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Photoshop-Redesign löst umfangreiche Kritik aus

Photoshop ist der Platzhirsch, wenn es um zweidimensionale Pixelgrafiken geht. Der Name des Adobe-Programms wurde zum Eponym für Bildbearbeitung. Generationen von Fotografen, Künstlern und Layoutern kamen über Jahrzehnte nicht an dem Programm vorbei. Ein Grund dafür waren die gewohnten Dialoge für essenzielle Funktionen, etwa für Helligkeit, Kontrast, Farbton und Leinwandgröße. Die jüngst ausgerollte Version 2026 ändert deren Aussehen ein wenig. Doch vor allem, lautet der Vorwurf von Marcin Wichary, ist das Verhalten der Mac-Version ein gänzlich anderes. Nutzer können sich nicht mehr auf eingeübte Tastaturbedienung verlassen.


Allzu groß scheinen die Unterschiede in den betreffenden Dialogen nicht zu sein: etwas mehr Platz in Eingabefeldern, ein Kreis auf anstatt ein Marker unter Schiebereglern, Trennlinien anstatt von Kästen. Das eigentliche Problem sieht Wichary allerdings in der fehlenden Vorauswahl (Fokus) beim Aufrufen von Dialogen. Er macht dies am Dialog „Leinwandgröße“ fest. Bisher lag der Eingabefokus auf dem Inhalt des Bildbreiteeingabefelds. Ein Photoshop-Veteran konnte bisher den Dialog aufrufen und sogleich eine neue Zahl eingeben. In der 2026-Version muss dieser zunächst in das Zahlenfeld klicken, welches er verändern will. Dies setzt den Cursor in das Feld; bestehende Werte sind dann immer noch nicht ausgewählt, um sie schnell zu überschreiben.

Der Dialog „Farbton/Sättigung“ in bisheriger und neuer Erscheinungsform. (Quelle: Marcin Wichary)

Nervige Dialoge
Damit nicht genug: Wer wagt, zunächst alle Ziffern zu löschen, wird durch eine Warnung unterbrochen: Ein Wert von null sei nicht erlaubt, weshalb der Minimalwert 1 eingefügt werde. Danach ist das Eingabefeld erneut aus dem Fokus gerutscht – der Anwender muss wieder den Mauszeiger bemühen. Ähnliche Veränderungen im Verhalten einzelner Dialoge ziehen sich durch die gesamte runderneuerte Photoshop-Version.

Ansammlung „kleiner Websiten"
Nick Heer hat sich auf die Suche nach dem Ursprung für diese Änderung gemacht. Beim Durchstöbern der App-Bundles fiel ihm etwas auf: Die einzelnen Dialoge sind keine nativen macOS-Fenster, sondern Webseiten – HTML-Dokumente mit umfangreichen CSS-Anweisungen und Unmengen an JavaScript. Anscheinend, schlussfolgert Heer, wurde die neue Photoshop-Bedienoberfläche mit React umgesetzt.

"Actions“ neugestaltet
Der Designer Louie Mantia nimmt Anstoß an der überarbeiteten Actions-Palette. Standardmäßig zeigt diese nun „Essentials“ anstelle der eigenen Aktionen. Glücklicherweise lässt sich die alte Darstellung über einen Wechsel zu „Classic Actions“ wiederherstellen. Außerdem rät er dazu, in den „Playback Options“ den Haken bei „Create a single history state“ zu entfernen, um Bearbeitungsschritte innerhalb einer Aktion nachträglich revidieren zu können.

