
Support-Ende für Intel-Macs naht – was bedeutet das für signierte Apps?


Vor neunzehn Jahren begann Apple mit dem Umstieg auf ein Mac-Betriebssystem, bei dem sämtliche Programme notarisiert (oder wenigstens signiert) sind. Was im Jahr 2007 mit Mac OS X 10.5 (Leopard) mit optionalen Signaturen begann, wuchs zu einem Notarisierungssystem heran, welches sich nur mühevoll umgehen lässt. Doch die verwendeten Zertifikate sind mit einem Ablaufdatum versehen, weshalb die Frage berechtigt ist, was demnächst mit Apps und Programmen auf Intel-Macs geschieht. Howard Oakley geht in einem
Blog-Beitrag der Frage nach, wie lange Nutzer von Intel-Macs wohl noch ihre Software weiternutzen können.
Zunächst erläutert Oakley den Unterschied zwischen signierter und notarisierter Software: Entwickler können ihre selbstentwickelten Apps auf ihrem eigenen Rechner mit einer selbst erzeugten Signatur versehen, um sie zu testen oder langfristig zu verwenden. Web-Apps und einzelne in den Datenschutz-Einstellungen
freigegebene Apps erhalten übrigens eine lokale Ad-hoc-Signatur. Damit sie ihre Software anderen Nutzern zur Verfügung stellen können, ist der Status des „zertifizierten Entwicklers“ angeraten. Diesen erhält, wer Apple jährlich 99 US-Dollar zahlt; im Gegenzug gibt es eine offizielle Entwickler-Signatur. Jede zur Veröffentlichung bestimmte Software-Version muss dann bei Apple zur Notarisierung eingereicht werden. Standardmäßig ist macOS seit macOS 15 (Sequoia) so eingestellt, dass nur notarisierte Software installierbar ist.
Apps bleiben funktionsfähig99 Dollar sind nicht sonderlich viel, doch wer die Entwicklung von Mac-Apps aufgibt, möchte diese Ausgabe vielleicht einsparen. Glücklicherweise verlieren in diesem Fall bisher erstellte Apps nicht ihre Funktion: Gatekeeper überprüft bei einem Programm lediglich, ob das an eine Notarisierung geknüpfte Entwickler-Zertifikat am Tag der Programm-Erstellung gültig war. Anders sieht es bei Installern aus, welche Programmbestandteile an die entsprechenden Orte in der macOS-Ordnerhierarchie bewegen: In diesem Fall muss das Entwickler-Zertifikat am Tag der Ausführung des Installationsprogramms weiterhin aktiv sein.
Entwickler sind gefragtWer schließlich die Intel-Architektur hinter sich lässt und auf Apple Silicon wechselt, muss langfristig bei älterer Software darauf bauen, dass die ursprünglichen Entwickler tätig werden. Das integrierte Übersetzungs-Framework Rosetta will Apple nur noch in macOS 27
pflegen. Danach bleibt lediglich ein Teil davon erhalten, um ältere Intel-basierte Spieletitel weiterhin am Laufen zu halten. Spätestens zum Herbst 2027 sollten Software-Anbieter also für Apple Silicon optimierte Versionen bereitstellen, wenn sie in zukünftigen Versionen von macOS stattfinden wollen.