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Meta AI Glasses: Höchst private Szenen landen bei Subunternehmen

Als Google im Jahr 2012 das AR-Headset „Google Glass“ als Prototypen vorstellte, äußerten Datenschützer umfangreiche Befürchtungen, dass die integrierte Kamera ständig die Umgebung des Trägers erfassen und an Server des Herstellers übermitteln könnte. Vierzehn Jahre später ist mit Meta Ray-Ban Display ein ähnliches Modell frei erhältlich – und die damals geäußerten Bedenken haben anscheinend immer noch Gültigkeit: Eine Investigativreportage der schwedischen Zeitung „Svenska Dagbladet“ weist nach, dass Bilder und Videos auf den Bildschirmen von „Data Annotators“ landen. Die Inhalte sind teilweise äußerst privater Natur.


Die Journalisten sprachen mit dreißig Angestellten des Unternehmens Sama, welches in Kenia beheimatet ist und im Auftrag von Meta Video- und Audiomaterial auswertet. Was die Data Annotators erledigen, ist essenziell für die Zuverlässigkeit der Meta-KI – durch Bestätigung oder Widerspruch der KI-Vermutungen werden die Fähigkeiten des verwendeten Modells optimiert. Doch welche Szenen für die Weiterentwicklung der Meta-KI verwendet werden, dürfte den Nutzern nicht bewusst sein. Angestellte berichten von Szenen, die eindeutig zu privat sind, um für KI-Training herangezogen zu werden: Gelegentlich müssen sie mit ansehen, wie Menschen sich ausziehen, auf Toilette gehen oder miteinander intim sind.

Ausschalten unmöglich
In Schweden machen die Journalisten eine Probe aufs Exempel und versuchen, die Übermittlung von Daten zu Trainingszwecken zu unterbinden. Dies erschien ihnen jedoch unmöglich: Die Smartphone-App zur Steuerung der Meta-AR-Brillen erlaubte ihnen zwar, die Kommunikation mit den Servern des Herstellers zu unterbinden, dann lieferte die KI allerdings auch keine Antworten mehr. Will man künstliche Intelligenz, müssen Nutzer zustimmen, dass „gelegentlich“ Daten für KI-Training verwendet werden. Wann dies geschieht, oder welche dies waren, bleibt verborgen. Aus den Berichten der kenianischen Data Annotators sind Aufnahmen dabei, bei denen keine KI-Interaktion stattfindet.

Widerspruch zu DSGVO?
Gemäß der Datenschutzgrundverordnung sind Hersteller verpflichtet, Informationen entsprechend den EU-Datenschutzregeln zu behandeln. Meta erklärt, dies bedeute nicht, dass die so gesammelten Daten in der EU verbleiben müssen, sondern verpflichte lediglich zu einer Aufarbeitung und Verarbeitung gemäß EU-Regeln. Auf die Frage, ob und wie dies bei Subunternehmen in Niedriglohnländern gewährleistet wird, antwortete der Konzern nicht. Ehemalige Angestellte des Meta-Konzerns bestätigten, dass intime Details vom KI-Training ausgenommen werden. Die Gesichter von Personen sowie private Details wie Kreditkartennummern sollten automatisch unkenntlich gemacht, allzu intime Interaktionen herausgefiltert werden. Doch dieser Automatismus mache regelmäßig Fehler, so die Ex-Meta-Mitarbeiter.

Kommentare

Peter Eckel03.03.26 17:35
Nein! Doch! Oooh!
Ceterum censeo librum facierum esse delendum.
+23
deus-ex
deus-ex03.03.26 17:55
Also das man sich darüber wundert dass das passiert, das wundert mich dann doch. Bei Meta ist man nicht Kunde, sondern Produkt! Kunden sind die Werbetreibenden.
+19
spheric
spheric03.03.26 18:43
Hurra.
Früher war auch schon früher alles besser!
+3
Peanuts
Peanuts03.03.26 18:46
Meta kann man nicht trauen. Die verwenden alles was sie bekommen können.

Ich habe schon länger alles von Meta gekündigt und gelöscht.
+8
MatzeB03.03.26 18:53
Welcher Schwachmat kommt auch auf die Idee solch eine Brille bei Transaktionen mit der Bank aufzusetzen?
Kein Mitleid!
Diese ka** Brillen sollten sowieso im öffentlichne Raum erkennbar sein.
Grün, Blaue, Rote LED am Brillenramen, um zu erkenn, wer dich da grade scannt.

Hals
+5
pentaxian
pentaxian03.03.26 19:09
MatzeB
Diese ka** Brillen sollten sowieso im öffentlichne Raum erkennbar sein.
Grün, Blaue, Rote LED am Brillenramen, um zu erkenn, wer dich da grade scannt.

und 'ne Rundumleuchte auf dem Kopf...
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
+5
frankh03.03.26 19:19
Hatten wir das nicht schonmal bei Staubsaugrobotern?

Irgendwo habe ich noch "glasshole" aufkleber
+3
trigunas10803.03.26 20:52
da müssen Veranstalter von öffentlichen Veranstaltungen in ihren Datenschutzbestimmungen sich immer bestätigen lassen das es ok ist Aufnahmen zu machen usw. ....
Ich bin dafür das jeder der so ne Brille im öffentlichen Raum trägt das von jedem der von der Brille erfasst wird eine Einwilligung braucht. Und wenn er die Zustimmung nicht bekommt und trotzdem filmt darf der Gefilmte den Brillenträger und Meta auf Datenschutzverletzung in Höhe von 10 Mio verklagen oder im Eilverfahren dem Brillenträger die Brille von der Nase nehmen und mit dem Schuhabsatz zerbröseln.
0
Unwindprotect03.03.26 22:20
Eines muss man Meta lassen! Sie werden ihrem Ruf wirklich sehr zuverlässig gerecht!
+1

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