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Forum>Apple>Der Apple-Aktien-Thread (November 2019)

Der Apple-Aktien-Thread (November 2019)

macbeutling
macbeutling01.11.1914:55
Hallo zusammen.

Bevor ich starte: soeben hat Apple die von Weia als wichtigen Punkt ermittelte Marke von 250,37$ überstiegen.

Meine Bewertung der Quartalszahlen von letztem Mittwoch könnt ihr, sofern Bedarf, nochmal im Oktober-Thread nachlesen.

Ich bin gestern beim recherchieren über etwas gestolpert, dessen ich mir nicht klar war und das ich mit euch teilen möchte.

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, inwiefern die Einführung von Apple TV+ Einfluss, und wenn überhaupt, welchen, auf die nächsten Zahlen haben wird, denn schließlich wird Apple TV+ für viele als kostenlose Testversion angeboten.
Gestern habe ich nun gelesen, dass Apple für JEDE verkaufte iPhone/iPad/Mac-Einheit 60$ vom Kaufpreis abziehen und zu den Services dazu addieren wird.
Was bedeutet das für die Zahlen?

Schwierig, da Apple ja seit Jnauar 2019 keine Units sondern nur noch Gesamtumsätze veröffentlicht.
Ich habe das deshalb mal exemplarisch für das komplette Fiskaljahr 2018 durch gespielt.
Im Jahr 2018 hat Apple
217 Millionen iPhones,
44 Millionen iPads und
18 Millionen Macs verkauft, zusammen also 279 Millionen Geräte, die für ein einjähriges Testabo qualifizieren.

ich rechne mal vorsichtig und nehme an, dass nur 50% der Käufer das Abo testen, da viele auch doppelte Geräte haben oder an dem Dienst nicht interessiert sind.
Demzufolge kann Apple im Fiskaljahr 2020 alleine 8,3 Milliarden Dollar zur Servicesparte hinzurechnen und damit im nächsten Jahr ein Plus in dieser Sparte von über 20% verbuchen, ein enormes Wachstum in dieser Kategorie, die viele las sehr sexy und als die Zukunft ansehen.

Der Gesamtumsatz pro Jahr wird davon nicht beeinflusst, sondern nur die Gewichtung ändert sich.
Der eine oder andere wird sich beschweren, dass die gemeldeten Umsätze pro Sparte sinken werden, aber das hat am Mittwoch auch keinen so richtig interessiert, die Zuwächse bei den Services haben dieses Manko geschluckt.

Die von mir angenommen 50% sind natürlich rein fiktiv, es kann mehr oder weniger werden, aber ich denke, die Richtung konnte ich vermitteln.

So, nun hoffen wir, dass es in den nächsten Wochen bis Weihnachten so richtig abgehen wird.

Viele Grüsse, Martin
„Glück auf🍀“
+1

Kommentare

macbeutling
macbeutling01.11.1915:11
Momentan hat Apple das Niveau erreicht, dass es am Mittwoch nach den Zahlen kurz angekratzt hat (252$).
Gestern gab es in den USA wohl schlechte Marktzahlen, die den post-earnings-report-Anstieg gebremst haben....das wird jetzt nachgeholt.
„Glück auf🍀“
+1
Weia
Weia01.11.1915:26
macbeutling
Bevor ich starte: soeben hat Apple die von Weia als wichtigen Punkt ermittelte Marke von 250,37$ überstiegen.
Stimmt.

Was heißt das? Das heißt, dass sich die Aussichten von AAPL längerfristig deutlich verbessert haben und es unwahrscheinlich ist, dass AAPL hier ein nachhaltiges Top bildet.

Das heißt nicht, dass AAPL kurzfristig weiter kräftig steigt. Es schließt es auch nicht aus, es ist diesbezüglich neutral. Allerdings ist die Marke von 250,37$ ja gleichbedeutend damit, dass das jetzige Aufwärtsbein von AAPL so lang wie das vorangegangene ist, und diese Region bildet oftmals einen gewissen Widerstand. Ein kurzfristiger Rückgang würde von daher jedenfalls nicht überraschen, zumal AAPL ja auch gerade an der (modifizierten) rosss-Buffett-Linie angekommen ist.

Das heißt ebenfalls (noch) nicht, dass das Startsignal für ein Blow-Off-Top des Gesamtmarktes gegeben wurde. AAPL könnte ja auch gemächlicher weiter steigen, indem es sich unterhalb der steigenden rosss-Buffett-Linie entlanghangelt.

Es ist aber sicher ein potentieller Baustein für solch ein Startsignal.

Ich muss gestehen, dass mir dabei unwohl ist. Blow-Off-Tops (oder Melt-Ups, wie sie jetzt in der Presse gerne genannt werden) sind per se unwahrscheinliche Ereignisse. Sie können natürlich dennoch stattfinden; mein Problem ist, dass über die letzten paar Monate immer mehr Stimmen öffentlich die Erwartung geäußert haben, dass genau das passieren wird. Ein unwahrscheinliches Ereignis, das eine erhebliche Anzahl von Analysten antizipiert, und dann tritt es tatsächlich ein? Ich weiß nicht … Ich bin im Augenblick diesbezüglich ehrlich gesagt unsicher. Ich habe immer Bauchschmerzen, wenn ich etwas antizipiere, und bevor es eintreten konnte, tun das plötzlich andere auch.

Aber noch muss die Henne das Ei ja legen. Drei Kriterien habe ich genannt: AAPL muss die rosss-Buffett-Linie übersteigen, der S&P 500 die rote Linie, und die Advance-Decline-Linie die obere Grenzlinie des 8-jährigen Trendkanals. Und in allen drei Fällen darf das nicht nur knapp und ganz kurz sein, um Bullenfallen auszuschließen.

Eine bloß kurzfristige Übertreibung könnte ganz im Gegenteil das Ende des gegenwärtigen Aufwärtstrends markieren, so wie die Übertreibung von AAPL nach unten zu Jahresbeginn (siehe letzter Chart von rosss im Oktober-Thread) das Ende des Abwärtstrend bedeutete.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+2
MKL
MKL01.11.1916:13
Weia
Aber noch muss die Henne das Ei ja legen. Drei Kriterien habe ich genannt: AAPL muss die rosss-Buffett-Linie übersteigen, der S&P 500 die rote Linie, und die Advance-Decline-Linie die obere Grenzlinie des 8-jährigen Trendkanals. Und in allen drei Fällen darf das nicht nur knapp und ganz kurz sein, um Bullenfallen auszuschließen.

Es wird also wieder spannend bzw. es bleibt spannend wie immer

Wäre es möglich, die Werte der “roten Linie” und die obere Grenzlinie beim S&P zu nennen?
Wenn ich auf Deine Charts vom 28.10. kann - warum auch immer - in der großen Ansicht das ganze Chart sehen.