Kommentare

t.stark
t.stark05.05.26 16:05
Diesen ganzen Webdreck können sie sich in die Haare schmieren 🤮
Es geht doch nichts über native UIs.
+21
struffsky
struffsky05.05.26 16:44
Das nervt enorm. Die wussten was sie für einen Blödsinn machen. Man kann das Häkchen wegmachen bei "moderne Oberfläche aktivieren":
+27
rosss05.05.26 16:53
struffsky
Man kann das Häkchen wegmachen bei "moderne Oberfläche aktivieren"

Danke! Ich bin gerade dabei, die 2025er Version neu zu installieren (der Ordner war noch da, aber die App nicht mehr), bevor Adobe es unterbindet…
+4
mja05.05.26 16:58
Adobe! Immer schlimmer … die sind inzwischen das was MS früher mal war.
+13
milk
milk05.05.26 17:02
Photoshop war doch schon seit CS4 keine „richtige“ Mac App mehr. Früher war es ein Vorbild für jeden Mac-Programmierer, es war konsistent, reagierte ohne Verzögerung und stürzte nicht ab. Das ist nun schon lange nicht mehr so.
+21
struffsky
struffsky05.05.26 17:03
Was meint der Text mit Leinwandgröße? Die Arbeitsfläche? Der Dialog ist selbst ohne „moderne Oberfläche“ hässlich geworden, aber benutzbar.
Die könnten sich mal der Droplets annehmen, anstatt ihre Oberfläche zu verhunzen. Die schreiben noch Code, der auf Rosetta angewiesen ist. Zuvor waren die erzeugten Droplets monatelang defekt. Wenn das mal nicht mehr läuft wäre das sehr übel.
+2
Unwindprotect05.05.26 17:10
Ich kann die Aufregung nur begrenzt nachvollziehen… Photoshop hat nun wirklich seit langer Zeit eine ziemlich angestaubte und schlechte UI.
-5
druid05.05.26 17:33
davinci resolve 21 (noch beta) hat jetzt (begrenzt) auch einen foto-bereich. auch die free version. und affinity gibt es ja auch noch ... und diverse andere. an den funktionsumfang von photoshop kommt natürlich nichts ran. es gibt aber auch kaum software mit angestaubterem interface. das sollte eigentlich auch jedem klar sein, das ding hat sich seit version 2.5, mit der ich angefangen habe, kaum wesentlich weiterentwickelt. nur immer wieder drübergestapelt die neuen funktionen.
+8
esc
esc05.05.26 17:37
Unwindprotect
Ich kann die Aufregung nur begrenzt nachvollziehen… Photoshop hat nun wirklich seit langer Zeit eine ziemlich angestaubte und schlechte UI.

Das eine schliesst das andere nicht aus, die Oberfläche war nicht gut und ist jetzt nicht besser geworden.
+7
gfhfkgfhfk05.05.26 19:08
milk
Photoshop war doch schon seit CS4 keine „richtige“ Mac App mehr.
Das ist leicht zu erklären. Früher hat Adobe die MacOS ToolBox bzw. für MacOS X Carbon genutzt. Es war eine 64Bit Version von Carbon in der Entwicklung, diese Entwicklerversion wurde intern bei Adobe verwendet, um die CS nach 64Bit zu portieren. Dann hat Jobs himself nur Tage vor der WWDC Carbon64 beerdigt. In Folge musste Adobe komplett von vorne anfangen, und das GUI weg von Carbon auf Cocoa bzw. auf ein Cocoa basiertes CrossPlattform Toolkit portieren.

Anscheinend war man bei Adobe von Apples Entscheidung nicht sehr angetan.
+10
Metty
Metty05.05.26 19:25
druid
das sollte eigentlich auch jedem klar sein, das ding hat sich seit version 2.5, mit der ich angefangen habe, kaum wesentlich weiterentwickelt.
Können wir uns dafür auf Version 3.0 einigen? Mit 3.0 wurden Layers eingeführt. Das war schon eine wesentliche Weiterentwicklung.
+9
Macbook_User05.05.26 20:53
mja
Adobe! Immer schlimmer … die sind inzwischen das was MS früher mal war.
Was war MS denn früher nicht was die heute wären? Zuverlässig?
+3
milk
milk05.05.26 20:56
Metty
druid
das sollte eigentlich auch jedem klar sein, das ding hat sich seit version 2.5, mit der ich angefangen habe, kaum wesentlich weiterentwickelt.
Können wir uns dafür auf Version 3.0 einigen? Mit 3.0 wurden Layers eingeführt. Das war schon eine wesentliche Weiterentwicklung.
Mit 5.0 kam mehrfaches Widerrufen! Und mit 5.5 kam dann ImageReady. Das war für uns Web-Leute eine fantastische Entwicklung.

