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Safari: Heftige Kritik wegen fehlender Standard-Umsetzungen und langsamer Release-Zyklen

"Safari is killing the web" – unter diesem ebenso plakativen wie provokanten Titel hat der Programmierer einer Open-Source-Software für Web-Entwickler einen Blogpost veröffentlicht. Darin geht er mit Apples Browser für Mac, iPhone und iPad hart ins Gericht. Safari sei im Vergleich etwa mit Chrome und Firefox weder auf der Höhe der Zeit noch hinreichend fehlerfrei, so die Kernaussagen.


Safari lässt viele standardisierte Features vermissen
Tim Perry, der Entwickler des HTTP Toolkit, wirft Apple in seinem Blog unter anderem vor, zahlreiche moderne HTML-, CSS- und Javascript-Elemente in Safari nicht zu unterstützen, obwohl diese seiner Ansicht nach die Sicherheit der Nutzer in keiner Weise gefährden. Dazu gehören etwa die CSS-Propertys "contain", "offset-path" und "overflow-anchor". Firefox und Chrome hätten den Support für diese Eigenschaften bereits vor geraumer Zeit erhalten, teilweise schon 2016. Auch die Events für (Multi-)Touch-Gesten, welche Chrome seit 2012 und Firefox seit 2017 beherrschen, fehlten in Apples Browser nach wie vor. Zudem sei Safari nicht in der Lage, Videos im Format AV1 sowie AVIF-Bilder darzustellen. Bei allen von Perry genannten Features handelt es sich um standardisierte Elemente, die von vielen Web-Entwicklern eingesetzt werden.

"Web-Entwickler können sich nicht auf Safari verlassen"
Andere Features habe Apple bei Safari erst Jahre nach Firefox und Chrome implementiert, etwa die Darstellung von WEBP-Bildern und Eingabetypen für Datum und Uhrzeit. Web-Entwickler konnten und können sich laut Perry also nicht darauf verlassen, dass ihre Seiten im Browser des iPhone-Konzerns korrekt dargestellt werden und funktionieren. Darüber hinaus ignoriere Apple seit vielen Jahren APIs, welche sich noch im experimentellen Status befinden und zumeist von den Chrome-Entwicklern initiiert wurden. Googles Browser-Team sei zwar zuweilen in dieser Hinsicht sehr offensiv, etliche der Programmierschnittstellen deckten aber nützliche Anwendungsbereiche ab und stießen auf rege Nachfrage von Web-Developern. Allerdings befinde sich Apple in diesem Punkt Seite an Seite mit den Firefox-Machern, die diese noch nicht standardisierten APIs ebenfalls nicht implementieren. Das verschaffe Chrome einen Vorteil, was zwar Google nütze, dem Web insgesamt aber erheblich schade, so Perry.

WebKit weist nach wie vor zahlreiche Fehler auf
Safari und WebKit weisen zudem laut Perry etliche bekannte Fehler auf, welche Apple auch in der aktuellen Version noch nicht behoben hat. Als Beispiele nennt er Bugs in der IndexedDB-API, im Mousemove-Event und in LocalStorage. Seit neun Jahren rendert Safari dem Entwickler zufolge "border-image" komplett falsch, wenn es mit dem Attribut "border-style: none" versehen ist. Ein vor 13 Jahren gemeldeter und bis heute ebenfalls nicht behobener Fehler betrifft Buttons und Eingabefelder auf Webseiten: Ein Klick darauf führt zuweilen nicht dazu, dass das Element den Fokus erhält, zudem wird das Ereignis "onfocus" nicht ausgelöst.

