Trump bereitet Zölle gegen alle Apple-Produkte aus China vor

Die USA bereiten sich darauf vor, alle verbliebenen Waren aus China mit massiven Strafzöllen zu belegen. Dazu würden auch alle Apple-Produkte gehören, die in dem Land gefertigt werden – fast alle. Das berichtet Blooomberg mit dem Verweis auf drei Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.


Ankündigung noch im Dezember
Die offizielle Ankündigung der neue Produktliste mit allen verbliebenen Waren soll Anfang Dezember erfolgen. Das würde bedeuten, die Zölle könnten zu Chinas Nationalfeiertag Anfang Februar inkrafttreten. Es handelt sich um Waren im Wert von 257 Milliarden US-Dollar. Zwei der Quellen betonten, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden. Experten sagen voraus, dass die Abgaben das Wachstum Chinas spürbar beeinträchtigen würden. Andererseits habe China verschiedene Optionen sein Wachstum dennoch aufrecht zu erhalten. An der Börse brachen in der Folge die amerikanischen Aktien des S&P-500-Index um 2,1 Prozent ein, während der Hang-Seng-Index nur um 0,1 Punkte nachgab.

Ein Treffen auf Messers Schneide
Am 8. November trifft sich US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinpin auf einem Gipfel mit 20 weiteren Teilnehmern in Buenos Aires. Sollten die Gespräche keine positive Wendung im Handelskrieg der beiden Großmächte bringen, erwarten Beobachter die neue Eskalationsstufe. Trump gibt sich im Vorfeld siegessicher. In einem Interview mit Fox News verkündete er: "Ich denke, wir machen einen großartigen Deal mit China und er muss großartig werden, weil sie unser Land leergeräumt haben." Am Samstag auf einer Veranstaltung in Indiana bekräftigte er: "Wir sind in einem Handelsdisput – ich möchte dieses Wort verwenden, weil es ein nettes, weiches Wort ist – aber wir werden gewinnen." Und weiter: "Weißt du warum? Weil wir immer gewinnen."

Ende der Schonfrist für Apple
Am Tag nach der Ankündigung der ersten Zölle für Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar hatte China mit einer eigenen 60-Milliarden-Dollar-Liste gekontert. Planmäßig steigen die Abgaben der ersten US-Runde am 1. Januar von 10 auf 25 Prozent. Eine solche automatische Steigerung ist auch für weitere Zollrunden vorgesehen. Apple-Produkte waren in der Vergangenheit von der Liste gestrichen worden. Berichte behaupten, die Entfernung sei auf ein Versprechen der Trump-Regierung gegenüber Apple-Chef Tim Cook zurückzuführen. Die Apple Watch entkam erst kürzlich der letzten Liste. US-Medien gehen davon aus, dass diese Sicherheitsgarantien für das wertvollste Unternehmen der Welt bei einer weiteren Eskalationsstufe nicht mehr haltbar sind.

Kommentare

Lefteous
Lefteous30.10.18 08:49
Ich wette, dass der neue Mini in den USA gebaut wird, genau wie der neue Mac Pro.
-1
sierkb30.10.18 08:56
The Register (29.10.2018): Apple might be 'collateral damage' in US and China trade dust-up
Just one of the pitfalls of fruity brand's biz in FY'19, stock market gamblers warned
-3
jeti
jeti30.10.18 08:59
Was erlaube Trump
(frei nach Giovanni Trapattoni)
+3
Pixelmeister30.10.18 09:05
Vielleicht sind iPhones und MacBooks in den USA bald so teuer wie bei uns.

Wenn die Chinesen schlau sind, könnten sie versuchen, die Trump-Ära auszusitzen (und sie zu verkürzen). Wenn in den USA die Preise für alle Elektronik-Produkte (Handys, Spielkonsolen, Drucker, Computer ...) und Spielwaren (neben Stahl usw.) um 25% steigen sollten, werden die Wähler das Trump hoffentlich heimzahlen und einem Präsidenten ausnahmsweise mal keine Gnaden-Amtszeit gewähren. Tja, ein Traum ...
0
Scrubelicious30.10.18 09:06
Lefteous
Ich wette, dass der neue Mini in den USA gebaut wird, genau wie der neue Mac Pro.
nun ein werk gibt es ja schon und der jetztge Mac Pro wird auch in der USA gebaut.
Don't believe everything on the internet!
0
David_B
David_B30.10.18 09:12
Scrubelicious
nun ein werk gibt es ja schon und der jetztge Mac Pro wird auch in der USA gebaut.

Die Komponenten kommen aber nicht aus den USA.
+3
Lefteous
Lefteous30.10.18 09:19
Ja geht es um "made in USA" oder um "Assembled in USA". Das erste ist wohl kaum machbar, jedenfalls würde es erheblich dauern und ob die Amis in jedem Bereich die Teile produzieren können, die Apple möchte ist doch zumindest sehr fraglich.
+3
Pixelmeister30.10.18 09:20
Scrubelicious
der jetztge Mac Pro wird auch in der USA gebaut.
Wenn demnächst noch mehr Apple-Produkte "made in US" sind, können wir uns ja auf ähnliche Aktualisierungs-Zyklen bei anderen Produkten "freuen".

