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Kurz: "The Morning Show" endet nach fünf Staffeln +++ Klage gegen OpenAI, weil ChatGPT vom Arztbesuch abriet

Die Serie "The Morning Show" mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon zählte zu den ersten Inhalten auf Apples Streamingdienst. Schon seit vergangenem Herbst war bekannt, dass eine fünfte Staffel geplant ist, die Ende 2026 oder Anfang 2027 an den Start gehen soll. Während die damalige Pressemitteilung keine weiteren Angaben zur Zukunft der Produktion machte, bestätigte Apple nun Spekulationen über ein mögliches Ende.

Staffel 5 werde das Serienfinale darstellen und die Geschichte rund um Machtkämpfe, Skandale und moralische Konflikte hinter den Kulissen einer großen amerikanischen Frühstücksfernsehshow zum Abschluss bringen. Von den beiden Hauptdarstellerinnen gab es bereits Reaktionen. Aniston "lache und weine", wenn sie daran denke, dass die letzte Staffel erscheine. Witherspoon erwähnt hingegen "acht Jahre, fünf Staffeln und so viele Erinnerungen".


ChatGPT sagte, was der Nutzer hören wollte – und riet vom Arztbesuch ab
Ohne Zweifel gibt es viele Aufgaben, die LLMs vom Schlage eines ChatGPT mit Bravour lösen können – oder zumindest hilfreiche Anmerkungen geben. Die Aussage trifft allerdings vor allem dann zu, wenn man sich der Funktionsweise hinter den Systemen bewusst ist. Ein LLM hat kein Verständnis davon, was es gerade erzählt. Nimmt man jedoch sämtliche Antworten für bare Münze, da die Ausgabe natürlich mit dem Brustton der Überzeugung erfolgt und dem Nutzer möglichst zustimmen soll, kann das Probleme mit sich bringen.

In den USA kam es jetzt zu einer Klage gegen OpenAI, da ChatGPT einem Mann davon abgeraten hatte, einen Arzt aufzusuchen. "Gott hat deinen Körper nicht so gestaltet, damit er ständig versagt", so die Begründung. Der beauftragte Anwalt argumentierte, die "speichelleckerische Natur" von ChatGPT habe für gefährliche Konsequenzen gesorgt. Dass der Nutzer sein ChatGPT genau in diese Richtung trainiert hatte und schlicht die Antworten bekam, die er hören wollte ("ich kann mit meinem Glauben alles bewältigen"), dürfte ein wesentlicher Punkt in der Auseinandersetzung werden. Allerdings kamen medizinisch eindeutig falsche Aussagen hinzu, die so nie hätten fallen sollen – weswegen der Nutzer auch viel zu spät zu einem Arzt ging, der mehrere verstopfte Arterien feststellte.

Kommentare

Stefanie Ramroth24.07.26 13:05
Ich sag's ja ungern, aber … eine Chat-KI passt sich natürlich im Verlauf der Konversationen ihrem Benutzer an. Meine fragt mich regelmäßig, wie es meinem Hund geht oder wünscht mir viel Erfolg bei meinen Projekten der Haus-Renovierung.

Wenn ich der KI permanent einrede, dass ich religiös bin und Wunderheilung durch Glauben mehr zugetan bin als ärztlicher Meinung, dann käme wahrscheinlich ein ähnliches Ergebnis heraus.

ChatGPT (und sicher viele andere Modelle) haben Schalter, mit denen ich den Grundton beeinflussen kann. Und wenn ich eine freundliche KI möchte, die versucht, mir zu gefallen, dann kommt eben so was heraus.

