Deutsche Bildungsmedienverlage kündigen iBooks-Alternative für Schulen an

Im Zuge der bevorstehenden Bildungsmesse didacta vom 14. bis 18. Februar werden 27 deutsche Bildungsmedienverlage eine iBooks-Alternative für Schulen vorstellen. Die Lösung "Digitale Schulbücher" soll herstellerneutral auf allen Betriebssystemen und Endgeräten laufen und bereits im Herbst 2012 in den regulären Betrieb gehen. Der Dienst "Digitale Schulbücher" ist als offene Lösung konzipiert, mit der Schulen, Lehrkräfte und Schüler Bücher verschiedener Verlage in einem Regal verwalten, lesen und nutzen können - online und offline. Die digitalen Schulbücher werden hierbei über Freischaltcodes geladen, welche man von den beteiligten Verlagen erhält. Damit sich die Lösung in der Schulpraxis bewährt, sollen auch wesentliche Whiteboard-Funktionen integriert werden. Darüber hinaus sind aber auch noch weitergehende Funktionen geplant, die aber erst im Laufe der Weiterentwicklung integriert werden sollen. Für den Datenschutz will man auf die Expertise des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein zurückgreifen. Eine erste Vorschau von "Digitale Schulbücher" will man auf der didacta der Öffentlichkeit zeigen.

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Kommentare

MYTHOSmovado
MYTHOSmovado26.01.12 11:29
Ist doch spitze, dass die jetzt auch mal in d. Puschen kommen.
Vielleicht setzt ein ähnlicher "Zugzwang" ein, wie schon bei iPhone und iPad?!?! Zu wünschen wäre es!!
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde °°° Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann...
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Retrax26.01.12 11:32
Wird das dann genauso "erfolgreich" wie die "WeTab"-Initiative?

Das war ja eher ein "WeFlop"... *sick*
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derchris26.01.12 11:35
Na das kann ja was werden ...
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shakebox26.01.12 11:36
suesser Verschreibser: "Digitale Schuldbuecher"
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macbeutling26.01.12 11:37
Klar, Apple will Geld verdienen und das wollen die Verlage natürlich alles selber behalten.

Aber ich verstehe nicht, warum nicht zuerst auf das Know-how Apples zugegriffen wird und dann mal schaut, wie es wird.

Die Steve Jobs-Biography hat ja gezeigt, dass es von Seiten der Musik-Industrie her mehrere Versuche gab, ein Bezahl-System für Musik aus dem Internet zu erfinden, nur haben sie es eben nicht gebracht.
Ähnliches befürchte ich in diesem Segment.

Apple hat nun einmal die Erfahrung, alte Dinge neu zu verpacken und an den User zu bringen, das kann man nicht Zoo einfach nachmachen.
#200€?...nurnocheinefragevontagen....
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alQamar
alQamar26.01.12 11:48
Die Antwort steht im Text:
Es soll keine proprietäre Lösung, sondern eine Plattformübergreifende gefunden werden. Mal abgesehen davon, dass solch eine Initiative sicher nicht kurzfristig nach dem Apple-Event ins Leben gerufen wurde.

Ich finde das richtig. Das größte Manko an Apples Vorstoss ist die einseitige Festlegung auf Apples Produkte. Nicht jeder kann und will sich ein iPad leisten. Und den Punkt, an dem alle Schulkinder einen Computer (geschweige denn ein iPad) gestellt bekommen, haben wir noch lange nicht erreicht. Daher macht eine Plattformübergreifende Lösung viel mehr Sinn.
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nowMAC26.01.12 11:49
So und schon können die ganzen Beschwerden über Apples geschlossenem Format aufhören denn es gibt ein Konkurrenzangebot! Wir werden sehn welches System am Markt bleibt.
Ne Ne, seit Steve Jobs nicht mehr da ist....
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Ties-Malte
Ties-Malte26.01.12 11:51
Naja, es ergibt schon einen gewissen Sinn, auch Bücher anderer Verlage ins eigene Regal stellen zu können, v.a., wenn man mit jenen Büchern/Verlagen seit Jahren arbeitet.

Ich befürchte nur ein wenig, dass, wenn eine Behörde Software entwickelt / entwickeln lässt…
The early bird catches the worm, but the second mouse gets the cheese.
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RiGo2326.01.12 11:53
@ macbeutling

Apple hat die Fähigkeit Dinge neu zu verpacken und an den User zubringen, doch handelt es sich bei Schulbüchern um Kinder! Demnach muss der Staat eingreifen und für ALLE ein System anbieten. Es darf zu keinem ZWANG für ein Gerättyp kommen.

