail gegenüber dem etwas albackenen Webinterface von Google bietet. Davon abgesehen wird Otto Normalverbraucher sich vermutlich sowieso nie eine App installieren und sein Gmail-Konto immer im Browser aufrufen. Wer sich explizit für eine App entscheidet, hat sich meist auch schon etwas mit dem Thema beschäftigt.
xcomma
Die wollen ein Problem gelöst bekommen und hier spielen beide Email Clients auf dem gleichen Spielfeld: ein besseres Gmail-spezifisches "Erlebnis" auf den Desktop zu zaubern.
Na eigentlich nicht. So wie ich das sehen, will Mimestream Gmail-Funktionen mit Apple-spezifischen Erlebnis auf den Desktop zaubern.
xcomma
Abgesehen davon, kann man bei Gmail "Offline Emails" aktivieren:
dessen Funktion sich implizit dann auch bei Mailplane quasi durchschlägt.
Das bietet Mimestream auch an:
xcomma
Effektivität, Effizienz, schlichtweg Produktivität von Gmail aus Benutzersicht - hinkt bei Mimestream noch massiv hinterher im - aus meiner Sicht durchaus validen - Vergleich zu Mailplane.
Da gehen unsere Meinungen auseinander. Natürlich kann man Mail-Clients vergleichen aber der Ansatz von Mimestream ist nun mal grundverschieden zu Mailplane und daher ist eine direkter Vergleich schwer.
0

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.