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Russland will Streaming-Dienste zur Ausstrahlung von staatlichen Sendern verpflichten

Russland will mehr Kontrolle über Streaming-Anbieter: Roskomnadzor, die staatliche Medienaufsicht in Russland, erfasst alle Streaming-Dienste mit mehr als 100.000 täglichen Zuschauern. Landet man durch entsprechende Zuschauerzahlen auf dieser Liste, muss man eine Niederlassung in Russland gründen, um weiterhin auf diesem Markt aktiv sein zu dürfen.


Schwerer wiegt jedoch eine Gesetzgebung aus dem Jahr 2020, welche ab März 2022 Streaming-Anbieter verpflichtet, Streams von 20 staatlichen TV-Sendern ins Programm aufzunehmen. Dies betrifft ab März unter anderem Netflix. Noch ist unklar, ob Apple auch unter diese Gesetzgebung fällt, denn der Konzern veröffentlicht keinerlei Nutzerzahlen von Apple TV+. Ebenfalls nicht geklärt ist, ob andere Anbieter wie beispielsweise Amazon Prime Video und Disney+ ebenfalls diesem russischen Gesetz nachkommen müssen.

Anbieter auf der Liste von Roskomnadzor sind dann verpflichtet, unter anderem die Kanäle "Channel One", den russischen Unterhaltungssender "NTV" und den kirchlich-orthodoxen Sender "Spas" ("Gerettet") mit ins Programm aufzunehmen und als Stream allen Nutzern zur Verfügung zu stellen.

Untersuchung wegen "Schwulenpropaganda"
Bereits seit November 2021 untersucht die russische Regierung, ob "LGBTQIA+"-Inhalte auf Netflix mit korrekten Altersbeschränkungen versehen sind. Viele solcher Inhalte seien auf Netflix bereits ab 16 Jahren zugänglich – in Russland ist allerdings der Zugang zu "Propaganda bezüglich nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen" (so der Terminus der russischen Regierung) erst ab 18 Jahren erlaubt. Als Geldstrafe droht Netflix 15.000 Dollar – doch was viel schwerer wiegt, wäre ein mögliches Verbot von Netflix in Russland.

Russland: Apple wohl ein Monopolist
Bereits im August 2021 erhielt Apple von russischen Kartellbehörden eine Abmahnung, dass die aktuellen App-Store-Richtlinien des Konzerns gegen das Kartellrecht verstoßen. Konkret sei die Verpflichtung, Inhalte nur über Apples In-App-Schnittstellen zum Kauf anbieten zu dürfen, rechtswidrig. Apple hatte bis zum 30. September 2021 Zeit, diese Praxis einzustellen – doch Apple ließ die Frist verstreichen. Die Kartellwächter haben daher ein formelles Anti-Monopol-Verfahren gegen Apple eröffnet und es drohen hohe Geldstrafen, wenn festgestellt wird, dass Apple tatsächlich gegen russische Kartellgesetze verstößt.

Kommentare

Jonny8504.01.22 13:07
Sollte es so kommen würde ich mir wünschen, dass Apple auf seine enorme Portokasse vertraut und daraufhin einfach mal auf Russland verzichtet. Es würde mich nicht wundern, wenn dieses Gesetz dann sehr schnell angepasst wird.
+17
tjost
tjost04.01.22 13:30
Schwierig, andere Länder andere Sitten und Regeln.
Ob man das nun gut finden mag oder nicht.
Die Frage ist wie weit man sich selbst verbiegen kann um in einem Markt zu bleiben.
Beispiel Jacky Chan: der hat sich bewusst entschieden sich und seine Markte aktiv im Chinesischen und damit größten im zur Verfügung stehenden Markt zu platzieren. Nun ist er auch ein Sprachrohr der Regierung und verliert in anderen Märkten an Präsenz.

