Das Ende der Spiegelreflexkamera? – Canon bereit, sein SLR-Geschäft zu „kannibalisieren“

In der Welt der Fotografie haben die sogenannten Spiegelreflexkameras (engl.: Single Lens Reflex; SLR) lange Zeit den Massenmarkt dominiert. – Und sie tun es noch immer. Denn trotz des wachsenden Marktanteils an Systemkameras, die ohne Klappspiegel und optischen Sucher auskommen (Mirrorless oder Compact System Camera; CSC) dominieren vor allem die Hersteller Canon und Nikon derzeit noch den Markt mit ihren SLRs. Aber warum ist das so?

Technisch gesehen spricht inzwischen alles gegen die SLR. Spiegelreflex bedeutet, dass eine Menge zusätzlicher Mechanik und Optik im Spiel ist. Und zwar nicht nur besagter Klappspiegel, der dem Fotografen einen optischen Blick durch das Objektiv ermöglicht und im Moment der Auslösung kurz hochklappt, um Licht auf den Sensor zu lassen. Darüber hinaus sind SLRs auch auf dedizierte Autofokus- und Belichtungssensoren angewiesen. In CSCs übernimmt das der Bildsensor selbst. In SLRs gibt es ein kompliziertes optisches System mit (teildurchlässigen) Spiegeln und Linsen, welches Licht auf den AF-Sensor unterhalb des Sensors und den Belichtungssensor oben im Sucherhöcker verteilt, um vor der Auslösung wichtige Messungen bzw. Einstellungen vornehmen zu können.


All diese zusätzliche Mechanik und Optik sind letztendlich mögliche Fehlerquellen. Genauer gesagt, es sind nicht nur mögliche, sondern tatsächlich immer Fehlerquellen. Denn beispielsweise werden beim Klappvorgang des Spiegels, wenn dieser an seine Begrenzungspunkte schlägt, Vibrationen auf das Gehäuse übertragen, welche für Unschärfe im Bild sorgen können. Und der dedizierte AF-Sensor, der meist unterhalb des Spiegelsystems installiert ist, arbeitet praktisch immer mit einer leichten Fehlertoleranz, weil er nicht auf derselben Ebene wie der Sensor liegt und das optische System, welches ihn mit Licht versorgt, nie ganz perfekt ist. Darum haben moderne SLRs oft eine extra Funktion, um diese Fokus-Abweichungen für jedes Objektiv (und manchmal auch für unterschiedliche Brennweiten) manuell ausgleichen zu können. CSCs brauchen das nicht, weil dort der Fokus immer auf der Bildebene selbst gemessen wird.

Wie man es auch dreht und wendet: aus technischer Sicht spricht fast alles gegen die Spiegelreflextechnik. Sie induziert gewisse Ungenauigkeiten, ist verschleißanfällig, stoßempfindlich, groß (erfordert auch größere Objektive, weil ein größerer Abstand zur Sensorebene erforderlich ist), schwer, kostentreibend.

Zu beginn der CSC-Ära, den ich auf die Mitte 2009 mit der Einführung der ersten Micro Four Thirds-Kamera von Olympus datiere (siehe Rewind #177), hatten spiegellose Systeme noch diverse Nachteile. Zum Beispiel konnten CSCs die Distanz zum Motiv damals nur mit der sogenannten Kontrast-Methode ermitteln, die zwar sehr genau, aber auch recht langsam ist. Die in SLRs verwendete Phasenmessung war demgegenüber erheblich schneller. Doch die Entwicklung ging rasch voran und heute sind die besten CSCs technisch mindestens gleichauf mit den besten SLRs oder ihnen sogar eindeutig überlegen. Wie z.B. bei der Serienbildgeschwindigkeit, welcher bei SLRs durch den Klappspiegel mechanische Grenzen gesetzt sind.

Dass SLRs trotzdem noch so stark sind, liegt vor allem daran, weil die (noch) dominierenden Kamerahersteller, allen voran Canon, sich bislang nicht getraut haben, ihr florierendes Geschäft mit SLRs durch eigene Mirrorless-Kameras zu kannibalisieren. Zwar hat Canon mit der M-Serie seit einigen Jahren auch ein eigenes CSC-System im Programm, doch das krankt vor allem unter einem – im Vergleich zur Konkurrenz – ziemlich dürftigen Angebot an speziell dafür optimierten Objektiven. Außerdem hat Canon die M-Serie technisch immer deutlich unterhalb seiner Mittelklasse- und High-End-SLRs positioniert. Die M-Serie beschränkt sich zudem auf Sensoren im APS-C-Format. An eine Vollformat-CSC mit hohem technischen Anspruch, wie beispielsweise Sony sie anbietet, war bei Canon bisher nicht zu denken. – Neue Gerüchte mal außen vor gelassen.


