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EU-Kommissarin zum App Store: "Privatsphäre darf nicht die Ausrede für wettbewerbsfeindliches Verhalten sein"

Wenn man ein Datum sucht, an dem sich Apple erstmals omnipräsent als Streiter für Datenschutz und Privatsphäre einen Namen machte, so war dies der 17. Februar 2016. Damals veröffentlichte Apple einen offenen Brief und protestierte dagegen, möglicherweise bewusst Software-Lücken in Produkte einbauen zu müssen. Eigene Kunden zu hacken, nur damit Ermittlungsbehörden freien Zugriff auf Geräte bekommen, sah Apple als komplett falschen Weg an. Der Auslöser war ein Attentat in San Bernardino sowie das iPhone jenes Terroristen. Apple weigerte sich, jenes Gerät zu entsperren bzw. fortan Hintertürchen anzubieten und leistete sich ein monatelanges Gefecht mit dem FBI und anderen staatlichen Stellen.


Datenschutz als Leitmotiv
Fortan stand Datenschutz bei Apple noch stärker als zuvor auf der Tagesordnung. In Apples Selbstdarstellung zählt der Faktor als eines der wichtigsten Merkmale eines jeden Produkts aus Cupertino. Allerdings kommen angesichts der Ermittlungen aufgrund möglicherweise wettbewerbswidrigen Verhaltens auch kritische Stimmen auf. Wie es von Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager heißt, dürfe man Privatsphäre nicht als Ausrede verwenden, um Konkurrenten zu behindern. Im Falle des App Stores, den Apple weiterhin als komplett geschlossenes System ohne Alternativen beibehalten möchte, gilt "Privacy" ebenfalls als wichtigstes Argument. Allerdings sehen nicht wenige Beobachter Apples eigentliche Motivation nicht im Schutz der Kunden, sondern im Schutz der 15 bis 30 Prozent Provision.

Mittelweg aus Sicherheit und Freiheit
Vestager hat durchaus lobende Worte für Apples Bestreben übrig, Kunden nach Kräften zu unterstützen, den Umgang mit ihren Daten selbst bestimmen zu dürfen. Als Beispiel nennt sie hierfür den App-Tracking-Schutz – da für alle dieselben Regeln gelten und der Nutzer entscheiden dürfe, handle es sich ihrer Auffassung nach um ein vollständig zulässiges Verfahren. Bezüglich des App Stores müsse man aber eine Lösung finden, denn wenn Kunden andere Quellen als den App Store verwenden möchten, stelle dies kein grundsätzliches Sicherheitsrisiko dar. Dennoch teile sie die von Tim Cook vorgebrachten Ansichten, Nutzer seien vor Gefahren aus dem Netz zu schützen. Es müsse diesbezüglich aber eine ausgewogene Lösung geben, die eben nicht den Eindruck erwecke, ein Unternehmen schütze den eigenen Markt unter dem Vorwand des Datenschutzes. Genau diesem Argument widerspricht Apple übrigens – und verweist auf die Malware-Gefahr unter Android.

Kommentare

milk
milk05.07.21 14:07
Wenn "Privatsphäre nicht die Ausrede für wettbewerbsfeindliches Verhalten sein darf", heißt das im Umkehrschluss, dass Privatsphäre verletzt werden darf, damit Wettbewerb entstehen kann?
+27
MacRS05.07.21 14:10
Das Problem, wenn ein Politiker so was sagt: Das ist ja keine Expertenmeinung, sondern die Aussage ist politisch motiviert. Das hilft ja Niemandem.
+7
Frank Drebin
Frank Drebin05.07.21 14:30
Margrethe Vestager ist mir sehr unsympathisch… Sie ist da irgendwie persönlich motiviert, einen großen Coup zu landen um in die Geschichtsbücher einzugehen…
+5
Mecki
Mecki05.07.21 15:14
denn wenn Kunden andere Quellen als den App Store verwenden möchten, stelle dies kein grundsätzliches Sicherheitsrisiko dar.
Doch, tut es. Hebelt man Sicherheitssysteme aus (oder baut Code ein, der es möglich macht, diese auszuhebeln), was nötig ist um weitere App Stores zuzulassen, dann stellt das ein grundsätzliches Sicherheitsrisiko da und zwar für alle Nutzer, auch die, die gar nicht vor haben einen anderen Store zu nutzen, denn auch bei denen sind die Systeme dann ausgehebelt bzw. können ausgehebelt werden, weil diese Möglichkeit jetzt im System besteht.