Nun bleibt die Frage für einen Konzern wie Netflix sich zu überlegen ob man einfach neue Kanäle einspeißt oder nicht. Und ob man einen Markt wie Russland einfach nicht mehr bedient.
+6
Kapitän04.01.22 13:47
Jonny85
Sollte es so kommen würde ich mir wünschen, dass Apple auf seine enorme Portokasse vertraut und daraufhin einfach mal auf Russland verzichtet. Es würde mich nicht wundern, wenn dieses Gesetz dann sehr schnell angepasst wird.

Ich vermute auch, dass man auf den Markt verzichten könnte. Es gibt zwar 114 mio. Einwohner aber das Durchschnittseinkommen liegt bei 220€. Das wird man aber vermutlich ganz genau durchrechnen und nicht auf Grund von Politik umsetzen oder nicht umsetzen.
+1
Manuel01018004.01.22 14:58
Das bedeutet also, dass Apple in seiner TV-App LiveTV anbieten müsste, was bisher ausblieb.
0
kraut_04.01.22 15:06
Kapitän
Jonny85
Sollte es so kommen würde ich mir wünschen, dass Apple auf seine enorme Portokasse vertraut und daraufhin einfach mal auf Russland verzichtet. Es würde mich nicht wundern, wenn dieses Gesetz dann sehr schnell angepasst wird.

Ich vermute auch, dass man auf den Markt verzichten könnte. Es gibt zwar 114 mio. Einwohner aber das Durchschnittseinkommen liegt bei 220€. Das wird man aber vermutlich ganz genau durchrechnen und nicht auf Grund von Politik umsetzen oder nicht umsetzen.

Denke eher Apple wird jeden Dollar umdrehen, der sich umdrehen lässt. Ich sag's euch, als Finanz-Controller der ich selbst bin, erkennt man Unternehmen deren Strategie vom Controlling bestimmt wird (was ich nicht per se gut finde)
+3
sonorman
sonorman04.01.22 16:00
Ich kann mir kaum ein Szenario vorstellen, in dem Apple sich aus Russland komplett zurück ziehen würde. Außer vielleicht, wenn sie Apple zwingen wollten, sämtliche Firmengeheimnisse, Patente und Source Codes dem FSB auszuliefern. Oder bei einer Kriegserklärung zwischen USA und Russland. Ansonsten ist es für Apple (und andere von Regimen unter Druck gesetzte Firmen) immer leichter nachzugeben, als Umsatz zu verlieren.

Mit China ist die Lage noch schwieriger, weil da so viel produziert wird und der Markt so groß ist. Unzählige Firmen haben sich so in eine praktisch unumkehrbare Abhängigkeit begeben.
+4
sonnendeck04.01.22 17:12
Würde gerne anmerken Amazon Prime strahlt hier auch die öffentlichen Sender aus ……
-3
iPat04.01.22 18:50
sonnendeck
Würde gerne anmerken Amazon Prime strahlt hier auch die öffentlichen Sender aus ……

…….aber eher weil sie’s WOLLEN und nicht weil sie MÜSSEN.
+5
heubergen04.01.22 19:07
Nicht alle dieser Sender werden reine Propaganda sein, finde das stört nicht gross. Auch wenn hier Live TV und auf Abruf vermischt werden.

Wäre wie wenn hier ZDF/SRF/ORF bei Netflix dabei wäre. Stört wohl niemanden aber ist doch ganz nützlich wenn es dabei ist.
0
beanchen04.01.22 21:17
heubergen
Nicht alle dieser Sender werden reine Propaganda sein ...
... was Propaganda sein dürfte.
Nicht alles, was heute neu ist, wird morgen früher besser gewesen sein werden. Manches wir einfach nur vergessen.
+2
milamber10.01.22 09:51
Was ist schlimmer, Sender zu haben, die man nicht schaut, oder wie in Deutschland für eine vom Staat stark beeinflusste Organisation Zwangsgebühren zahlen zu müssen?
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