Alle 7 Jahre ein neues iPhone-Modell – und wegen der dicken Finger der Arbeiter ist das Gerät natürlich doppelt so groß. Und wenn man sich die Spaltmaße der US-Autos so anguckt, dürften die neuen Geräte wahrscheinlich überall Luft ziehen und knarzen.

Außerdem kommen nahezu alle wichtigen Komponenten des MacPros aus China – und da sind dann auch Strafzölle drauf. Die reine Endfertigung eines Geräts (das Zusammendrücken der Komponenten) ist mit Abstand der geringste Auswand. Beim iPhone gehen von den über 1000$ Endpreis (und vielleicht 300$ Herstellungskosten) keine 10$ an Foxconn für das Zusammenbauen.

Die Amis sollten zugeben, dass sie sowas einfach nicht selbst produzieren können – nicht zu dem Preis der Chinesen – und auch nicht (mehr) in deren Qualität und mit deren Flexibilität.
-1
OpDraht
OpDraht30.10.18 09:20
Dadurch könnten sich die Lieferzeiten der Apple Watch für uns Europäer wieder verkürzen.
-6
BarbedAndTanged30.10.18 09:32
Pixelmeister
Scrubelicious
der jetztge Mac Pro wird auch in der USA gebaut.
Wenn demnächst noch mehr Apple-Produkte "made in US" sind, können wir uns ja auf ähnliche Aktualisierungs-Zyklen bei anderen Produkten "freuen".

Alle 7 Jahre ein neues iPhone-Modell – und wegen der dicken Finger der Arbeiter ist das Gerät natürlich doppelt so groß. Und wenn man sich die Spaltmaße der US-Autos so anguckt, dürften die neuen Geräte wahrscheinlich überall Luft ziehen und knarzen.

Außerdem kommen nahezu alle wichtigen Komponenten des MacPros aus China – und da sind dann auch Strafzölle drauf. Die reine Endfertigung eines Geräts (das Zusammendrücken der Komponenten) ist mit Abstand der geringste Auswand. Beim iPhone gehen von den über 1000$ Endpreis (und vielleicht 300$ Herstellungskosten) keine 10$ an Foxconn für das Zusammenbauen.

Die Amis sollten zugeben, dass sie sowas einfach nicht selbst produzieren können – nicht zu dem Preis der Chinesen – und auch nicht (mehr) in deren Qualität und mit deren Flexibilität.

Wahrscheinlich nicht zu dem Preis, aber das ist ja mitunter auch Sinn der Übung. Arbeiterlöhne in China sind ja unter aller Sau. Sollte Trumps Handelspolitik tatsächlich bessere Arbeitsplätze anderswo schaffen (vermutlich vornehmlich in den USA, aber als Nebeneffekt auch in anderen Ländern) dann ist das nur zu begrüßen.
Effekt: höhere Produktionskosten, dadurch geringerer Gewinn, umweltfreundlichere Produktion und längere Produktzyklen, da Verbraucher seltener kaufen. Für Techjunkies und China schlecht, aber für die Umwelt sicherlich ein Gewinn.
Der Haken dabei ist, dass Trump den ganzen Karren in Trumpmanier zielsicher an die Wand fahren wird. Denn für Trump ist nur Eines wichtig: Trump. Alles andere ist egal.
0
Frank Drebin
Frank Drebin30.10.18 09:53
Laut Bloomberg hatten die auch chinesische Wanzenchips in ihren Servern… Mal sehen und Tee trinken. Trump ändert seine Meinung sekündlich…
+3
Dante Anita30.10.18 09:54
Das trifft ja nicht nur Apple. Ganze Industrien müsste riesige Summen investieren, um zumindest das Assembling in die USA zu verlagern. Sollte Trump dann abgewählt werden und ein Nachfolger die Barrieren wieder abbauen, bleiben leere Produktionshallen und große „versunkene“ Kosten für die US-Firmen übrig. Ein durchdachter Plan 😁
+2
larsvonhier
larsvonhier30.10.18 10:19
Ah, Blooomberg mit 3 "o", also nicht die, welche sich total vergallopiert hatten mit der Netzwerk-Chip-on-mainboard Story? Dann ist ja gut & glaubhaft. Mit 3 Quellen ohnehin