Ein Haus ohne Tür ist immer sicherer als ein Haus mit Tür, egal wie sicher ich die Türe auch baue, denn eine massive Mauer kann man nicht mit einem gestohlenen Schlüssel öffnen oder einem Lock Picker knacken, ein Tür schon. Und auch wenn ich nicht vor habe diese Tür jemals zu nutzen, wenn sie vorhanden ist, dann können andere sie nutzen.

Wenn es so einfach wäre ein System offen und zeitgleich sicher zu machen, warum ist dann Android nicht sicher? Denken die etwa das Google einfach zu doof ist und Apple das hinbekommen, was Google nicht gebacken bekommt? Was die Code Qualität angeht, dürfte die bei Google sogar höher sein als bei Apple und auch an Ideen mangelt es Google nicht und trotzdem betreffen mehr als 9 von 10 Malware Apps, Trojaner, Viren und Phishing Angriffe ausschließlich Android Nutzer. Und der Grund ist einfach, dass das System offen ist und sobald iOS genauso offen ist, wird die Lage dort in kürzester Zeit genauso aussehen, wahrscheinlich sogar noch schlimmer, da es in iOS wohl mehr Sicherheitslücken als in Android gibt, an die die Angriefer aktuell aber nicht ran kommen, eben weil das System so "verschlossen" ist und man erst gar nicht auf das System kommt diese Lücken nutzen zu können.
+4
Duke9705.07.21 15:29
Das System ist doch offen fuer andere App Stores.

Frag mal Firmenkunden - Device Manager anwerfen, Firmenstore anbinden und Firmeneigene Apps drauf. Fertig.
Oder die Kids mit der Crack Software - es gibt doch alternative Stores, nur das die alte Firmenstore Zertifikate nutzen und platt gemacht werden, sobald Apple davon erfaehrt.

Bei Google kann jeder selbst den Knopf druecken ob oder ob nciht, wie bei macOS.
Geht davon die Welt unter? Die von Apples Provisionen vielleicht, die der User bestimmt nicht.
-4
LoCal
LoCal05.07.21 16:04
Duke97
Das System ist doch offen fuer andere App Stores.

Frag mal Firmenkunden - Device Manager anwerfen, Firmenstore anbinden und Firmeneigene Apps drauf. Fertig.

Das ist falsch.
Die Enterprise Distribution ist nicht ohne Grund nur für den internen Gebrauch der jeweiligen Unternehmen gedacht, denn da erfolgt absolut keine Prüfung ob z.B. private APIs oder eben Malware Code geladen wird.
Private APIs stellen kein Problem dar, da die Firmen für Ihren Code, und dass er auf allen internen Geräten läuft, verantwortlich sind.
Malware dürfte sich bei internen Apps auch kaum finden, da die Software-Entwicklung ja InHouse statt findet.

Bei einem alternativen AppStore müssen diese Prüfungen aber erfolgen.
Duke97
Bei Google kann jeder selbst den Knopf druecken ob oder ob nciht,

Nein … auch beim PlayStore gibt es eine Prüfung, der Ablauf ist nur ein anderer, aber im Prinzip sehr ähnlich …
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
Duke9705.07.21 16:14
Ich meine den Knopf fuer SideLoad und andere Stores oder nicht.

Deinen Satz darueber verstehe ich nicht. Ich weiss dass die Enterprise Distribution nur fuer Enterprise Apps gedacht ist, das heisst nicht, dass es auch nur so genutzt wird.
Mecki schrieb, dass Apple iOS "oeffnen" muesste fuer andere Stores und ich schrieb, dass es schon so offen ist.
-2
LoCal
LoCal05.07.21 16:18
Duke97
Deinen Satz darueber verstehe ich nicht. Ich weiss dass die Enterprise Distribution nur fuer Enterprise Apps gedacht ist, das heisst nicht, dass es auch nur so genutzt wird.

Doch, wird es, wer was anderes macht, dem nimmt Apple (befristet, siehe Facebook) das Zertifikat weg und dann laufen die Apps nicht mehr.
Duke97
Mecki schrieb, dass Apple iOS "oeffnen" muesste fuer andere Stores und ich schrieb, dass es schon so offen ist.