"Apples Release-Abstände sind zu groß"
Erschwerend kommt nach Perrys Ansicht hinzu, dass Apple sich mit Safari-Updates zu viel Zeit lässt. Während die Release-Abstände bei Chrome, Edge und Vivaldi sechs Wochen sowie bei Firefox vier Wochen betragen, veröffentlicht Apple neue Versionen üblicherweise nur in einem Sechs-Monats-Rhythmus, Patches für kritische Sicherheitslücken allerdings öfter. Perrys Fazit: Die gelegentlich von Web-Entwicklern geäußerte Ansicht, Safari sei der neue Internet Explorer, enthält seiner Meinung nach durchaus ein Körnchen Wahrheit. Er wünscht sich daher, dass Apple den hauseigenen Browser unter Einbeziehung etablierter Standards und neuer Anwendungen verbessert und damit zur standardisierten Weiterentwicklung des Web beiträgt. Ansonsten droht ihm zufolge die Gefahr, dass Chrome und damit Google noch dominanter werden – und das sei schlecht für alle Web-Entwickler und Nutzer.

Kommentare

subjore05.08.21 08:44
Kann ich so bestätigen. Die brauchen Ewigkeiten um neue Funktionen einzubauen und hängen ein Jahr hinterher. Funktionen die bei Chrome und Firefox funktionieren müssten manchmal für Safari abgeändert werden.
Wenigstens kommt Safari auf dem Desktop seit 4 Monaten mit Datumsfeldern klar…
+14
wormstar
wormstar05.08.21 08:47
In der Liste fehlen PWA‘s. Das ist für mich momentan ein großer „pain in the ass“
+5
nane
nane05.08.21 08:54
Heftige Kritik wegen fehlender Standard-Umsetzungen und langsamer Release-Zyklen
Vollkommen richtig! pro Quartal ein Update und vor allem die Unterstützung der "meisten" Standards wäre schon mal was. Ich nutze Safari nur wegen der nahtlosen Integration und der automatischen Synchronisation via iCloud.

Alleine die Cookie Verwaltung von Safari ist ein Totalausfall und ohne "Cookie von SweetP" nicht zu machen.
Das Leben ist ein langer Traum, an dessen Ende kein Wecker klingelt.
+10
Troubadixderdritte05.08.21 09:47
Als User fand ich Safari prima, seit ich programmiere, stoße ich regelmäßig auf viele der genannten Probleme. Auch die fehlende Unterstützung von scroll-behaviour: smooth des gefühlten Erfinders des Smooth-Scrolling ist ein ziemlich schlechter Witz.
+9
Metty
Metty05.08.21 10:01
Darüber hinaus ignoriere Apple seit vielen Jahren APIs, welche sich noch im experimentellen Status befinden ...
Ich kann viel Kritik an Safari nachvollziehen, aber zu verlangen, dass man experimentelle APIs implementiert nur weil es einzelnen Entwicklern praktisch erscheint, kann nicht die richtige Richtung sein. Zuerst einmal sollten alle Features von existierenden Standards sicher, performant und vollständig implementiert werden. Experimentelle APIs sind genau das ... ein Experiment Solche APIs können später zu jedem Zeitpunkt ohne Vorankündigung wieder entfernt oder geändert werden kann.
+16
Ythcal
Ythcal05.08.21 10:04
Ich bin aus der Webentwicklung seit über 10 Jahren raus, insofern kann ich die Problematik schwer einschätzen, insgesamt klingt sie für mich aber durchaus plausibel.

Jedoch:
Artikel
Darüber hinaus ignoriere Apple seit vielen Jahren APIs, welche sich noch im experimentellen Status befinden und zumeist von den Chrome-Entwicklern initiiert wurden.

DAS ist mal ziemlicher Blödsinn. Genau solchen Quatsch gab es im „Kampf“ IE gegen Netscape schon mal. Es existieren Standards, damit (im Idealfall) Anpassungen für einzelne Browser möglichst nicht nötig sind. So sinnvoll Erweiterungen sein mögen, diese gehören diskutiert und wieder als Standard verabschiedet. Und nicht daß sich einer breitbeinig hinstellt, „mir doch egal“ sagt und sich (ohne Absprachen) über die Regeln hinwegsetzt. Es wurde schon damals diskutiert, daß Microsoft mit solchem Verhalten das Internet an sich zu reißen versuchte. Der Fehler liegt hier doch nicht bei allen anderen Browserschmieden, die experimentelle(!) Funktionen eines Mitstreiters nicht umsetzen.
+12
Ely
Ely05.08.21 10:09
Die Sache mit den Plugins sollte massiv überarbeitet werden. Da gibt es Limitierungen, was Funktion und Anzahl an Filter angeht. Wenn man wirklich sauber vor Werbung geschützt sein will, muß man deshalb eine Kombination aus zwei Adblockern nutzen.