Besten Dank im Voraus!
+1
adiga
adiga01.11.1916:29
Eigentlich mein Lieblingsthread bei MTN

Aber auch einer der aufwendigsten, sowohl für die Schreiber als auch die Leser.

Eigentlich wollte ich ja bei $250 raus, aber nun bin ich noch unsicherer als zuvor. Doch noch bleiben? Oder die 150%+ mitnehmen und warten bis sich eine neue Kaufgelegenheit ergibt? Wird das Weihnachtsquartal alle Rekorde sprengen? Oder ist alles schon eingepreist von den Analysten? Da ich weder über Weias noch macbeutlings Fähigkeiten in der Analyse verfüge....schwere Entscheidung. Ach, wäre ich doch ein bisschen analytischer in dieser Hinsicht....
0
silversurfer2201.11.1916:46
China könnte wieder durchstarten, dann geht da noch einiges mehr

... oder einfach nicht spielen, weil man sie schon 15 Jahre liegen hat und alles aussitzen kann
0
MKL
MKL01.11.1916:48
silversurfer22
... oder einfach nicht spielen, weil man sie schon 15 Jahre liegen hat und alles aussitzen kann

So mache ich es seit 1996.
Immer mal wieder kleinere Verkäufe, aber nie nachgekauft. Es wurden durch die Splits 1:2 und 1:7 damals schon recht viele...

Bald muss ich aber auch mal wieder verlaufen, da mir die Gewichtung im Depot zu groß wird...
0
Weia
Weia01.11.1919:56
MKL
Wäre es möglich, die Werte der “roten Linie” und die obere Grenzlinie beim S&P zu nennen?
Nicht wirklich, denn die ändern sich durch die Steigung ja täglich, und die Advance-Decline-Linie hat überhaupt keinen absoluten Wert, denn dieser Wert hängt ja nur davon ab, an welchem Tag man mit der Aufsummierung ab 0 beginnt. Man muss also schon auf die Charts gucken.

Im Augenblick sind alle Kurse über diesen Linien.
Wenn ich auf Deine Charts vom 28.10. kann - warum auch immer - in der großen Ansicht das ganze Chart sehen.
Irgendwie ist dieser Satz so verstümmelt, wie bei Dir die offenbar Charts ankommen.

Hast Du mal versucht, mit Ctrl-Klick bzw. Rechtsklick auf das Chartbild zu klicken und dann im Kontextmenü In neuem Fenster öffnen ausgewählt? Das müsste Dir eigentlich das komplette Bild anzeigen, und Du kannst das Fenster dann auch beliebig groß aufziehen.
Bald muss ich aber auch mal wieder verlaufen, da mir die Gewichtung im Depot zu groß wird...
Alternativ könntest Du, wenn das ein Problem für Dich ist, versuchen, ein Gerücht in die Welt zu setzen, das den Kurs von AAPL kollabieren lässt.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
0
rosss01.11.1920:07
Apple ist gerade $3,50 über die "rosss-buffett-Linie" geklettert, statt erneut abzuprallen.
Weia
Das heißt ebenfalls (noch) nicht, dass das Startsignal für ein Blow-Off-Top des Gesamtmarktes gegeben wurde. AAPL könnte ja auch gemächlicher weiter steigen, indem es sich unterhalb der steigenden rosss-Buffett-Linie entlanghangelt.

Mir wäre ein gemächlicher Anstieg – immerhin $270 bis Ende Januar 2020 – auch recht, solange es keinen Absturz gibt.
Weia
Aber noch muss die Henne das Ei ja legen. Drei Kriterien habe ich genannt: AAPL muss die rosss-Buffett-Linie übersteigen, der S&P 500 die rote Linie, und die Advance-Decline-Linie die obere Grenzlinie des 8-jährigen Trendkanals. Und in allen drei Fällen darf das nicht nur knapp und ganz kurz sein, um Bullenfallen auszuschließen.

Im Moment nach meiner Kenntnis überstiegen:

AAPL rosss-buffet-Linie: Check.
S&P rote Linie: Check.
S&P A/D-Trendkanal: Check.

Eine acht Jahre lang vorbereitete Bullenfalle? Oder Weihnachten und Ostern auf einen Tag?

Die nächsten Tage bleiben sehr spannend.
0
rosss01.11.1920:11
Weia
Alternativ könntest Du, wenn das ein Problem für Dich ist, versuchen, ein Gerücht in die Welt zu setzen, das den Kurs von AAPL kollabieren lässt.

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Weia
Weia01.11.1920:31
rosss
Du meinst als Kontraindikator?

BIG sind +0.82% bei einer Marktbreite von lediglich gut 2:1 jedenfalls nicht …

So sieht’s im Augenblick mit S&P 500 und Advance-Decline-Linie aus:



Interessant wird, wo der S&P 500 heute bezüglich der blauen Linie schließt, die all die Bullenfallen an der roten Linie miteinander verbindet.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Weia
Weia01.11.1920:42
Der S&P 500 könnte jedenfalls im November erneut den langfristigen Aufwärtstrend seit 2009 (dicke grüne Trendlinie) von unten antesten (ca. 3100), ohne dabei die rote Linie so weit zu übersteigen wie bei den beiden Bullenfallen 2018. Das wäre also jedenfalls ein denkbare Variante.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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thomas b.
thomas b.01.11.1921:08
Apple Schlusskurs heute bei $255,82 +2,84% bei einem neuen ATH von $255,93 und der S&P 500 liegt bei etwa 3.066.

@weia: Hört sich das gut an oder schon zu gut?
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MKL
MKL01.11.1921:09
Weia
Wenn ich auf Deine Charts vom 28.10. kann - warum auch immer - in der großen Ansicht das ganze Chart sehen.
Irgendwie ist dieser Satz so verstümmelt, wie bei Dir die offenbar Charts ankommen.
Sorry, da hätte ich wohl mal Korrekturlesen sollen..
Mittlerweile klappt es. Irgendwie wurde bei den Charts immer der obere und untere Teil abgeschnitten, sobald ich reimgezoomt bin.
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MKL
MKL01.11.1921:11
thomas b.
Apple Schlusskurs heute bei $255,82 +2,84% bei einem neuen ATH von $255,93 und der S&P 500 liegt bei etwa 3.066.

@weia: Hört sich das gut an oder schon zu gut?
Der S&P trifft so ziemlich die blaue Linie, oder?
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macbeutling
macbeutling01.11.1921:16
Puh, das war mal ein richtig netter Tag heute
„Glück auf🍀“
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macbeutling
macbeutling01.11.1921:17
Teste mich gerade durch Apple TV+.....