Zudem wollen die Verlage das Vertriebssystem von Apple nicht nutzen, da sie selber ihre Gewinne einfahren wollen bzw. stehen die Vertriebsvorstellungen von Apple in wichtigen Punkten gegen die Praxis in Dtl.

So z..B. liegt die Zulassungsmacht für Schulbücher beim Staat, was Apple einfach negiert, da Apple über den Inhalt und Vertrieb entscheiden will.
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PeteramMeter26.01.12 12:01
@macbeutling
[img]Aber ich verstehe nicht, warum nicht zuerst auf das Know-how Apples zugegriffen wird und dann mal schaut, wie es wird.[/img]
Weil man keine Zwangsbindung an Appleprodukte haben möchte? VIelleicht auch mit dem Hinblick, dass für viele Familien iPads zu teuer wären? Für den Preis eines iPads kriegt man ja auch schon 2-3 Androidtabletts, die ausreichen geeignet wären.
Und auch langfristig gedacht... Wenn sich die Bildungsindustrie hier allein an Apple halten, das würd schnell zu einem Monopol führen.
So z..B. liegt die Zulassungsmacht für Schulbücher beim Staat, was Apple einfach negiert, da Apple über den Inhalt und Vertrieb entscheiden will.
Ein weiterer wichtiger Punkt.

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flocko26.01.12 12:05
Finds Spitze das es auf allen mobilen endgeräten laufen soll. Wenn es gut umgesetzt ist, warum nicht?
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qbert
qbert26.01.12 12:07
Mal abgesehen davon, dass solch eine Initiative sicher nicht kurzfristig nach dem Apple-Event ins Leben gerufen wurde.

Doch, man kann doch die Panik in der Pressemeldung förmlich riechen.
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janknet26.01.12 12:12
Grundsätzlich nicht schlecht aber hat seine Vor- und Nachteile

Vorteile:
- Plattformübergreifend
- inhaltliche höchstwahrscheinlich hochwertig

Nachteile:
- eventuell der Preis (Apple's 15.- Marke wird sicherlich nicht unterboten)
- nicht jeder der möchte kann Bücher veröffentlichen dies können nur die Verlage und deren Autoren
- Layouttechnisch eventuell nicht so gut (sowas wie iBook Author können die sicherlich nicht auf die Beine stellen)
- eventuell kann nicht jeder an diese Bücher gelangen, wenn die Verlage das über seltsame Codes machen

Die Verlage haben wohl Angst, das freie Autoren hochwertige Bücher günstiger bei Apple veröffentlichen.
Ausserdem sind Sie so gierig und wollen Apple nicht 30% abgeben.
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halebopp
halebopp26.01.12 12:12
Bin mal gespannt, ob sich dieser Trend zur elektronischen Schule in der Dritten Welt ebenfalls etablieren kann, oder ob die Kluft dann noch viel größer wird.
Das war ich nicht - das war schon vorher kaputt!
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RiGo2326.01.12 12:20
@janknet

Deine Nachteile werden der Realität nicht gerecht.
nicht jeder der möchte kann Bücher veröffentlichen dies können nur die Verlage und deren Autoren

Richtig, denn niemand darf heute einfach so ein Schulbuch herausbringen, das dauert z.Zt. etwa 6-8 Jahre bis sich Universitäten/Verlage/Staat auf ein Schulbuch geeinigt haben, es wird z.B. in Bayern von der Vertreibung der Sudetendeutschen in Geschichtsbüchern geschrieben, weil Bayern das so wollte. In anderen Bundesländern heist es die Umsiedlung. Was ich damit sagen will ist, dass jedes Bundesland eigene Schulbücher und fachliche Interpretationen zulässt oder nicht, da schießt dein Argument, was die Schulbücher betrifft, ins leere.
eventuell kann nicht jeder an diese Bücher gelangen, wenn die Verlage das über seltsame Codes machen

Ich denke das werden Gutscheincodes sein, damit auch sozial schwache, denen die Technik evtl. auch staatlich subventioniert werden muss, sich solche Lehrbücher leisten können.
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MYTHOSmovado
MYTHOSmovado26.01.12 12:23
Ich denke mal, in aller erster Linie hatte Steve Jobs zu Lebenszeiten den amerikanischen Bildungsmarkt im Blick. Diesen jetzt in diesen Diskussionen eins zu eins auf das deutsche System zu portieren, halte ich für wenig sinnvoll.

