Apple Car: Apple testet wieder intensiver auf öffentlichen Straßen

Während die Tech-Welt intensiv darüber diskutiert, wie ein Apple Car aussehen könnte und es bieten müsste, rollen schon seit Jahren selbstfahrende Apple-Autos über Kaliforniens Straßen. Allerdings kommen diese von Lexus, nur die Sensorsysteme für den autonomen Betrieb stammen von Apple. Da Erprobungsfahrten genehmigungs- und registrierungspflichtig sind, bieten die offiziell einsehbaren Publikationen des DMV ("Department of Motor Vehicles", Straßenverkehrsbehörde) einige interessante Einblicke. Aufzuschlüsseln ist beispielsweise, wie viele Fahrzeuge es gibt, welche Strecke diese zurücklegten – und wie oft der Fahrer eingreifen musste, da beispielsweise die Bordelektronik überfordert war (sogenanntes "Disengagement").


2019 wenig, 2020 mehr als doppelt so viele Meilen
Während es 2019 mit nur 7.500 Testmeilen recht verhalten zuging, dokumentierte Apple für das vergangene Jahr bereits 18.800 Meilen. 2019 kam es noch zu einem "Disengagement" alle 117,8 Meilen, waren 2020 bereits durchschnittlich 144,6 Meilen ohne jeglichen Eingriff möglich. Man sieht einen klaren Trend, welche Fortschritte Apple macht – im ersten Testjahr auf öffentlichen Straßen mussten die Fahrer fast einmal pro Meile ins Lenkrad greifen. Zu einem Unfall kam es im Verlauf des Jahres 2020 nicht, die die letzte Kollision vermeldete Apple 2019. Denn vollständigen Bericht des kalifornischen DMV kann man übrigens hier einsehen:

Es gibt aber noch viel zu tun
Um die Zahlen noch etwas in Relation zu setzen: Apples aktivstes Jahr war 2018 mit rund 80.000 Meilen. General Motors ließ die eigenen autonomen Fahrzeuge 2020 insgesamt 770.000 Meilen zurücklegen und meldete gerade einmal 27 Fahrereingriffe, was einer Disengagement-Quote von 1:28.500 entspricht. Vollständig vergleichbar mit anderen Herstellern sind die Daten insofern nicht, als die Anbieter unterschiedliche Kriterien anlegen. Dennoch ist zu erkennen, dass Apple noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen hat. Waymo mit 1:30.000 oder Twitter Cruise mit beeindruckenden 0:200.000 sind ebenfalls derzeit weit vorne.

Kommentare

MikeMuc10.02.21 11:59
Könnte man nicht auch über die gefahrenen Strecken, sofern die auch irgendwie einsehbar sind, auch auf den von Apple angestrebten Einsatzzweck schließen?
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HerrDerSpiele10.02.21 12:37
Das hört sich beeindruckend an, wie es bei den anderen Herstellern ist, aber ich denke, es hängt sehr davon ab, welche Teststrecken man fährt. Wie schlecht die Straßen,... sind.
+1
aMacUser
aMacUser10.02.21 12:58
MTN
Twitter Cruise mit beeindruckenden 0:200.000
"0 zu Irgendwas" klingt ja schon ganz schön perfekt
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DTP
DTP10.02.21 13:39
HerrDerSpiele
Das hört sich beeindruckend an, wie es bei den anderen Herstellern ist, aber ich denke, es hängt sehr davon ab, welche Teststrecken man fährt. Wie schlecht die Straßen,... sind.
Naja, um das in Relation zu setzen, denk mal daran, wie viel du fährst und wie oft du einen Unfall oder Parkrempler pro Jahr hast.

Angenommen du fährst 15.000km p.a. und hast alle zwei Jahre ein Problem. Dann muss der Wert irgendwo bei 1:30.000 liegen. Alles darunter fände ich kritisch.

Bei Apples derzeitigem Wert hättest du einen Unfall pro Woche 🥶

Ich weiß nicht, wie viele km ich in meinem Leben gefahren bin und hatte noch keinen selbstverschuldeten Unfall, nur einmal eine kleine Mauer nicht gesehen. Also 1 auf <wievielichauchimmerinmeinemLebengefahrenbin>?
+1
LoCal
LoCal10.02.21 13:48
DTP
Bei Apples derzeitigem Wert hättest du einen Unfall pro Woche 🥶

Nein, das sind keine Unfälle, sondern Eingriffe durch den Fahrer!
Und es gibt leider keine Einstufung für die Eingriffe.
Also konkretes Beispiel*:
Das autonome Fahrzeug fährt sehr dicht an der Begrenzungslinie.

