Apple: Bislang noch kein iPhone im Lockdown Mode gehackt

Mit iOS 16 hatte Apple den "Lockdown Mode" eingeführt, im Deutschen trägt die Funktion die Bezeichnung Blockierungsmodus. Dabei handelt es sich um eine ziemlich radikale Maßnahme, um das iPhone bestmöglich gegen gängige Angriffsszenarien zu schützen. Zielgruppe sind all jene, die in Gefahr stehen, dass Werkzeuge wie Pegasus und Co. gegen sie eingesetzt werden. Apple nennt als Beispiele Journalisten, allerdings können sich auch Regimegegner in despotischen Staaten oder Politiker besonders absichern. Das hat allerdings einen Preis, denn da viele praktische Funktionen oft mit Einfallstoren für Schadsoftware einhergehen, schränkt der Lockdown Mode die Feature-Vielfalt ein.


Stimmen zur Wirksamkeit der Maßnahmen
Apple hat sich nun dazu geäußert, welche Erfahrungen es mit der Funktion gibt. Obwohl man mehrfach Warnungen an Nutzer herausgab, wenn Hinweise auf möglicherweise erfolgreiche Spyware-Angriffe vorlagen (siehe unter anderem hier), liegen keinerlei Indizien auf Einbrüche in Systeme mit aktiviertem Blockierungsmodus vor. Man hält das Feature somit für bis dato nicht geknackt, das nach fast vier Jahren im Einsatz. Sicherheitsforscher stimmen der Einschätzung übrigens zu – es gebe sogar Fälle, in denen Angreifer umgehend abgebrochen haben, sobald der Lockdown Mode erkannt wurde.

Lob auch von Sicherheitsforschern
Das spricht dafür, dass der Modus für Angreifer nicht nur ein zusätzliches Hindernis ist, sondern gängige Exploit-Ketten schlicht komplett unbrauchbar macht. Der technische Grund dafür ist relativ einfach erklärt, denn der Blockierungsmodus verkleinert die Angriffsfläche drastisch. Viele typische Zustellwege und Exploit-Klassen fallen weg. Apple blockiert etwa die meisten Nachrichten-Anhänge, schränkt WebKit-Funktionen ein, reduziert bestimmte Verbindungen und kappt Komfortfunktionen, die sich in komplexen Angriffsketten ausnutzen lassen. Sicherheitsforscher Patrick Wardle bezeichnete das deshalb als eine der aggressivsten Härtungsmaßnahmen, die je für Endverbrauchergeräte ausgeliefert wurden.

Kommentare

sudoRinger
sudoRinger30.03.26 13:49
Mit dem Blockierungsmodus würde ich das iPhone ohne Einschränkungen für mich nutzen können. Was aber nervt, dass ich immer wieder aufgefordert werde, den Modus auch für den Mac zu aktivieren. Ich bekomme zur Auswahl "jetzt aktivieren" oder "später". Und warum gibt es kein "nein"?
Apple
Um kompletten Schutz zu gewährleisten, muss der Blockierungsmodus für diesen Mac aktiviert werden.
+2
AugustP30.03.26 14:31
sudoRinger
Mit dem Blockierungsmodus würde ich das iPhone ohne Einschränkungen für mich nutzen können. Was aber nervt, dass ich immer wieder aufgefordert werde, den Modus auch für den Mac zu aktivieren. Ich bekomme zur Auswahl "jetzt aktivieren" oder "später". Und warum gibt es kein "nein"?

Ich habe jetzt längere Zeit ein älteres iPad, das keine aktuellen Sicherheitsupdates mehr bekommt, im Blockierungsmodus laufen. Es stimmt, man bekommt Hinweise auf den anderen Geräten – ich meine auch nicht nur einmal. Aber das hört irgendwann auf – ich kann mich jedenfalls nicht mehr erinnern, wann ich das das letzte mal gesehen habe.

Wenn man auf die intendierte Nutzergruppe schaut (und die bin ja nicht ich, der einfach nur kein neues Gerät kaufen will, solange das alte noch tut), dann ist das Nerven auf anderen Geräten schon sinnvoll: Exploits sind aufgrund von geteilter Codebasis ja oft auch auf dem Mac bzw. dem iPhone lauffähig. Insofern ergibt es dann wenig Sinn, den Blockierungsmodus zu nutzen, wenn mit dem über Nachrichten zugestellten Exploit dann halt nicht mein iPhone sondern mein Mac kompromittiert wird.
Ich denke mal: Wer aktuelle Systeme einsetzt und sich als Ziel staatlicher Überwachung sieht, wird das entweder überall einsetzen oder eben gar nicht.

Insofern finde ich die aktuelle Variante nicht schlecht: es wird überall mal genervt, hört dann aber auch im überschaubaren Zeitraum auf.
+5
Weia
Weia16.04.26 19:51
sudoRinger
Ich bekomme zur Auswahl "jetzt aktivieren" oder "später". Und warum gibt es kein "nein"?
Weil sich in vielen Dialogen dieser Art durchgesetzt hat, Später statt Nein zu schreiben, um zu verdeutlichen, dass das keine unwiederbringliche Einstellung ist.

Du bist nicht der erste Nutzer, den das irritiert beziehungsweise nervt, aber es ist allgemein üblicher GUI-Sprachgebrauch geworden: Später ist Nein.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
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