Die Version habe ich sehr viele Jahre verwendet, wahrscheinlich eine meiner lukrativsten Investitionen überhaupt.

Da ich heutzutage keine Rohdaten mehr mit Kunden oder Agenturen austauschen muss, bin ich glücklich mit den Produkten von Affinity.
+8
martzell05.05.26 21:24
Synonym nicht Eponym. HTML/CSS ist sowas von ungeeignet für alles, besonders UIs.

Ep/o/nym, Epo/nym | Eponym | das Sprachwissenschaft
Substantiv, Neutrum das Eponym; Genitiv: des Eponyms, Plural: die Eponyme
HERKUNFT zu griechisch eponymos = seinen Namen
woher habend, wonach benannt, zu ónyma = Name
Gattungsbezeichnung, die auf einen Personennamen zurückgeht z. B. Zeppelin für Luftschiff
-3
Performant8405.05.26 22:02
martzell
HTML/CSS ist sowas von ungeeignet für alles, besonders UIs.
Webseiten sind (oft) auch eine Form von UI.
Und HTML/CSS (mit, ja, oft etwas Scripting) auch sehr gut dafür geeignet.

(was aber nicht heissen soll, dass es eine gute Idee für Photoshop ist)
+5
basisbild
basisbild05.05.26 23:26
Wenn man mal eine Zeit lang mit Apps wie Procreate (oder Procreate Dreams) auf dem iPad gearbeitet hat und danach am Mac mit Adobe Photoshop und After Effects weiterarbeitet, kommt man sich vor wie im Museum …
+3
FlyingSloth
FlyingSloth06.05.26 02:50
Interessant zu beobachten wie Adobe sich sein eigenes Grab schaufelt. So eine Seuche und das beste Beispiel was Galedgier der Shareholders aus einem einst guten Software Haus machen kann.
Fly it like you stole it...
+3
Retrax06.05.26 08:32



Quelle:
+6
tjost
tjost06.05.26 09:02
Leider wird all das immer mehr und nerviger. Schlimmer finde ich das wenn ich eine Ebene anklicken möchte die in einem Order ist wird immer der ganze Ordner ausgewählt. Ich weiß man kann das irgendwo ausschalten, doch ich frage mich warum das überhauopt aktiv ist? Wer will das?
+3
68000er
68000er06.05.26 09:17
Retrax



Quelle:
Immerhin gibt es die Eyeballs App nach wie vor in gleicher Qualität und Performance
+3
System 6.0.1
System 6.0.106.05.26 11:02
Ich liebe Markierungsfelder wie „☑️ moderne Oberfläche aktivieren“. Ein oder zwei Updates später sind die wieder weg. Und dann steht man da, mit dem großen Kopf und der kleinen Mütze!

Adobe — wie Microsoft, nur langsamer.

Es gibt Unternehmen, die wollen Gewinne machen und es gibt Unternehmen, die wollen mit ihren Produkten Gewinne machen. Manche erkennen den Unterschied, aber sicher nicht alle … 🥸
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
-1
Fontelster
Fontelster06.05.26 11:17
System 6.0.1
Es gibt Unternehmen, die wollen Gewinne machen und es gibt Unternehmen, die wollen mit ihren Produkten Gewinne machen.
Ich würde eher sagen: manche wollen durch zufriedene Kunden Gewinne machen und andere durch Zwang.
0
System 6.0.1
System 6.0.106.05.26 11:18
struffsky
Was meint der Text mit Leinwandgröße? Die Arbeitsfläche?

Leinwandfläche ist der Bereich, des sichtbaren Dokuments. Halt wie eine Leinwand auf der Staffelei.
Arbeitsfläche ist die Leinwand und der Bereich drumherum. Also, Dein Atelier.

Bewegst Du ein Objekt aus dem Leinwandbereich in die Arbeitsfläche, bleibt es Teil des Dokuments, wird aber nicht gedruckt oder exportiert.

