Wie schon bei Apple News: Auch News+ beschert Anbietern kaum Umsatz

Für zehn US-Dollar pro Monat erhalten Nutzer von Apples Service News+ Zugriff auf mehr als 300 Zeitungen, Zeitschriften und Magazine. Allerdings lohnt sich der Dienst für die Anbieter der Inhalte offenbar nicht: Die teilnehmenden Verlage beklagen sich über viel zu geringe Umsätze, die weit entfernt von Apples Versprechungen sind.


Hohe Erwartungen, triste Realität
Im Vergleich zu den hohen Erwartungen, die der iPhone-Konzern bei seinen Partnern für Apple News+ geweckt hatte, sieht die Realität eher trist aus. Das berichtet Business Insider (Paywall). Angeblich hatte Apple im Vorfeld der Einführung von News+ den Verlegern in Aussicht gestellt, dass ihre Umsätze nach einem Jahr etwa das Zehnfache dessen betragen würden, was sie beim zugunsten von News+ eingestellten Dienstes Texture erzielt hätten. Ein Verlagsmanager berichtet, derartige Zahlen seien weit von der Realität entfernt: Man erziele bei weitem nicht das, was Apple gesagt habe. Andere Anbieter beklagen sich darüber, dass die Umsätze niedriger lägen als bei Texture, bei dem ebenfalls nur wenige Nutzer zusätzliche Abonnements abgeschlossen hätten.

Aufmachung zu magazinhaft
Kritik üben die Verlage insbesondere an der ihrer Meinung nach zu magazinhaften Aufmachung von News+. Zudem verwirre die Mischung aus im monatlichen Preis enthaltenen Artikeln und zusätzlich zu erwerbenden Inhalten die Nutzer. Allerdings hoffen einige Anbieter darauf, dass sich die Situation in nicht allzu ferner Zukunft verbessert, denn News+ befindet sich noch in einer sehr frühen Phase. Apple benötigt daher ihrer Ansicht nach noch wenig Zeit, um vorhandene Unzulänglichkeiten auszuräumen. Das Unternehmen hat bereits vor einiger Zeit zugesagt, an der App für den Service zu arbeiten und diese intuitiver zu gestalten, um Abhilfe zu schaffen.

Kommentare

gegy
gegy01.07.19 14:39
Warum habe ich das Gefühl, dass der Magazin-Markt tot ist... Wenn ich wirklich ein Magazin lesen möchte, hol ich es mir doch am Kiosk. Und wenn ich ein spezielle Zeitung haben möchte, kann ich die im Web doch auch lesen/abonnieren.
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Aulicus
Aulicus01.07.19 14:47
gegy
Warum habe ich das Gefühl, dass der Magazin-Markt tot ist... Wenn ich wirklich ein Magazin lesen möchte, hol ich es mir doch am Kiosk. Und wenn ich ein spezielle Zeitung haben möchte, kann ich die im Web doch auch lesen/abonnieren.
eben.... und für ein Heft in Papierform braucht man kein W-Lan und keinen Akku... kann in täglich wiederkehrenden Situationen äußerst ausschlaggebend sein
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macStefan01.07.19 14:55
Das Benutzerinterface von News+ ist im allgemeinen noch nicht der große Wurf, ich könnte mir aber vorstellen, dass das ganze vielleicht dann in der 2.0-Version deutlich besser verfängt. Großartige 1.0-Versionen gibt es bei Apple immer seltener, früher wäre das in diesem Stadium nicht veröffentlicht worden.
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uepsilon
uepsilon01.07.19 15:30
Es fehlt immer noch das Geeignete Medium. Das iPad ist es in diesem Fall nicht ... eine Innovation wie ein eInk-Papier muss her.
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MäcFlei
MäcFlei01.07.19 16:21
Und warum braucht es eInk?
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johnnytravels
johnnytravels01.07.19 22:20
MäcFlei
Und warum braucht es eInk?