Bei Nikon, dem zweitgrößten SLR-Spezialisten, sieht es noch ernüchternder aus. Mit ihren ersten CSC-Gehversuchen, der Nikon-1-Serie, haben sich die Japaner total verrannt. Zwar boten die spiegellosen Nikon-Kameras einige technisch fortschrittliche Ansätze, doch letztlich scheiterten sie an dem viel zu klein gewählten Sensorformat (1 Zoll), mit dem Nikon wohl ebenfalls einen Respektabstand zu ihrem Hauptprodukt, den SLRs, wahren wollte. Heute hat Nikon nicht mal etwas Vergleichbares zu Canons M-Serie im Portfolio. Mit Kameras wie der D500 oder der noch recht jungen D850 (Vorstellung) baut Nikon zwar die aus meiner Sicht mit Abstand besten SLRs. Doch im Bereich spiegelloser Systemkameras droht Nikon gänzlich den Anschluss zu verpassen.


Insbesondere, weil ein hoher Canon-Manager jetzt in einem Interview eine Aussage getätigt hat, die von manchen als das bevorstehende Ende der SLRs bei Canon interpretiert wurde. Auch wenn das vielleicht etwas übers Ziel hinausgeschossen ist, steckt in dem einen Satz doch erheblicher Sprengstoff…


Kommentare

wormstar
wormstar17.03.18 09:03
Ich nutze seit mittlerweile drei Jahren privat eine Olympus M5 Mark II und bin hoch zufrieden damit. Ideales Verhältnis zwischen Größe/Gewicht und fotografischen Möglichkeiten. Die Bildqualität begeistert mich jedes Mal aufs neue.

Trotzdem gibt mir meine EOS 5D Mark II ein ganz anderes Gefühl von Wertigkeit - genau so, wie im Artikel beschrieben.
+5
nacho
nacho17.03.18 09:16
Ich bin seit Jahren mit Fuji unterwegs und vermisse nichts mehr von Canon.

Ganz im Gegenteil, ich finde das ich mich mit meiner Fuji viel mehr mit dem Foto das ich schiessen möchte beschäftige als in früheren Zeiten.
+3
Rosember17.03.18 09:23
Dass dieser "Sieg" der spiegellosen Kameras am Ende stehen würde, war eigentlich schon klar, nachdem Roger Cicala von Lensrentals.com auf dpreview vor Jahren die Sony A7 (r?) auseinandergenommen hat. Am Ende standen ca. 350 Schrauben bei der Sony ca. 1.000 Schrauben bei einer herkömmlichen Spiegelreflex gegenüber. Dazu kam noch der viel einfachere Grundaufbau der Kamera.
Inzwischen begreifen selbst sehr traditionelle Unternehmen wie Canon und Nikon, dass sie diesen Zug erreichen müssen, wenn sie nicht untergehen wollen.
Den Verlust an Be-greifbar-keit, den das für die Fotografie bedeutet, find eich sehr gut beschrieben - und auch ich werde ihm nachtrauern. Auch dem optischen Sucher und der geradezu "wundersamen" optomechanischen Komplexität einer Spiegelreflexkamera. Aber zugleich bin ich auch gespannt, wann die ersten Handykameras ohne Auslösegeräusch angeboten werden. Denn oft ist es so, dass moderne Technik erst nach dem Absterben des Vertrauten ihr volles Potential entwickeln kann. Siehe z.B. beim Auto, dass erst ca. nach dem II. WK und dem endgültigen Aus der Kutsche seine unabhängige Gestalt fand (bitte jetzt keine Diskussion um Designvorläufer, ich spreche hier vom Massenmarkt). Und auch bei den Zügen hat es lange gedauert, bis die vertraute Gliederung in Kabinen von sechs bis acht Reisenden, anfangs noch nicht einmal durch einen innenliegenden Gang verbunden, aufgegeben wurde.
Nun also die (D)SLR. Mal sehen, wohin die Reise geht.
+5
barabas17.03.18 09:24
Ich denke der Erfolg eines neuen Systems wird viel davon abhängen, wie kompatibel ein neues System zum alten ist. Ein Kameragehäuse ist ja nur ein Aspekt einer Kamerausrüstung, die Gläser hingegen ein weiteres und oft viel gewichtigeres. Insbesondere Amateure die ein vielfaches des Preises ihres DSLR Gehäuses in Gläser gesteckt haben dürfte hier der Umstieg schwer fallen, wenn sie ihre Investitionen hier nicht an ein neues System adaptieren können.
+3
nacho
nacho17.03.18 09:27
Rosember