„See“ hat mich die erste folge gar nicht mitgenommen, „Morning Show“ hat Potential.
„Glück auf🍀“
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Weia
Weia01.11.1921:42
macbeutling
Puh, das war mal ein richtig netter Tag heute
Was wäre denn aus fundamentalistischer Perspektive ein Grund für diese ja doch bemerkenswerte augenblickliche Stärke von AAPL? Dass die anderen endlich begreifen, was Du schon die ganze Zeit sagst, oder was Konkretes? Ich meine, AppleTV+ kann es doch wohl kaum sein, und der Taschenspielertrick, 60$ (oder was immer es war) pro Gerät der Servicesparte zuzuschlagen ja wohl auch nicht.
MKL
Der S&P trifft so ziemlich die blaue Linie, oder?
Er ist sogar ein Stück drüber.
thomas b.
Hört sich das gut an oder schon zu gut?
Naja, zu gut wäre es, wenn die Stimmung jetzt rosig würde. Aber zumindest bislang ist die Stimmung ja so völlig seltsam zerrissen, die eine Hälfte der Statistiken sehr pessimistisch, die andere sehr optimistisch – ich kann mich nicht erinnern, das über so lange Zeit schon mal so erlebt zu haben. Mal sehen, was die Wochenstatistiken dazu sagen.

Der Schluss über der blauen Linie macht das Antesten des Aufwärtstrends seit 2009 (nächste Woche bei ca. 3100) jedenfalls zu einer realistischen Möglichkeit. Sollte der S&P 500 es dann schaffen, diese Linie zu ebenfalls überwinden und wieder in den alten Aufwärtstrend hineinzuspringen, dann könnte es schon gut sein, dass es kein Halten mehr gibt.

Mein Problem ist einfach, dass ich dieses “Melt-Up”-Szenario bei Überschreiten der roten Linie seit vielen Jahren als Variante vor Augen habe, nie irgendwo auch nur ansatzweise etwas Entsprechendes gelesen habe, in den letzten paar Monaten aber plötzlich „alle Welt“ davon spricht. Das verwirrt mich im Augenblick doch leider sehr. Gäbe es diese öffentlichen Äußerungen nicht, wäre ich vermutlich gerade drauf und dran, super-bullish zu werden.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Weia
Weia01.11.1921:48
MKL
Weia
wie bei Dir die offenbar Charts ankommen.
Sorry, da hätte ich wohl mal Korrekturlesen sollen..
Ich auch …
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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MKL
MKL01.11.1922:29
Weia
Mein Problem ist einfach, dass ich dieses “Melt-Up”-Szenario bei Überschreiten der roten Linie seit vielen Jahren als Variante vor Augen habe, nie irgendwo auch nur ansatzweise etwas Entsprechendes gelesen habe, in den letzten paar Monaten aber plötzlich „alle Welt“ davon spricht.

Ich sehe da zwei Möglichkeiten:
1. "alle Welt" liest Deine Posts und Einschätzungen hier im Forum.
2. andere ähnlich schlaue Menschen wie Du haben dieses Szenario auch (endlich) bemerkt und haben es "in die Welt getragen". Vielleicht waren es sogar "sogenannte Analysten"...
0
Weia
Weia01.11.1922:37
MKL
Ich sehe da zwei Möglichkeiten:
1. "alle Welt" liest Deine Posts und Einschätzungen hier im Forum.
Das können wir wohl getrost ausschließen … 
2. andere ähnlich schlaue Menschen wie Du haben dieses Szenario auch (endlich) bemerkt und haben es "in die Welt getragen". Vielleicht waren es sogar "sogenannte Analysten"...
Ich habe nur in über 30 Jahren noch nie erlebt, dass mehr als ein, zwei verstreute Analysten (wenn überhaupt) eine ausgeprägte Bewegung korrekt vorhergesagt hätten.

Wer dazu in der Lage ist, wieso sollte der sein Geld als Analyst verdienen?
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
Weia
Weia02.11.1907:01
Noch ein paar Gedankenanstöße:

1. Die 3 vorangegangenen, durch die blaue Linie verbundenen Allzeithochs ereigneten sich alle an einem Freitag …


2. Ein AAPL-Wochenchart mit einer „konventionell“ gezogenen Aufwärtstrendlinie, sprich, einer, die durch die beiden tiefsten Punkte gezogen wird, ohne dass ein Zwischentief sie kurz unterschreitet:




3. Ein Chart (Graphik von Investech, einem der eher guten Börsenbriefe), der die Höhe des Margin Debts = der Schulden, die in den USA aufgenommen werden, um Aktien zu kaufen, als % des Bruttosozialprodukts der USA zeigt:



Am Margin Debt ist interessant, dass er eine Art Bindeglied zwischen technischer und fundamentaler Analyse darstellt. Denn einerseits ist es natürlich ein Stimmungsindikator, wie viel die Menschen sich sogar zu verschulden bereit sind, um Aktien zu kaufen. Andererseits ist der Verschuldungsgrad natürlich auch ein fundamentales Faktum. Kommt es zu einem deutlichen Kursrückgang, sind die aufgenommenen Kredite nicht mehr ganz durch die nun weniger Wert repräsentierenden Aktien gedeckt; wer dann nicht Geld nachschießen kann, dessen Aktien werden zwangsliquidiert, was zu weiteren Kursrückgängen führt. So kann es zu einer Abwärtsspirale kommen.

Der Chart zeigt sehr schön, wie jeweils ein Stimmungsumschwung bei der Verschuldungsbereitschaft (also eine Wende nach unten) einen deutlichen Kursrückgang am Aktienmarkt nach sich zog.

Wie Ihr auf einen Blick sehen könnt, hat die maximale Euphorie = die Höhe der maximalen Verschuldung seit 2000 zuvor ungeahnte Höhen erklommen. Und das letzte Hoch ganz rechts, das mit dem Top im Januar 2018 zusammenfällt, ist nochmals höher als 2000 und 2007.

So wie der breite NYSE Composite Index, der alle an der New Yorker Börse gehandelten umfasst, sein letztes Allzeithoch im Januar 2018 gemacht hat, so also auch die Verschuldung. Der weitere Kursanstieg der engeren Indizes seit Januar 2018 trägt aus dieser Sicht Züge einer Blase.

Im Moment ist der Margin Debt wieder auf dem Niveau von 2016 angekommen (roter Pfeil). Investech argumentiert, dass, wenn der Margin Debt hier nicht hält, sondern weiter zurückgeht, charttechnisch ein klassisches Verkaufssignal für den Margin Debt ausgelöst würde und sich damit die Gefahr eines massiven Kurseinbruchs an der Aktienbörse immens steigern würde.

Wann immer das Top kommt, vor dem dann folgenden Kurseinbruch kann einem eigentlich nur Angst und Bange werden, wenn man sich diesen Margin-Debt-Chart ansieht … Das nur als Warnung an diejenigen hier, die glauben gelernt zu haben, dass es weise ist, Kursrückgänge immer auszusitzen.