Und noch ein Tipp an die MTN Red.: "you" im Zitat von Trumpel sollte wohl eher im Plural mit "Ihr" übersetzt werden, es war nicht nur eine Person angesprochen.
0
macsmac
macsmac30.10.18 10:46
Dummheit
Trump und seine Deals... völlig Realitätsfremd. Wer den wählt ist selber schuld
+1
Pixelmeister30.10.18 10:52
BarbedAndTanged
Sollte Trumps Handelspolitik tatsächlich bessere Arbeitsplätze anderswo schaffen [...] dann ist das nur zu begrüßen.
Ob die Arbeitsplätze "besser" sein werden, wage ich zu bezweifeln. Auch die Amis können gut Lohndumping und gefährliche/krankmachende Arbeitsplätze. Trump sowieso.
BarbedAndTanged
Effekt: höhere Produktionskosten, dadurch geringerer Gewinn, umweltfreundlichere Produktion
Klar, Apple ist bekannt dafür, die Marge zu senken, wenn die Produktionskosten steigen. Das wird alles fein an den Verbraucher durchgereicht: Schlechtere Qualität, dafür teurer aber "made in US". Klingt nach einem Erfolgsrezept.

Vor allem, wenn Konkurrent Samsung weiterhin fleißig in Vietnam seine Handys unter noch schlechteren Bedingungen als in China fertigen lassen kann und die Geräte ganz ohne Strafzölle in die USA liefern darf.
0
Eventus
Eventus30.10.18 11:34
Offenbar erkennen viele vor lauter Hass auf Trump nicht, dass er verhandelt. Selbstverständlich wirds am Ende nicht so heiss gegessen wies gekocht wird. Alles wird gut. Vielleicht sogar great.
Live long and prosper! 🖖
-3
flippidu30.10.18 11:46
Ja, das Trump-Bashing nervt - drei Jahre geht das schon so.
-2
AndreasDV30.10.18 12:20
Hab keine Ahnung von dieser Materie aber iPhones die nicht in den USA verkauft werden haben diesen Strafzoll doch nicht oder gehen alle hergestellten iPhones erst in die USA und dann in aller Welt?
-3
aibe
aibe30.10.18 13:00
flippidu
Ja, das Trump-Bashing nervt - drei Jahre geht das schon so.

Und das zu Recht! Dieser Hohlkopf versucht ein Land wie ein Unternehmen zu führen. Und nicht einmal das bekommt er hin (Staatsverschuldung liegt mittlerweile bei über 21.311.464.100.000 USD (die letzten 5 Stellen ändern sich einfach zu schnell, daher her nur Nullen)!!!
Das eine Gesellschaft ganz anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt bekommt er in seinen Schädel einfach nicht hinein. Von den über 4.500 falschen Aussagen, die er nachweislich seit seiner Amtseinführung von sich gegeben hat und die teilweise Auswirkungen auf die globale Politik hatten fange ich mal gar nicht erst an...

Für mich ist er eine der Leitfiguren, die die Degeneration der Menschheit reflektieren!
+6
Quickmix
Quickmix30.10.18 13:25
jeti
Was erlaube Trump
(frei nach Giovanni Trapattoni)

Hrhrhrhr...
-1
F. Flor30.10.18 13:28
😂 Wie Apple das nicht interessieren wird. Die Produkte werden einfach teurer und die Kunden werden es einfach zahlen.
-1
Eventus
Eventus30.10.18 14:03
aibe
Trump also erhöht die Staatsschulden und macht Falschaussagen? Na bitte, dann ist aus ihm doch ein herkömmlicher Politiker geworden.
Live long and prosper! 🖖
-2
Gerry
Gerry31.10.18 04:31
BarbedAndTanged
Für Techjunkies und China schlecht, aber für die Umwelt sicherlich ein Gewinn.

Das wir kaum passieren, weil die Leute weinen wenn sie das jetzt schon überteuerte Handy nicht mehr Leisten können. Und man ist eben nicht cool wenn man ein altes hat.
-1
Mecki
Mecki31.10.18 22:49
Also wird das iPhone in Deutschland künftig günstiger sein als in den USA? Denn unsere iPhones werden nicht zuerst von China in die USA und dann nach Europa gebracht, sondern die wandern direkt von China nach Europa und wären insofern nicht von den Zöllen betroffen.

Allerdings inwiefern es sehr patriotisch von Trump ist, einen US Konzern, der erst vor kurzen mal der wertvollste Konzern der Welt gewesen ist, massiv zu schädigen, während er damit zeitgleich nicht-US Konzernen, wie z.B. Samsung, massiv den Rücken stärkt, denn die sitzen in Südkorea, das sollte man mal hinterfragen. Apple mag in China fertigen, aber ein patriotischer Amerikaner müsste auf jeden Fall ein iPhone nutzen, denn die anderen fertigen nicht nur im Ausland, die anderen sind nicht einmal US Unternehmen. Also wenn Trump ein Samsung SmartPhone nutzt, dann verrät er damit sein heiß geliebtes Amerika.

Natürlich könnte Apple auch die iPhones für den US Markt in den USA fertigen lassen, aber dann wäre Apple erst recht nicht konkurrenzfähig zu den anderen Herstellern. Vielleicht sollten sie die Fertigung nach Südkorea verlagern, dann hätten sie anscheinend auch bei Trump eine Chance
-1

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.