Nein, das System ist noch nicht offen und es kann im aktuellem Zustand auch nicht so offen sein wie z.B. macOS. Apple hätte natürlich die Möglichkeit das ähnlich wie bei macOS umzusetzen (Notarisation), nur wären dann Apple auch der Wächter über die anderen Stores (die das wahrscheinlich zahlen müssten) und würde sich wieder ganz anderen Vorwürfen ausgesetzt sehen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+2
Duke9705.07.21 16:27
Richtig, wenn Apple merkt, das mit den Zertifikaten Unsinn gemacht wird, dann werden die Zertifikate gesperrt.

Wie ich um 15:29 schrieb, gibt es Stores, die mit Zertifikaten laufen, von denen Apple noch nicht gemerkt hat, oder nciht merken will, das damit Unsinn gemacht wird.

Technisch ist iOS bereit fuer alternative Stores, nur das war mein Punkt.
Wenn Apple sagt "nimm dieses Zertifikat, und mach damit was Du willst", dann kann der App Anbieter damit machen, was er will.
Praktisch ist es heute auch schon so, nur das Apple das Zertifikat an Bedingungen knuepft.
Technik muesste nicht geaendert werden, nur Vertraege.
-2
beanchen05.07.21 16:49
So ein Satz von Politikern, das scheint mir eher der Wettbewerb als Ausrede zum aushebeln der Privatsphäre herhalten zu müssen.
Duke97
Wenn Apple sagt "nimm dieses Zertifikat, und mach damit was Du willst", dann kann der App Anbieter damit machen, was er will.
Richtig. Und was genau ist dann noch der Sinn eines Zertifikats?
0
D_BuG
D_BuG05.07.21 17:19
Sorry, ich glaube, dass hier das politische Eingreifen eher schadet als nützt.
Ja, der Handel muss fair sein, nur die Frage ist wer bestimmt was fair ist? Diejenigen die kaum eine nennenswerte Techfirma auf ihrem Territorium haben? Man kann Innovationen auch per Gesetz abwürgen!

Wenn man das mal in die Hardwarewelt transferiert, muss es dann auch möglich sein wenn ich mir einen BMW kaufe, dass ich dann den Motor von Volvo dazu bestellen kann, das Entertainment System von VW und das Navi von Fiat?
Sorry, ich glaube einfach nicht, dass die Welt so funktioniert.
-2
claudiusw
claudiusw05.07.21 17:52
Wenn alternative Stores für Apple iOS gefordert werden, dann auch bitte für die Spielekonsolen Hersteller Sony und Microsoft.
You can­not cre­ate good ty­pog­ra­phy with Arial.
+2
Duke9705.07.21 18:22
@beanchen: Das Zertifikat hat dann nur noch den Sinn, sich von den anderen zu unterscheiden.
Ich wollte hier nur technisch klarstellen, dass iOS fuer den zweiten Store laeng offen ist.

@D_Bug: Das Kartellamt und die Politik greifen ein, wenn der Markt verzerrt wird. Wenn 95% des Marktes in der Hand von 2 Anbietern sind, dann sind wir weit ueber der Eingreifgrenze.

Im Moment blockiert das Monopol den technischen Fortschritt.
Was Apple und Google nicht wollen, passiert nicht.

Der Apple Juenger mag sich daran erfreuen, ich mich nicht.
+1
beanchen05.07.21 19:48
Duke97
@beanchen: Das Zertifikat hat dann nur noch den Sinn, sich von den anderen zu unterscheiden.
Ein Zertifikat ist ein sicherheitsrelevantes Element. Zur Unterscheidung von Softwareentwicklern kann Apple auch Fleißbildchen mit Nummer verteilen.
Ich wollte hier nur technisch klarstellen, dass iOS fuer den zweiten Store laeng offen ist.
In dem eine der wenigen Kontrollmöglichkeiten wegfällt? Warum nicht gleich Jailbreak ab Werk? Technisch ja längst vorhanden ...
0
Peter Longhorn05.07.21 20:28
MacRS
Das Problem, wenn ein Politiker so was sagt: Das ist ja keine Expertenmeinung, sondern die Aussage ist politisch motiviert. Das hilft ja Niemandem.
Und die Aussagen von Apple sind nicht politisch motiviert? Natürlich geht es Apple auch um ihr Geschäft und nicht ausschließlich um die Privatsphäre.
Mecki
denn wenn Kunden andere Quellen als den App Store verwenden möchten, stelle dies kein grundsätzliches Sicherheitsrisiko dar.
Doch, tut es. Hebelt man Sicherheitssysteme aus (oder baut Code ein, der es möglich macht, diese auszuhebeln), was nötig ist um weitere App Stores zuzulassen, dann stellt das ein grundsätzliches Sicherheitsrisiko da und zwar für alle Nutzer, auch die, die gar nicht vor haben einen anderen Store zu nutzen, denn auch bei denen sind die Systeme dann ausgehebelt bzw. können ausgehebelt werden, weil diese Möglichkeit jetzt im System besteht.