In jedem Fall sollte das deutlich machen, wie kritisch die Entwicklung der nächsten Zeit ist.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+2
macbeutling
macbeutling02.11.1907:06
Weia
Was wäre denn aus fundamentalistischer Perspektive ein Grund für diese ja doch bemerkenswerte augenblickliche Stärke von AAPL? Dass die anderen endlich begreifen, was Du schon die ganze Zeit sagst, oder was Konkretes?

Was könnte es den NOCH KONKRETERES geben?

Ich rede doch seit Jahren von nichts anderem, als das ich aufgrund von Apple’s Strategien, dem Markenbewusstsein, den Produkten, dem Buyback-Programm und und und keinen triftigen Grund finde, warum die Aktie am Top angelangt sein sollte. Der Meinung war ich ja auch, als wir im Februar bei 128€ waren.
Apple TV+ ist es jetzt sicherlich noch nicht, obwohl es durch die eingangs von mir beschriebene Buchungsmethode, der eine andere mag es Taschenspielertricks nennen, sicherlich einen großen Teil dazu beitragen wird. Eben dadurch, dass es eine Umsatzverschiebung innerhalb des Portfolios mit sich bringen wird und das liebt die Börse momentan. Apple bekämpft damit einen großen Kritikpunkt, nämlich den, dass sie zu Abhängig vom iPhone seien. Denn Service-Umsätze sind schließlich nachhaltig, Hardware-Umsätze natürlich nicht (Ironie aus).
Was wir gestern erlebt haben, war die Reaktion auf die Quartalszahlen , kombiniert mit der guten Guidance für Q1, die selbst im Minimum ein Plus zu 2018 erwarten lässt. Also Wachstum....liebt die Börse übrigens auch.

Ich war am Donnerstag etwas enttäuscht wegen der verhaltenen Reaktion auf die zahlen, habe aber dann gesehen, dass es in irgendeinem Bereich schwache Zahlen gab, die den Markt gedrückt haben. Das war gestern verdaut und die Aktie hat den Schub nach oben gemacht, den ich schon für Donnerstag erwartet hatte...zugegebenermaßen nicht in der Höhe. Will nicht jetzt aber nicht beklagen.

Kurz gefasst: iPhones laufen extrem gut, die Service-Geschichte wird wachsen, Apple’s Kursziele gehen bis 300$ im Maximum.

Nochmal etwas zu den „Taschenspielertricks“:
1. davon lebt eine ganze Branche, nennen sich Steuerberater und Buchhalter (soll kein Affront sein )
2. die Service-Sparte gab es schon immer, nur eben bei der betreffenden Hardware verbucht. Als alleinstehendes Profit- Center aber eben viel offensichtlicher und attraktiver.
3.erinnert euch an 2007-2009. Da musste Apple einen Teil der iPhone-Verkäufe über 24 Monate verbuchen (GAAP). Hatte mit updates und Garantie und so zu tun. Dadurch waren die Umsätze in den Büchern niedriger, als sie de facto wirklich waren. Alle wussten es aber KEIN Analyst hat das mit einberechnet. Gott weiß, warum. Dadurch wuchs der Cash-Berg natürlich überdurchschnittlich.
Ist doch nur fair, wenn Apple das Accounting auch mal zum eigenen Vorteil nutzen kann.
„Glück auf🍀“
+2
macbeutling
macbeutling02.11.1907:16
Weia: interessanter Hinweis, diese Statistik kannte ich noch nicht.
Wobei wir wieder einmal bei der Bekannten Ei/Henne-Problemtaik wären: sinken die Kurse, weil die Menschen kein Geld mehr für Aktienkäufe leihen, oder leihen sie keines mehr, weil die Kurse sinken?

Der dip 2007 fällt ja mit der Finanzkrise zusammen, könnte auch ein Indikator sein.

Dein S&P-Chart zeigt aber auch schön, dass es nach jedem Dip wieder nach oben geht, es sei denn, ich hatte 2007 Aktien von Lehmann Bros.
„Glück auf🍀“
+1
Weia
Weia02.11.1907:21
macbeutling
Was könnte es den NOCH KONKRETERES geben?

Ich rede doch seit Jahren von nichts anderem
Naja, genau das meinte ich ja. Warum „merken“ aus dieser Perspektive die anderen gerade jetzt erst, was Du schon so lange sagst?

Ich habe mich halt gefragt, was es aus fundamentaler Perspektive bei dem Quartalsergebnis überdurchschnittlich Dolles gab, denn mir fiel da nichts Besonderes auf. Wachstum ist ja nun aus Börsensicht selbstverständliche Voraussetzung, um einen Kurseinbruch zu vermeiden.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
Weia
Weia02.11.1907:31
macbeutling
Wobei wir wieder einmal bei der Bekannten Ei/Henne-Problemtaik wären: sinken die Kurse, weil die Menschen kein Geld mehr für Aktienkäufe leihen, oder leihen sie keines mehr, weil die Kurse sinken?
Wenn Du genau hinsiehst (etwas schwierig bei diesem kleinen Chart), wendete der Margin Debt in den meisten Fällen vor dem Beginn des Kursrückgangs nach unten, in den restlichen gleichzeitig, aber nie danach.
Dein S&P-Chart zeigt aber auch schön, dass es nach jedem Dip wieder nach oben geht, es sei denn, ich hatte 2007 Aktien von Lehmann Bros.
Naja, das stimmt halt, bis es das erste Mal nicht mehr stimmt. Wobei Du genau besehen prinzipiell schon recht hast, 100 Jahre später wird die Börse vermutlich immer höher stehen. Aber ob es – je nach fraktaler Ebene, auf der sich das Ganze abspielt – ein paar Stunden, ein paar Tage, ein paar Monate, ein paar Jahre oder ein paar Jahrzehnte dauert (so wie 1929 – 1954), bis der „Dip“ vorbei ist, das macht halt schon einen Unterschied.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
macbeutling
macbeutling02.11.1912:16
Weia
Wenn Du genau hinsiehst (etwas schwierig bei diesem kleinen Chart), wendete der Margin Debt in den meisten Fällen vor dem Beginn des Kursrückgangs nach unten, in den restlichen gleichzeitig, aber nie danach.

ok, , wirklich schwer zu sehe, aber dann ist es ja offensichtlich, sehr interessant.
Weia
Ich habe mich halt gefragt, was es aus fundamentaler Perspektive bei dem Quartalsergebnis überdurchschnittlich Dolles gab, denn mir fiel da nichts Besonderes auf.


