Umfrage: KI-Rechenzentren sind unbeliebt bei zukünftigen Nachbarn


Lake Tahoe an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada ist ein beliebtes Erholungsgebiet – und steht in Gefahr, in einem Jahr ohne Energieversorgung dazustehen. Die für macOS 26 namensgebende Gemeinde erhielt eine Kündigung vom Energieunternehmen NV Energy. Dieser liefert bisher drei Viertel des lokalen Stroms und will ab Mai 2027 lieber für
Rechenzentren in Nevada produzieren. Hoher Energie- und Wasserverbrauch sind häufig genannte Gründe für eine weitverbreitete Ablehnung neuer Standorte, wie eine neue
Gallup-Umfrage herausgefunden hat.
Im Schnitt sind 48 Prozent der US-Amerikaner stark gegen KI-Zentren in ihrer Region, 23 sind überwiegend dagegen. Nur sieben Prozent aller US-Bürger sprechen sich eindeutig für ein Rechenzentrum in ihrer direkten Nachbarschaft aus. Je nach Parteizugehörigkeit, Geschlecht und Region unterscheiden sich die Einschätzungen: Frauen, Anhänger der Demokratischen Partei sowie Menschen im Mittleren Westen und in den Südstaaten der USA legen eine größere Ablehnung an den Tag als Männer, Republikaner sowie Küstenbewohner. Doch es gibt keine Bevölkerungsgruppe, bei welcher eine Zustimmung zu KI-Großanlagen in der Region eine Mehrheit findet.
US-Bürger sind zu beinahe drei Viertel gegen KI-Rechenzentren in ihrer Nähe. (Quelle:
Gallup)
Energie- und WasserbedarfGallup fragte auch nach Gründen. Die meisten (50 Prozent) sprachen eine Auswirkung auf Ressourcen und Umwelt an: Energie- und Wasserverbrauch sprachen die meisten an. Geringer, aber immer noch bedeutend waren Befürchtungen zu sinkender Lebensqualität (22 Prozent), steigenden Lebenshaltungskosten (20 Prozent) sowie Umweltverschmutzung (16 Prozent). Auch wirtschaftliche Faktoren und negative Haltungen gegenüber KI im Allgemeinen spielten eine Rolle (für jeweils 14 Prozent). Die Befürworter hofften vorwiegend auf neue Jobs, Steuereinnahmen für ihre Gemeinde sowie allgemeine positive wirtschaftliche Faktoren.
Geld für gute Nachbarschaft?Kolumnisten wie John Gruber machen sich
Gedanken, wie sich die Meinung örtlicher Gemeinden umstimmen lassen könnte. Er zitiert Ben Thompson, der vorschlägt, den direkten Nachbarn schlicht eine finanzielle Entschädigung zu zahlen. Schließlich verfügten KI-Unternehmen, welche die Rechenzentren schließlich nutzen würden, über große finanzielle Ressourcen – einen jährlichen Obolus an die Einwohner oftmals kleiner betroffener Gemeinden fiele bei den Betriebskosten nicht weiter ins Gewicht. Er ruft den
Alaska Permanent Fund ins Gedächtnis, in den Öl- und Bergbauunternehmen einzahlen, welche der Bundesstaat als bedingungsloses Grundeinkommen an seine Bewohner auszahlt. Der Gedanke, dass zusätzliche energiehungrige KI-Rechenzentren bei gleichzeitiger Unbeliebtheit sowohl der Anlagen als auch der
resultierenden Produkte vielleicht gar nicht nötig sind, findet zumindest in diesem Artikel keinen Raum.