Hat das geholfen? 🧑‍🎨
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
0
System 6.0.1
System 6.0.106.05.26 12:09
Fontelster
System 6.0.1
Es gibt Unternehmen, die wollen Gewinne machen und es gibt Unternehmen, die wollen mit ihren Produkten Gewinne machen.
Ich würde eher sagen: manche wollen durch zufriedene Kunden Gewinne machen und andere durch Zwang.

Das ist dann das Ergebnis, absolut.

Wobei „zufriedene Kunden“ kein Ziel sein darf. Niemand kann alle Kunden zufrieden stellen, indem man macht, was der Kunde sagt. Irgendwann hat Steve Jobs etwas gesagt wie, der Kunde ist der Letzte, der weiß wie etwas funktionieren sollte. Und es hat sich ja oft genug gezeigt, dass Apple damit recht behielt. Die Tastatur am Smartphone war ein Fehler. Ohne Apple hätten wir heute nur Smartphones im Blackberry-Style.

Was hingegen gut funktioniert, ist eine konsistente Produktstrategie zu fahren, in der Nutzen, Ästhetik und Innovation eine vorhersehbare Richtung und Qualität bilden. Das macht es Kunden leichter, sich diesem Weg anzuschließen.

Ein Beispiel: Microsoft ändert(e) immer erst dann etwas, wenn der Druck durch die Kunden groß genug wird. Die meisten PC-Hersteller haben sich diesem Weg angeschlossen. Sie „kopieren“ dann die Zielrichtung, wollen sogar darüber hinaus gehen und produzieren etwas wie den Zune . Ein schrecklicher Fehlschlag. Auch bemerkenswert ist der Versuch Microsofts „wie Apple zu sein“ beim Kin gewesen. Das Teil war so furchtbar, das es nach 48 Tagen ohne ein einziges verkauftes Gerät eingestellt wurde.

Microsoft sucht immer nach Wegen, wie man Geld verdienen kann. Das ist ihr Problem. Ihre Kunden sind ihnen im Grunde egal, sie wollen nur deren Geld.

Apple hingegen versucht Wege zu finden, das Nutzererlebnis zu verbessern und auf eine neue Ebene zu heben. Das verschafft ihnen Kunden, die bereit sind Apple eine Marge von 48,x % zu gönnen, nur um an deren Geräte ranzukommen.

Für Apple gehört beispielsweise Design dazu, für Microsoft ganz und gar nicht. Hätte es Apple nicht gegeben, hätte Microsoft so neumodischen Kram wie GEM und Co einfach ausgesessen. DOS wäre immer noch „Industriestandard“.

Kein Unternehmen ist fehlerlos. Auch Apple macht Fehler auf ihrem Weg Dinge weiter zu verbessern. Interessant finde ich aber, dass Firmen, die von Apples Entwicklungen profitieren wollen, in dem sie Apple kopieren (→Windows, →Android, etc.) den Kern des Apple-Designs nicht verstehen, und so die Kopien ausnahmslos schlechter sind.

Das geht so weit, dass Unternehmen überlegen, wie Apple etwas machen würde, dann vorpreschen, und damit einen Achtungserfolg haben, bis Apple es Jahre später „richtig“ macht. Das war bei den MP3-Playern sehr offensichtlich so. Ebenso bei Apple Music. Ich erinnere mich, als das erste PowerBook auf der CeBIT erschien. Alle Notebooks auf der Messe hatten ihre Trackpads wie bisher zwischen Tastatur und Display. Nur Apple hatte das Trackpad direkt am vorderen Rand platziert. Schon auf der nächsten CeBIT hatten es alle Anderen — ohne Ausnahme — so gemacht wie Apple. Naja, außer IBM mit seiner kleinen, roten Klit… ach, ist ja jetzt auch egal.

Ich bleibe also dabei: Es gibt Unternehmen, die wollen Gewinne machen und es gibt Unternehmen, die wollen mit ihren Produkten Gewinne machen.

Das Faltdisplay am Smartphone könnte das nächste relevante Beispiel werden. Schauen wir mal …
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
0
Fischmuetze06.05.26 12:15
milk
Früher war es ein Vorbild für jeden Mac-Programmierer, es war konsistent, reagierte ohne Verzögerung und stürzte nicht ab.