Grundsätzlich ist es für jeden Schüler sinnvoll weniger Bücher in der Gegend herumschleppen zu müssen, Bücher zu haben, die nicht auf dem Stand von vor 30 Jahren sind, und ein wesentlicher Aspekt, der bei dieser Diskussion immer wieder gerne vergessen wird, ist, einen Lernanreiz durch diese Art der Darstellung zu schaffen.

Wenn das alles ohne das iPad genauso gut funktionieren sollte, bitte schön.

Aber wie hier schon richtigerweise bemerkt wurde, dass "Problem", etwas auf die Reihe zu bringen, hatte die Musikindustrie ja auch schon.
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde °°° Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann...
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MYTHOSmovado
MYTHOSmovado26.01.12 12:24
Sorry: nicht "...dass Problem..."!! -1xs!!!
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde °°° Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann...
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Luzifer
Luzifer26.01.12 12:25
Was bitte sind "wesentliche Whiteboard-Funktionen"?

Geht das auch in Deutsch?
Cogito ergo bumm!
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janknet26.01.12 12:26
RiGo23
stimmt die Realität sieht anders aus, aber findest du es richtig das der Staat entscheidet was in Geschichtsbüchern zu stehen hat?
Und die Reaktionszeit von 6-8Jahren ist auch unterirdisch.
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ThorsProvoni
ThorsProvoni26.01.12 12:27
Es ist natürlich begrüßenswert, wenn die deutschen Bildungsmedienverlage endlich aufwachen und hier ein weiteres Angebot schaffen. Ich wage aber mal zu bezweifeln, dass das ohne die Ankündigung von Apple passiert wäre.

In der Nachricht steht übrigens etwas von einer iBooks-Alternative. Nicht von iBooks Textbooks. iBooks versteht ganz normales ePub-Format. Und mehr werden auch die deutschen Bildungsmedienverlage nicht bieten. Oder glaubt einer im Ernst, dass die eine iBooks Author-Alternative und iBooks Textbooks plattformübergreifend in einem halben Jahr auf die Beine bringen?

iBooks Textbooks werden für eine ganze Weile alternativlos bleiben. Wobei ich den Einsatz eher im Studium sehe, wo sich die Studenten die Bücher sowieso selber kaufen müssen.

Ich war letzte Woche bei einem Tag der offenen Tür eines Gymnasiums. Im Informatikunterricht wird Delphi und Hasekell auf 486er mit 15“ Röhrenmonitoren unterrichtet. Ich würde mal sagen, dass mein Sohn bereits in Rente ist, bevor dort flächendeckend Tablets im Einsatz sind
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MYTHOSmovado
MYTHOSmovado26.01.12 12:34
Whiteboard, so nannte Microsoft unlängst eine Funktion in Paint und/oder Netmeeting. Damit konnte zwei miteinander verbundene User gemeinsam an einem Dokument arbeiten.

Bitte korrigieren, wenn ich mich irre.
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde °°° Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann...
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chessboard
chessboard26.01.12 12:35
Reden wir drüber, wenn's was zu sehen gibt. Ich persönlich glaube nicht (mehr) daran, dass unsere deutschen Verlage, speziell die Schulbuchverlage, tatsächlich die Kraft und die Ideen haben, so etwas in überzeugender Form umzusetzen. Viel eher befürchte ich einen weiteren PDF-Reader mit einem DRM-System der Verlage.

Ich war mal an einem Projekt eines großen deutschen Schulbuchverlags beteiligt. Da kann man nur sagen: "Als Tiger gesprungen und nachher noch nicht mal als Bettvorleger geeignet." Was da an Kompetenzgerangel und Intrigen gelaufen ist, war schon nicht mehr lustig, und das "Produkt" was am Ende herauskam, war von vornherein für die Tonne.