Bei mir ist das 1Blocker und Adblock Plus. Letzteres nur für YouTube, entsprechende nur die Video-Filter aktiv, 1Blocker für den Rest. Und dazu das bereits erwähnte Cookie und eine zusätzliche Firewall (Lockdown).

Das ist zwar nicht nur ein Problem des Browsers, sondern dem Krieg (anders kann man‘s nicht mehr nennen) mit der Werbemafia geschuldet, aber Safari macht es unnötig komplizierter.

Ich nutze Safari in erster Linie wegen der iCloud-Integration.
-1
nane
nane05.08.21 10:41
Ely
Das ist aber ein Problem der AD-Blocker Hersteller. Adguard kennt z.B. keine Filtergrenzen, weder in iOS, iPadOS noch MacOS. Arbeitet Browserunabhängig, kostet aber halt auch was.

PS: Man kann in Adguard natürlich auch noch zusätzlich, die Filter anderer Hersteller wie etwa uBlock oder anderen beliebten Blockern nutzen.
Das Leben ist ein langer Traum, an dessen Ende kein Wecker klingelt.
+4
Embrace05.08.21 10:41
+9 (für Artikel und Kommentare)

Vor allem Troubadixderdritte hat den Punkt getroffen: Als Nutzer mag Safari ganz gut sein, aber wenn man Web Apps entwickelt, dann ist Safari ein Dorn im Auge. Fehlende Standards und mäßige Entwicklertools.
+4
pentaxian
pentaxian05.08.21 10:44
Wenn's 'ne vernünftige Alternative in iOS gäbe, wäre ich längst weg von Safari, auf dem Mac nutze ich seit gefühlt 15 Jahren Opera, seit mehreren Jahren Opera Developer und bin hochzufrieden.
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
+2
Ely
Ely05.08.21 11:19
nane
Ely
Das ist aber ein Problem der AD-Blocker Hersteller. Adguard kennt z.B. keine Filtergrenzen, weder in iOS, iPadOS noch MacOS. Arbeitet Browserunabhängig, kostet aber halt auch was.

PS: Man kann in Adguard natürlich auch noch zusätzlich, die Filter anderer Hersteller wie etwa uBlock oder anderen beliebten Blockern nutzen.

AdGuard habe ich auch. Auf YT wirkungslos, manchmal sorgt es für funktionelle Probleme, ansonsten bleiben oft weiße Lücken auf Websites, wo Reklame war. Das ist bei 1Blocker nicht.

Als out-of-the-box-Lösung, ohne sich Filterlisten zusammensuchen zu müssen, filtert 1Blocker (kostet in der Vollversion) nahezu alles und YT erledigt der Filter von Adblock.
+1
sioh05.08.21 11:22
nane
Adguard. […]Arbeitet Browserunabhängig, kostet aber halt auch was.[…]
Und das ist mein Problem unter macOS: Ich möchte den Filter nur im ausgewählten Browser und nicht systemweit weil es im Konflikt mit anderer Software(-entwicklung) auf dem System geraten kann. Unter iOS wäre es mir egal.
+1
Weia
Weia05.08.21 11:25
nane
Heftige Kritik wegen fehlender Standard-Umsetzungen und langsamer Release-Zyklen
Vollkommen richtig! pro Quartal ein Update
Aus Nutzersicht ist die Updateritis aber eine Qual. Ich hatte eine Zeitlang auch Firefox ab und an benutzt, habe das aber praktisch eingestellt, weil die gefühlt permanente Meldung Es gibt schon wieder ein neues Update! nur noch genervt hat. Und ehe daraus ein Update-Zwang wird, weil sich irgendwelche Web-Entwickler bemüßigt fühlen, sofort das allerneueste Zeugs einzubauen, und eine Website ansonsten nicht mehr richtig funktioniert, dann bin ich doch heilfroh, dass Safari hier auf die Bremse tritt. Wer mit Computern zuvorderst arbeiten will, der freut sich über Apps, die nur alle zwei, drei Jahre einmal aktualisiert werden.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
0
Weia
Weia05.08.21 11:30
Ely
Wenn man wirklich sauber vor Werbung geschützt sein will, muß man deshalb eine Kombination aus zwei Adblockern nutzen.
Wenn alle Nutzer „sauber vor Werbung geschützt sein“ wollten, gäbe es kein Web mehr. Warum sollte ein Browser-Hersteller das fördern wollen?