Ein Haus ohne Tür ist immer sicherer als ein Haus mit Tür, egal wie sicher ich die Türe auch baue, denn eine massive Mauer kann man nicht mit einem gestohlenen Schlüssel öffnen oder einem Lock Picker knacken, ein Tür schon. Und auch wenn ich nicht vor habe diese Tür jemals zu nutzen, wenn sie vorhanden ist, dann können andere sie nutzen.

Wenn es so einfach wäre ein System offen und zeitgleich sicher zu machen, warum ist dann Android nicht sicher? Denken die etwa das Google einfach zu doof ist und Apple das hinbekommen, was Google nicht gebacken bekommt? Was die Code Qualität angeht, dürfte die bei Google sogar höher sein als bei Apple und auch an Ideen mangelt es Google nicht und trotzdem betreffen mehr als 9 von 10 Malware Apps, Trojaner, Viren und Phishing Angriffe ausschließlich Android Nutzer. Und der Grund ist einfach, dass das System offen ist und sobald iOS genauso offen ist, wird die Lage dort in kürzester Zeit genauso aussehen, wahrscheinlich sogar noch schlimmer, da es in iOS wohl mehr Sicherheitslücken als in Android gibt, an die die Angriefer aktuell aber nicht ran kommen, eben weil das System so "verschlossen" ist und man erst gar nicht auf das System kommt diese Lücken nutzen zu können.
Sehr schwache Argumentation.
Einerseits: Inwiefern ist Android nicht sicher? Android hat viele Probleme (in erster Linie die Update-Versorgung durch die diversen Hersteller). Aber es ist sehr sicher solange man nicht irgendwelche Apps aus dubiosen Quellen installiert, welche man explizit abnicken und in den Einstellungen aktivieren muss.

Ein Haus ohne Tür ist sicherer als ein Haus mit Tür, ja. Aber das Apple Haus hat doch eine Tür? Sonst kämen auch keine Apps ins Haus. Das "Problem" ist, dass Apple die einzige Person ist, die für dein Haus einen Schlüssel hat und entsprechend entscheidet wer dich besuchen darf und wann du raus/rein darfst. Das was gefordert wird ist, dass auch du selbst einen Schlüssel erhalten sollst wenn du das möchtest. Heißt: Du kannst den Schlüssel von Apple anfordern oder auch nicht. In letzterem Fall bleibt alles wie es ist. In ersterem Fall ist dir überlassen ob bzw. wie du auf diesen Schlüssel aufpasst. Wo ist das Problem?
+2
Duke9705.07.21 21:33
Ich verstehe es auch nicht ...

Wenn ich ein Haus habe, wo beim Zufallen der Tuer sofort die Verriegelung reinspringt dann ist das Maximal sicher.
Wenn es die Tuer wahlweise nur mit Schnapper und Klinken innen und aussen gibt, dann kann ich doch einfach sagen "nein, ich moechte die, die maximal sicher ist". Ich muss doch nicht in Panik verfallen, weil mein Nachbar die andere Option waehlt.

Und nochmal, auch wenn es so weh tut: iOS ist heute schon offen fuer andere App Stores.
Wenn ich zu Apple gehe, sage dass ich eine Firma bin die 300 Diensttelefone braucht, dann bekomme ich mein Zertifikat und installiere einen Store drauf.
Und die Stores die fuer jeden offen sind und womit ich mir die Viren aufs iPhone holen kann, sie sind schon da - ganz ohne Jailbreak.
-2
deus-ex06.07.21 07:22
Wenn Apple GEZWUNGEN wird SEINE Plattform zu öffnen, dann lautet die Signalwirkung wie folgt:
Wenn du eine Plattform entwickeln willst dann achte darauf das Hunz und Kunz mit Wünsch-Dir-Was Bedingungen da rein kommt und schalten und walten können muss wie es ihnen gefällt.

