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Bericht: Apples KI-Zurückhaltung könnte sich als Vorteil erweisen – sobald der Hype abkühlt

Für viele Nutzer gehören KI-Features längst zum Alltag. Auf dem iPhone, Mac und anderen Geräten von Apple ist das nicht anders – was allerdings nicht gerade an Apple Intelligence liegen dürfte. Das von Cupertino zur WWDC 2024 vorgestellte KI-System geht zwar mit einigen Annehmlichkeiten wie den Schreibwerkzeugen und der Zusammenfassung eingehender Benachrichtigungen einher, beschränkt sich aber ansonsten eher auf mehr oder weniger nützliche Gimmicks wie Genmojis. Siri erhielt zwar eine neue Benutzeroberfläche, unterliegt ausgefeilten Chatbots wie ChatGPT und Gemini jedoch deutlich. The Information nennt einige Gründe für Apples vorsichtige KI-Strategie und gibt zu bedenken, dass der Konzern damit durchaus richtig liegen könnte.


Macht sich Apples Zurückhaltung bezahlt?
Während Unternehmen wie OpenAI, Google und Meta Hunderte von Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und das Training umfangreicher Sprachmodelle investieren, verfolgt Apple einen vergleichsweise zurückhaltenden Ansatz. Der Unterschied zeigt sich deutlich bei Apple Intelligence: Die KI-Tools sind nach wie vor als Beta deklariert und die neue Siri-Generation dürfte erst mit der Systemversion 26.4 ihr Debüt feiern (siehe hier). The Information zufolge ändert sich jedoch die Marktstimmung: Es kommen immer mehr Zweifel auf, ob sich die hohen KI-Investitionen tatsächlich bezahlt machen oder zu nennenswerten Erträgen führen. Apples Vorsicht auf diesem Gebiet bringt den Konzern in eine komfortable Lage: Er weise mehr als 130 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln auf. Apple könne daher Akquisitionen von KI-Startups oder Partnerschaften mit diesen eingehen, sobald deren Bewertung fällt. Laut dem Bericht scheint Apple genau darauf zu spekulieren.

Apples große Vorteile: iPhone und hauseigenes Ökosystem
The Information geht davon aus, dass die kommende Siri-Generation auf Googles Gemini-Architektur beruht. Zwar arbeite Cupertino weiterhin an einem eigenen LLM, allerdings seien einige Führungskräfte zu einer interessanten Einschätzung gelangt: Große Sprachmodelle würden in den kommenden Jahren zur Massenware werden, weswegen es wenig sinnvoll sei, viel Geld in LLMs zu investieren. Der Bericht verweist zudem auf das iPhone als entscheidenden Vorteil für Apple: Das Unternehmen sei dazu in der Lage, KI-Features über Softwareupdates in das hauseigene Ökosystem zu integrieren. Andere Anbieter müssten zunächst entsprechende Hardware entwickeln und sich den damit einhergehenden Herausforderungen in Bereichen wie der Produktion und dem Vertrieb stellen.

Kommentare

tjost
tjost02.01.26 08:35
Habe ich am Anfang schon gesagt.
Hype weg, Blase geplatzt alle hassen AI erstmal und Apples Modell wird sich zum Vorteil wenden durch die Integration.
+8
macbeutling
macbeutling02.01.26 08:49
Es gibt sicherlich viele, die mit KI produktiv umgehen und damit viel zeit bei der eigenen Arbeit sparen...aber wenn ich mir mein Umfeld so ansehe und dazu Instagram, TikTok und ähnliche mit einbeziehe, so dient KI momentan doch im großen und ganzen dazu, irgendwelchen Schnickschnack zu generieren, den es eigentlich nicht braucht.

Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie die großen Player damit über die Jahre einnahmen generieren wollen.
Glück auf🍀
+7
Tom Macintosh
Tom Macintosh02.01.26 09:11
Genau mein Gedanke. Für einfache Rückfragen ist das ganz nützlich, aber dafür ich persönlich kein Geld bezahlen. Groggle oder sonstige haben mir ja damals auch geholfen. Man muss eh alles verifizieren.

Beruflich wüsste ich nicht was mir diese KI´s helfen sollen. Mein Fachwissen kennen die KI´s ja nicht . Auswertungen ja, aber das sind dann wirklich Modelle die früher auch programmiert werden mussten.

Hat hier jemand vielleicht mal ein echten Anwendungsfall ? Privat hat ich mir mal die Mühe gemacht und probiert . Eine Excel machen zu lassen mit mehreren werten und Listen. Hmm, mehr als Überschriften habe ich nicht hinbekommen Vielleicht bin ich wirklich zu unerfahren. Aber sollte KI mir da nicht helfen ?
+1
Siganomas
Siganomas02.01.26 09:24
Die KIsn heute machen ja fast alle mehr oder weniger das gleiche, wirklich hilfreich finde ich das im Alltag aber wenig.

Mir würde da einfache Tools schon reichen.

- Durchsuche meine Foto-Mediathek und drehe die Fotos richtig (Hoch/Querformat)
- Zeige mir alle E-Mails, die nur Werbung sind und heute nicht mehr relevant (ich habe tausende Mails die ich sicher löschen könnte)
- Durchsuche die Anhänge meiner Mails nach Rechnungen / Quitungen. Viele Shops schreiben in ihren Mails gar nicht mehr was man gekauft hat. („Rechnung im Anhang“)
- Zeige mir Lieder in denen es um Thema XY geht.