Du redest, als gäbe es eine Art Grundrecht, alles im Web konsumieren zu können, aber das Geschäftsmodell der meisten Anbieter gleichzeitig sabotieren zu dürfen. Sehr seltsame Einstellung.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
+1
Ely
Ely05.08.21 11:53
Weia
Ely
Wenn man wirklich sauber vor Werbung geschützt sein will, muß man deshalb eine Kombination aus zwei Adblockern nutzen.
Wenn alle Nutzer „sauber vor Werbung geschützt sein“ wollten, gäbe es kein Web mehr. Warum sollte ein Browser-Hersteller das fördern wollen?

Du redest, als gäbe es eine Art Grundrecht, alles im Web konsumieren zu können, aber das Geschäftsmodell der meisten Anbieter gleichzeitig sabotieren zu dürfen. Sehr seltsame Einstellung.

Es gibt ein Grundrecht auf den Schutz personenbezogener Daten. Und das wird von der Werbemafia ignoriert. Also hole ich mir dieses Recht zurück.

In der Zeitung stört mich Werbung nicht. Weil mich die nicht anblinkt, anbrüllt und quer durchs Leben trackt. Warum nicht genauso online? Dann würde mich die Reklame nicht stören, also nicht filtern und wenn es interessant ist, sogar mal draufklicken.

Weniger ist mehr. Und mehr ist nichts.
+6
Raziel105.08.21 12:07
Als Entwickler fanden wir Safari auch absolut top. Warum? Weil man mit fixen Zyklen klare Linien fuhr, während die Konkurrenz teilweise täglich potentiell katastrophale Updates raushauen konnte die bei Kunden ganze Websites lahm legten. Auch beim Thema PWAs war Safari führend. Mittlerweile haben andere natürlich noch mehr drin. Andererseits bringt es Entwicklern wenig wenn Firefox und Chrome mit ihrem experimentellen Funktionen „Vorreiter“ spielen, wenn diese Sachen dann proprietär umgesetzt sind oder später wieder per Standard umgerissen werden.

Also aktuell sehe ich gerade als Entwickler weiterhin Safari als deutlich angenehmer. Wenn sich zb mal ein Bug einschleicht, reicht ein fix und der funktioniert dann aber auch mindestens ein halbes bis ganzes Jahr. Bei Chrome zerstört das nächste Update schon morgen wieder den Community fix
+3
nane
nane05.08.21 12:49
sioh
Adguard. […]Arbeitet Browserunabhängig, kostet aber halt auch was.[…]
Und das ist mein Problem unter macOS: Ich möchte den Filter nur im ausgewählten Browser und nicht systemweit weil es im Konflikt mit anderer Software(-entwicklung) auf dem System geraten kann. Unter iOS wäre es mir egal.
Ja - und das ist selbstverständlich auch genau so möglich. Einfach im betreffenden Browser "ausschalten".

Ely
AdGuard habe ich auch. Auf YT wirkungslos, manchmal sorgt es für funktionelle Probleme, ansonsten bleiben oft weiße Lücken auf Websites, wo Reklame war. Das ist bei 1Blocker nicht.