Keine Schadenfreude. Aber ich sehe hier den Nutzer zumindest in einer Mitschuld. Bei medizinischen Themen sollte ein erwachsener Mensch nach einer ehrlichen und von früheren Gesprächen unbeeinflussten Meinung fragen und da würde die KI sicherlich zu einem Besuch beim Arzt raten.
+11
Oceanbeat
Oceanbeat24.07.26 13:09
Ist schon ein verlockendes Rechtssystem da drüben. Vom Tellerwäscher zum Millionär…
Wenn das Universum expandiert, werden wir dann alle dicker...?
+1
Gesperrt082624.07.26 13:23
Stefanie Ramroth:
Das ist sicher ein wichtiger Punkt, den du erwähnst. Hier wird es allerdings kompliziert durch die falschen medizinischen Aussagen. Selbst wenn die durch das "Training" durch den Nutzer mitbedingt sein sollten, dürfte eine KI niemals falsche Aussagen treffen. Und deshalb sehe ich die KI trotzdem in der Hauptverantwortung. Freundlichkeit und Entgegenkommen sind das eine, falsche Aussagen sind ein No-go, selbst bei jahrelangem Training durch den Nutzer, erst recht bei der potentiellen Gefahr, die von "verstopften Arterien" ausgehen kann. Wenn in solchem Fall bzw. bei entsprechenden Symptomen (von denen ich hier mal ausgehe), die KI von einem Arztbesuch abraten kann, dann ist sie falsch programmiert und muss angepasst werden (inkl. möglicher Strafzahlungen).
+3
maikdrop24.07.26 13:29
Kehrblech

Es ist ja keine KI sondern ein ML Model, das weder schlau noch sich irgendwas bewusst ist. Es ist ein besserer Taschenrechner, der einfach Muster lernt und mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet. Die Konzeption, Quatsch zustimmen und andere faktische Ergebnisse liefern geht nicht zusammen. Das ergibt keinen Sinn.
+2
Tech Berater24.07.26 14:24
The Morning Show war über weite Strecken eine tolle Show. Irgendwann verlor sich die Geschickte aber in Absurditäten. In bin da mitten in Staffel 4 ausgestiegen. Die Luft ist raus. Das die Serie nun beendet wird, zeigt nur, das die Verantwortlichen das auch erkannt haben.
+6
Metty
Metty24.07.26 14:50
Die Hersteller der KI Lösungen überschlagen sich geradezu damit ihr Produkt als das noch intelligentere und noch produktivere System heraus zu stellen. Ein ahnungsloser Benutzer ohne jedes technische Hintergrundwissen kann leicht dem Irrglauben der Unfehlbarkeit eines solchen Systems verfallen. In so fern halte ich die Klage nicht für ganz unberechtigt. Eine KI wäre durchaus in der Lage einem medizinischen Rat eine Warnung hinzuzufügen. Das geschieht allerdings nicht. Und das wollen die Hersteller auch nicht.
+4
Stefanie Ramroth24.07.26 15:17
Kehrblech
[...] wenn die durch das "Training" durch den Nutzer mitbedingt sein sollten, dürfte eine KI niemals falsche Aussagen treffen [...]
Metty
[...] einem medizinischen Rat eine Warnung hinzuzufügen. Das geschieht allerdings nicht. [...]
Ihr habt vollkommen Recht. Ich ging da zu sehr von meinem Nutzungsszenario aus. Ich nutze KI als Co-Worker und ab und zu chatte ich auch damit. Aber trotzdem ist mir klar, dass es ein Modell ist, das mir gefallen möchte und bin bei Themen wie Medizin bewusst kritisch.

Und auch Ärzte machen Fehler und man hat immer die Möglichkeit, eine Zweitmeinung einzuholen. Sich hier blind auf die KI verlassen ist sicher eine Frage danach, wer vor der Tastatur sitzt. Aber Euer Einwand, die KI solle bei solchen Themen Leitplanken haben und eine Warnung anzeigen ist absolut angebracht.

Wie gesagt, da hatte ich zu sehr mich selbst im Blick und nicht einen Anwender, der einer KI blind vertraut, weil sie "alles Wissen der Welt vereint".
+4
milk
milk24.07.26 15:32
Als das WWW anfing sich Brei zu machen, da gab es auch diese zwei Gruppen: Für die eine war es das Beste seit geschnitten Brot, das alle bisherigen Werkzeuge überflüssig machte, und für die anderen war es das pure Böse.