...liegt daran, das du, jedenfalls, soweit ich es beurteilen kann , mit einem relativ gesunden Menschen- und Sachverstand ausgestattet bist und, soweit ich das bislang mitbekommen habe, eher im Soziologischen als im Wirtschaftlichen Beheimatet bist, was deine Ausbildung anbelangt.

Was du da gesehen hast, ist ein perfektes Beispiel für festgefahrene Denkstrukturen.
Ich beobachte das seit Jahren und wundere ich, dass die Investment-Häuser noch nicht darauf reagiert haben und alle ihre Apple-Analysten vor die Tür gesetzt haben.
Man überlege, wieviel Geld diese Häuser ihren Klienten gebracht hätten, wenn Typen wie wir hier deren Kunden beraten würden.

Das Problem ist folgendes: diese Analysten werden an Hochschulen ausgebildet, an denen sie bestimmte Wirtschaftstheorien beigebracht bekommen. Als bestes Beispiel fällt mir da das "Law of large Numbers" ein.
Dies besagt, dass große Firmen es immer schwieriger haben zu wachsen, je höher die Umsätze werden.
Und 95% der Analysten schaffen es nicht, über diese Denkstrukturen hinaus sich eine Firma neutral anzuschauen und sich zu fragen: gilt dieses Gesetz auch hier? Haben wir hier einen Sonderfall?

Nein: statt dessen wird die Aktie schlechter bewertet, weil IRGENDWANN das LOLN ja eintreten muss.
Ausserdem scheint es, dass die Angst, den Anlegern einen eventuellen Verlust zu bereiten deutlich weiter verbreitet ist, als für entgangene Gewinne verantwortlich gemacht zu werden.

Zusätzlich werden Kennzahlen zur Bewertung herangezogen, die meines Erachtens nach (ok, ich bin reiner Amateur auf diesem Gebiet) total ungeeignet sind, um eine Firma long-term zu beurteilen und dabei beziehe ich mich auf das prozentuale Umsatzwachstum. Heisst im Endeffekt: eine Firma wächst, macht mehr Umsatz y/o/y,
aber es ist vielleicht weniger Wachstum als im Jahr davor.

Es wird beim vielleicht nicht so in der Materie verankerten Anleger der Eindruck erweckt, dass die Firma Umsatzrückgänge zu verzeichnen hat und somit ein Verkauf erwogen wird.
Dabei ist das ja gar nicht der Fall. Der Fokus wird also mehr auf das negative Wachstum YOY gelegt als auf die Tatsache, das die Firma trotzdem gewachsen ist.

Das absolut heftigste, was ich in diesem Bereich erlebt habe, war der "tough comparisson" vor circa 2 Jahren.
Was war passiert?
Apple hat ein Wahnsinnsquartal hingelegt. Ein Übertreffen der Erwartungen auf allen Fronten: Umsatz, Gewinn, verkaufte Units, you name it.

Und einige Dummschwätzer haben das klein geredet und davor gewarnt, dass Apple es schwierig hätte, aufgrund dieser Zahlen im gleichen Quartal des nächsten Jahres diese Marke zu toppen.

Ich glaube es war das Quartal, in dem Apple den größten im Zeitalter des Kapitalismus jemals erzielten Gewinn einfuhr....und der eine oder andere machte sich Gedanken um das, was in 12 Monaten erfolgt, NUR um sein schlechtes Kursziel für die Aktie weiter zu rechtfertigen.

Um aber auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen (ich schweife hier ab, merke ich): dieses Denken ist nach wie vor SO in den Köpfen verankert, dass es momentan gereicht hat, dass Apple eben NICHT dramatische Rückgänge beim Umsatz/Gewinn zu verzeichnen hatte, wie es allgemein erwartet wurde, denn wir erinnern uns: der Umsatz in 2018 lag zum ersten mal unter dem des Vorjahres (260 zu 265 Milliarden Dollar).....dramatisch, ich weiß.

Apple hat es immer geschafft, Trends umzudrehen und neue Wege zu beschreiten, vor allem aber, neue Umsatzbringer zu erschaffen: Mac-iTunes-iPod-iPhone-Wearables-Services....
Das wird leider allzuoft verkannt.
„Glück auf🍀“
+5
macbeutling
macbeutling02.11.1912:56
Wenn du unsicher bist wäre es vielleicht sinnvoll, sich nur von 50% der Aktien zu trennen?
steigt die Aktie, nimmst du noch Gewinn mit, fällt sie wieder, kannst du mit den verkauften 50% tiefer wieder einstiegen.
adiga
Eigentlich mein Lieblingsthread bei MTN

Aber auch einer der aufwendigsten, sowohl für die Schreiber als auch die Leser.

Eigentlich wollte ich ja bei $250 raus, aber nun bin ich noch unsicherer als zuvor. Doch noch bleiben? Oder die 150%+ mitnehmen und warten bis sich eine neue Kaufgelegenheit ergibt? Wird das Weihnachtsquartal alle Rekorde sprengen? Oder ist alles schon eingepreist von den Analysten? Da ich weder über Weias noch macbeutlings Fähigkeiten in der Analyse verfüge....schwere Entscheidung. Ach, wäre ich doch ein bisschen analytischer in dieser Hinsicht....
„Glück auf🍀“
+3
rosss02.11.1913:16
Weia
Wie Ihr auf einen Blick sehen könnt, hat die maximale Euphorie = die Höhe der maximalen Verschuldung seit 2000 zuvor ungeahnte Höhen erklommen. Und das letzte Hoch ganz rechts, das mit dem Top im Januar 2018 zusammenfällt, ist nochmals höher als 2000 und 2007.

So wie der breite NYSE Composite Index, der alle an der New Yorker Börse gehandelten umfasst, sein letztes Allzeithoch im Januar 2018 gemacht hat, so also auch die Verschuldung. Der weitere Kursanstieg der engeren Indizes seit Januar 2018 trägt aus dieser Sicht Züge einer Blase.

Danke auch von mir für den Chart, sehr interessant!

Aber was mir dabei auffällt ist, dass es nach den Peaks 2011, 2014, 2015 und 2017 eher weiter bergauf ging mit dem S&P. Dabei wurden die Peaks von 2000 und 2007 erreicht oder gar überschritten!

Was meiner Meinung nach die aktuelle Phase so besonders macht auf dem gesamten Chart – sind die niedrigen Zinsen. Geld ist "nix mehr wert", Kredite billig, Immobilienmarkt kaum noch interessant auf diesem Niveau.

Wohin mit all dem Geld, um wenigstens noch ein wenig Rendite einzufahren? Aktien mit billigem Geld kaufen.

2000 waren die Zinsen noch sehr hoch, gleichzeitig wurde es zum ersten mal dank Internet möglich, dass jedermann traden konnte. Trotzdem lockten die hohen Gewinnchancen am Markt trotz teurer Kredite. 2007 waren die Zinsen niedriger, aber mit den aktuellen Negativzinsen hat dauerhaft niemand gerechnet.