Als out-of-the-box-Lösung, ohne sich Filterlisten zusammensuchen zu müssen, filtert 1Blocker (kostet in der Vollversion) nahezu alles und YT erledigt der Filter von Adblock.
Das mag in der kostenlosen Browser-Variante der Fall sein. In der Bezahlversion ist das alles kein Thema. YT Werbung habe ich noch nie gesehen.
Das Leben ist ein langer Traum, an dessen Ende kein Wecker klingelt.
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Ely
Ely05.08.21 13:10
Ich habe die Vollversion, nicht nur das Browser-Teil.
0
AE-3505.08.21 15:41
Text, dessen Größe in viewport units angegeben wird, reagiert in Safari seit Jahren nicht, wenn das Browserfenster kleiner wird. Nix vonwegen "responsive", die Textgröße bleibt unverändert. In allen Browsern bekommt man einen feinen "reflow" und die Textgröße reagiert brav auf die Größe des Viewports. Nur nicht in Safari.

Privat nutze ich Safari zum Surfen, aber zum entwickeln nehme ich Firefox oder Brave. Und dann kommt immer der Moment, wo man guckt, ob das was man gemacht hat, auch in Safari funktioniert. Oft ist das nicht der Fall.

PS:
Der Workaround ist ebenso obskur wie effektiv.

{
-webkit-marquee-increment: 0vw;
}
+1
flyingangel05.08.21 18:21
"Web-Entwickler können sich nicht auf Safari verlassen"

Das widerspricht doch dem Rest des Artikels! Da geht es darum, dass in Safari kaum Updates gemacht werden und alles beim Alten ist. Diese Überschrift sagt aber genau das Gegenteil. Na was jetzt?
0
A.E.Neumann05.08.21 18:34
Safari? Noch nie benutzt 🤣
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Weia
Weia05.08.21 20:55
Ely
Es gibt ein Grundrecht auf den Schutz personenbezogener Daten. Und das wird von der Werbemafia ignoriert. Also hole ich mir dieses Recht zurück.
Du scheinst eine ziemlich gefärbte Brille aufzuhaben.

Ein Datenschutz-Grundrecht gibt es im deutschen Grundgesetz nicht , sehr wohl aber in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, Artikel 8 . Diesem Grundrecht wird mit der DSGVO Genüge getan. Solange sich ein Unternehmen an die DSGVO hält, gibt es rechtlich also keinen Grund zum Widerstand.

Die Bemühungen der Werbewirtschaft, effizient zu arbeiten, bringen ihr bei Dir den Titel Mafia ein, während Du dich selbst zu Django, dem Rächer der Enterbten hochstilisierst, der sich „sein Recht zurückholt“.

Da gibt es aber nichts zurückzuholen. Ein Website-Betreiber hat auf seiner Website Hausrecht und solange er sich an die DSGVO hält, hast Du die Alternativen, die Website zu akzeptieren, wie sie ist, oder sie schlicht nicht zu besuchen. Sie zu besuchen, aber den Betreiber um seine damit verbundenen Einnahmen zu bringen und das mit der pösen, pösen Werbemafia zu begründen, folgt hingegen einer ähnlich pubertären Logik wie Teens und junge Twens, die im Supermarkt klauen, um es dem pösen Kapitalismus mal so richtig zu zeigen.

Gut fürs Gewissen, aber ansonsten daneben. Entweder der Content der Website ist medioker, dann besuche sie halt nicht, oder er bringt Dir etwas, aber dann akzeptiere auch, dass die Betreiber irgendwie die Kosten dafür einspielen müssen und das Recht hierzu nicht dadurch verwirken, dass sie das auf eine Weise versuchen, die Dir persönlich nicht passt.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
-2
Ely
Ely05.08.21 22:29
Ich habe es nicht verortet, auf welcher Grundlage sich das Recht des Datenschutzes speist. Es reicht, daß dieses Recht greift.

Und daraus ergibt sich, daß es nicht rechtens ist, wie Online-Werbung derzeit gestaltet ist und funktioniert. Aus diesem Grund sind Adblocker auch legitim und nicht verboten. Wer‘s nicht will, kann ja User mit Adblocker im Rahmen des Hausrechts blocken. Klappt halt auch nicht wirklich.

