Apple warnt Angestellte mit Visum: Nicht aus den USA ausreisen – Wiedereinreise unklar


Apple steht vor personellen Herausforderungen, welche mit der aktuellen Visum- und Einwanderungspolitik zusammenhängen. So gab das Unternehmen eine Warnung aus, welche sich an Beschäftigte mit Arbeitsvisum richtet. Es sei zu vermeiden, aus den USA auszureisen, denn die Wiedereinreise könnte scheitern. Apple ist mit dieser Sorge nicht allein, auch andere große US-Technologiekonzerne richteten sich mit vergleichbaren
Hinweisen an ihre Belegschaft. Dabei geht es nicht um einen illegalen Aufenthalt im Land: Die betroffenen Mitarbeiter verfügen weiterhin über einen gültigen Aufenthalts- und Arbeitsstatus in den USA.
Arbeitserlaubnis? Ja. Einreise? In ein paar Monaten – vielleichtEntscheidend ist die in den Vereinigten Staaten geltende Trennung zwischen Aufenthaltsstatus und Visum. Während der Status regelt, ob jemand im Land bleiben und arbeiten darf, dient das Visum ausschließlich der Einreise. Ein solcher Stempel kann ablaufen, ohne dass der Aufenthalt im Land dadurch illegal würde. Problematisch wird es dann, wenn eine Person die USA verlässt. Für die Wiedereinreise ist ein gültiger Visum-Stempel zwingend erforderlich, der in der Regel bei einer US-Auslandsvertretung beantragt werden muss. Aufgrund verschärfter Sicherheitsprüfungen, Personalmangels und hoher Rückstände können Termine zur Visa-Erneuerung erst nach vielen Monaten vergeben werden – bis zu einem Jahr Wartezeit sei denkbar, heißt es hierzu gar Google-intern. Wer ausreist, läuft somit Gefahr, trotz gültigem Arbeitsstatus für lange Zeit außerhalb der USA festzusitzen.
Komplette Offenlegung von Internet-AktivitätenJene verschärften Sicherheitsprüfungen haben es zudem in sich. Beispielsweise sind sämtliche Aktivitäten auf Sozialen Medien sowie alle genutzten E-Mail-Adressen der letzten Jahre offenzulegen. Zahlreichen Rückmeldungen
zufolge können kritische Bemerkungen über den Präsidenten und die Regierung bereits dazu führen, als Person mit "antiamerikanischer Gesinnung" zu gelten, was zur Abweisung an der Grenze bzw. Nichtausstellung des Visums führt.
Dringende Warnung daher: Besser nicht ausreisenApple empfiehlt, Auslandsreisen entweder ganz zu streichen, oder sich zumindest vorher mit der hauseigenen Immigrationsabteilung in Verbindung zu setzen. Es sei nämlich nicht sicher, ob die aktuelle Rolle noch ausgefüllt werden könne, sollte keine Präsenz vor Ort mehr möglich sein. Für Apple und Co. stellt das aktuelle Vorgehen ein großes Problem dar, denn in der Tech-Branche ist man stark auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Neue Mitarbeiter zu rekrutieren und das sogenannte "H-1B-Arbeitsvisum" zu beantragen, zieht seit September ohnehin bereits eine Gebühr von 100.000 Dollar pro Person nach sich. Das betrifft sowohl Neuausstellungen als auch Arbeitgeberwechsel, zusammen mit Anwaltsgebühren landet man hier gerne bei Gesamtkosten von 120.000 Dollar.
Ein plötzliches, jedoch lange angedrohtes Personalproblem tut sich aufWenn jetzt aber nicht nur Neueinstellungen unattraktiver werden, sondern wichtige Spezialisten nicht mehr an ihren Arbeitsplatz dürfen, hat sich plötzlich ein Personalproblem aufgetan. In einigen Bereichen lassen sich Aufgaben natürlich auch aus der Ferne wahrnehmen, bei Tätigkeiten in der Chipentwicklung, bei Hardware-Validierung, in Laboren, beim Prototyping oder bei sicherheitskritischer Software wäre physische Präsenz jedoch zwingend erforderlich – und genau dort setzen Tech-Unternehmen sehr oft auf ausländische Mitarbeiter. Ganz überraschend kommt die Problematik indes nicht, schon während der ersten Trump-Administration gab es viel Kritik an damals ähnlichen Plänen.