Insofern - keine großen Töne spucken, sonder ein fertiges und ausgereiftes Produkt präsentieren.
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RiGo2326.01.12 12:36
@ janknet

Die Zeit ist unterirdisch. Kein Frage. Bei der Frage ob es richtig ist das jedes Bundesland entscheidet was in ihrem Büchern steht, da sind die Argumente bei mir pari pari, denn einerseits hilft eine Trias aus Staat/Universität/Verlag das u.a. die Hirngespinste von Holocaustleugnern außen vor bleiben und damit die "wissenschaftlich objektive" Qualität gesichert ist, doch auf der anderen Seite finde ich es schon komisch das von Bundesland zu Bundesland verschiedene Bücher notwendig sind. Aber das ist letzten Endes eine Föderalismusdebatte.
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memphyss
memphyss26.01.12 12:36
ThorsProvoni
Ich muss auch sagen ich sehe es als eher kritisch wenn im Unterricht zuviel mit Computern und Tablets gearbeitet wird. Ein Computer bietet immer auch die Möglichkeit, dass sich die Schüler ablenken lassen und bei den momentan üblichen Klassen (30 Schüler ±5) ist das mit einer Lehrkraft nur selten umsetzbar, finanziell sowieso nicht.

MYTHOSmovado
Ein Whiteboard ist im Prinzip eine Tafel, allerdings mit mehr Möglichkeiten.
Kann mit Stift beschrieben werden, aber auch als interaktive Projektionsfläche genutzt werden.
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mbk8126.01.12 12:38
Das klingt doch eher nach einem gewagten Schnellschuss! Denn hier sehen die Verlagsleute ihre Gewinnmargen schrumpfen und schon bald sind sie ganz überflüssig. Spätestens wenn die Lehrer ihre eigenen Bücher an den Mann bringen können, ohne Umweg über Druckerei, Verlag und Vertriebe - dann geht ein weiteres Monopol zu Ende. Wie dies genau ablaufen wird, liegt jedoch nicht in den Händen von Apple, sie haben nur den Startschuss dafür gegeben. Und ob iPad oder eine andere Plattform. Die Geräte sind als Schulbuchersatz idealst geeignet.
Und wer die Details in Deutschland kennt: Die deutsche Schulbuchverlagslandschaft ist nichts anderes als ein sicheres Oligopol, ähnlich wie bei den Tankstellen.
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LoCal
LoCal26.01.12 12:39
Ich weiss nicht ob es oben schon jemand geschrieben hat, falls ja sorry für die Wiederholung:

Dass die "27 deutsche(n) Bildungsmedienverlage" jetzt damit um die Ecke kommen sind peinlich. Was glauben die bis wann die etwas Vorzeigbares haben? 2015? 2016?

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Furcas26.01.12 12:43
qbert
Die deutschen Verlage sind bestimmt die letzten Verlage die Panik bekommen.
In Deutschland müssen Schulbücher bei den Kultusministerien vorgelegt werden, werden dann geprüft und vielleicht zugelassen. Das für alle Bundesländer einzeln.
Aus diesen zugelassenen Büchern kann eine Schule dann wählen.
Es gabe ja auch schon ander schöne Ideen wie Open Access, aus denen ja auch nichts geworden ist. Die Verlage stehen in guter Beziehung zur Politik, den es geht um gut 200 Mio. Euro, die die Verlage damit Umsätzen.
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wall-e26.01.12 13:03
klasse, weniger haltungsschäden…
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o.wunder
o.wunder26.01.12 13:05
Sehr gute Initiative!

Es kann nicht sein das unsere Schulbildung von einem einzigen Hersteller von Vertriebsplattformen abhängt.

Hersteller übergreifende Lösungen sind in diesem Bereich Pflicht und nur diese sollten gesetzlich zugelassen sein.

Apple kann seine Lösung ja offen legen und damit eine Portierung auf Android, Amazon und andere Systeme ermöglichen. Da wird niemand etwas dagegen haben. Solange das Apple nicht macht, sollten Die keine Zulassung für Schulbücher bekommen.
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Gerhard Uhlhorn26.01.12 13:14
RiGo23
Ich denke das werden Gutscheincodes sein, damit auch sozial schwache, denen die Technik evtl. auch staatlich subventioniert werden muss, sich solche Lehrbücher leisten können.
Du meinst aber sicher finanziell schwache. Denn sozial schwache Menschen können durchaus Geld haben.
Es darf zu keinem ZWANG für ein Gerättyp kommen.
Na ja, zumindest müssen die Geräte/Betriebsystem das Datenmaterial darstellen können. Und wenn man sich das Beispielbuch von Apple lädt, dann sieht man, dass sogar das iPad schon Schwierigkeiten hat damit klar zu kommen. Und wie sollen das erst die anderen Anbieter ohne Core Animation machen?
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