Apple verbietet Torrent-App in alternativen App-Marktplatz


Apple muss seit Frühjahr 2024 in der Europäischen Union die Installation von alternativen App-Marktplätzen auf dem iPhone dulden. Bislang konnte noch keiner dieser App-Store-Alternativen den Durchbruch erreichen, denn für Entwickler wie auch für Kunden ist nach wie vor der Apple App Store die wichtigste Anlaufstelle. Außerdem stehen alternative App-Marktplätze nur in der Europäischen Union bereit – und will man seine App weltweit vertreiben, führt kein Weg am offiziellen App Store vorbei.
Rein technisch gesehen werden Apps über alternative Marktplätze trotzdem von Apple selbst bereitgestellt – doch der Konzern sollte sich bei der App-Prüfung eigentlich auf Malware- und Sicherheitstests beschränken. Inhaltliche Kontrollen darf es nur in einem sehr beschränkten Maße geben.
Torrent-App ohne Vorwarnung gesperrtIm offiziellen App Store waren Apps, welche die Teilnahme an BitTorrent erlauben, nie gestattet. Etwas merkwürdig ist zwar, dass Apple pauschal Apps blockiert, welche Datentransfers über ein bestimmtes Internet-Protokoll ermöglichen, doch BitTorrent wird häufig für den Austausch von Raubkopien eingesetzt.
In alternativen App-Marktplätzen sind aber manche Torrent-Apps verfügbar – beispielsweise bis vor kurzem das von Daniil Vinogradov entwickelte iTorrent. Vor etwa einer Woche hat Apple aber die Genehmigung, die App über alternative Marktplätze bereitzustellen, widerrufen – und zwar, ohne den Entwickler über die Maßnahme in Kenntnis zu setzen, wie TorrentFreak.com
berichtet.
Vinogradov nahm Kontakt zu Apple auf, erhielt aber nur eine nichtssagende, vorformulierte Antwort. Der Entwickler bohrte weiter nach und Apple sagte, dass seine Anfrage an eine höhere Stelle weitergeleitet wurde – doch eine Antwort blieb bislang aus. Zuvor vertrieb Vinogradov seine App über den App-Marktplatz "AltStore PAL" und die Betreiber nahmen ebenfalls Kontakt zum Konzern auf – bislang jedoch ebenfalls ohne Erfolg.
Machtmissbrauch?Eigentlich sollte der Digital Markets Act der Europäischen Union die Macht von Großkonzernen bezüglich dem digitalen Vertrieb von Apps einschränken – doch derartige Fälle werfen Fragen auf. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass die App des Entwicklers aufgrund technischer Mängel aus dem Vertrieb genommen wurde – doch auch in diesem Fall wäre es von Apple äußerst schlechte Kommunikation, den Programmierer nicht in Kenntnis zu setzen. Denkbar ist aber auch, dass Apple die Sicherheits- und Virenkontrolle doch als inhaltliche Kontrolle missbraucht, um weiterhin bestimmte Apps oder sogar Konkurrenz zu verhindern.