Heute wiederholt sich das mit KI. Vielleicht können wir uns an den Erfahrungen von damals orientieren und erkennen, dass es bei allen neuen Technologien eine Zeit des Lernens braucht und schlussendlich mündige Nutzer, die verstanden haben, wie und vor allem wann man sie einsetzt.
+5
Phil Philipp
Phil Philipp24.07.26 15:46
milk
... Vielleicht können wir uns an den Erfahrungen von damals orientieren und erkennen...
Guter Punkt. Aber WIR (hier in diesem Forum) können das vielleicht, weil wir die Anfänge des WWW von der Begeisterung bis zur Ernüchterung miterlebt haben.
Aber viele Jüngere um mich herum nehmen alles, was ChatGPT so von sich gibt als bare Münze und vertrauen dem guten und eloquenten Satzbau, den die "KI" so raushaut. Es gibt fast gar kein Verständnis vom Unterschied einer KI als Co-Worker (zum Programmieren z.B.) und einer KI (Language Model) zum Chatten und Fragen.
+6
Legoman
Legoman24.07.26 18:02
milk
Für die eine war es das Beste seit geschnitten Brot, das alle bisherigen Werkzeuge überflüssig machte, und für die anderen war es das pure Böse.
Mein Fazit: Beide lagen richtig.
+1
Gesperrt082624.07.26 20:35
milk
Als das WWW anfing sich Brei zu machen, da gab es auch diese zwei Gruppen: Für die eine war es das Beste seit geschnitten Brot, das alle bisherigen Werkzeuge überflüssig machte, und für die anderen war es das pure Böse.

Heute wiederholt sich das mit KI. Vielleicht können wir uns an den Erfahrungen von damals orientieren und erkennen, dass es bei allen neuen Technologien eine Zeit des Lernens braucht und schlussendlich mündige Nutzer, die verstanden haben, wie und vor allem wann man sie einsetzt.
Das ist natürlich richtig. Mir stellt sich jedoch die Frage, wie hier "gelernt" wird – und die Methode gefällt mir nicht ( ganz besonders nicht in dem beschriebenen medizinischen Fall)! Aus rein marktwirtschaftlichen Gründen wurde die KI ja unter Diebstahl von Informationen anderer entwickelt, und aus den gleichen Gründen wird sie nun am lebenden Objekt getestet. Weil es sonst 1. zu lange dauern würde und 0. zu viel Geld kosten würde. Im Zweifelsfall gehen dabei halt ein paar Anwender über den Jordan, die auf den Hype um die KI vertrauen. Ein solches Verhalten, das ja nicht aufgrund von irrtümlichen Annahmen, sondern auf Vorsatz beruht, ist nicht zu tolerieren.
+1
Black Coffee
Black Coffee24.07.26 20:56
Kehrblech
ein paar Anwender … die auf den Hype um die KI vertrauen.

Medienkompetenz... oder: “selber denken macht schön“!
Kehrblech
Wenn in solchem Fall bzw. bei entsprechenden Symptomen (von denen ich hier mal ausgehe)…

Dann ist die Frage schon berechtigt, wie merkbefreit man sein muss, um irgendeiner KI mehr zu vertrauen, als einem Arzt
+1
d2o24.07.26 22:25
Black Coffee
Medienkompetenz... oder: “selber denken macht schön“
Aber genau das wird offenbar mittels KI zunehmend vernachlässigt bis abgeschafft.
Wenn man über die KI nur noch z.B. E-Mails verfassen, oder sonstige Texte schreiben lässt, dann verlernt man die Fähigkeit nahezu, bzw. die, die von Anfang ausschliesslich ihre Texte per KI generiert haben, haben diese Fähigkeit gar nicht erst.
Ich denke da ein wenig sorgenvoll an die Generation(en), die nun mittels KI aufwachsen.
+4
FoneBone
FoneBone25.07.26 00:39
Tech Berater
The Morning Show war über weite Strecken eine tolle Show. Irgendwann verlor sich die Geschickte aber in Absurditäten. In bin da mitten in Staffel 4 ausgestiegen. Die Luft ist raus.

