

USB-C ist ein Segen. Es beschert uns einen einheitlichen Anschluss für Strom und Daten über zahlreiche Geräteschaften des täglichen Lebens hinweg. Egal ob Smartphone, Tablet, Kamera, kleinere Geräte der Unterhaltungselektronik, LED-Lampen oder unzählige Haushaltsgadgets: man benötigt im Prinzip nur noch ein Ladegerät/Netzteil für alles. Und auch rein theoretisch nur eine Sorte Kabel.
Leider sind es in der Praxis sind es dann doch oft ein paar mehr, aber tatsächlich ist USB-C nicht nur aus Verbrauchersicht, sondern auch zur Vermeidung von Elektroschrott ein großer Schritt nach vorn. – Auch dank der EU, die einen einheitlichen Standard forderte und durchsetzte.
Kompakt| Bezeichnung | | USB-C Kabel 240 W mit Display |
| Empf. Preis (€) | | ab ca. 12 |
Aber die Standardisierung hat auch ihre Grenzen. Eine Schwachstelle im Konzept sind die Kabel. Auch wenn diese stets den gleichen Stecker haben und in jede USB-C-Buchse passen, heißt das noch lange nicht, dass jedes USB-C-Kabel auch gleichermaßen für maximale Datenbandbreite und für jede Stromversorgung geeignet ist. Wie schon im
Test des Satechi ChargeView 140W Desktop Charger angemerkt, müssen Kabel den neuesten Entwicklungen des Schnittstellenstandards folgen. So ist etwa für das Aufladen von Akkus mit bis zu 240 W ein spezielles USB-C-Kabel mit PD (Power Delivery) 3.1-Spezifikation und sogenanntem E-Marker Chip erforderlich. Diese erfüllen aber nicht gleichzeitig auch die höchsten Anforderungen für schnelle Datenübertragung. So muss der Nutzer unterscheiden, welches Kabel wofür gerade die beste Wahl ist. Und es müssen gelegentlich einfach neue Kabel gekauft werden, weil die Alten nicht den neuesten Spezifikationen entsprechen. So entsteht doch wieder einiges an Elektroschrott, denn in den winzigen Steckern der Kabel finden sich elektronische Schaltungen mit kleinen Vielfüßlern.
Um akkubetriebene Komponenten mit höchstmöglicher Leistung (theoretisch maximal 240 W) aufladen zu können, sind geeignete Ladegeräte und dafür ausgelegte USB-C-Kabel erforderlich. Bei besagtem Satechi ChargeView ist kein derartiges Kabel im Lieferumfang enthalten – und vermutlich auch in den wenigsten Haushalten schon vorrätig. Auch bei mir nicht, obwohl sich mittlerweile eine stattliche Menge an USB-C-Strippen aller Art angesammelt hat.
Um die Möglichkeiten des Satechi ChargeView (und ähnlicher Ladegeräte) optimal ausnutzen zu können, habe ich mir ein entsprechendes Kabel zugelegt. Nicht etwa eines von Satechi, die natürlich ebenfalls welche im Angebot haben, sondern eines via Amazon von der Marke UGREEN. Das lockte mich mit einem kleinen Gimmick in Form eines winzigen Displays im Steckergehäuse. In 1 Meter Länge kostete es nur sehr überschaubare rund 12 Euro (Preisänderungen nach oben oder unten jederzeit möglich).
Praxis: Es lädt!Das Kabel mit der griffigen Amazon-Bezeichnung „UGREEN 240W USB-C auf USB-C Kabel mit Digital Display, PD3.1 Schnellladekabel mit 480 Mbps Datenübertragung und E-Marker Chip für iPhone17/ 16/15/14/13,Galaxy S25/S24, MacBook, iPad Pro(1M)“ birgt an sich keine Überraschungen. Mit Ausnahme des kleinen Displays natürlich, welches abwechselnd die elektrische Leistung in Watt, die Spannung in Volt und die Stromstärke in Ampere anzeigt, sobald es an einen Verbraucher angesteckt wird. Dann ist es auch permanent an. Es schaltet sich erst aus, wenn es abgesteckt wird.
Ein wichtiger Hinweis für Kunden ist hier der sogenannte E-Marker Chip (Electronically Marked Cable), welcher dem Host/Stecker Informationen über das Kabel übermittelt. Kurz zusammengefasst:
- Identifikation: sagt Gerät und Host, dass es sich um ein elektronisch markiertes (EMarked) Kabel handelt.