Auf lautlos habe ich beim iPhone kein Auslösegeräusch, verstehe deinen Satz dazu nicht.
+2
alephnull
alephnull17.03.18 09:35
Man könnte jetzt sagen: War zu erwarten! Trotzdem, ganz so schnell wird es wohl nicht gehen. Canon ist noch immer dabei, seine Objektivlinie für DSLR auszubauen (3 neue Tilt-Shift, 1,4/85) und zu modernisieren (2,8/24-70 III IS, 4,0/70-200 II IS sind offensichtlich in der Pipeline). Und der Riesenbestand an DSLR-Objektive war bislang vermutlich auch der Hauptgrund der Zurückhaltung von Canon (und Nikon) bei der Spiegellosen. Die lassen sich bei Canon zwar an die EOS M adaptieren, aber auch diese schleppen das Spiegelerbe mit sich. Bis zum heutigen Tag ist nicht erkennbar, ob, wann und wie Canon die Objektivflaute bei den M bzw. generell für ein vollformatiges spiegelloses System lösen will.

Was die spiegellose Konkurrenz angeht: Ja, die würde von Canons vollem Einstieg sogar noch profitieren. Das hat schon vor Jahren Fuji bekundet (nachzulesen in einem Interview auf dpreview.com). Im Profigeschäft würde Canon allerdings die restliche Konkurrenz „überholen ohne einzuholen“. Was für Profis zählt, ist in erster Linie Service und Verfügbarkeit. Und da haperts bei Sony bis dato mächtig, trotz aller Bemühungen, auch bei den Profis Fuß zu fassen.
+2
ckingpin17.03.18 09:42
Es ist wie mit allen größeren Innovationen: ein Nischenplayer (Panasonic, Fuji - oder Apple in Sachen Smartphone) entwickelt einen neuen Ansatz zur gewissen Marktreife, bis die etablierten Platzhirsche einschwenken! Die Platzhirsche müssen halt aufpassen, dass das nicht zu spät passiert-siehe Nokia oder Blackberry...
Aber ich freue mich auf Nikon’s neue Spiegellose
+1
Richard
Richard17.03.18 09:55
Bin schon auf die erste Panasonic G1 umgestiegen. Mittlerweile bei der G 81 angekommen und vermisse rein gar nichts mehr. Hatte vor kurzem noch mal mehrere DSLR in der Hand, das würde ich mir heutzutage nicht mehr antun wollen. Fototechnisch sind mir da einfach viel zu viele Einschränkungen bei, welche ich bei Spiegellosen System nicht mehr kenne und mich dran gewöhnt habe. Canon an Nikon werden sicher überleben, sollten aber langsam erkennen wohin der Hase läuft.
iMac 27 :: MacBookPro Retina :: OS X 10.13
-1
Rosember17.03.18 10:14
nacho
RosemberAuf lautlos habe ich beim iPhone kein Auslösegeräusch, verstehe deinen Satz dazu nicht.
Schon richtig. Aber wer benutzt sein Handy auf lautlos (es sei denn in sehr speziellen Situationen)?
Die Frage ist, ob und wann werden die Hersteller dazu übergehen, nicht mehr diese Pseudoauslösegeräusche einer DSLR zu verwenden, sondern andere Töne, weil niemand mehr etwas mit den DSLR-Geräuschen verbindet? Es geht mir hier überhaupt nicht darum, ob man die Töne abstellen kann, es geht mir um ein kulturelles Phänomen.
+2
Rosember17.03.18 10:16
Sehr interessant übrigens, was Sony zu Canons Ankündigung sagt: (leider nur auf Englisch).
+1
Geegah17.03.18 10:20
(Warum) ist es eigentlich technisch ausgeschlossen bestehende SLR-Objektive mit einer spiegellosen Nachfolgegeneration kompatibel zu machen/halten?
0
DeepVolt
DeepVolt17.03.18 10:26
Geegah
(Warum) ist es eigentlich technisch ausgeschlossen bestehende SLR-Objektive mit einer spiegellosen Nachfolgegeneration kompatibel zu machen/halten?
Ist es nicht, gibt ja für die EOS-M z.B. einen Adapter auf EF-S (und EF ?). Das Ding ist nur das du die eigentlichen Vorteile eines spiegellosen Systems verlierst, die Kompaktheit, da der Abstand Objektiv zu Sensor ein anderer ist und du 'alte' Objektive nur adaptieren kannst wenn du den ursprünglich für sie vorgesehenen Abstand wiederherstellst.
+6
Californian
Californian17.03.18 10:58
Gerade wir sollten doch mehr Verständnis für die DSLR haben. Wir kaufen auch nicht bei Apple, weil sie das technisch anspruchsvollste Angebot haben, sondern weil sie das beste Ökosystem bieten. Hinzu kommt noch die herausragend einfache usability.
Bei der DSLR ist es nichts anders. Sie bietet das beste Ökosystem und die Cameras sind aufgrund ihrer Größe "leicht" zu bedienen. Wer will denn ernsthaft auf blind zu bedienende Einstellräder und Knöpfe verzichten und sich durch Touchscreens hangeln. Manchmal ist Kompaktheit dann doch nicht besonders erstrebenswert.
Deutsch nicht meine native Sprache.
+4
Semmelrocc17.03.18 10:59
In die Kerbe würde ich auch nochmal schlagen. Ob das wirklich ein so großer Nachteil bzw. so undenkbar ist, dass Canon z.B. mit seinem riesigen EF-Sortiment eine Vollformat-CSC baut, an der diese Objektive ohne Adapter angeschlossen werden können? Dann ist das Gehäuse um den EF-Mount halt 10 mm dicker, so what?!
+2
DTP17.03.18 11:14
Warum sollte mich interessieren, ob in meiner Kamera ein Spiegel ist oder nicht?

