Apple will US-Strafzölle zurückfordern – und knüpft ein Versprechen daran


Das vergangene Jahr war für Apple von einigen Unsicherheiten geprägt, welche die zweite Trump-Amtszeit mit sich brachte: Mittels eilig per Dekret ausgerufener Zölle sollte erreicht werden, dass die Produktion materieller Güter im großen Stil in die Vereinigten Staaten umsiedelt. Kürzlich entschied das oberste US-Gericht, dass diese Zölle nicht
verfassungsgemäß waren. Die gezahlten Summen will Apple nun zurückfordern, koppelt sie aber gleichzeitig an ein Versprechen, entsprechende Gelder für zusätzliche Investitionen in die US-Produktion zu verwenden.
Eine entsprechende Aussage fiel auf der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 30. April. Sie gehörte nicht zum vorbereiteten Bericht, sondern fiel als Antwort auf eine Frage eines Analysten von J.P. Morgan zu Gewinnmargen des Unternehmens. Nachdem Kevan Parekh die meisten Details der Frage beantwortet hatte, übergab er an CEO Tim Cook, welcher ein offenbar vorbereitetes Statement verlas:
Was die Beantragung einer Rückerstattung der gezahlten Zölle betrifft, halten wir uns an die geltenden Verfahren und beabsichtigen, alle zurückerhaltenen Beträge in Innovation und fortschrittliche Fertigung in den USA zu reinvestieren. Dabei handelt es sich um neue Investitionen, welche zusätzlich zu unseren bisherigen Verpflichtungen in den USA getätigt werden.
Diplomatischer KompromissMit diesem Schachzug bemüht sich der Konzern um Schadensbegrenzung. Einerseits sieht sich Apple als börsennotiertes Unternehmen in der Pflicht, sowohl den Aktienwert als auch die Dividende möglichst hoch zu halten – die vierteljährliche Telefonkonferenz ist eine stetige Erinnerung daran, wem gegenüber der Konzern Rechenschaft schuldet. Dennoch will man Racheaktionen der US-Regierung verhindern – Donald Trump hat bereits angekündigt, er würde sich merken, welche Unternehmen die Zölle nicht zurückforderten. Diejenigen, die hingegen auf eine Erstattung bestünden, bezeichnete er als "
den Feind".
Große SummenTrump und seine Gefolgschaft kritisieren Apple dafür, dass Hardware weitestgehend in Südostasien gefertigt werde. Apple reagierte mit einem Bericht, in dem der Konzern die geplanten Investitionen in die US-amerikanische Fertigung bis 2030 auf 600 Milliarden US-Dollar bezifferte. Dazu gehören Bildungsprogramme sowie die Produktion von Server-Hardware für den eigenen Bedarf. Die Summe, welche Apple im vergangenen Jahr für Zölle in den Vereinigten Staaten ausgegeben hat, wird auf etwa 3 Mrd. US-Dollar geschätzt.