- Strom-/Leistungsangaben: gibt die maximale Stromstärke bzw. Ladeleistung (z. B. 3 A, 5 A) und unterstützte Spannungen an, damit Geräte sichere Power-Delivery-Verhandlungen führen können.
- Datenrate/Signalqualität: meldet die unterstützten USB-Protokolle und Datenübertragungsraten (z. B. USB 2.0, USB 3.x, USB4, oder Alternate Modes wie DisplayPort).
- Konfigurationssignale: unterstützt A/V‑Alternate‑Modes und korrekte Pin‑Zuordnung (z. B. bei Kabeln mit symmetrischen/umlaufenden Belegungen).
- Sicherheit/Funktionalität: verhindert, dass ein Host bei einem minderwertigen Kabel höhere Ströme schaltet als das Kabel verkraftet; ermöglicht korrektes Aushandeln von PD‑Profilen.
USB‑C‑Kabel ohne E‑Marker sind in der Regel auf 3 Ampere oder weniger limitiert; Kabel mit E‑Marker können als 5‑A‑Kabel ausgewiesen werden und damit z. B. 100 W+ Power Delivery unterstützen.
In meinem Fall galt es herauszufinden, ob ich mit dem Satechi Charger in Verbindung mit dem Ugreen-Kabel bestimmte Geräte schneller laden kann, als das bisher der Fall war. Dafür sind wiederum Komponenten erforderlich, die ein entsprechendes Schnellladen über USB Power Delivery auch unterstützen.
Bei meinem iPad Pro M4 bringt das nichts, denn mehr als rund 35 W unterstützt Apples Tablet dieser Generation nicht. Das erreichte ich auch vorher schon mit beliebigen 3A-Kabeln. Einzig mein MacBook Pro M4 unterstützt derzeit PD-Charging mit bis zu 140 W*. Mit den bisher genutzten Kabel konnte aber auch nie mehr als etwa 35 W Leistung abgerufen werden, was deutlich weniger ist, als der Satechi CahrgeView beherrscht. Und mit dem Ugreen-Kabel?

Kurz und knapp: Ja, damit geht mehr. Auch wenn die theoretisch möglichen 140 W in meinen bisherigen Ladeversuchen (mit etwa 60% Restladung bei Beginn des Ladevorgangs) nicht annähernd erreicht wurden. Bei knapp unter 90 W war Schluss, wie im Bild über diesem Absatz dokumentiert. Ob ein niedrigerer Akkustand nötig ist, um die Ladekurve zu höheren Spitzen treiben zu können, habe ich in einem späteren Ladezyklus ausprobiert. Doch auch mit Ladebeginn bei knapp über 20% Akkustand waren nicht mehr als knapp 90 W drin. Zwar geht es auch damit schon recht schnell, aber das liegt weit unter dem Versprechen von Satechi. Nach bestem Wissen und gewissen habe ich sämtliche Voraussetzungen erfüllt, um zumindest annährend 140 W erreichen zu können.
Daher Frage an die REWIND-Leser: Haben Sie (nachweislich) am MacBook Pro M4 oder höher höhere Ladeleistungen mit einem anderen Lader/Kabel erreichen können?
*Voraussetzungen: Das Netzteil und das Kabel müssen USB‑PD 3.1 Extended Power Range (EPR) unterstützen (was hier gegeben ist). Fazit: Informatives Kabel zum kleinen Preis für flottes AufladenUSB-C kann so einiges, aber nicht alles auf einmal. Ein Kabel wie das hier besprochene ist erforderlich, um die derzeit höchste Leistung des Power-Delivery-Standards 3.1 zu erreichen. Maximal 240 W sind möglich, real werden es vorerst nur selten mehr als 140 W sein. Wenn überhaupt. Siehe Text.
Dementsprechend eignet sich das
UGREEN USB-C Kabel 240 W weniger als High-Speed-Kabel für Datenübertragung oder als Monitor-Kabel, denn es ist in diesem Aufgabenbereich auf ca. 480 Mbps beschränkt. Nutzer, die schnelle SSD-Speicher oder USB-C-Monitore mit hoher Auflösung bestmöglich ausnutzen vollen, brauchen ein anderes Kabel mit USB-C-Stecker. Am Besten ein Thunderbolt-5-Kabel.
Das einzig wahre One-For-All USB-Kabel bleibt also auch weiterhin Wunschdenken. Und Augen auf beim Kabelkauf gilt weiterhin. Einzig bei der Steckerform bietet USB-C eine erfreuliche Vereinfachung dank Standardisierung.