Meine Sony ist mit entsprechendem Objektiv marginal kleiner und leichter als meine Vollformat-Nikon. Was mich interessiert, ist die Qualität des Sensors (Rauschen, Empfindlichkeit), die Treffsicherheit des Autofokus, die Auswahl an Objektiven, die Haptik, die Schnelligkeit (Auslösungen pro Sekunde), Wetterfestigkeit etc.

Ich bin Fotograf, die Kamera ist ein Werkzeug und wird notfalls ausgewechselt, wenn sie meine Anforderungen nicht erfüllt.
Und meine Fähigkeit, gute (und schlechte) Bilder zu machen, hängt auch nicht von der Kamera ab. Letztens noch ein Bild gepostet und wurde sofort gefragt, "Tolles Bild, war es die Nikon oder die Sony?" – War weder noch
+9
sonorman
sonorman17.03.18 11:15
Semmelrocc
In die Kerbe würde ich auch nochmal schlagen. Ob das wirklich ein so großer Nachteil bzw. so undenkbar ist, dass Canon z.B. mit seinem riesigen EF-Sortiment eine Vollformat-CSC baut, an der diese Objektive ohne Adapter angeschlossen werden können? Dann ist das Gehäuse um den EF-Mount halt 10 mm dicker, so what?!
Nein, damit würdest Du einen wichtigen technischen (optischen) Vorteil der CSC aufgeben, eben den geringeren "Flange Back" (Auflagemaß).


,

Ein speziell auf die Mirrorless-Maße angepasstes Objektivsystem ist langfristig die bessere Lösung. Alte SLR-Objektive können dann immer noch mit einem Adapter genutzt werden.
+7
DeepVolt
DeepVolt17.03.18 11:16
Semmelrocc
Dann ist das Gehäuse um den EF-Mount halt 10 mm dicker, so what?!
Die Spiegellosen Systeme haben eine Auflagemaß um 20mm (Sony 18mm, mFT 19,25mm) dagegen hat das EOS-System 44mm Auflagemaß. Canon müsste also ca. 25mm Luft ein-/umbauen um das korrekte Auflagemaß zu erreichen.

Ja, kann man machen, ist dann aber in einer Einbahnstraße. Wenn ein Wechsel des Auflagemaßes sinnvoll ist, dann bei der Umstellung von DSLR auf DSLM. Da ist ein Adapter sicher die interessantere Lösung.

Edit: To late...
+3
Peacekeeper2000
Peacekeeper200017.03.18 12:03
Die Dinosaurier werden immer trauriger ...