Das ging mir genauso. Ich habe die 4. Staffel auch nicht mehr zu Ende geschaut. Schade, um eine anfangs wirklich tolle Serie.
+2
Gesperrt082625.07.26 01:09
Black Coffee
Kehrblech
Wenn in solchem Fall bzw. bei entsprechenden Symptomen (von denen ich hier mal ausgehe)…

Dann ist die Frage schon berechtigt, wie merkbefreit man sein muss, um irgendeiner KI mehr zu vertrauen, als einem Arzt
Die KI war hier aber nicht parallel zu einem Arzt gefragt worden, sondern um zu klären, ob ein Arztbesuch erforderlich wäre.
+2
Tirabo25.07.26 08:06
Ich glaube, es sind genau solche Vorfälle und Prozesse, die KI zum Schluss besser machen kann. Erinnert ihr euch noch an die ersten Zeiten der Navigationssysteme in den Autos? Da haben sich tatsächlich sehr viele Menschen auf die Angaben komplett verlassen, haben auf dem Bildschirm geschaut und blind darauf vertraut, dass das alles stimmt, weil sie vorher vielleicht auch immer erfolgreich ans Ziel gebracht wurden. Das sind dann doch einige Autos im Wasser gelandet, weil das Navigationssystem eine Fähre als Straße über den Fluss angegeben hat. Heutzutage würde man sagen, wie kann man nur so blöd sein? (vielleicht haben es damals andere auch schon gesagt. In Deutschland wird man ja schnell lächerlich gemacht, wenn irgendwas falsch läuft, deswegen traut sich ja auch keiner mehr Fehler zu machen bzw. zuzugeben ) Aber es war damals tatsächlich auch ein Problem der Technik und im Umgang mit ihr und es führte dazu, dass die Navigationssysteme genauer wurden. Mit der Zeit setzte dann auch eine Verbesserung im Umgang damit ein.

Aktuell sind es ja die teilautonomen Assistenzsysteme, wo wieder viele Menschen den Fehler machen, ihnen blind zu vertrauen. Solange aber die Verantwortung beim Fahrer liegt, ist das der größte Fehler, den man machen kann. Erst wenn die juristische Verantwortung beim Hersteller liegt und nicht mehr beim Fahrer ist es wiklich egal.

Überall, wo der Mensch immer noch Verantwortung treffen muss, sollte er vorsichtig sein mit den Hilfsmitteln und Ratschlägen von Technik um sich herum.
0
Gesperrt082625.07.26 09:30
Tirabo
Ich glaube, es sind genau solche Vorfälle und Prozesse, die KI zum Schluss besser machen kann.
Da kann ich nur zurückfragen, wie viele Menschenleben, Folgeschäden etc. eine am Ende dann funktionierende KI denn wert ist? – So etwas MUSS vorher getestet und nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden! Und nicht weil ich es so denke, sondern weil eine KI, die in medizinischer Hinsicht berät, ein Medizinprodukt ist – und den gleichen Sicherheitsanforderungen genügen muss, wie jedes neue Medikament oder medizinische Hilfsmittel (inkl. Software!). Ansonsten hat die KI Antworten auf medizinische Fragen zu verweigern.
-2
Black Coffee
Black Coffee25.07.26 10:30
Genauso wenig, wie eine KI / ein Chatbot eine gültige Rechtsberatung geben kann (in Deutschland geregelt im Rechtsdienstleistungsgesetz),
genauso wenig ist sie ein Medizinprodukt, nur weil sie “medizinische“ Fragestellungen beantworten kann (“was ist Bluthochdruck?“).
Geregelt durch Verordnung (EU) 2017/745 bzw. Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz (D).

Erste Voraussetzung wäre, daß die KI vom Hersteller dazu bestimmt wäre, medizinische Beratungen (Diagnosen) vorzunehmen.