Da du die Lanze für die Werbemafia brichst, hast du mit Sicherheit das Tracking in den iOS-Einstellungen erlaubt, oder? Wenn nicht, würdest du mich enttäuschen und dir selbst widersprechen.

Große Lust an einer Endlos-Diskussion, wie es sich mit deiner Beteiligung gern man erwächst, habe ich nicht wirklich. In diesem Sinne ist es wohl besser, es einfach mal so stehen zu lassen und nicht totzudiskutieren. Du läßt dich tracken und von Reklame bombardieren und ich eben nicht. Ganz einfach.
+1
KingBradley
KingBradley05.08.21 22:47
Weshalb ist eigentlich damals noch Google aus WebKit ausgestiegen?
0
AE-3506.08.21 03:18
Sie meinten, WebKit wäre ihnen zu kompliziert und aufgebläht geworden. Angeblich konnten sie beim Umstieg auf Blink 7.000 Dateien löschen. Sie wollten wohl aber mit Chrome vor allem unabhängig werden für eigene Produkte und dabei nicht abhängig sein von Apples Trägheit was Web Technologien betrifft.
0
Weia
Weia06.08.21 04:18
Ely
Ich habe es nicht verortet, auf welcher Grundlage sich das Recht des Datenschutzes speist. Es reicht, daß dieses Recht greift.
Naja, Du musst den Wortlaut des Gesetzes schon kennen, bevor Du beurteilen kannst, ob etwas dagegen verstößt oder nicht.
Und daraus ergibt sich, daß es nicht rechtens ist, wie Online-Werbung derzeit gestaltet ist und funktioniert.
Nein, genau das ergibt sich daraus eben nicht bzw. nur, wenn die DSGVO verletzt wird. Wird sie eingehalten, ist auch die Online-Werbung rechtens. Du kannst Dir in Rechtsfragen nicht Deine persönlichen Rechtsvorstellungen zusammenzimmern. Recht ist seinem Wesen nach immer eine intersubjektive Angelegenheit.
Aus diesem Grund sind Adblocker auch legitim und nicht verboten.
Sie sind (erstaunlicherweise) legal und nicht verboten.

Legitim sind sie meiner Überzeugung nach nicht. Denn es gibt ja rein logisch nur 2 Möglichkeiten: Entweder alle handeln so wie Du, dann bricht die Informationsvielfalt des Internets zusammen, weil sich für sehr viele Inhalte bislang einfach keine andere funktionierende Finanzierung gefunden hat als Werbung, oder es handeln nicht alle so wie Du, dann lebst Du Deine Werbephobie auf dem Rücken all derer aus, die Werbung nicht blocken, nun aber mit noch mehr Werbung konfrontiert werden, weil bei gleichbleibendem Finanzierungsbedarf ja nun noch mehr Werbung pro (nicht-blockendem) Besucher geschaltet werden muss.

So oder so handelt jemand, der Werbeblocker benutzt, selbstherrlich und rücksichtslos.
Wer‘s nicht will, kann ja User mit Adblocker im Rahmen des Hausrechts blocken. Klappt halt auch nicht wirklich.
Die Häme kannst Du dir sparen. Du hebelst damit nur Dein eigenes Argument aus, denn entweder stimmt der erste Satz oder der zweite. Wie zynisch das ist, was Du da von Dir gibst, wird durch eine Übertragung in die analoge Welt schnell klar: Der Zeitungsverlag, der nicht will, dass bei ihm Zeitungen gestohlen werden, kann seine Lagehalle ja vergittern und mit Alarmanlage sichern. Klappt halt auch nicht wirklich (hihi).
Da du die Lanze für die Werbemafia brichst,
Das tue ich gewiss nicht, schon allein deshalb, weil es nach meiner Kenntnis gar keine Werbemafia gibt.
hast du mit Sicherheit das Tracking in den iOS-Einstellungen erlaubt, oder?
Daran erinnere ich mich ehrlich gesagt nicht mal; Tracking oder nicht ist keine Frage, die mich persönlich sonderlich beschäftigt. Ist aber sowieso egal, weil ich iOS ohnehin nicht zum Webbrowsen nutze.
Wenn nicht, würdest du mich enttäuschen und dir selbst widersprechen.
Wie das? Wenn ich die rechtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge betrachte, tue ich das doch unabhängig davon, was ich persönlich gerne hätte. Das unterscheidet uns vielleicht.