What? Aus welchem Paralleluniversum stammt diese Ansicht?
Adobe -Apps sind Apps die sich - man möchte sagen seit Jahrzehnten - an einfache Guidelines des UI nicht halten. Beispiel? Standard ist +"," .. um die Preferences einer App aufzurufen.. nur bei Adobe ist das +"K" .. und solche Sachen ziehen sich durch alle Apps .. ganz abgesehen davon, dass Adobe es in 30 Jahren nicht einmal geschafft hat, die UIs seiner App wirklich zu vereinheitlichen
+1
Fontelster
Fontelster06.05.26 12:58
System 6.0.1
Wobei „zufriedene Kunden“ kein Ziel sein darf.
Ach nein? Ich würde sagen, zufriedene Kunden sollten absolut ein Ziel sein. Wenn man die nicht durch Zwang und/oder ein Monopol binden kann, wodurch sonst?

System 6.0.1
Niemand kann alle Kunden zufrieden stellen, indem man macht, was der Kunde sagt.
Nö, alle Kunden kann man kaum zufriedenstellen, aber eine Mehrheit.
Und es gibt immernoch den Unterschied zwischen »machen, was der Kunde will« und »machen, was der Kunde nicht will«

System 6.0.1
Ein Beispiel: Microsoft ändert(e) immer erst dann etwas, wenn der Druck durch die Kunden groß genug wird.
Was aber kein Microsoft-exklusives Verhalten ist. Apple hat oft auch erst auf Druck reagiert; Butterfly-Tastatur und anderes.

System 6.0.1
Apple hingegen versucht Wege zu finden, das Nutzererlebnis zu verbessern und auf eine neue Ebene zu heben. Das verschafft ihnen Kunden, die bereit sind Apple eine Marge von 48,x % zu gönnen, nur um an deren Geräte ranzukommen.

Da fällt mir ein Blog von vor zig Jahren ein, wo die damaligen Präsentationen von Microsoft/Bill Gates und Apple/Steve Jobs verglichen wurden. Bzw. deren jeweiliges Verständnis von Visualisierung und Design.

Apple/Steve Jobs:



Microsoft/Bill Gates:



Bei archive.org nachzulesen:
+3
System 6.0.1
System 6.0.106.05.26 14:47
Ach nein? Ich würde sagen, zufriedene Kunden sollten absolut ein Ziel sein. Wenn man die nicht durch Zwang und/oder ein Monopol binden kann, wodurch sonst?

Durch Faszination.

Ich habe mich möglicherweise zu unklar ausgedrückt. Ich versuche es andersherum:

„Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde, die weniger fressen“

Henry Ford zugeschrieben.

Man darf nicht auf die Leute hören, wenn man nach der Lösung eines Problems sucht, sondern muss eine eigenständige Lösung für ein Problem finden. Die Leute schrauben immer nur am Vorhandenen. Das ist schon mittelfristig ein riesiges Problem.

Übrigens dasselbe Problem, was wir heute bei der Energiewende haben. Kernkraft ist bekannt, hat keinen Schornstein und soll ja auch günstig sein. Aber es ist nur ein Fortschreiten der alten Technik. Anstatt erst Holz, dann Kohle und dann Gas zu verfeuern, machen wir das Wasser für die Turbinen nun mit Uran heiß.

Wenn ich jetzt behaupte, das es nicht das Ziel sein kann, die Leute zufriedenzustellen, dann meine ich damit, das man nicht ihren Vorstellungen, Lösungen oder Wünschen folgen darf, sondern andere, bessere Lösungen finden muss.

Das ist natürlich enorm schwierig und verlangt auch Rückgrat. Und den Mut und Stärke, vor Publikum zu scheitern. Die Eier muss man erst mal haben …

In einem anderen Thread habe ich geschrieben, ich gönne Apple die 45,x % Marge, auch wenn ich mir dadurch nicht das neueste iPhone leisten kann. Aber es ist eine deutlich gesündere Weise ein Unternehmen zu führen. Man kann ein Unternehmen zerstören, in dem man substantielle Aktienpaket kauft, dann in die Entscheidungen eingreift und das Unternehmen ausquetscht, bis nichts mehr zu holen ist. Das passiert oft und hat verheerende Auswirkungen auf die Marktwirtschaft.