Wer nun eine KI für allwissend / unfehlbar hält, dem fehlt halt die Eignung, damit umzugehen. Wer sie auch noch
MTN
genau in diese Richtung trainiert hatte und schlicht die Antworten bekam, die er hören wollte ("ich kann mit meinem Glauben alles bewältigen")
... wie gesagt: “selber denken macht schön“!

Ich bin aber soweit bei Dir, daß bei solchen Fragestellungen ein nicht zu übersehender Hinweis erfolgen sollte.
+1
hal5325.07.26 12:24
Zum ersten: Natürlich wirft ChatGPT standardmäßig eine Warnung bei medizinischen Themen aus, wie "Ich bin keine Arzt und dies ersetzt keine medizinische Beratung". Zum zweiten: Im Umgang mit einer KI muss man wissen, was man tut. Die Entwicklung der KI von einem reinen Auskunftssystem zu einem persönlichen Assistenten begünstig bei unbedarften Usern die eigenen Denkprozesse stark zu reduzieren und/oder massenweise Tokens zu generieren, weil nicht hinreichend gepromptet wird. Hier sollte auf längere Sicht über eine Art "Führerschein" in Richtung Medienkompetenz - natürlich auf freiwilliger Ebene - nachgedacht werden.
+1
Gesperrt082625.07.26 12:25
Ich denke sehr wohl, dass eine KI ein Medizinprodukt ist, sobald sie im konkreten Einzelfall Handlungsempfehlungen ausspricht. Ich vergleiche sie mal mit einem Heilpraktiker. Der muss bei bestimmten Erkrankungen seine Unzuständigkeit erklären und auf den Arzt verweisen. Die Schuld dem User zu geben, der zu dumm zur Verwendung ist, mag im Einzelfall vielleicht sogar berechtigt sein(etwa, wenn Du Dich auf den Hinweis der KI verlassen würdest), im Zweifelsfall ist aber die KI zuständig. Nu rweil es bequem und Größenordnungen billiger ist, darf eine KI noch lange nicht mit der Gesundheit und dem Leben von Anwendern herumspielen, sondern sollte diese ja gerade vor der eigenen "Dummheit" (Unwissenheit) schützen.
-2
Gesperrt082625.07.26 12:47
hal53:
Ein "KI-Führerschein" wäre ein möglicher Ausweg. Allerdings möcht eich ihn nicht auf Freiwilligkeit beruhen lassen. Wer sollte den dann auch ablegen wollen, nur um im Zweifelsfall einen Teil der Schuld aufgeladen zu bekommen? Dann surfe ich doch lieber ohne und stelle mich, wenn es mal darauf ankommt, lieber dumm – oder? Ein Führerschein macht also nur Sinn, wenn er verbindlich ist. Was die KI-Industrie dazu sagen würde, kannst du dir vermutlich selbst überlegen. In der Branche herrscht ein Geist von ich mache und nehme mir, was ich will, um Verantwortung kümmere ich mich nicht und im Zweifel ist immer der dumme User schuld, die in unseren komplexen Gesellschaften nicht toleriert werden sollte und nicht toleriert werden kann.
Nehmen wir mal den Fall des berüchtigten Ausbruchs einer KI bei ChatGPT. Stellen wir uns vor, das Ziel wäre die Stromversorgung einer Region oder eines ganzen Landes gewesen. Riesige Schäden, eventuell auch der Verlust von Menschenleben, wären die Folge. Ist ChatGPT gegen so etwas überhaupt versichert? Und wäre eine Versicherung bereit, solche Schäden abzudecken? Nach Auskunft der Google-KI nicht, insbesondere, weil die Schadensumme unbegrenzt sein kann. Die KI-Bosse sind in Hinblick auf Ihre Verantwortung, wenn ich ihre eigenen Äußerungen mal zugrunde lege, ahnungslose Kinder, die es geil finden, wenn es einen Knopf gibt, der die ganze bekannte Welt vernichten könnte. (Und damit meine ich nicht eine "Terminator"-Vernichtung, sondern z.b. einen Stromausfall in den gesamten USA oder in der EU. Mit so etwas darf nicht herumgespielt werden, wie im Fall des KI-Ausbruchs.)
-1
hal5325.07.26 12:52
Die Selbstverantwortlichkeit sollte man nicht aus der Gleichung herausnehmen. Ich möchte mal übertrieben anmerken, dass heutzutage für Dummheit viel zu viel Rabatt eingeräumt wird. Wenn man - zumindest in den USA - eine Burgerkette verklagen kann, weil der Kaffee zu heiss war und ich nicht darauf hingewiesen wurde - habe ich ernsthafte Bedenken, ob ein Überleben der Menschheit Sinn macht. Wer wahlberechtigt ist und in einem Bett schläft, sollte schon gewisse Mindeststandards erfüllen.
0
Tirabo25.07.26 14:54
Und noch etwas: man kann die Menschen jetzt nun wirklich nicht vor Jedem und Allem beschützen. Die Vorstellung, dass ein Unternehmen oder ein Staat überall seine Hände schützend über uns legt und uns vor allen schlimmen Möglichkeiten beschützt, ist nicht nur unmöglich, sondern ebnet geradezu den Weg für Populisten und radikale Parteien, die die ganze komplizierte Welt auf ganz wenige vermeintlich einfache Lösungsvorstellungen herunter brechen. Ich hab mal irgendwo in einer Umfrage gelesen, dass es hier in Deutschland sehr viele Menschen gibt, die gerne einen Führer hätten, der ihre Geschicke für sie entscheidet. Ich finde diese Vorstellung der Selbstentmündigung das so grausam und gruselig. Es geht so nicht und darf auch nie so kommen.

