App-Tipp: Loupe offenbart, was iPhone-Apps über Sie wissen können


Seit iOS 14.5 müssen App-Entwickler Nutzer fragen, ob sie mit der dauernden Erfassung des Anwenderverhaltens einverstanden sind. Was großen Protest seitens Unternehmen wie Google und Meta auslöste, war bei Anwendern sehr beliebt – fast jeder Nutzer
unterband Tracking, sobald ihm die Frage gestellt wurde. Bald jedoch kamen Fragen auf, wie effizient die in iOS integrierten Tracking-Mechanismen tatsächlich sind. Eine App namens
Loupe zeigt nun anschaulich, welche Informationen eine iOS-App ohne Nutzerbestätigung abrufen kann.
Mittlerweile haben sich Unternehmen, welche vorwiegend Geld mit zielgruppenorientierter Werbung verdienen, vielfältige Wege entdeckt, wie sie Nutzer auch ohne deren Einverständnis beobachten können. Sie rufen spezifische Informationen ab, welche im Einzelnen wenig bedeuten, in Kombination einen aber eindeutig wiedererkennbar machen. Dies wird Fingerprinting genannt. Datenpunkte wie Browsername und -version, Bildschirmauflösung etc. kommen dabei zum Einsatz. Loupe offenbart jedoch, was eine App noch alles über den Nutzer in Erfahrung bringt – einiges davon ist als einzelner Wert bereits eindeutig.
Installationszeitpunkt und ZwischenablagenzählerBesucht man das kostenlose
Loupe auf Apples Website, steht es bei App Tracking Transparency mit sauberer Weste dar: Die App erfasse weder anonyme noch personalisierte Daten. Nach dem Download und ersten Start zeigt diese jedoch ein sehr persönliches Nutzerprofil: Auf die Sekunde genau kann Loupe in Erfahrung bringen, wann das iPhone eingerichtet wurde, zudem, wie viel Zeit seit dem letzten Neustart vergangen ist. Und auch, wie häufig die Zwischenablage des Geräts eingesetzt wurde, kann jede App ohne Nutzereinwilligung abrufen.
Verräterische Systemdaten – mehr als genug, um ein Gerät eindeutig wiederzuerkennen.
Über Umwege: Welche Apps sind installiert?Abrufbare Informationen unterteilt Loupe in Passiv (Anwender können nichts dagegen tun), Erlaubnis erforderlich (Anwender müssen gefragt werden) sowie Fortgeschritten. Für die dritte Kategorie ist leicht erhöhter Aufwand vonnöten: Mittels URL-Schemata lässt sich etwa ausloten, ob eine bestimmte App installiert ist. Testweise versucht Loupe auszuspähen, ob Signal, PayPal und LinkedIn installiert sind – ebenso wie Krypto-Apps wie Coinbase oder Dating-Portale wie Grindr, Tinder oder Hinge. Allein das Vorhandensein einer solchen App kann viel über den Anwender verraten.
Über gezielte Abfragen kann eine iOS-App herausfinden, was sonst noch auf dem iPhone installiert ist – das Resultat kann viel über den Nutzer verraten.