Darum sehe ich durchaus noch keine Blase.

Interessant wäre ein Chart, der die jeweiligen Zinsentwicklungen einbindet – dafür fehlt mir aber komplett jedwedes Wissen.
+1
rosss02.11.1913:21
Weia
rosss
Du meinst als Kontraindikator?

Auch ein Donald Trump liegt manchmal richtig:



+1
HumpelDumpel
HumpelDumpel02.11.1915:23
macbeutling
... dass die Investment-Häuser noch nicht darauf reagiert haben und alle ihre Apple-Analysten vor die Tür gesetzt haben.
Aktueller Überblick bei Apple 3.0
+1
macbeutling
macbeutling02.11.1915:25
Ja, die Bewertung bei PED sind Gold wert.
Ist auch ein super Spielplatz für viele richtig gute Amateur-Analysten.
„Glück auf🍀“
+1
Weia
Weia02.11.1918:13
rosss
Aber was mir dabei auffällt ist, dass es nach den Peaks 2011, 2014, 2015 und 2017 eher weiter bergauf ging mit dem S&P. Dabei wurden die Peaks von 2000 und 2007 erreicht oder gar überschritten!
Das stimmt. Natürlich kann es nach Beendigung des jeweiligen Rückgangs weiter nach oben gehen. Aber dann dreht eben auch der Margin Debt regelmäßig wieder nach oben.

Doch jetzt hat der S&P 500 bereits wieder neue Allzeithochs gemacht, aber der Margin Debt hat noch nicht einmal nach oben gewendet. Das macht die Situation so gefährlich, spätestens dann, wenn der Margin Debt jetzt noch weiter sinken sollte.

Es gibt auf dem Chart nur eine vergleichbare Situation: den Crash 1987. Da sank der Margin Debt weiter bis Ende 1990, aber der S&P 500 hatte bereits im Sommer 1990 wieder ein neues Allzeithoch gemacht. Nur gab es auch in diesem Fall im Herbst 1990 einen heftigen Kursrückgang, auch wenn der nur (Pi mal Daumen) 50% von 1987 betrug.

Selbst wenn wir die jetzige Situation mit der Ausnahme von 1987 parallelisieren würden, stünde also zumindest ein Kursrückgang von 50% des Rückgangs von letztem Herbst unmittelbar bevor …
Wohin mit all dem Geld, um wenigstens noch ein wenig Rendite einzufahren? Aktien mit billigem Geld kaufen.
Das Argument verstehe ich in diesem Kontext nicht ganz. Dass man nicht weiß, wo man vorhandenes Kapital außer im Aktienmarkt noch gewinnbringend anlegen soll, ist eine Sache. Aber nicht vorhandenes Kapital aufzunehmen, um damit Aktien zu kaufen, doch offensichtlich eine andere? (Und es war bis zum Hochpunkt im Januar 2018 ja wahrlich nicht so, dass man die Rendite des Aktienmarkts durch Kauf auf Pump hätte steigern müssen, weil sie so mickrig war …)
Darum sehe ich durchaus noch keine Blase.
Das liegt dann aber an Deinem Sehvermögen. Der US-Aktienmarkt ist nahe der Mutter aller Blasen , seine Kapitalisierung beträgt im Moment 144% des Bruttosozialprodukts der USA (), Durchschnitt sind um die 80%, der absolute, jemals gemessene Höchstwert waren 153% im Sommer 1999 …
Interessant wäre ein Chart, der die jeweiligen Zinsentwicklungen einbindet
Was meinst Du denn mit einbinden?
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+4
Weia
Weia02.11.1919:44
Weia
Der US-Aktienmarkt ist nahe der Mutter aller Blasen
Ergänzung, da vorhin vergessen:

Das heißt nicht, dass allein deshalb ein Kursrückgang bevorsteht. Blasen können immer noch blasiger werden, bis sie platzen. Das heißt nur, dass das Platzen, wenn es schließlich stattfindet, mit hoher Wahrscheinlichkeit böse wird.

Und natürlich gibt es rational nachvollziehbare Mechanismen wie eben das Fehlen von Anlagealternativen aufgrund niedriger Zinsen, die durchaus erklären können, warum es zu solch hohen Bewertungen kommt. Nur: Wenn wir davon ausgehen, dass Aktien schlussendlich die ökonomische Substanz eines Landes repräsentieren, dann spielen Überlegungen bezüglich Kapitalanlagealternativen keine Rolle bezüglich der Frage, ob nun eine Blase vorliegt oder nicht. Sie bilden eher eine Erklärung dafür, wie es entgegen aller wirtschaftlichen Vernunft zu Blasen kommen kann. Bei Immobilien ist das ja auch so.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+4
torgem03.11.1900:19
Weia
macbeutling
Was könnte es den NOCH KONKRETERES geben?

Ich rede doch seit Jahren von nichts anderem
Naja, genau das meinte ich ja. Warum „merken“ aus dieser Perspektive die anderen gerade jetzt erst, was Du schon so lange sagst?

Ich habe mich halt gefragt, was es aus fundamentaler Perspektive bei dem Quartalsergebnis überdurchschnittlich Dolles gab, denn mir fiel da nichts Besonderes auf. Wachstum ist ja nun aus Börsensicht selbstverständliche Voraussetzung, um einen Kurseinbruch zu vermeiden.

Wissen ist nur eine Seite der Medaille, verstehen ist die andere. Klar haben heutzutage fast alle sofort fast alle Informationen, aber daraus Schlüsse ziehen, das ist ein intransparenter Vorgang, der erst durch Transaktionen wieder sichtbar wird.
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
0
rosss03.11.1915:23
HumpelDumpel
macbeutling
... dass die Investment-Häuser noch nicht darauf reagiert haben und alle ihre Apple-Analysten vor die Tür gesetzt haben.
Aktueller Überblick bei Apple 3.0

Das ist ein Apple-Phänomen, dass professionelle Analysten Jahr für Jahr für Jahr mit ihrem Apple-Downbashing danebenliegen – aber sie können einfach nicht einsehen, verkehrt zu liegen. In der Hoffnung, dass es irgendwann doch einmal stimmt, sie es immer schon gewusst haben, schreien sie immer wieder: „Wolf!“

Weil es so schön passt:

7. Oktober 2019
Goldman Sachs kürzt Kursziel für Apple! Stürzt die Aktie womöglich um 27%?“ Ziel: $165
„Apple's Aktien sind sofort nach Veröffentlichung dieser Mitteilung um 2,6% gesunken.“


31. Oktober 2019
Goldman hebt Ziel für Apple auf 188 Dollar - 'Neutral'“ Ziel: $188


Wenn ich davon ausgehe, dass Apple einem herben Kurseinbruch entgegensieht – ok – aber dann revidiere ich doch nicht mein Ziel vier Wochen später um 14% nach oben!

