Von Musik und iPad, Macs bis hin zum iPhone: Der Apple-Herbst in den letzten 15 Jahren

Die iPhone-Events im September sind noch eine vergleichsweise junge Entwicklung, denn erst seit dem iPhone 4s hatte Apple damit begonnen, neue Generation des Smartphones im Herbst zu präsentieren. Allerdings war auch in den Jahren zuvor immer mit einem September-Event zu rechnen. Damals sprach man von den "Musik-Events", auf denen es normalerweise iPod- und iTunes-relevante Neuerungen gab. Wir werfen einen kurzen Blick zurück auf die Geschichte der Herbst-Events aus den vergangenen 15 Jahren – also jener Zeit, in der MacTechNews das Geschehen live verfolgte.


Eine inzwischen in Vergessenheit geratene Veranstaltung war die Apple Expo. Während auf der alljährlichen MacWorld San Francisco im Januar größtes Medienaufgebot vertreten war, fristete die kleinere Apple Expo vor ihrer Einstellung ein Nischendasein. Im September 2003 fand diese noch in Paris statt, Steve Jobs persönlich hatte die Keynote gehalten. Die wichtigste Neuerung war damals übrigens eine kabellose Eintastenmaus.

Die Ära der Musik-Events
Das erste offizielle "Music Event" wurde im Herbst 2004 veranstaltet, Jobs kündigte damals den iPod Photo und den U2-iPod an. Ein Jahr später folgte die Vorstellung des iPod nano, dieser löste den iPod mini im Sortiment ab. Auch der weiße/schwarze iPod der fünften Generation erschien. Außerdem brachte der Oktober des Jahres 2005 die Erweiterung des iTunes Music Stores um Musikvideos und erste Serien hervor. 2006 genoss die Veranstaltung noch immer hohen Stellenwert und stand im Zeichen der Musikwelt, 2007 setzte aber bereits ein Wandel vom Musik- und iTunes-Event hin zu klarem Schwerpunkt auf Hardware-Ankündigungen ein. Als logische Erweiterung der Produktpalette erschien der iPod touch, also ein "iPhone ohne Telefon".




Von den Musik- hin zu Hardware-Events
Sehr schnell war zu beobachten, dass die Hochphase des iPods in der Vergangenheit lag – und Apple sich sehr viel stärker auf das iPhone konzentrierte. Die Entwicklerkonferenz im Sommer wurde damit noch wichtiger als früher und eindeutig das bedeutendste Event des Jahres. Neben den üblichen Ankündigungen nutzte Apple die WWDC der Jahre 2007, 2008, 2009 und 2010 dazu, wegweisende iPhone-Neuerungen zu präsentieren. Zwar gab es noch jedes Jahr ein iPod-Event, man konnte aber das nachlassende Interesse und den veränderten Schwerpunkt deutlich spüren. 2008 hatte Apple noch 54 Millionen iPods verkauft – 2012 schon nur noch 26 Millionen. Trotz regelmäßiger Aktualisierungen zeigte sich überdeutlich, wohin die Reise ging – Smartphones machten reine Musikplayer schnell unbedeutend.

Außer der Reihe, die Oktober-Events
Während sich Apple im September auf Musik und iPods konzentrierte, etablierten sich auch die gesonderten Oktober-Events – und diese standen im Zeichen der Macs. 2008 stellte Apple beispielsweise das neue MacBook Pro mit Unibody-Gehäuse vor. 2010 reagierte Apple auf die langanhaltende Kritik, angeblich das Interesse am Mac zugunsten des iPhones und iPads komplett verloren zu haben, mit dem "Back to the Mac"-Event. Steve Jobs verkündete die Strategie, Teile des iPads auf den Mac zu holen und viele Bedienweisen zu übernehmen. Dies war übrigens eine Entscheidung, die bald rückgängig gemacht wurde, denn den Mac ein bisschen zu einem iPad werden zu lassen, funktionierte an vielen Stellen sehr schlecht. Mac (Maus) und iPad (Touch) sind unterschiedliche Systeme und OS X Lion krankte an einigen Stellen daran, zu viel iPad-Feeling erhalten zu haben. OS X Mountain Lion korrigierte schon ein Jahr später einige umstrittene Entscheidungen, beispielsweise die Anlehnung von Exposé an den App Switcher des iPhones samt überlappender Fenster.



Andere wichtige Oktober-Events fanden 2012 mit Vorstellung des MacBook Pro 13" Retina sowie eines neuen iMacs, 2013 mit Freigabe von OS X 10.9 Mavericks sowie zahlreichen iPad-Neuerungen, 2014 mit dem iMac 5K sowie 2016 mit dem neuen MacBook Pro samt Touch Bar statt. Ob es in diesem Jahr noch eine Oktober-Veranstaltung gibt, ist nicht bekannt.

Die iPhone-Ära seit 2011
Seit 2011 konnte man sich darauf verlassen, jedes Jahr ein neues iPhone zu sehen. Die Präsentation des iPhone 4s erfolgte am 4. Oktober 2011, einen Tag vor Steve Jobs' Tod. Neu war unter anderem die Einführung des Sprachassistenten Siri. Mit dem iPhone 5 setzte Apple seit September 2012 auf ein größeres Display und stieg von 3,5" auf 4" um. Das Event zum iPhone 5s fand erneut genau ein Jahr später statt ("This should brighten everyone's day") - gleichzeitig zeigte Apple auch das in mehreren Farben erhältliche iPhone 5c.



Im September 2014 präsentierte Apple das iPhone 6 ("Wish we could say more"), 2015 das iPhone 6s ("Hey Siri, give us a hint"). Das iPhone 7 erschien im September 2016 unter dem Motto "See you on the 7th", im letzten Jahr wählte Apple den Slogan "Let's meet at our place" und stellte neben dem iPhone X auch das iPhone 8 sowie iPhone 8 Plus vor.

Kommentare

LoMacs
LoMacs04.09.18 18:53
Steve Jobs verkündete die Strategie, Teile des iPads auf den Mac zu holen und viele Bedienweisen zu übernehmen. Dies war übrigens eine Entscheidung, die bald rückgängig gemacht wurde, denn den Mac ein bisschen zu einem iPad werden zu lassen, funktionierte an vielen Stellen sehr schlecht.

Kann mich gar nicht dran erinnern. Launchpad, Mission Control, Mitteilungszentrale … ist doch alles noch da?
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