Apples Vorgabe: Es muss max. 20cm zum Fahrbahnrad eingehalten werden, sonst muss ein Eingriff erfolgen.
GMs Vorgabe: Die Linie darf nicht überfahren werden, sonst muss ein Eingriff erfolgen.

Damit ist das Eingreifepotential bei Apple schon mal wesentlich höher.

Und wie im Artikel oben erwähnt: Es gab keine Unfälle!

*Das Beispiel ist nicht aus irgendwelchen Testzyklen entnommen (die ich nicht kenne), sondern soll nur verdeutlichen, dass es verschiedene Interpretationsräume gibt.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+2
DTP
DTP10.02.21 14:01
LoCal
DTP
Bei Apples derzeitigem Wert hättest du einen Unfall pro Woche 🥶

Nein, das sind keine Unfälle, sondern Eingriffe durch den Fahrer!
Doch, das WÄREN Unfälle gewesen:
Stell dir vor, das Auto würde alleine fahren und es gäbe keine Möglichkeit einzugreifen. Dann würde das Auto etwas falsch machen und eben jemanden die Vorfahrt nehmen oder anrempeln oder gefährden. Nur durch den Eingriff des Testfahrers ist dann kein Unfall geworden.

Bei einem komplett autonom fahrenden Auto will ich aber ja eben nicht die ganze Zeit auf den Verkehr achten, sondern zB schlafen oder was lesen. Darum muss das mindestens 1:30000 schaffen oder sogar noch besser.
+2
LoCal
LoCal10.02.21 14:16
DTP
LoCal
DTP
Bei Apples derzeitigem Wert hättest du einen Unfall pro Woche 🥶

Nein, das sind keine Unfälle, sondern Eingriffe durch den Fahrer!
Doch, das WÄREN Unfälle gewesen:
Nein, Du kannst Dir die Eingriffe auch hier durchlesen.

Beispiele:
The test vehicle makes a lane change at an inproper speed, e.g: slow acceleration

Was so viel bedeutet wie: Das Auto hat auf die linke Spur gewechselt, dann aber nicht, oder nicht gleich, beschleunigt um das vorher fahrende Fahrzeug zu überholen.

Das bedeutet nicht, dass dadurch ein Unfall geschehen wäre … und dieses Verhalten erlebe ich bei fast jeder Autobahnfahrt von menschlichen Fahrern auch.

Oder:
precautionary takeover to address planning, other road user behaving poorly
Es handelt sich um Vorsichtsmaßnahmen weil andere Verkehrsteilnehmer sich falsch verhalten haben.

Ich will nicht sagen, dass keiner dieser Eingriffe eine Unfall verhindert hätte … aber die meisten Meldungen deuten nicht darauf hin.

Die Mitteilungen von Apple sind leider nicht sonderlich Aufschlussreich, da wir wohl bei Sensorfehlern sofort ein Eingriff erfordert … jedes normale Auto fährt damit erstmal weiter.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+1
Wiesi
Wiesi10.02.21 15:23
Die von Apple gefahrene Strecke ist so gering, daß es für einigermaßen autonomes fahren nicht reicht. Ich vermute vielmehr, daß es sich um bessere Assistenzsysteme handelt. Im übrigen ist die autonome Fahrerei in außergewöhnlichen Situationen schnell am Ende. Z.B. in Baustellen, wenn Fußgänger, Radfahrer und Autos sich die Fahrbahn teilen, Rangieren, Parkplatz suchen usw. Wenn solche Aufgaben angegangen werden, benötigt es sehr viele Fahrstunden.
Everything should be as simple as possible, but not simpler
-9
ww
ww10.02.21 16:14
aMacUser
MTN
Twitter Cruise mit beeindruckenden 0:200.000
"0 zu Irgendwas" klingt ja schon ganz schön perfekt

Wieso? 0 Km gefahren - 200'000x eingegriffen
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