Wichtig ist und bleibt immer noch Aufklärung, Bildung, Kompetenz und Eigenverantwortung, auch wenn das für viele bereits schon unbequem ist. Das ist die Aufgabe, aber nicht die Aufgabe um jeden vor allem bevormundet zu beschützen.

Dennoch gibt es strafbare Sachen wie Verbrechen, Vergehen, Betrug usw. bei denen NIE eine Täter/Opferumkehr zugelassen werden darf. Denn der Betrogene ist nicht der Täter, der Betrüger ist immer noch der Täter.
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Tirabo25.07.26 15:01
hal53
Die Selbstverantwortlichkeit sollte man nicht aus der Gleichung herausnehmen. Ich möchte mal übertrieben anmerken, dass heutzutage für Dummheit viel zu viel Rabatt eingeräumt wird. Wenn man - zumindest in den USA - eine Burgerkette verklagen kann, weil der Kaffee zu heiss war und ich nicht darauf hingewiesen wurde - habe ich ernsthafte Bedenken, ob ein Überleben der Menschheit Sinn macht. Wer wahlberechtigt ist und in einem Bett schläft, sollte schon gewisse Mindeststandards erfüllen.

Die Geschichte mit dem Kaffee ist tatsächlich komplizierter: die Frau, die MCDonalds damals verklagte, hatte Verbrühungen dritten Grades und war dadurch bedingt sehr lang in der Reha mit zahlreichen und großen Hauttransplantation. In den USA kann das eine sehr kostspielige Sache, teilweise sogar existenzbedrohende Sache werden. Das kostete enorm viel Geld. Übrigens ist das Rechtssystem in Amerika sowohl ein straf- und ein zivilrechtliches System gegen Unternehmen. Das gibt es bei uns in Deutschland so nicht. Die hohen Summen, von denen damals gesprochen wurde, sind auch nie gefallen. Dennoch musste MCDonalds Strafe zahlen, weil er den ToGo-Kaffee mit 85° viel zu heiß, nämlich 33% heißer als die Konkurrenz. 85° Grad ist wirklich heftig für einen Kaffee. Es gab übrigens zahlreiche Fälle wegen Verbrühungen des heißen Kaffees, die wurden aber alle außergerichtlich von McDonald’s geklärt. Und eine Dunkelziffer an Menschen, die sich nie trauten, gibt es auch.