Elektronische SRC waren immer schon reine Show und abzocke. Eigentlich hätten die dinos ja schon viel früher die anderen Systeme weiterentwickeln können, aber mit den eSRCs war halt die Kohle zu machen. Und man konnte viele Teile so produzieren wie bisher, inc. Objektiven.
Aufkommende Konkurrenten (wie z.b. HP ) wurden früh kalt gestellt, weshalb man länger Zeit hatte den alten scheiss zu verkaufen. Jetzt macht man nochmal ein paar Adapter, damit der eine oder andere wenigstens seine objektive migrieren kann. Aber am Ende werden es eh neue ....
Ich fände es ehrlicher, wenn Sie jetzt endlich die eSRC einstellen.
Aber für Jungtimer gibts ja immer Liebhaber
0
massi
massi17.03.18 12:03
Einen nicht zu unterschätzenden Vorteil haben die schweren DSLRs, sie helfen Verwacklungen zu vermeiden.
Im Vergleich zu meiner kleinen Fuji T10, gelingen mir mit der Canon noch scharfe Aufnahmen aus der Hand, die mit der T10 in die Hose gehen.
Aber man könnte sich ja ein Gewicht an die T10 schrauben.;^)

Es ist schon so, seit ich die Fuji habe nehme ich die Canon so gut wie nicht mehr in die Hand, wenn ich nicht so viel Geld in dem System versenkt hätte, hätte ich sie vielleicht schon längst verkauft.:-/
0
Richard
Richard17.03.18 12:32
Systemkameras müssen nicht leicht und schlecht bedienbar sein. Schaut Euch die großen Sonys, Panasonic G9 oder OM-D E-M1 an. Die sind schwer, haben genügend Einstellmöglichkeiten, es gibt Batteriegriffe, etc. Systemkamera bieten einfach mehr Möglichkeiten als DSLRs können. Und mittlerweile leidet die Bildqualität auch nicht mehr darunter.