Weil gute eInk-Geräte so stromsparend sind, dass man sie wochenlang zum Lesen von Artikeln verwenden kann, ohne dass man sie laden muss.
‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs
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johnnytravels
johnnytravels02.07.19 09:06

Manchmal würde ich mir schon Diskussion und nicht einfach nur Gehate wünschen...
‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs
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Tekl
Tekl02.07.19 09:27
Ich kann da beim besten Willen kein Gehate lesen.
(hier könnte eine hippe, attributreiche Selbstdarstellung stehen)
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tranquillity
tranquillity02.07.19 09:48
Doch, schon. Johnnytravels hat ja Recht mit seinem Einwand bzgl. E-ink. Offenbar finden es einige nicht so, aber statt sachlich zu argumentieren wird einfach ein Minus reingedrückt.
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Legoman
Legoman02.07.19 11:15
Ich mag mein Readly (ist ja im Endeffekt nichts anderes).

Allerdings sollte den Verlagshäusern doch wohl der Rechenfehler aufgefallen sein, der sich in den vollmundigen Versprechen von Apple versteckt hat.
Wenn ich hunderte Zeitschriften für 10€ im Monat haben kann - dann werd ich wohl kein einziges gedrucktes Magazin mehr kaufen.
Da wirds den Verlagen (und Kiosken) dann perspektivisch so gehen wie den Videotheken.

Und wenn die elektronische Variante dann nur noch wenige Cent pro Heft kostet - kann das nur schwer zu einer Umsatzsteigerung führen.

Ich sehe da deutliche Parallelen zu all den anderen Bündeldiensten (Uber, AirBnB, Lieferheld, Taxiruf, Get2, Hotelvergleichsseiten und wie sie alle heißen) die den angeschlossenen Unternehmen irre Umsatzsteigerungen versprechen. Klar, die Vergrößerung der Reichweite ist nicht zu vernachlässigen - aber am Ende verdient das meiste Geld derjenige, der die Plattform bereitstellt und nicht der, der tatsächlich dafür arbeitet und von seinen schmalen Einnahmen auch noch eine Provision abdrücken darf. Wer dann aber einmal in diesem Netzt gefangen ist, kommt da nicht mehr raus. Wer schaut denn heute noch ins Telefonbuch oder sucht ewig lange online, um ein Taxi, ein Hotelzimmer oder eine Pizza zu bestellen?
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johnnytravels
johnnytravels02.07.19 14:17
Legoman
Klar, die Vergrößerung der Reichweite ist nicht zu vernachlässigen - aber am Ende verdient das meiste Geld derjenige, der die Plattform bereitstellt und nicht der, der tatsächlich dafür arbeitet und von seinen schmalen Einnahmen auch noch eine Provision abdrücken darf. Wer dann aber einmal in diesem Netzt gefangen ist, kommt da nicht mehr raus. Wer schaut denn heute noch ins Telefonbuch oder sucht ewig lange online, um ein Taxi, ein Hotelzimmer oder eine Pizza zu bestellen?

Das stimmt in der Tat. Vielleicht berichten die betroffenen Verlage dann vermehrt über die Probleme von Zeitarbeit, außertariflicher Beschäftigung, Scheinselbstständigkeit und die Gig economy im Allgemeinen, wenn ihre Artikel selbst zum ‚Gig‘ werden
‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs
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uepsilon
uepsilon02.07.19 14:23
MäcFlei
Und warum braucht es eInk?


Der Erfolg des iPhones und des Stores hat mit dem geeigneten Medium zu tun. Ich kann – vielleicht bin ich auch schon zu alt – beim besten Willen nicht auf dem iPad ein komplettes Buch lesen. Das iPhone war zu Beginn ein Gadget zum Telefonieren mit zusätzlichen "netten", Funktionen. Erst der Store brachte den durchschlagenden Erfolg und das "Teil", ging durch die Decke. So fehlt dem Medium und dem Store, Zeitung / Zeitschrift das Gerät, welches akzeptiert wird. eInk oder nicht ... wie auch immer dieses aussehen mag. Es muss eins sein, welches von der breiten Masse haptisch und logisch angenommen wird. Der Misserfolg hat meines Erachtens nichts mit dem Store zu tun ...
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