Kommentar: Apples sensationelle Verkaufszahlen – also gibt es doch keine Probleme?


Apple hat ein herausragendes Quartal hinter sich, nie wurden mehr Gewinn und Umsatz erzielt, nie griffen so viele Kunden zu neuen iPhones. Gleichzeitig gibt es immer mehr Berichte über Probleme in Apples Software-Entwicklung, von mehr als halbgaren KI-Versuchen, der Dauerbaustelle Siri (die mit Googles Hilfe nun beseitigt wird), schlecht und unzuverlässig umgesetzten Frameworks oder Rückschritten der Usability. Ist das also alles nur Gemecker von sehr verwöhnten Nutzern – und zeigt Apple mit den Zahlen, dass man einfach alles richtig macht? Die Frage muss etwas differenziert betrachtet werden.
Zahlen lügen (erst einmal) nichtMehr als 85 Millionen verkaufte iPhones innerhalb von drei Monaten können erst einmal nicht lügen – und dokumentieren, wie viele Kunden von der Qualität des Produkts überzeugt sind. Hier gibt es aber bereits die erste Einschränkung. Hinsichtlich der Hardware, vor allem bei den eigenentwickelten Chips, steht Apple in der Tat glänzend da. Wer sich für ein iPhone oder einen Mac entscheidet, erhält in vielen Aspekten das derzeit technisch Machbare und weit überdurchschnittliche Angebote. Allerdings hat sich die in den 00er und 10er Jahren oft genannte Formel "Hardware naja, aber Software erste Sahne!" ins Gegenteil verkehrt. Kaum jemand kritisiert die hervorragenden Produkte selbst, sondern wie sich immer mehr Schwächen in der Software zeigen.
Kunden sehen die fast perfekte HardwareGenau hier ist für die eingangs erwähnte Gruppe etwas zu beobachten, das beim Kunden aber noch nicht angekommen ist. Die Probleme schlummern in den Tiefen. Apple ist immer mehr dazu übergegangen, lieber viele neue Sachen anzufangen und auf "Glanzeffekte" zu achten, als sich bestehender Fehler anzunehmen. Gerne wirft man mäßig ausgereifte Frameworks oder Funktionen auf den Markt, kümmert sich jedoch kaum noch um weitere Pflege, da ja bereits die nächsten Feature-Updates anstehen – welche dann aber teils auf ohnehin schon halbgare Fundamente setzen.