Und es ist doch wie immer. Nicht der Fotoapparat macht das Foto sondern der Fotograf. Merke ich immer, wenn ich meiner Frau die Kamera in die Hand drücke .
iMac 27 :: MacBookPro Retina :: OS X 10.13
+3
Rosember17.03.18 12:50
Richard
Systemkameras müssen nicht leicht und schlecht bedienbar sein. Schaut Euch die großen Sonys, Panasonic G9 oder OM-D E-M1 an. Die sind schwer, haben genügend Einstellmöglichkeiten, es gibt Batteriegriffe, etc. Systemkamera bieten einfach mehr Möglichkeiten als DSLRs können.
So etwas gab es vor ca. schon einmal mit der damals allseits verlachten Pentax K-01. Die Kamera hatte etliche Schwächen, aber sie hat damals höchst einsichtig, aber lange vor der allgemeinen Akzeptanz, die Besonderheit von spiegellosen Kameras nicht in der geringeren Größe, sondern in technischen Möglichkeiten gesehen. Pentax wollte sich vermutlich einfach ersparen, einen neuen Anschluss und neu Objektive entwickeln zu müssen. Gleichzeitig waren sie aber so weitsichtig, die geringere Größe und das geringere Gewicht nur als Nebenprodukt der Spiegellosen zu erkennen. Heute ist es gerade sie schlechte Ergonomie, die viele ambitionierte Fotografen noch vom Wechsel beispielsweise zu Sony abhält. Aber Sonys a7xx-Kameras werden bezüglich Größe und Bedienbarkeit modernen DSLRs immer ähnlicher. Das beste aus beiden Welten scheint also langsam zusammen zu finden. Ich hoffe, Sony kommt auch noch beim "Wetterschutz" aus dem Knick. Damit, den Boden ihrer Highend-Kameras nicht zu versiegeln, haben sie gerade einen geradezu unglaublichen Bock geschossen ...
+1
adiga17.03.18 13:33
DTP
Meine Sony ist mit entsprechendem Objektiv marginal kleiner und leichter als meine Vollformat-Nikon.
Echt? Und ich dachte der Vorteil einer spiegellosen sei die geringere Grösse. Dann hat es gar keinen Sinn jetzt eine spiegellose zu erwerben und man wartet lieber auf die nächste Generation?
-4
Sahneschnitte17.03.18 14:28
Spätestens mit dem aufkommen von Digitalkameras waren Klappspiegel, optische Sucher sowie sonstige mechanische Bauteile Schnee von gestern.
Würde Apple Kameras bauen, wären diese Zöpfe längst angeschnitten.
Warum DSLR immer noch angeboten werden, liegt einfach an der Marktmacht der zwei großen Anbieter. Man kann damit immer noch richtig Geld verdienen, auch weil man Preise künstlich hochhalten und ohne große Konkurrenz auch richtig absahnen kann. Leider haben es Canon und Nikon versäumt sich den neuen Marktbedingungen, Entwicklungen sowie Kundenbedürfnisse anzupassen. Man hat sich einfach kein zweites Standbein geschaffen. Ich habe selbst einen Verwandten bei Nikon arbeiten und weiß was da aktuell los ist. Den kompletten Einsteigermarkt hat man an den Handykäufer verloren. Die Systemkameras wurden halbherzig umgesetzt und künstlich kastriert weil der Gewinn wegen der Konkurrenz damit überschaubar ist. Der Strohhalm DSLR schrumpft immer mehr. Die Hoffnung auf Erholung bleibt aus. Man tappt dort im Dunkeln und weiß nicht so recht wie man den sinkenden Marktanteile begegnen soll. Auch weil man in der Vergangenheit nur Wachstum kannte.
Andere Anbieter (z.b.Olympus) haben frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Geschäft neu ausgerichtet. Die haben ihre Talsohle überwunden und schwimmen nun im Zeitgeist mit. Also kompakte Abmessungen, hochwertige Fotoergebnisse zu überschaubaren Preisen. Wobei das auch nicht ewig so bleiben wird. Handykameras werden immer besser. Für Ottonormalo mehr als ausreichend. In spätestens 10 Jahren werden wir hier die Bildqualität heutiger Topmodelle von Systemkameras haben.
Aktuell sind DSLR nur noch was für Profis, die ihr teuer erstandenes Equipment nicht für ein Systemwechsel opfern wollen. Ein festhalten an die gute alte Zeit aus nostalgischen Gründen und ein nicht wahrhaben wollen, dass der Zug abgefahren ist.
Im Grunde erinnert es an Nokia die auch zu spät merkten, dass ihre Produkte nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Am Ende mit voller Fahrt in die Bedeutungslosigkeit.
-3
Rosember17.03.18 14:33
adiga
Echt? Und ich dachte der Vorteil einer spiegellosen sei die geringere Grösse.
