HBO Max und Paramount: Fusion vorerst blockiert


Warner Bros. und Paramount: Diese Filmstudios tragen nicht nur weltweit bekannte und somit klangvolle Namen. Sie sind auch mehr als hundert Jahre alt und verfügen über enorme Archive. Mittlerweile sind sie – jedes für sich – Teil noch größerer Unternehmen, zu deren Portfolio unter anderem auch Fernsehsender und Streamingdienste gehören. Als die beiden Konzerne sich auf die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch die Paramount Skydance Corporation einigten, erregte das großes Aufsehen und stieß auf einige Bedenken. Die Marktmacht könne nach dem Zusammengehen den Wettbewerb erheblich einschränken und die Konkurrenz behindern, lautete eine der Befürchtungen. Durch die Übernahme werde möglicherweise nicht nur der Filmsektor beeinträchtigt, sondern auch der Markt für Streamingdienste.
Fusion könnte Auswirkungen auf Apple TV+ habenMit der rund 110 Milliarden US-Dollar teuren Transaktion ist nämlich auch die Fusion von HBO Max (Warner) und Paramount+ verbunden. Diese hätte unter anderem Auswirkungen auf Netflix, das zuvor Warner Bros. Discovery übernehmen wollte, aber auch auf Apple. Der iPhone-Hersteller betreibt bekanntlich mit Apple TV+ einen Streamingdienst, auf dem auch von Warner Bros. produzierte Inhalte zu finden sind, etwa „Ted Lasso“ und „Shrinking“ (siehe
). In anderen Bereichen wie etwa Fernsehsendern könnte es, so die Befürchtung von Wettbewerbsexperten, ebenfalls zu Verwerfungen kommen. Die bei solchen Übernahmen stets erforderlichen kartellrechtlichen Untersuchungen sind daher auch in diesem Fall komplex und nehmen üblicherweise viel Zeit in Anspruch. Währenddessen treiben die beteiligten Unternehmen den Vollzug der Transaktion weiter voran.
Gericht legt Übernahme für zwei Wochen auf EisDas US-Justizministerium hatte der Übernahme bereits zugestimmt. Vom US-Bezirksgericht das nördliche Kalifornien wurde sie jetzt allerdings für zwei Wochen auf Eis gelegt. Das berichtet
NBC News. Die zuständige Richterin Araceli Martínez-Olguín erließ die Anordnung, die Transaktion und somit deren Vollzug bis zum Ablauf von 14 Tagen auszusetzen. Die Frist will das Gericht nutzen, um über einen Antrag auf einstweilige Verfügung zu verhandeln. Zwölf US-Bundesstaaten hatten diesen eingereicht, weil sie die „Auslöschung des Wettbewerbs“ in Hollywood befürchten. Die Folge wären unter anderem höhere Preise, geringere Qualität und weniger Inhalte für Film und Fernsehen, heißt es in der Klageschrift. Geschädigt würden dadurch nicht nur Kinobesitzer und Kabel-TV-Unternehmen, sondern letztlich auch die Verbraucher, erklärte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta.
Weitere Klagen in den USA anhängig, EU prüft nochDie Verhandlung über den Antrag auf einstweilige Verfügung ist für den 3. August anberaumt. Neben den Kartellbehörden in den USA müssen unter anderem auch die Wettbewerbshüter der Europäischen Union der Fusion zustimmen. Das Verfahren in Brüssel läuft derzeit noch. In den USA sind zudem weitere Klagen anhängig, beispielsweise seitens der Writers Guild of America. Die Übernahme könnte sich also noch einige Zeit hinziehen oder schlussendlich sogar ganz scheitern.