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Analyse: Tahoe spart sich bestimmte Sicherheitsprüfungen für Apps – für schnellere Starts

Anders als ein iPhone kann ein Mac neue Software aus verschiedensten Quellen beziehen: Download aus dem Netz, Installation von CD, Spielebibliotheken und Paketverwaltungen wie Homebrew existieren parallel zum Mac App Store. Um Nutzern eine ähnlich hohe Sicherheit wie auf der weitaus geschlosseneren Plattform zu bieten, führte Apple das Notarisierungssystem ein: Entwickler registrieren sich für eine jährliche Gebühr und reichen ihre Software vorab zur Überprüfung ein. Das App-Paket erhält dann eine Signatur; unabhängig vom Installationsweg ist es nun sicher vor Veränderung. Bis zu macOS 15 (Sequoia) überprüfte das System jede neu hinzugekommene App trotzdem auf Malware. Eine Analyse von Howard Oakley offenbart jetzt: Unter macOS 26 entfällt diese lokale Überprüfung.


Was im Hintergrund bei macOS abläuft, wenn eine neue App das erste Mal gestartet wird, stellt ein umfangreiches Sicherheitsprotokoll dar. Insgesamt sieben Prüfungen durchlief ein frisch installiertes Programm bisher, bevor es starten durfte. Gemäß Oakleys Untersuchungen fällt inzwischen eine Überprüfung weg – sie war ohnehin redundant. Eine abseits des Mac App Store installierte App wird in macOS Tahoe zunächst auf die Notarisierung validiert; sofern diese sich als korrekt erweist und das Entwicklerzertifikat weiterhin Gültigkeit hat, entfällt in macOS Tahoe ein XProtect-Scan auf bösartige Softwarebestandteile.

Keine verringerte Sicherheit
Dies bedeutet für das lokale System keine Reduktion der Sicherheitsmaßnahmen – die Notarisierung stellt ohnehin sicher, dass es sich um dasselbe Software-Paket handelt, welches bei Apple zur serverseitigen Überprüfung eingereicht wurde. Dies bedeutet allerdings nur bedingt einen Geschwindigkeitsvorteil: Oakley stellte beim Aktivieren der komplexen Open-Source-Software "Calibre" einen halb so schnellen Start fest (10,29 anstatt 5,33 Sekunden), während sein eigenes Programm Podofyllin in 0,16 anstatt 0,19 Sekunden startete.

Translokation vermeiden
Weiterhin führt macOS bei frisch heruntergeladener Software eine weitere Sicherheitsmaßnahme durch: Öffnet man ein Programm aus dem Downloads-Ordner heraus, wird es für den ersten Start in einen zufällig benannten Ordner unter /private/var/folders verpflanzt und von dort aus gestartet. Das kann in manchen Fällen bedeuten, dass eine App nicht richtig funktioniert, da Bezüge in der Dateihierarchie nur bedingt zutreffen. Überprüfen lässt sich dies mit dem Programm „Aktivitätsanzeige“: Klickt man auf den Eintrag eines laufenden Programms und wählt "Informationen" (+I), erscheint in der ersten Zeile ein Pfad mit zufälliger Buchstabenkombination innerhalb von "/private/var/folders".

Die Aktivitätsanzeige offenbart: Eine App im Unterordner wird von macOS bei jedem Start in einen zuälligen Unterordner verbannt.

Apps im Ordner: dauerhaft eingeschränkt
Oakley fand heraus, dass dies dauerhaft der Fall ist, sofern eine App im Downloads-Ordner verweilt. Zusätzlich (und ebenso dauerhaft) gilt diese Sicherheitsmaßnahme, wenn Sie das Programm inklusive des umgebenden Ordners in den Ordner "Programme" bewegen. Erst wenn man eine App ohne Drumherum in den Programme-Ordner bewegt, fällt die automatische Translokation beim Start fortan weg. Funktioniert also eine App nicht wie gewünscht, überprüfen Sie zunächst mit der Aktivitätsanzeige, ob die Translokation aktiv ist. Falls ja, beenden Sie sie und bewegen Sie das Programm in die oberste Ebene des Programme-Ordners.