Die Größe mag ein Vorteil sein, wenn man verreist oder wandert. Für das fotografieren selbst bestimmen ergonomische Anforderungen die Größe wahrscheinlich erheblich mehr als technische Möglichkeiten. Das lernt z.B. auch der Platzhirsch Sony gerade mit seinen Vollformat-Kameras. Die wachsen auch von Generation zu Generation, weil es der Bedienbarkeit hilft. Die Gröenfrage wird vor allem durch die erforderlichen Objektive bestimmt, die bisher noch niemand nennenswert kleiner bekommen hat. Im gegenteil, die hohe Auflösung moderner Sensoren erfordert immer komplexere Optiken, um sie Auflösung überhaupt nutzen zu können. Objektive werden daher derzeit immer größer und fressen den kleinen Gewinn durch den vereinfachten Aufbau von Spiegellosen mehr als auf.
Die Vorteile der Spiegellosen sind viel mehr technischer Art und betreffen insbesondere den einfacheren Aufbau (so müssen z.B. nicht wie bei DSLRs ein Autofokus-Sensor und der restliche Aufbau mühsam aufeinander abgestimmt werden). Der Hauptsensor übernimmt diese Funktion selbst. Teilweise hilft das inzwischen auch schon der Größe von Optiken, denen Korrekturprogramme mitgegeben werden, die optische Mängel direkt bei der Aufnahme korrigieren. Das ist bei etlichen Fotografen allerdings verpönt.
Ich würde nicht auf kleinere Spiegellose warten, im Moment geht der Trend in die andere Richtung.
+6
Rosember17.03.18 14:55
Sahneschnitte
Spätestens mit dem aufkommen von Digitalkameras waren Klappspiegel, optische Sucher sowie sonstige mechanische Bauteile Schnee von gestern.
Ein optischer Sucher ist natürlich kein mechanisches Bauteil - und außerdem das wahrscheinlich wichtigste Argument, warum Spiegel etc. noch eine Berechtigung haben. Es geht nichts darüber, beim Fotografieren direkt beobachten zu können, was vor der Kamera geschieht.
Sahneschnitte
Handykameras werden immer besser. Für Ottonormalo mehr als ausreichend. In spätestens 10 Jahren werden wir hier die Bildqualität heutiger Topmodelle von Systemkameras haben.
Und da sind wir wieder auf dem Gebiet der Physik, von dem du leider nicht so richtig viel verstehst. Die Photonenausbeute heutiger Sensoren ist bereits so gut, dass wir maximal noch Verbesserungen erwarten dürfen, die einer Blendenstufe entsprechen. Das gilt für Handy- genauso wie für Vollformatsensoren. Handysensoren werden also bei knappem Licht niemals an die Qualität der vielfach größeren Sensoren in Systemkameras heranreichen, es sei denn, sie werden selbst ähnlich groß. Dann allerdings benötigen sie auch größere Objektive (es gibt zwar bereits auch Ansätze, wie Objektive verkleinert werden können, doch bezweifle ich, dass davon in zehn Jahren bereits auf dem Markt sein wird). Und wer möchte schon ein Handy, dass so dick ist wie eine Systemkamera?
Im übrigen gibt es noch verschiedene andere Qualitäten, etwa das Freistellvermögen, bei dem vergleichbare Ergebnisse wie mit großen Optiken, trotz aller Softwaretricks, bisher maximal sehr unbefriedigend kopiert werden können.
Sahneschnitte
Aktuell sind DSLR nur noch was für Profis, die ihr teuer erstandenes Equipment nicht für ein Systemwechsel opfern wollen. Ein festhalten an die gute alte Zeit aus nostalgischen Gründen und ein nicht wahrhaben wollen, dass der Zug abgefahren ist.
Im Grunde erinnert es an Nokia die auch zu spät merkten, dass ihre Produkte nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen. Am Ende mit voller Fahrt in die Bedeutungslosigkeit.
Nein. Ich bin kein Profi, aber benutze fast ausschließlich eine DSLR. Und zwar wegen der Bildqualität und bestimmter Bildeigenschaften. Natürlich wäre die auch mit Spiegellosen zu erreichen, aber das wäre eine Umstellung, die für mich wenig mit Nostalgie, aber viel mit Vor- und Nachteilen der beiden Kameratypen zu tun hat. Der Trend wird unzweifelhaft zu den Spiegellosen gehen, aber man erkauft die zusätzlichen technischen Möglichkeiten auch mit einigen Nachteilen.
Meine DSLR funktioniert derzeit noch tadellos, daher steht ein Kamerakauf für mich derzeit nicht an. Ich warte deshalb derzeit in Ruhe ab, wohin der Weg führt.
Die großen Probleme von Nikon und Canon rühren meiner Meinung nach übrigens nicht nur von ihrem eigenen Konservatismus her - und dem ihrer Kundschaft -, sondern wesentlich auch daher, dass sie traditionell keine Elektronikfirmen sind. Da geht es Sony anders. Der Anteil der Optik an der Fotografie wird immer weiter zurückgehen. Und solche Entwicklungen müssen auch von der Firmenkultur erstmal verdaut und anerkannt werden.
+9
Hühnchen
Hühnchen17.03.18 14:55
adiga
DTP
Meine Sony ist mit entsprechendem Objektiv marginal kleiner und leichter als meine Vollformat-Nikon.
Echt? Und ich dachte der Vorteil einer spiegellosen sei die geringere Grösse. Dann hat es gar keinen Sinn jetzt eine spiegellose zu erwerben und man wartet lieber auf die nächste Generation?