Das sind Funktionen bei denen die KI einen Kontext erkennen muss, das würde mir Arbeit sparen. Leider gibt es sowas nicht.

Ich nutze KI heute gerne, wenn ich z.B. etwas in Home Assistant einrichten möchte.
Neulich habe ich z.B. geschrieben: Ich habe die Sensoren 1-20, erstelle mir daraus ein Dashboard. Wenige Minuten später hatte ich einen YAML-Code aus 900 Zeilen.
Aber das ist schon eher eine Niesche und auch nichts wo ich Apple gerne sehen würde.
Ich werde mich diesem verbrecherischen Missbrauch nicht beugen.
+4
cheesus1
cheesus102.01.26 09:31
macbeutling
...aber wenn ich mir mein Umfeld so ansehe und dazu Instagram, TikTok und ähnliche mit einbeziehe, so dient KI momentan doch im großen und ganzen dazu, irgendwelchen Schnickschnack zu generieren, den es eigentlich nicht braucht.
Das deckt sich überhaupt nicht mit meinen Erfahrungen. In meinem Umfeld (Freunde & Bekannte) wird KI vor allem genutzt um sich die Arbeit zu erleichtern, z.B. Anfragen auszuformulieren, Ideenvorschläge zu machen, Ratschläge einzuholen und Recherchen zu beschleunigen. Teilweise wird KI sogar als Psycho-Therapeut missbraucht, was bereits zu Problemen geführt hat. Und hier sehe ich eine große Gefahr, weil zunehmend für bare Münze genommen wird, was die KI sagt.

Tom Macintosh
Hat hier jemand vielleicht mal ein echten Anwendungsfall ?
Ich bin Einzelunternehmer und nutze ChatGPT kurz gesagt als zweiten Mitarbeiter. Ich diskutiere strategische oder taktische Entscheidungen mit der KI, lasse mir Sachverhalte erklären, Konzepte ausarbeiten und mühevolle Routinearbeiten abnehmen.
Praktisches Beispiel: Die Einbindung der E-Rechnung in mein Rechnungsprogramm wurde mit der KI besprochen, gegliedert und bei der Programmierung geholfen. Und für banale Dinge wie "tausche alle X gegen Y und gib mir das Ergebnis als Z zurück" ist KI wie geschaffen.

Es lohnt sich also, sich einmal mit der "richtigen" Bedienung von KI auseinanderzusetzen. Da liegt sehr viel Potential drin. Auf YouTube gibt es sehr viel Material dazu.

Trotzdem muss man immer hinterfragen, was die KI von sich gibt. Denn teilweise sind Behauptungen schlicht und ergreifend falsch.
+4
Tom Macintosh
Tom Macintosh02.01.26 09:46
Hi cheesus1,

ok, dann müsste ich erst einmal lernen mit mir selbst zu reden Danke für die Rückmeldung wie man so etwas nutzen kann.
Mir wäre aber dabei immer der Bezug zu Menschen viel wichtiger in meinen Fällen. Weil so etwas in meinem Umfeld nicht funktioniert bin ich jede Woche bei Lieferanten und muss diese Unterstützen.
Da sieht man wie unterschiedlich die Anwendungsfälle sein können. Danke für deine Offenheit.
+3
iBär
iBär02.01.26 10:03
macbeutling
………, so dient KI momentan doch im großen und ganzen dazu, irgendwelchen Schnickschnack zu generieren, den es eigentlich nicht braucht.

Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie die großen Player damit über die Jahre einnahmen generieren wollen.

Ich sehe das sehr ähnlich, aber mit Schnickschnack kann man heute scheinbar sehr sehr viel Geld verdienen…. man mag es kaum glauben.

Und ja es gibt sicher einige Felder in denen die neuen KIs sehr hilfreich sind. Ich nutze es auch zur Recherche, besonders gut geeignet um verschiedene Modelle tabellarisch zu vergleichen, das kann KI gut. (Wow). Für HomeAssistant nutze ich es auch gerne, das klappt oft gut.
Aber ob es die vielen Dollars und KWh rechtfertigt….. Ich bin gespannt
+3
Bonsy02.01.26 10:10
KI kann ein sehr fleißiger und kostengünstiger, aber auch fehlbarer Mitarbeiter sein, der allerdings keine eigene Persönlichkeit besitzt. Sie hat nur einen Ratgeber über fleißige Mitarbeiter gelesen.

Für einen bestimmten Bereich an Aufgaben sehr sinnvoll, weil Zeit und Kosten sparend. Für den menschlichen Part jedoch nur bedingt sinnvoll.

Menschlichkeit aber ist, denke ich, der wichtigste Skill in unserer heutigen Zeit. Und den kann sie nur faken, Stichwort Höflichkeit bei ChatGPT uä.

Aber das Thema ist natürlich noch viel umfangreicher und aus heutiger Sicht auch noch recht unvorhersehbar.
+1
deus-ex
deus-ex02.01.26 10:20
Im Mainstream sind KI Systeme einfach nur Spielereien. Die Leute finden das Lustig mit Bild und Video Generatoren Bullshit zu produzieren. Aber irgendwann wollen die Investoren ihr Geld wieder haben. Und Geld für diesen Mumpitz zu bezahlen, das sehe ich nicht.
Am Ende werden die nützlichen Dinge übrig bleiben und der ganze Nonsens verschwinden. Inkl. der Kohle die da investiert wurde.
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