Bei Apple geht das nicht. Ihre Marge erlaubt es ihnen immer genügend eigene Aktien zu besitzen, um das zu verhindern. Sie gehen mit einem Versprechen in den Aktienmarkt, holen sich das notwendige Geld, liefern dann ab und kaufen von dem Gewinn ihre Pakete zurück. Microsoft ist offensichtlich immer schon in der Hand von Leuten gewesen, denen der Kunde egal, und der Gewinn alles ist. Und das sieht man ihrer Produktstrategie an. Microsoft geht nicht voran, Microsoft läuft hinterher, wie ein Esel, der geschunden wird.

Kann man machen, aber dann kommt halt nichts raus, was die Leute kaufen wollen, sondern was sie kaufen müssen. Manchen reicht das …
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+1
mo.
mo.06.05.26 15:26
Warum so viel Drama wenn wir einfach Affinity benutzen könnten?

Wenn wir, die Userbase entscheiden dass der neue Standard etwas anderes ist kann Adobe recht wenig dagegen machen.
Das Narrativ vom Industriestandard Adobe ist schon ein guter Grund aber auch einfach eine sehr gute Ausrede für die Nutzung von Software die wir alle nicht so wirklich gerne mögen.
Lorem my ipsum.
-1
Fontelster
Fontelster06.05.26 15:34
System 6.0.1
Wenn ich jetzt behaupte, das es nicht das Ziel sein kann, die Leute zufriedenzustellen, dann meine ich damit, das man nicht ihren Vorstellungen, Lösungen oder Wünschen folgen darf, sondern andere, bessere Lösungen finden muss.
Sicher, aber auch da ist das Ziel: zufriedene Kunden. Nur eben nicht zufrieden im Sinne von »meine Wünsche wurden erfüllt«, sondern »Funktioniert wie erwartet. Oder sogar besser«.

System 6.0.1
In einem anderen Thread habe ich geschrieben, ich gönne Apple die 45,x % Marge, auch wenn ich mir dadurch nicht das neueste iPhone leisten kann.
Schon da wäre ich skeptisch. Ich gönne ihnen grundsätzlich auch ihren Gewinn, allerdings nicht, wenn der teilweise durch aberwitzige RAM- und SSD-Preise zustandekommt bei gleichzeitiger Vermeidung von günstsigen Alternativen. Bzw. durch das rücksichtslose Ausnutzen ihres AppStore-Monopols bei gleichzeitiger Nichtbefolgung von EU-Regeln.
Und das dann noch mit unhaltbaren Sicherheitsbehauptungen begründet wird.

System 6.0.1
Microsoft ist offensichtlich immer schon in der Hand von Leuten gewesen, denen der Kunde egal, und der Gewinn alles ist.
Auch das ist nicht Microsoft-exklusiv. Ansonsten im Kapitalismus einfach Systemimmanent und gewollt.

Und wenn – wie vor einiger Zeit hier in einem Artikel erwähnt – die Aktionäre Tim Cook für sein Geschäftsgebaren loben, dann habe ich meine Zweifel, dass die Kunden noch den selben Stellenwert haben wie unter Steve Jobs.
0
ttwm06.05.26 18:43
tjost
Leider wird all das immer mehr und nerviger. Schlimmer finde ich das wenn ich eine Ebene anklicken möchte die in einem Order ist wird immer der ganze Ordner ausgewählt. Ich weiß man kann das irgendwo ausschalten, doch ich frage mich warum das überhauopt aktiv ist? Wer will das?
Ich will das, wenn ich die Gruppe als Ganzes verschieben möchte (was sehr oft vorkommt). Und wer sich mit PS schon länger auseinander gesetzt hat, wird ja wohl den Button direkt oberhalb des Bearbeitunsgfensters finden können, mit dem man dieses Verhalten ganz einfach ein- und ausschalten kann…
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