Das wird aber nicht leichter und wohl auch nicht kleiner werden - als ganzes System. Bei Vollformat hat man halt dann die entsprechende großen und schweren objektive (und nur dann lohnt sich Vollformat eigentlich)
Da fallen die paar Gramm weniger beim Gehäuse und der geringere Abstand zum Bajonet weniger ins Gewicht. Da sollte sogar das Gehäuse griffig genug sein, um nicht vorne über zu kippen.

Die Frage wäre hier halt eher : muss es unbedingt Vollformat sein? Wenn nicht, kannst du da halt schon ne menge einsparen.
+2
redbear17.03.18 15:06
barabas
Ich denke der Erfolg eines neuen Systems wird viel davon abhängen, wie kompatibel ein neues System zum alten ist. Ein Kameragehäuse ist ja nur ein Aspekt einer Kamerausrüstung, die Gläser hingegen ein weiteres und oft viel gewichtigeres. Insbesondere Amateure die ein vielfaches des Preises ihres DSLR Gehäuses in Gläser gesteckt haben dürfte hier der Umstieg schwer fallen, wenn sie ihre Investitionen hier nicht an ein neues System adaptieren können.

Die Wirklichkeit sah anders aus : Kompabitlität fiel 100% unter den Tisch bei der Umstellung Canons von manuellen auf Autofocus -
So kam der Erfolg Canons auf dem Profi Markt erst NACH der radikalen Umstellung auf ein komplett neues Objektivsystem. Die wagten den Riesenschritt , den Motor der Autofokusobjektive in das Objektiv zu bauen - das war der Durchbruch für wirklich schnellen Autofokus. Von heute auf morgen waren all die zT hervorragenden FD Objective obsolet. Nikon wollte die alten und neuen Objektive in Co-existenz und war deshalb mit dem Motor im Kameragehäuse im Bereich Autofocus jahrelang hinter Canon...Während eines Jahrzehnts gab es fast ausschliesslich Canon bei Sport und Laufsteg-Photografie...
+1
Wurzenberger
Wurzenberger17.03.18 17:41
Richard
Canon an Nikon werden sicher überleben, sollten aber langsam erkennen wohin der Hase läuft.
Rosember
Inzwischen begreifen selbst sehr traditionelle Unternehmen wie Canon und Nikon, dass sie diesen Zug erreichen müssen, wenn sie nicht untergehen wollen.
Sahneschnitte
Leider haben es Canon und Nikon versäumt sich den neuen Marktbedingungen, Entwicklungen sowie Kundenbedürfnisse anzupassen.



Wenn sogar Canon auf Platz 2 des Markts für Spiegellose solche Kommentare erntet will ich gar nicht wissen was mit Panasonic los ist. Vermutlich schon tot.
+3
barabas17.03.18 19:16
redbear
barabas
Ich denke der Erfolg eines neuen Systems wird viel davon abhängen, wie kompatibel ein neues System zum alten ist. Ein Kameragehäuse ist ja nur ein Aspekt einer Kamerausrüstung, die Gläser hingegen ein weiteres und oft viel gewichtigeres. Insbesondere Amateure die ein vielfaches des Preises ihres DSLR Gehäuses in Gläser gesteckt haben dürfte hier der Umstieg schwer fallen, wenn sie ihre Investitionen hier nicht an ein neues System adaptieren können.

Die Wirklichkeit sah anders aus : Kompabitlität fiel 100% unter den Tisch bei der Umstellung Canons von manuellen auf Autofocus -
So kam der Erfolg Canons auf dem Profi Markt erst NACH der radikalen Umstellung auf ein komplett neues Objektivsystem. Die wagten den Riesenschritt , den Motor der Autofokusobjektive in das Objektiv zu bauen - das war der Durchbruch für wirklich schnellen Autofokus. Von heute auf morgen waren all die zT hervorragenden FD Objective obsolet. Nikon wollte die alten und neuen Objektive in Co-existenz und war deshalb mit dem Motor im Kameragehäuse im Bereich Autofocus jahrelang hinter Canon...Während eines Jahrzehnts gab es fast ausschliesslich Canon bei Sport und Laufsteg-Photografie...

Jein, selbst nach dieser Umstellung ließen sich die alten Objektive, wenngleich auch mitunter mit Einschränkungen, noch an das neue AF-System anflanschen und benutzen, - so zumindest war und ist es bis heute bei Nikon. Wie es bei Canon seinerzeit war, entzieht sich meiner Kenntnis, allerdings zeigt das Beispiel das man nicht automatisch alles alte auf den Müll werfen müsste wenn etwas neues kommt.
Ich für meinen Teil könnte mir ansonsten eine Umstellung nur schwer vorstellen, übersteigen doch die Preise für gute Gläser mitunter bei weitem die Kosten der Bodys. Zudem, selbst wenn die spiegellosen eines Tages kommen, sagt dies noch lange nichts darüber aus ob man mit diesen auch technisch bessere Bilder erzeugt, gerade wenn man auch den Reifegrad der heutigen DSLR Technik betrachtet.. Ich denke das hängt wohl dann nach wie vor eher von demjenigen ab, der hinter der jeweiligen Kamera agiert,
+3
Steph@n
Steph@n17.03.18 22:50
Rosember
nacho
RosemberAuf lautlos habe ich beim iPhone kein Auslösegeräusch, verstehe deinen Satz dazu nicht.
Schon richtig. Aber wer benutzt sein Handy auf lautlos (es sei denn in sehr speziellen Situationen)?

Ich benutze es fast nur Lautlos!
+1
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