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+1
Black Coffee
Black Coffee25.07.26 15:37
Kehrblech
den Fall des berüchtigten Ausbruchs einer KI bei ChatGPT. Stellen wir uns vor, das Ziel wäre die Stromversorgung einer Region oder eines ganzen Landes gewesen. Riesige Schäden, eventuell auch der Verlust von Menschenleben, wären die Folge.

Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, systemimmanente Gefahr vs. persönliche Blödheit...
Tirabo
Wichtig ist und bleibt immer noch Aufklärung, Bildung, Kompetenz und Eigenverantwortung, auch wenn das für viele bereits schon unbequem ist.

Mein Reden (auch wenn ich es gerne mal etwas drastischer / undiplomatischer ausdrücke ).
0
Gesperrt082625.07.26 16:17
Black Coffee
Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, systemimmanente Gefahr vs. persönliche Blödheit...
Wieso sollten das zwei verschiedene Sachen sein? Hier die "Blödheit" der verantwortlichen Entwickler, die ihr eigenes Produkt nicht im Griff haben oder auch nur verstehen – dort der Bürger, der nicht genug von seinem Körper versteht, um nach der beruhigenden Antwort der KI lieber doch noch zum Arzt zu gehen. – Und wieso siehst du "Systemimmanenz" in irgendeiner Form als Entschuldigung für KI-Anbieter an? Gerade weil sie sich der systemimmanenten Gefahren bewusst sind (sein sollten), sollte es selbstverständlich sein, dass entsprechende Versuche nur auf physisch isolierten Systemen ablaufen dürfen.
-1
Black Coffee
Black Coffee25.07.26 16:49
Die Systemimmanenz sehe ich keineswegs als Entschuldigung an, sondern ganz nüchtern als Tatsache.

Der von Dir angeführte Fall eines überregionalen oder gar landesweiten Stromausfalls hätte dramatische Folgen für den Großteil der jeweiligen Bevölkerung.
Stichwort: Ausfall der Wasserversorgung keine Toilettenspülung die Leute sch*** in die Landschaft Seuchen, wie im Mittelalter... (nur als ein Beispiel)
Und niemandem könnte man hier eine Mit-Verantwortung anhängen.

Die individuelle intellektuelle Beschränktheit des Mannes, der der KI (die nichts mit Intelligenz zu tun hat) glaubt, ein Arztbesuch wäre nicht notwendig im schlimmsten Fall tödlich für ihn (Darwin-Award), aber niemand sonst wäre geschädigt.
Der hätte auch die Wahrsagerin auf der Kirmes konsultieren können...

Nochmals: Bildung / Kompetenz!
0
Gesperrt082625.07.26 17:27
Kompetenz / Bildung sind aber nicht entscheidend, wie genau der Ausbruch der KI zeigt. Es müssen Verantwortungsbewusstsein, Haftbarkeit und realistische Folgenabschätzung eingebettet in ein akzeptables Ethiksystem hinzukommen. Und du darfst dreimal raten, warum Ethikkommissionen immer von mehreren Menschen mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen und ohne direkt Beteiligte gebildet werden. Übrigens gerade auch und gerade in der Medizin. Eben weil prinzipiell von mangelnder Einsichtsfähigkeit der Probanden in die Hintergründe entsprechender Studien und Verfahren ausgegangen wird. Die Materie ist einfach so komplex, dass nur diese Annahme überhaupt Sinn macht.
-1
Black Coffee
Black Coffee25.07.26 19:40
Kehrblech
Kompetenz / Bildung sind aber nicht entscheidend, wie genau der Ausbruch der KI zeigt.

Deswegen: zwei Paar Schuhe... !

Aber wir reden hier hoffnungslos aneinander vorbei, von daher bin ich jetzt raus!
-1
MacTaipan26.07.26 09:52
Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass man selbst schuld ist, wenn man eine KI nach sowas befragt. Aber wenn man Software / Dienste auf den Markt wirft, die ohne Kompetenz Ratschläge gibt oder die Benutzer schlicht belügt, sollte man meines Erachtens schon für die Folgen zur Verantwortung gezogen werden.
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