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Code-Betrachtung: macOS wächst im Verborgenen immer weiter

Für Mac-Anwender hat sich in den vergangenen sechs Jahren nicht maßgeblich viel am System geändert. Zwar veränderten sich zentrale Apps wie die Systemeinstellungen und mit macOS Tahoe auch das gesamte Erscheinungsbild, doch dass es maßgeblich an Funktionen gewonnen hat, wird kaum jemand behaupten. Intern jedoch wuchs macOS in diesen Jahren gewaltig. Howard Oakley beobachtet seit vielen Jahren, was sich hinter den Kulissen verändert. Seine aktuelle Auswertung offenbart ein stetes, kräftiges Wachstum, welches einige Muster erkennen lässt.


Für diesen Zweck führte Oakley eine automatisierte Zählung sämtlicher Bundles durch, welche sich im Ordner „/System/Library“ befinden. Als Startpunkt für seinen Vergleich wählte er macOS 10.14 (Mojave), welches im September 2018 erschien. Die Anzahl der Bundles der System-Library hat sich mittlerweile verdoppelt – von 4.800 auf gut 9.800. Auch die Kernel-Erweiterungen nahmen an Umfang zu: Tahoe umfasst knapp 950; in macOS 10.15 waren es 515.

Die Zahl der in macOS integrierten Bundles stieg über die letzten Jahre beträchtlich. (Quelle: The Eclectic Light Company)

Viele Veränderungen unter der Haube
Oakley zeichnet nach, dass in diesem Zeitraum viele Veränderungen anstanden: Mojave war das letzte macOS, welches 32-Bit-Apps nativ ausführte, und bei dem Anwender- und Nutzerdaten auf demselben Volume residierten. Inzwischen sind beide Datenteile streng voneinander getrennt, und macOS startet von einem kryptografisch gesicherten Schnappschuss. Kernel-Erweiterungen von Drittanbietern sind nur noch durch aktives Abschalten der System Integrity Protection (SIP) nutzbar. Die größten zahlenmäßigen Steigerungen an Systembundles sieht Oakley im Kontext der Einführung einer neuen Apple-Silicon-Generation. So wuchs die Bundle-Zahl zur Einführung des M3 um ganze 900 Einträge an; beim M4 waren es noch einmal 600.

Frameworks zunehmend privat
Die im Library-Order versammelten Bundles sind größtenteils Frameworks, welche von mehreren Programmen genutzt werden können. Öffentliche Frameworks sind dokumentierte Schnittstellen, welche auch Drittentwicklern zur Verfügung stehen. Private Frameworks sind hingegen Apple vorbehalten. Hierbei zeigt sich eine eindeutige Tendenz: Der Anteil der öffentlichen Frameworks sank seit 2019 von knapp 24 auf unter 15 Prozent. Obendrein verwendet Apple zunehmend das Format der Dynamic Shared Library (dyld). Deren Inhalte lassen sich für interessierte Entwickler nur über Reverse Engineering entziffern.

Kommentare

bf05.01.26 16:13
"Kernel-Erweiterungen von Drittanbietern sind nur noch durch aktives Abschalten der System Integrity Protection (SIP) nutzbar."

Das stimmt so nicht. Signierte und von Apple geprüfte ("notarisierte") Drittanbieter-Kernel-Erweiterungen können mit aktivierter System Integrity Protection geladen werden. Dies muss im Recovery Mode im Startsicherheit-Dienstprogramm aktiviert werden.

Bei deaktivierter System Integrity Protection können dagegen unsignierte Kernel Erweiterungen, die nicht von Apple geprüft wurden, geladen werden.

Das macht einen großen Unterschied in Sachen Sicherheit.
+5
mhey05.01.26 16:18
bf
Vielen Dank für Deine Ergänzung/Abgrenzung.
0
pogo3
pogo305.01.26 16:32
macOS wächst im Verborgenen immer weiter
Die Code-Betrachtung. Gut, wird wohl so sein. Ob es "wächst" is mir wurscht, gut funktionieren soll es. V 26.2 - naja, noch nicht mal ordentlich Musik spielen ist möglich .
Ich schmeiss alles hin und werd Prinzessin.
-4
gebha05.01.26 18:06
Also ich höre hier ganz ordentlich Chvrches auf Apple Music unter 26.3 über das Apple Studio Display. Ging aber auch schon unter 26.2.
0
milk
milk05.01.26 18:41
Ich höre meine Musik gerade am Mac Pro mit High Sierra, und das ist sowohl optisch als auch funktional besser als das aktuelle macOS.

Ins Internet gehe ich mit der Maschine nicht.
+3
X-Jo06.01.26 11:06
milk
Ich höre meine Musik gerade am Mac Pro mit High Sierra, und das ist sowohl optisch als auch funktional besser als das aktuelle macOS.
[…]
Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich höre mit den Ohren, nicht mit den Augen.
+1
evanbetter
evanbetter06.01.26 13:52
milk
Ich höre meine Musik gerade am Mac Pro mit High Sierra, und das ist sowohl optisch als auch funktional besser als das aktuelle macOS.

Ins Internet gehe ich mit der Maschine nicht.

Naja, wenn das für dich passt: super. Ist aber schon ein Einzelfall – und dann noch nicht mal im Internet, damit bist Du wahrscheinlich (deutlich?) unter 1% der (privaten/KMU-) Nutzer und für diesen Thread, sorry, nicht relevant. Ich finde es schon wichtig, dass Apple nicht einfach aus Bequemlichkeit(?) das System aufblustert.

Anekdote, auch nicht relevant: Ich erinner' mich, wie ich einen Freund belächelt habe, weil sein Windows NT 32MB HD-Platz brauchte, was wir beide als lächerlich verschwenderisch hielten.
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
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