Danke! Wer entwickelt dann noch Plattformen?
-3
Pallllo06.07.21 07:56
Duke97

Wer kauft dann noch Apple wenn dauernd die Gefahr lauert sich irgendwo Malware einzufangen? Andere bauen auch gute oder tlw. Technisch bessere Smartphones. Der Apple Hauptvorteil der „sicheren Welt“ wäre dann obsolet, dann kann man auch Samsung und Co. kaufen…

Die Politiker haben keine Ahnung was sie da lostreten…
-4
Unwindprotect06.07.21 08:00
Duke97
Technisch ist iOS bereit fuer alternative Stores, nur das war mein Punkt.

Praktisch ist es heute auch schon so, nur das Apple das Zertifikat an Bedingungen knuepft.
Technik muesste nicht geaendert werden, nur Vertraege.

Nein das ist so nicht ganz korrekt. Enterprise Apps stellen im Prinzip keine Öffnung oder eigenen Store dar, sondern sind technisch Teil desselben Store. Sie wurden früher mal weniger gecheckt - mittlerweile jedoch schon. Der verbleibende Unterschied ist, dass sie nicht öffentlich gelistet sind und nur auf Geräten laufen die zum Unternehmen gehören.

Dein Argument ist also im Prinzip: könnte man nicht alternative AppStores ermöglichen indem Apple einfach Apps von beliebigen Anbietern ohne Regeln und kostenlos für alle zugänglich in seinem Store erlaubt. Was bliebe dann noch als „AppStore“ übrig? Wenn man ohne Prüfung und für lau Apps veröffentlichen könnte… wieso sollte man das dann nicht tun?
0
Unwindprotect06.07.21 08:07
Duke97
Wenn ich ein Haus habe, wo beim Zufallen der Tuer sofort die Verriegelung reinspringt dann ist das Maximal sicher.
Wenn es die Tuer wahlweise nur mit Schnapper und Klinken innen und aussen gibt, dann kann ich doch einfach sagen "nein, ich moechte die, die maximal sicher ist". Ich muss doch nicht in Panik verfallen, weil mein Nachbar die andere Option waehlt.

Der Vergleich hinkt. Eine andere Tür verbauen ist „Build to order“. Ein Schalter der iOS öffnet ist eine offiziell unterstützte Sicherheitslücke die jederzeit - möglicherweise unbemerkt - aktiviert werden kann. Sobald das nämlich mal drin ist wird der nächste Wunsch sein, dass man diesen Schalter auch ohne dass der Nutzer es mitkriegt oder sieht auf Zuruf der Sicherheitsbehörden umlegt um Software wie den Bundestrojaner zu installieren.
+1
LoCal
LoCal06.07.21 11:57
Peter Longhorn
Einerseits: Inwiefern ist Android nicht sicher? Android hat viele Probleme (in erster Linie die Update-Versorgung durch die diversen Hersteller). Aber es ist sehr sicher solange man nicht irgendwelche Apps aus dubiosen Quellen installiert, welche man explizit abnicken und in den Einstellungen aktivieren muss.

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Das waren die ersten beiden Treffer meiner Suche …
… der AppStore ist auch nicht 100% geschützt vor malware, aber gerade das zugreifen auf UserDaten ist bei Android wesentlich einfacher.
… und genau dieses Tor würde auch ein alternativer AppStore öffnen, denn dann kontrolliert niemand mehr ob eine App z.B. durch Ausnutzung privater APIs nicht doch Daten abgreift.
Es wäre dann sogar möglich, dass die es einen Jailbreak gibt von dem der User nichts mitbekommt.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
-3
LoCal
LoCal06.07.21 12:06
Duke97
Und nochmal, auch wenn es so weh tut: iOS ist heute schon offen fuer andere App Stores.
Wenn ich zu Apple gehe, sage dass ich eine Firma bin die 300 Diensttelefone braucht, dann bekomme ich mein Zertifikat und installiere einen Store drauf.
Und die Stores die fuer jeden offen sind und womit ich mir die Viren aufs iPhone holen kann, sie sind schon da - ganz ohne Jailbreak.

Das ist schlicht falsch … auch wenn Du es immer wieder wiederholst.

