App Store: Immer längere Warzeiten auf App-Freigaben – Ursache Vibe-Coding und Überflutung?


Spencer Dailey bietet seit 2019 Software im Mac App Store an. In den vergangenen Monaten fiel ihm auf, dass die Bearbeitungszeit merklich anstieg. Seine Schätzung ist, dass ein Update nun drei- bis fünfmal so lange in der Warteschlange verweilt als noch vor gut einem Jahr. In seinem
Blog-Beitrag nennt er seine Vermutung für die Ursache: Dank KI-gestützter App-Entwicklung werden deutlich mehr Apps eingereicht; das Review-Team behält jedoch dieselbe Größe wie bisher.
Tatsächlich zeigen Zahlen des Marktanalysten AppFigures eine
deutliche Steigerung der Einreichungen: Im vergangenen Jahr steigerte sich die Zahl der Neueinreichungen um 24 Prozent – allein bis November. Seit 2017 ist das Angebot in Apples App Stores nicht mehr so schnell gewachsen. Eine Ursache verorten Analysten in der Kombination aus social-media-basierten Vermarktung, etablierten Monetarisierungsstrategien und einer großen Zahl neuer Entwickler, welche dank KI-Unterstützung erstmals eigene Apps entwickeln.
Im vergangenen Jahr stieg die Zahl neuer Apps um etwa ein Viertel. (Quelle:
AppFigures)
App Review mit mehr ArbeitDailey stellt fest, dass ein Update seiner App
CurrentKey mittlerweile fünf Tage auf eine Beurteilung wartet. Er sieht die Schuld nicht beim Review-Team selbst, sondern in der Entscheidungsebene: Apple bleibe trotz eines deutlichen und anhaltenden Aufwärtstrends bei Einreichungen bei der bisherigen Teamgröße und stelle keine zusätzlichen Reviewer ein. So warteten Mac-App-Entwickler teilweise bis zu zehn Tage auf eine Bewertung. Bei iPhone-Apps ist inzwischen ebenfalls eine Verzögerung zu verzeichnen, allerdings nicht in demselben Umfang.
Auch
Synium, das Software-Haus, zu dem MacTechNews gehört, beobachtet einen deutlichen Anstieg in der Bearbeitungszeit. Allerdings schwanken die Zeiten, welche eine Aktualisierung erfordern, sehr stark. Einmal warteten die Entwickler sogar fünf Tage auf die Freigabe einer TestFlight-Version – dies hatte bisher selten mehr als ein bis zwei Stunden in Anspruch genommen.
iMovie erschwert EinreichungSpencer Dailey erweitert seinen Blog-Beitrag zu einer Rundum-Kritik an Apples Software-Qualität. Dabei spielt auch ein Ärgernis eine Rolle, welches ausschließlich Entwickler betrifft: Apples kostenlose Videoschnitt-Software integriert eine Vorlage für Screencasts, welche die Komposition von Videos für den App Store erleichtern soll. Diese ist jedoch fehlerbehaftet: Stets muss er im Projekt zunächst ein Bild mit den richtigen Ausmaßen hinzufügen, damit das Projekt die korrekten Dimensionen wählt. Zum Schluss muss er eine zusätzliche leere Tonspur hinzufügen, um zu vermeiden, dass Xcode sich über
fehlerhaftes Audioformat beschwert. Diese Fehler begleiten ihn bereits seit acht Jahren.