Aber das Spiel kennen wir schon seit Jahren. Langweilig.
0
rosss03.11.1916:16
Weia
rosss
Interessant wäre ein Chart, der die jeweiligen Zinsentwicklungen einbindet
Was meinst Du denn mit einbinden?

Ok, ein erster Versuch. Leider habe ich keine Quelle gefunden für eine Grafik, die den Leitzins bis zum aktuellen Datum zeigt. In den USA sollte der Leitzins WIMRE bis 2019 auf 3% steigen, ist dann aber doch wieder etwas zurückgefahren worden auf um die 2%? In der Eurozone ja seit Jahren auf Null.





Bei der Suche nach dem Leitzins (letztlich aus Wikipedia )habe ich noch die Entwicklung der Geldmenge gefunden. Unten in klein der historische Verlauf zum Vergleich (1929, WK2).

Kann man da sagen: Irgendwo muss das Geld ja hin?

Die USA haben ihr Haushaltsdefizit aktuell auf fast eine Billion $ erhöht, Steuern gesenkt, mehr Geld in den Taschen. Was nun? Druckerpresse anwerfen, noch mehr Geld in den Markt?
0
macbeutling
macbeutling03.11.1919:53
Passt ganz gut zum Thema:
„Glück auf🍀“
0
macbeutling
macbeutling05.11.1908:22
An unsere Zeichenkünstler: gibt es schon Charts vorn euch, die die aktuelle Situation abbilden und einen Ausblick ermöglichen, was Chancen/Risiken betrifft?
„Glück auf🍀“
0
rosss05.11.1914:11
Disclaimer: Ich teile hier nur meine Zeichenkünste. Ich habe keinen blassen Schimmer von Charts. Alle Linien und Interpretationen sind meine persönliche Meinung, können jederzeit geändert werden und erheben keinerlei Anspruch auf Wahrhaftigkeit. Ich schaue nur auf die Vergangenheit und überlege, welche Muster am besten passen um die markanten Punkte im Kursverlauf zu erklären – meine Hoffnung geht dahin, dass sich die Mehrheit der Marktteilnehmer bewusst oder unbewusst an diese Muster gehalten haben und ihre zukünftigen Entscheidungen ebenfalls danach ausrichten. Dieses potentiellen zukünftigen Entscheidungen sind meine Kristallkugel. Wenn die Kugel runterfällt, stehe ich vor einem Haufen Scherben.

Ich war gerade auf der Suche nach Weias "Jahrhundertkanal" zum S&P (hier: ), da bin ich auf seine kurzfristige Analyse vom 5.5.2018 gestoßen:

Diese Arbeitshypothese wurde zwar falsifiziert (siehe letzter Satz im Posting), aber ich habe mir dennoch den Spaß gemacht, den hypothetischen Verlauf nachträglich mit dem realen Verlauf zu vergleichen:



Herzlichen Glückwunsch! Arbeitshypothese durch Ausbruch nach oben falsifiziert, Kursziel trotzdem erreicht – lediglich vier Wochen später als vorhergesagt! Wer hätte auf dem Weg zum Top damit gerechnet?

Das vorweg, um einerseits meine Milchmädchensicht der technischen Analyse offenzulegen, und andererseits vor voreiligen Schlüssen und übertriebenen Erwartungen zu warnen: Jeder muss für sich entscheiden, wie wahrscheinlich eine Entwicklung einzuschätzen ist.

Hier jetzt mein erster Chart des S&P. Ich habe nur Daten ab 1970 zur Verfügung, konnte deshalb nicht Weias Jahrhundertkanal nachbauen. Darum gebe ich mich mit der Hälfte zufrieden. Hier mein erstes Ergebnis (bitte nur den grünen Kanal beachten:



Hier habe ich die Hochs 1973+1988 und die Tiefs 1983+2008 als Basis für den Kanal genommen. Danach wären wir gerade knapp unter der Mittellinie. Allerdings liegt das Tief 1975 nicht auf der Linie.



Jetzt liegt die Blase von 2000 über dem Kanal, aber in den folgenden Jahren passen einige Punkte sehr nice.

Da viele jetzt tätige Analysten mutmaßlich die Siebziger Jahre gar nicht miterlebt haben, habe ich mir nun das Top 2000 und den Boden 2008 als Extreme für den Kanal genommen, als Vektor wieder die Tiefs 1983+2008.



Die rote und blaue Linie haben nichts mit den Linien von Weia zu tun!

Meine rote Linie durch die Hochs A, A1 und A2 als oberer Widerstand.
Meine blaue Linie durch die Tiefs B und B1 als unterer Widerstand.

Aktuell haben wir in Punkt C den roten Widerstand nach oben knapp durchbrochen, wir befinden uns erst in der Mitte des grünen Kanals, die blauen unteren Widerstandslinien werden immer steiler. Das interpretiere ich als positives Signal, der Weg nach oben hat viel Raum. Solange die blaue Linie B B1 nicht nach unten durchbrochen wird, bleibe ich entspannt.
0
thomas b.
thomas b.05.11.1914:29
rosss
...Solange die blaue Linie B B1 nicht nach unten durchbrochen wird, bleibe ich entspannt.

Das wird aber Anfang 2020 ziemlich schwierig, wenn die blaue Linie das make or break ist...
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rosss05.11.1914:36
Und Apple?

Jetzt weiß ich, warum das Tief Anfang des Jahres keine "Bärenfalle" war, sondern ein ganz normaler Rückgang an eine Unterstützungslinie:



Ausgehend vom Punkt A durch das Tief A1 ergibt sich die rote Linie, die genau durch das Tief A2 führt. Das liegt zwar außerhalb des grünen Kanals, aber durch die "Bärenfalle" bekommt die rote Linie jetzt von mir den Status einer kräftigen Unterstützungslinie. Ein schneller Kurssturz durch die rote Linie (aktuell bei etwa $170) wäre in meinen Augen ein sehr großes Alarmsignal. Außerdem wäre zuvor schon der grüne Kanal kaputt (aktuell bei etwa $200), das wäre nicht nett.

Aber: Ausgehend vom Tief Anfang des Jahres habe ich durch die jeweils nächsten ausgeprägten Tiefs jeweils eine blaue Linie gezeichnet, deren Steigung immer mehr zunimmt. Jede dieser Linien wäre beim durchbrechen ebenfalls ein zunehmendes Alarmsignal für mich. Ich gehe davon aus, dass diese offensichtlichen Linien viele Verkaufssignale auslösen, falls sie erreicht werden.

Aktuell liegt der Kurs endlich wieder über der rosa Linie, in der oberen Hälfte des grünen Kanals. Sieht für mich ebenfalls sehr positiv aus, könnten ein paar angenehme Wochen werden.