Kommentare

MikeMuc14.10.25 13:34
D.h. Man kann seine Programme nicht mehr in Unterordnern im Programmeordner sortieren wie früher problemlos möglich? Auch haben doch zB Programme von Adobe immer einen eigenen Ordner (gehabt?) werden die jetzt auch immer translociert? Ist das nicht kontraproduktiv
-3
Nebula
Nebula14.10.25 14:08
Wo steht, dass das nicht mehr geht? Es geht doch hier um den umgebenden Ordner, der vermutlich beim Entpacken entstanden ist.
»Wir waren schon immer schamlos darin, großartige Ideen zu stehlen.« – Steve Jobs
0
Marcel Bresink14.10.25 15:25
MikeMuc
D.h. Man kann seine Programme nicht mehr in Unterordnern im Programmeordner sortieren wie früher problemlos möglich?

Nein, davon war nirgendwo die Rede. Ein Programm wird für seinen Start an einen anderen Ort kopiert
- wenn aus einer unsicheren Quelle stammt (z.B. Internet-Download) UND
- nicht über die Befehlszeile gestartet wird UND
- zusammen mit mindestens einer anderen Datei vom Finder an seinen derzeitigen Ort kopiert wurde.

Das stellt sicher, dass die "mindestens eine andere Datei", die mitkopiert wurde, aber nicht von Apple überprüft wurde, vom eigentlichen Programm aus nicht als Schad-Software aufgerufen werden kann.

Aber selbst wenn ein Programm immer über seine translozierte Kopie gestartet wird, dürften das die meisten Benutzer überhaupt nicht bemerken. Nur in exotischen Sonderfällen macht das Probleme.
+1
Weia
Weia15.10.25 08:26
Nebula
Wo steht, dass das nicht mehr geht?
Im letzten Satz des Artikels:
MacTechNews, Hervorhebung von mir
Falls ja, beenden Sie sie und bewegen Sie das Programm in die oberste Ebene des Programme-Ordners.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+1
Weia
Weia15.10.25 08:28
Marcel Bresink
MikeMuc
D.h. Man kann seine Programme nicht mehr in Unterordnern im Programmeordner sortieren wie früher problemlos möglich?
Nein, davon war nirgendwo die Rede.
Doch, der letzte Satz des Artikels hat das suggeriert, auch wenn es falsch war.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+2
Marcel Bresink15.10.25 10:36
Der Artikel stellt das in einen bestimmten Kontext, nämlich "wenn man versehentlich einen ganzen Software-Distributionsordner vom unsicheren Medium in den Programme-Ordner kopiert hat (und nur dann), reicht es, das Programm aus dem kopierten Ordner eine Ebene höher zu schieben". Das wäre richtig.

Ohne diesen Kontext ist der Satz aber tatsächlich komplett falsch oder irreführend. Es ist auf dem Mac eigentlich egal, wohin man ein Programm legt. Wichtig ist, dass jedes Programm im Finder einzeln an seinen Zielort gelegt werden muss. Man darf ein Programm nicht mit anderen Dateien oder Programmen gleichzeitig in einem Schritt kopieren. Sonst wird für jeden Start eine translozierte Kopie verwendet.
+2
Nebula
Nebula15.10.25 13:38
Der Kontext ist der „umgebene Ordner“. Dann ergibt der Text auch in der jetzigen Form Sinn und behauptet auch nichts falsches.
»Wir waren schon immer schamlos darin, großartige Ideen zu stehlen.« – Steve Jobs
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Weia
Weia15.10.25 15:03
Nebula
Der Kontext ist der „umgebene Ordner“. Dann ergibt der Text auch in der jetzigen Form Sinn und behauptet auch nichts falsches.
Die Frage von MikeMuc
MikeMuc
D.h. Man kann seine Programme nicht mehr in Unterordnern im Programmeordner sortieren wie früher problemlos möglich?
zeigt doch aber, dass die Formulierung zumindest sehr missverständlich war (ich würde ja immer noch sagen, schlicht falsch, Kontext hin oder her: die oberste Ebene des Programme-Ordners ist eine eindeutige, absolute Pfadangabe).
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+1
Nebula
Nebula15.10.25 19:21
Manchmal entstehen auch Fragen, weil nur flüchtig gelesen wurde. Ich fand es für ein Tech-Publikum eindeutig. Ich entpackt einen App-Download, dabei entsteht ein Ordner mit der App drin und diesen Ordner schiebe ich dann nach Programme. Nur so gibt es das geschilderte Problem. Die Schlussfolgerung, dass jeder Ordner unter Programme nun problematisch ist, gibt der Text nicht her.
»Wir waren schon immer schamlos darin, großartige Ideen zu stehlen.« – Steve Jobs
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