Ich würde zum Beispiel viel lieber keine Steuern zahlen. Da ich aber einsehe, dass der Staat finanziert werden muss, tue ich das dennoch und werde nicht zum Steuerhinterzieher auf Kosten der anderen Steuerzahler, selbst wenn ich die Steuergesetzgebung vielleicht bei einzelnen Regelungen unangemessen finde.

Und ich hätte auch viel lieber Websites ohne Werbung. Da ich aber einsehe, dass die Websites finanziert werden müssen, akzeptiere ich die Werbung dennoch und setze keine Werbeblocker ein auf Kosten der anderen Webnutzer, selbst wenn ich die Werbung vielleicht bisweilen zu aufdringlich finde.
Große Lust an einer Endlos-Diskussion, wie es sich mit deiner Beteiligung gern man erwächst, habe ich nicht wirklich. In diesem Sinne ist es wohl besser, es einfach mal so stehen zu lassen
Dann hättest Du mir konsequenterweise keine Frage stellen dürfen.
Du läßt dich tracken und von Reklame bombardieren und ich eben nicht. Ganz einfach.
Nee, gar nicht einfach. Denn die Bombe, die Du vermeidest, fällt mir zusätzlich auf den Dez.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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Ely
Ely06.08.21 09:04
Doch, legitim, was unter anderem gesetzlich anerkannt bedeutet.

Den Rest habe ich nur überflogen, weil eben keinen Bock auf Endlosdiskussion mit walls of words und so weiter.

Ich werde in Zukunft nicht mehr reagieren, wenn du auf einen meiner Posts was schreibst.
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Weia
Weia06.08.21 11:25
Ely
Doch, legitim, was unter anderem gesetzlich anerkannt bedeutet.
Nein, genau das bedeutet legitim eben nicht. Das heißt legal. Legitimität ist die von der herrschenden rechtlichen Situation gerade absehende Frage danach, ob etwas nach moralischen Grundsätzen als gerechtfertigt angesehen werden kann oder nicht. Widerstand in einem Unrechtsstaat etwa ist meist illegal, aber legitim. Wenn Du diese beiden Begriffe durcheinanderwirfst, kannst Du diesen Sachverhalt nicht einmal mehr korrekt in Worte fassen.
Den Rest habe ich nur überflogen, weil eben keinen Bock auf Endlosdiskussion mit walls of words und so weiter.
Wenn für Dich bereits drei kurze Absätze (Maximallänge meiner Antworten in meinem vorangegangenen Beitrag auf einen Deiner Punkte) ein wall of words sind, dann ist eine solch einem Thema angemessen ausdifferenzierte Diskussion ohnehin kaum möglich. Vermutlich ist Dir die korrekte Differenzierung zweier für die Diskussion entscheidenden Begriffe wie im vorangegangenen Absatz auch schon wieder viel zu endlos. 🙄
Ich werde in Zukunft nicht mehr reagieren, wenn du auf einen meiner Posts was schreibst.
Prima, dann kann ich ja in Zukunft immer in aller Ruhe Deine Denkfehler auflisten, ohne dass es zu diesen endlosen Diskussionen mit differenzierten Argumenten kommt, auf die Du so gar keinen Bock hast.

Die dem Argument Ich hole mir nur mein Recht zurück! zugrundeliegende Undifferenziertheit hast Du jetzt jedenfalls eindrucksvoll demonstriert.
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
-3
Ely
Ely06.08.21 12:44
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Weia
Weia06.08.21 12:53
Ely
Ich werde in Zukunft nicht mehr reagieren, wenn du auf einen meiner Posts was schreibst.
Ely
Ja was jetzt?
Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)
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