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Den DMA in die USA holen: Überparteiliche Initiative in den USA – Apple mit Standardargumenten

In den USA flammt eine Debatte wieder auf, die Apple aus Europa nur zu gut kennt. Die Senatoren Chuck Grassley und Amy Klobuchar haben den "American Innovation and Choice Online Act" erneut eingebracht. Der parteiübergreifende Gesetzesvorschlag zielt auf große Online-Plattformen und soll verhindern, dass diese eigene Dienste bevorzugen, Wettbewerber benachteiligen, Konkurrenz im Keim ersticken oder Nutzer in bestimmten Voreinstellungen festhalten. Betroffen wären neben Apple auch Google, Amazon und Meta.


Strengere Regeln für die ganz Großen
"AICOA" würde nur sehr große Plattformen erfassen. Vorgesehen sind unter anderem Schwellenwerte von mindestens 175 Milliarden Dollar durchschnittlichem Jahresumsatz sowie eine Reichweite von mindestens 34 Prozent der US-Haushalte oder monatlich aktiven US-Nutzern ab zwölf Jahren. Apple fiele damit unter die geplanten Regeln. Der Entwurf erinnert inhaltlich stark an den Digital Markets Act der EU und übernimmt die wesentlichen Kernpunkte.

Die Initiatoren sprechen von einem gezielten Gesetz, das Wettbewerb und Verbraucherpreise verbessern soll, denn ab einer gewissen Größe und Macht lassen sich die normalen Regeln des freien Marktes außer Kraft setzen. Freie Wahl und faire Preisfindung funktionieren dann nicht mehr, wenn Betreiber Schiedsrichter, Spielfeld und Mitspieler sind – es Großkonzerne also zu einem Einfluss gebracht haben, der Konkurrenten den Markteintritt schwer bis unmöglich machen kann.

Gleicher Grundsatz wie DMA, gleiche Argumente
Bei der Diskussion geht es um dieselbe Grundsatzfrage wie beim DMA. Sind Apples Kontrollmechanismen ein notwendiger Teil von Datenschutz, Sicherheit und Nutzererlebnis – oder dienen sie dazu, Wettbewerb im eigenen Ökosystem kleinzuhalten und möglichst viele Nutzer an eigene Produkte zu binden? Apples Argumentation lautet stets, alles immer nur zum Wohle der Kunden zu lösen. Jede Einschränkung der bisherigen Geschäftspolitik bedeute unweigerlich, die Sicherheit der Nutzer zu gefährden.

In den USA wiederholt man aktuell genau diese Begründungen, welche allerdings gegenüber den Wettbewerbshütern verschiedener Wirtschaftsräume nicht sonderlich wirkungsvoll waren. Allein der Blick auf Apples gigantische Umsätze mit eigenen Diensten zeige, warum Apple hier keinen Wettbewerb möchte, so die Gegenargumente. Außerdem sei es noch immer die Entscheidung der Nutzer und nicht des Großkonzerns, welche Produkte man gerne verwenden würde.

Kommentare

Performant8412.06.26 20:09
Wird bei deren politischem System niemals verabschiedet, so ein Gesetz, von dem "kleinere" Firmen profitieren und Benutzer mehr Wahlmöglichkeiten erhalten.
+2
darkov
darkov12.06.26 22:37
Performant84
Wird bei deren politischem System niemals verabschiedet, so ein Gesetz, von dem "kleinere" Firmen profitieren und Benutzer mehr Wahlmöglichkeiten erhalten.

Krass, ich musste deinen Satz rückwärts lesen 😂
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David_B
David_B13.06.26 07:43
Standard Oil lässt grüßen?
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panfire13.06.26 15:25
Ich habe grundsätzlich nichts gegen den DMA. Was mir aber fehlt, ist eine klare Antwort auf die Frage, welche Konsequenzen es hat, wenn durch einen Drittanbieter die Sicherheit des Systems kompromittiert wird.

Auch bei der EU-Version lese ich fast immer nur, Apple müsse sein System für andere Anbieter öffnen. Kaum je wird jedoch sauber erklärt, welche Risiken daraus entstehen und wer im Ernstfall dafür verantwortlich ist. Oder habe ich da was übersehen?

