YouTube will "KI-Müll" bekämpfen – und gleichzeitig die eigenen LLM-basierten Werkzeuge ausbauen


Das Jahr 2025 stellte einen Durchbruch für KI-generiertes Bewegtbild dar. Sowohl Runway als auch Sora machten große Fortschritte bei generativer Videoerzeugung: Erstmals waren KI-Werkzeuge allgemein verfügbar, welche auf Basis eines Prompts verlässlich überzeugende, mehrere Sekunden lange Videoszenen erzeugen. Das Resultat sieht man auf vielen Videoportalen: KI-generierte Inhalte werden häufiger, länger und überzeugender. Für YouTube-CEO Neal Mohan stellt das eine Herausforderung dar: In der traditionellen
Jahresvorschau kündigte er Maßnahmen an, um "KI-Slop", wie mit Künstlicher Intelligenz erzeugte Inhalte minderer Qualität umgangssprachlich genannt werden, in die Schranken zu weisen.
Im Verlauf von 20 Jahren habe man gelernt, dem Creator-Ökosystem nicht mit Vorverurteilungen zu begegnen. Als Beispiel nannte er Let’s-plays und ASMR-Videos, welche inzwischen Mainstream-Hits seien. Dem gegenüber stünde jedoch eine Verantwortung, qualitativ hochwertige Inhalte an Nutzer zu senden. Deswegen baut YouTube die bestehenden Empfehlungsalgorithmen aus, um Spam und Clickbait zu bekämpfen sowie die Verbreitung von minderwertigen und sich wiederholenden Inhalten zu begrenzen.
Transparenz und SchutzZudem sei es wichtig, dass Zuschauer stets wüssten, wann etwas von einer KI stamme. YouTube selbst markiere, was mit den konzerneigenen KI-Werkzeugen entstanden sei. Wer Videos hochlade, sei verpflichtet, anzugeben, wenn ihre Inhalte KI-generiert seien. Das Content-ID-System, bisher zur automatischen Erkennung urheberrechtlich geschützter Inhalte gedacht, soll zukünftig auch Deepfakes erkennen, also KI-generierte Szenen, die einer echten Person nachempfunden sind.
Ausbau des eigenen KI-AngebotsGleichzeitig will das Videoportal beim Wettbewerb um KI-Funktionen mithalten und betont, YouTubern eigene KI-Werkzeuge anzubieten, etwa um Kurzvideos mit dem eigenen Konterfei zu erzeugen oder individuelle Browser-Spiele per Texteingabe zu erstellen. Stolz ist Mohan auch auf die automatisch erzeugten Übersetzungen – mehr als 6 Mio. YouTube-Nutzer hätten im Dezember mindestens zehn Minuten Videos mit dieser hauseigenen künstlichen Sprachausgabe betrachtet. Ob das freiwillig geschah, lässt sich allerdings bezweifeln – YouTube aktiviert die KI-Stimmen automatisch, wenn die Standardsprache des Nutzers eine andere ist als die des Videos, und verbirgt den Umschalter in einem Untermenü.