[/dilletantismus]

[finsterer Blick in die Runde] Irgendwer anderer Meinung? [fröhlich] Dann gerne her damit!
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macbeutling
macbeutling05.11.1915:04
via n-tv.de
"Nordea-Analyst erwartet deutlich festeren Euro

Steile These von Nordea Asset Management: Sollten die USA und China eine partielle Einigung im Handelskonflikt erzielen, könnte der Euro nach Einschätzung in der zweiten Hälfte 2020 auf bis zu 1,18 US-Dollar steigen. Wenn sich die chinesische Wirtschaft erholt, dann "werden die Exporte aus der Eurozone nach China steigen", begründet Nordea-Analyst Sebastien Galy seine Erwartung und ergänzt, China "wird dann wieder Dollar verkaufen und Euro kaufen".

Im ersten Halbjahr 2020 dürfte der Euro 1,14 bis 1,16 Dollar erreichen, später im Jahr dann 1,16 bis 1,18. Aktuell liegt der Kurs bei 1,1130 Dollar."

Das wäre etwas, was uns die Laune ganz schön vermiesen könnte: beim aktuellen Euro/Dollar-Kurs von 1,1100 steht Apple an den deutschen Börsen um die 232,40€ (US-Kurs aktuell vorbörslich 257,95$).

Steigt der Euro auf 1,18, wäre der Kurs in Euro um die 218€.

Also dieses Kursverhältnis nach wie vor in strategische Überlegungen einfliessen lassen und beobachten.
„Glück auf🍀“
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Weia
Weia06.11.1903:44
rosss
Herzlichen Glückwunsch! Arbeitshypothese durch Ausbruch nach oben falsifiziert, Kursziel trotzdem erreicht – lediglich vier Wochen später als vorhergesagt! Wer hätte auf dem Weg zum Top damit gerechnet?
Das ist ein recht typischer Verlauf, insbesondere bei Tops. Der Markt schlägt noch irgendwelche Kapriolen, bis auch die, die „eigentlich“ Recht haben mit ihren Erwartungen, falsifiziert scheinen, und dann geht es los.
Jetzt weiß ich, warum das Tief Anfang des Jahres keine "Bärenfalle" war, sondern ein ganz normaler Rückgang an eine Unterstützungslinie:
Das kann man so nicht sagen; Bärenfalle und Unterstützungslinie schließen sich nicht aus. Es gibt Myriaden von Linien, und was in Bezug auf eine bestimmte Struktur eine Falle darstellt, kann deswegen trotzdem „ganz normal“ an eine andere Linie laufen, die mit dieser Struktur nichts zu tun hat. Im Gegenteil, Wendepunkte von irgendwelchem Belang finden praktisch immer an irgendeiner Linie statt, halt nur nicht unbedingt an der, die man im Auge hatte …

Das kann man schön an roter und blauer Linie in meinem obigen S&P-500-Chart exemplifizieren. Die rote Linie verdankt sich Jahrzehnte zurückliegenden Ereignissen und ist auf viel höherer Ebene bedeutsam als die blaue Linie. Aus Perspektive der roten Linie und des damit verbundenen sehr langfristigen strukturellen Verlaufs kann man mit Fug und Recht sagen, dass es seit Anfang 2018 drei Bullenfallen gab. Aus (historisch viel weniger gewichtiger) Sicht der blauen Linie waren das normale Wendepunkte an dieser Linie (gut, de facto nur der dritte, denn die anderen beiden definierten diese Linie ja erst, aber ich denke, das Prinzip wird klar).

Dieser Unterschied spielt dann eine Rolle, wenn es einen nachhaltigen Durchbruch gibt. Ein solcher Durchbruch der roten Linie hätte eine viel höhere prognostische Kraft als ein solcher der blauen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Weia
Weia06.11.1914:38
macbeutling
via n-tv.de
China "wird dann wieder Dollar verkaufen und Euro kaufen".
China hat heute das erste Mal seit 15 Jahren wieder Euro-basierte Anleihen ausgegeben.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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macbeutling
macbeutling07.11.1910:51
Schon eingepreist oder aber ist das die Nachricht, die an der Börse demnächst alle Dämme brechen lässt: ?
„Glück auf🍀“
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dsieb07.11.1911:01
Sollte es tatsächlich dazu komme, wird es meiner Vermutung nach noch einmal einen Sprung geben.
Bei den involvierten Akteuren ist das ja noch nicht wirklich sicher.
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Weia
Weia07.11.1916:53
macbeutling
Schon eingepreist oder aber ist das die Nachricht, die an der Börse demnächst alle Dämme brechen lässt: ?
Naja, eine jetzt veröffentlichte Nachricht kann nicht demnächst was an der Börse bewirken, sondern tut das jetzt.

Die Nachricht war die fundamentale Begründung für die heutige stärkere Eröffnung, die aber eher lustlos ausfiel – was nicht zuletzt daran liegen mag, dass, wie dsieb sagte, ja noch nichts in trockenen Tüchern ist.

Wenn es das mal ist, würde ich aber eher auf Sell the news tippen. Eine Kaufpanik wie bei einem Melt-Up (gestern erst wieder von Bloomberg genannt, Aua!) hat per definitionem keinen fundamentalen Grund, sondern eben nur die Angst, weitere Gewinne zu verpassen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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rosss07.11.1918:08
In der Vergangenheit wurde mir immer erzählt, dass eine jetzt veröffentlichte Nachricht höchstens als Erklärung für einen Kursverlauf herhalten kann – alles ist immer schon eingepreist.

Heute reicht oft schon ein Tweet um ein Erdbeben auszulösen.

Meine neuen Freunde bei Goldman Sachs haben das Kursziel für Apple gestern um weitere $4 auf nun $188 erhöht – das erklärt schon mal den heutigen Kursanstieg um aktuell plus $3. Nicht schlecht, die Jungs!
+1
misc07.11.1919:35
Heute ist doch auch noch der Ex-Dividend-Tag. Noch ein Grund mehr für den Anstieg.
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cheesus1
cheesus107.11.1923:15
rosss
Meine neuen Freunde bei Goldman Sachs haben das Kursziel für Apple gestern um weitere $4 auf nun $188 erhöht – das erklärt schon mal den heutigen Kursanstieg um aktuell plus $3. Nicht schlecht, die Jungs!
Das erklärt aber nicht, warum andere Aktien heute ebenfalls gut im Plus waren. Ich sehe das sowieso immer im Gesamtzusammenhang mit meinem restlichen Portfolio.
Oder war das ironisch gemeint? Dann vermisse ich an der Stelle ein Smiley.

macbeutlings Erklärung scheint mir ziemlich plausibel zu sein.
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