
Mac-Praxis: Was tun, wenn der Mac bei Hitze langsam wird?


Hohe Umgebungstemperaturen wirken sich nicht nur auf Anwender aus, auch Rechner benötigen eine angemessene Differenz zur Umgebungstemperatur, um schnell und korrekt zu reagieren. Apple hat Hard- und Software darauf vorbereitet, auch unter eher widrigen Umständen noch optimal die ihm anvertrauten Aufgaben abzuarbeiten. Es obliegt dem Anwender, ihm dabei ein wenig unter die Arme zu greifen – und vor allem nicht den integrierten Schutzmechanismen in die Quere zu kommen.
Rechenaktivität erzeugt Abwärme. Rechen-, Grafik- und Neuralkerne, RAM und SSD werden umso wärmer, je mehr Aktivität sich auf ihnen entfaltet. Je nachdem, um was für einen Rechner es sich handelt, sind unterschiedliche Elemente des Hardware-Designs für die Hitzeabführung vorgesehen. Die hohe Wärmeleitfähigkeit des Metallgehäuses unterstützt die passive Kühlung. Desktop-Macs und MacBook Pros unterstützen dies durch integrierte Lüfter, die (möglichst) kühle Luft ansaugen und erwärmt wieder hinauspusten.
Luftig aufstellenDer beste Tipp, den man an heißen Tagen beherzigen sollte: Wärmeabfluss erleichtern. Je nach Gerät gibt es dafür einige Tipps:
- Platz rund um den Mac lassen, damit warme Luft ungehindert hinfort diffundieren kann.
- Standfläche für Kühlung optimieren: Feste Oberflächen mit guter Wärmeleitfähigkeit sind am besten, weiche Stoffe oder Kissen am schlechtesten geeignet.
- Wenn der Mac eingebaute Lüfter verwendet: Lufteinlass- und -abfuhrschlitze von Staubansammlungen befreien. Wenn das nicht hilft: Rechner aufschrauben (lassen) und die rotierenden Elemente selbst von Blockaden befreien.
- Zusätzliche Wärmequellen, etwa Netzteile oder externe Speichermedien, möglichst weit entfernt platzieren.
- Gerät nicht in die Sonne stellen, sondern stets im Schatten betreiben.
Wer mag, kann sich für seinen tragbaren Mac die Kühlung mit einem Metallgestell erleichtern. Der Gaming-Laptop-Hersteller Razer etwa bietet einige
Laptop-Ständer, die teilweise auch für Macs geeignet sind. Der Klassiker
mStand ist mittlerweile auch mit integriertem Drehteller zu haben.
Aktivität beobachtenUm zu sehen, was einen Mac aktuell beschäftigt, bringt macOS das Dienstprogramm "Aktivitätsanzeige" mit. Dieses präsentiert allerdings nicht die Temperaturen im Inneren eines Macs, obwohl dieser mehrere Thermosensoren integriert. Abhilfe schaffen Programme wie
Stats oder
iStat Menus. Wer sich auf der Kommandozeile wohlfühlt und macOS 26 Tahoe installiert hat, kann den schicken Visualisierer
BTOP++ über Homebrew installieren. Alle drei zeigen an, aus welcher Komponente übermäßige Hitze herrührt.
Programme wie Stats, iStat nano und btop (im Bild) zeigen aktuelle Temperaturwerte an.
Energiemodus: wenig EffektAnwender mit einem M3 Ultra, M4 Pro oder neuer in ihrem Mac könnten geneigt sein, unter Einstellungen/Batterie (oder Energie bei Desktop-Macs) auf "Leistung reduzieren" zu wechseln. Das sollte jedoch keine maßgebliche Auswirkung auf die Temperaturentwicklung haben, so erklärt Howard Oakley auf seinem
Blog – diese Einstellung ziele eher auf den Energieverbrauch, um unter anderem auch Lüftergeräusche zu minimieren. macOS passt die Kühlung automatisch an die notwendige Arbeitsleistung an, weswegen "Automatisch" wahrscheinlich bereits optimale Einstellungen liefere. Im Falle einer Überhitzung könne man das zwischenzeitliche Aktivieren des "Hochleistungsmodus" in Erwägung ziehen, da diese Option möglicherweise die Lüfter zu besonders hohen Drehzahlen hochschraube. Wer lieber selbst die integrierten Lüfter steuern möchte, kann das Programm
Macs Fan Control ausprobieren.
Der Hochleistungsmodus könnte beim schnellen Abkühlen im Notfall helfen (sofern der eigene Mac dies unterstützt).
Programme beenden (nicht Prozesse!)Entdeckt man übermäßig aktive Prozesse in einem der Systemmonitore, kann man geneigt sein, diesen direkt beenden zu wollen. Besser ist es, stattdessen in den Finder zu wechseln und ein ressourcenhungriges Programm nach dem anderen zu beenden. Bei Browsern genügt es oftmals, hyperaktive Reiter zu schließen. Auf keinen Fall sollte man den Prozess "kernel_task" beenden. Dieser hat (unter anderem) die Aufgabe, bei Überhitzung Rechenkerne mittels Leerlauf-Prozessen zu reservieren. Wer kernel_task beendet, steigert ungewollt sogar die Überhitzung.