Ein Enterprise-Zertifikat ist kein eigner AppStore … man könnte sowas bauen, aber für sowas ist das Enterprise-Zertifikat nicht gedacht! Und um es nochmal zu sagen, mit dem Enterprise-Zertifikat fallen sämtlichen Sicherheitsüberprüfungen weg! Firmen-intern ist das kein Problem, denn da dafür gibt es dort Admins und natürlich die Entwickler. Die Verteilung in Firmen erfolgt übrigens meist via MDM … und damit hat das Unternhemen sehr viel Rechte auf den Geräten!

Aber auf eine umbegrenzte Menge an unbekannten Usern kann man sowas nicht loslassen. Und andersherum, ein normaldenkender User wird sich hoffentlich nie Software aus einer Quelle installieren, bei der er nicht weiss, ob die Software ihm nicht irgendwelche Merkwürdigkeiten installiert.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+2
Duke9706.07.21 13:08
Dann benutze ich falsche Begriffe oder sollten meinen Augen nicht trauen.

Ich sehe wie Leute, die bei grossen Arbeitgebern arbeiten, in einem App Store Apps aufs iPhone laden, die es in Apples App store nicht gibt.
Und ich sehe Kiddies mit einer App, die so heisst wie ein Kuchen aus Telefonen, die nicht aus dem App Store stammt und mit der man dann andere Apps installiert, die bei Apple Geld kosten, lizensiert und geprueft sind und anderswo nicht.

Und jetzt werde ich es auch nicht mehr wiederholen.
0
Peter Longhorn06.07.21 18:33
LoCal
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Das waren die ersten beiden Treffer meiner Suche …
… der AppStore ist auch nicht 100% geschützt vor malware, aber gerade das zugreifen auf UserDaten ist bei Android wesentlich einfacher.
… und genau dieses Tor würde auch ein alternativer AppStore öffnen, denn dann kontrolliert niemand mehr ob eine App z.B. durch Ausnutzung privater APIs nicht doch Daten abgreift.
Es wäre dann sogar möglich, dass die es einen Jailbreak gibt von dem der User nichts mitbekommt.

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Emails reveal 128 million iOS users were affected by ‘XcodeGhost’ malware

Und weiter? Was beweist uns irgendeiner unserer ausgeteilten Links? Dass es bei Apple mehr oder weniger Malware gibt?
Android hat genau so eine Sandbox wie Apple. Man kommt über die gleichen Wege dort raus. Nämlich über Sicherheitslücken, die bei beiden Systemen natürlich vorhanden sind. Inwiefern ist also der Zugriff bei Android auf UserDaten wesentlich einfacher? Ok, es ist einfacher wenn der Entwickler explizit auf den gemeinsamen Datenbereich mit anderen Apps zugreift. Was ein Feature ist und kein Bug. Denn ich finde es bis heute vollkommen schwachsinnig, dass unter iOS wenn ich einen Film über OneDrive, Dropbox, whatever herunter lade und ihn mit dem VLC Media Player öffnen möchte (nur ein Beispiel von vielen) der Film zuerst mal in den anderen Speicherbereich KOPIERT werden muss. Heißt ein Film mit 10GB den man sich ansehen möchte? Na dann, mindestens 20GB müssen frei sein und nachdem man fertig ist erstmal schön die Dateien in beiden Apps manuell löschen, denn sonst bleibt der Speicher belegt. Bei OneDrive wird der Speicher auch gar nicht mehr freigegeben, sondern man muss die App oft komplett löschen und neu installieren (wobei ich hier nicht weiß ob es an Microsofts Schlamperei oder der Vorgehensweise von iOS liegt).

Die beiden Systeme geben sich nicht viel! Und die Möglichkeit Apps am Store vorbei zu installieren ist für sich allein betrachtet keine Sicherheitslücke!

Wie schon oft gefragt/gesagt: Wieso verteidigen hier "alle" die Situation unter iOS wenn sie gleichzeitig bei macOS argumentieren, dass es dafür ja auch irrelevant ist, denn Viren bekommt man extrem schwer drauf? Das ist messen mit zweierlei Maß. Ist macOS schlecht bzw. total unsicher weil man dort selbst was installieren kann? Wieso soll es dann iOS sein?
+2
jmh
jmh08.07.21 12:21
ersetze "privatsphaere" durch "menschenrecht". dann wird klar, wo hier die prioritaeten liegen ...
wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.
0

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