Wenn das Produkt eines solchen Anbieters zu Sicherheitsproblemen führt, heisst es am Ende vermutlich einfach: Das liegt in der Verantwortung des Anwenders.
Als die Menschheit begann Schuhe zu tragen, hat sie den Boden unter den Füssen verloren.
+2
Performant8413.06.26 15:54
panfire
Ich habe grundsätzlich nichts gegen den DMA. Was mir aber fehlt, ist eine klare Antwort auf die Frage, welche Konsequenzen es hat, wenn durch einen Drittanbieter die Sicherheit des Systems kompromittiert wird.
Die gleichen wie wenn Apples Systeme sicherheitskompromittiert wurden!?
Wenn das Produkt eines solchen Anbieters zu Sicherheitsproblemen führt, heisst es am Ende vermutlich einfach: Das liegt in der Verantwortung des Anwenders.
Wieso Anwenders? Wenn (Zitat) das Produkt eines Anbieters zu Sicherheitsproblemen führt, dann liegt das in der Verantwortung dieses Anbieters.
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panfire13.06.26 17:07
Performant84
Wieso Anwenders? Wenn (Zitat) das Produkt eines Anbieters zu Sicherheitsproblemen führt, dann liegt das in der Verantwortung dieses Anbieters.

Ganz einfach: Sobald verschiedene Hersteller beteiligt sind, zeigt im Problemfall jeder auf den anderen. Am Ende bleibt dann oft nur noch die bequeme Formel: Das liege in der Verantwortung des Benutzers.

Das ist vielleicht nicht grundsätzlich falsch. Dann möchte ich aber auch bewusst entscheiden können, welchem Modell ich vertraue. Entweder wähle ich ein Apple-Produkt, bei dem ich eher davon ausgehe, dass Sicherheit und Datenschutz höher gewichtet werden, auch wenn das natürlich keine absolute Garantie ist. Oder ich entscheide mich für das Android-Universum, mit grösserer Freiheit, aber auch mit den entsprechenden Risiken und Verantwortlichkeiten.

Ein pragmatischer Ausweg wäre ein einfacher Schalter: entweder «nur Apple-zertifizierte Welt» oder «alles offen». Dann wäre klar, wofür man sich entscheidet, und die Verantwortung läge tatsächlich dort, wo sie hingehört: beim Benutzer, der diese Wahl bewusst getroffen hat.
Als die Menschheit begann Schuhe zu tragen, hat sie den Boden unter den Füssen verloren.
+2
System 6.0.113.06.26 20:50
Ein pragmatischer Ausweg wäre ein einfacher Schalter: entweder «nur Apple-zertifizierte Welt» oder «alles offen». Dann wäre klar, wofür man sich entscheidet, und die Verantwortung läge tatsächlich dort, wo sie hingehört: beim Benutzer, der diese Wahl bewusst getroffen hat.

Diese „pragmatischen Schalter“ haben wir ja bereits. Wir können/müssen wählen, was unser Standardbrowser ist/sein soll und welche Suchmaschine standardmäßig verwendet werden soll. Ebenso können wir entweder den App-Store von Apple verwenden, oder andere Quellen verwenden.

Der Default bei den erwähnten Schaltern ist: Safari, keine Suchmaschine und der App-Store von Apple. Also so, das alles im Sinne von Apples Sicherheits-Policy funktioniert.

Wünschenswert wäre also, wenn Apples Gemini-Integration voreingestellt sein dürfte, und andere Verbindungen in den Einstellungen oder in einer App vorgenommen werden könnten. Wobei in der Auswahl ein Dialog angemessen wäre, der vor den Konsequenzen einer Änderung warnt, also beispielsweise eine Liste mit den privaten Daten, auf die das andere Modell dann zugreifen wird.

Wer dann noch meckert, weil er die AI von Russia-Today installiert hat, und ein Dankschreiben für die Bereitstellung seiner privaten Daten von Putin bekommt, der ist dann halt selber schuld. Oder etwa nicht?

Blöd sind halt BILD-Schlagzeilen wie APPLE-KI RAUBT PRIVATE DATEN! Es ist zwar eine Lüge, aber who cares …
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