Parrot bringt seine erste Starrflügler-Drohne in den Handel – Produkthighlight

Damals™, in meiner glorreichen Jugend, gab es tolle ferngesteuerte RC- (Radio Controlled) Autos, Boote, Flugzeuge und auch Hubschrauber. Ich hatte viel Spaß mit elektrischen RC-Cars und -Booten, während mein Bruder einen Schritt weiter ging und sich auch an mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Flugzeugen und Helikoptern versucht hat. Gerade letztere waren aber unglaublich schwer zu fliegen. Nur wenige Enthusiasten konnten mit den per analogem Funk gelenkten Hubschraubern so geschickt umgehen, dass nicht jede Landung in einem Crash mit (teurem) Totalschaden endete.

Kompakt
Marke Parrot
Bezeichnung Disco
Art Starrflügler-Drohne
Empf. Preis (€) 1.299
Verfügbarkeit August
Erst moderne Computersteuerungen haben dazu geführt, das heute praktisch jeder Laie mit einem iPhone Drohnen mit vier oder mehr Rotoren – sogenannte Multicopter – problemlos fliegen kann. Wobei der menschliche Pilot eigentlich nur die Richtung vorgibt. Clevere Algorithmen und Rechenpower gekoppelt mit diversen Sensoren übernehmen die eigentliche Flugsteuerung.

Interessanterweise sind es ausgerechnet die Hubschrauber-ähnlichen Fluggeräte, die dadurch heute am weitesten unter den Drohnen für den Privatgebrauch verbreitet sind. Flugzeugdrohnen für Hobbyisten sind bislang eher selten anzutreffen. Das will nun Parrot mit der "Disco" genannten Flugdrohne ändern.


Die Disco, welche Parrot als Starrflügler bezeichnet, ähnelt konstruktionstechnisch einem Nurflügler. Also kein Flugzeug mit Rumpf, seitlichen Tragflächen und Leitwerk, sondern ein Fluggerät, das beispielsweise dem US-Tarnkappenbomer B-2 ähnelt, der quasi nur aus einem großen Flügel besteht. Auch diese Art von Flugzeug gilt als extrem schwer steuerbar, weshalb moderne Nurflügler auch starke Computerunterstützung brauchen, um nicht reihenweise vom Himmel zu fallen.


Für die Parrot Disco sind natürlich keine artistischen Pilotenfähigkeiten erforderlich. Sie startet und landet nicht nur automatisch, sondern verfügt auch über eine Flugassistenz. Steuert man etwa mit der Fernbedienung nach rechts, lenkt nicht nur die Drohne ein, sondern die Flugassistenz kontrolliert automatisch die Neigung und Triebwerksgeschwindigkeit.


Parrot hat eine Art VR-Brille nur ohne 3D-Effekt für die First Person View-Perspektive (FPV) entwickelt, die Parrot Cockpitglasses. Sie zeigt dem Piloten via Live-Stream, was die Full HD-Frontalkamera der Disco sieht und aufzeichnet. Für die Steuerung kommt der neue Parrot Skycontroller 2 zum Einsatz.


Die Parrot Disco ist allerdings auch manuell steuerbar und mit vielen RC-Fernbedienungen kompatibel. Alles, was dazu notwendig ist, ist einen RC-Transmitter (nicht mitgeliefert) mit Parrot C.H.U.C.K zu verbinden. Der Pilot genießt im manuellen Modus völlige Freiheit, muss sich jedoch für akrobatische Manöver vollständig auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen.

Dazu ist die neue, kostenlose FreeFlight Pro App im AppStore und bei Google Play erhältlich. Die App erlaubt es dem Nutzer, die Eingabesensibilität und Flugparameter seinen Fähigkeiten stufenweise anzupassen. Das beinhaltet Geschwindigkeit, Höhen- und Entfernungsbegrenzungen, Wi-Fi-Management, Foto- & Video-Einstellungen sowie die Möglichkeit, die Aufnahmen der Parrot Disco im Livestream auf einem iOS- oder Android-Smartphone bzw. -tablet zu betrachten. Parrot Cloud, ebenfalls kostenlos und in die FreeFlight Pro App integriert, erlaubt es auch, den Parrot Skycontroller 2 den eigenen Vorlieben nach anzupassen.


Die Parrot Disco im Paket mit Cockpitglasses und Skycontroller 2 soll noch in diesem Monat zum UVP von 1.299 Euro online zum Beispiel bei Amazon erhältlich sein. (Hier ein Partnerlink zu einer Parrot Multicopter Drohne. Die Disco ist derzeit noch nicht bei Amazon.de gelistet.)

Weil Drohnen wie Multicopter und die Parrot Disco so dermaßen einfach zu fliegen sind und inzwischen ein sehr hohen Verbreitungsgrad unter Privatleuten wie auch gewerblichen Nutzern haben, gibt es allerdings auch immer mehr Probleme mit unvorsichtigen "Piloten", die ihre Fluggeräte allzu unbedacht benutzen. Parrot erinnert in seiner Produktvorstellung daher an die geltenden Gesetze und Verordnungen und gibt einige "Sicherheitsregeln" aus:

  • Verlieren Sie die Parrot Disco nicht aus den Augen;
  • Nähern Sie sich oder filmen Sie Personen nicht ohne deren Zustimmung;
  • Respektieren Sie die Privatsphäre;
  • Überschreiten Sie nicht die in Ihrem Land maximal erlaubte Flughöhe;
  • Fliegen Sie nicht in der Nähe von Flughäfen, Militärgebieten, Industriegebieten und anderen sensiblen Zonen;
  • Fliegen Sie nicht über bevölkerte oder städtische Gebiete;
  • Fliegen Sie nicht bei Regen, Schnee, Nebel, starkem Wind oder in der Nacht;
  • Fliegen Sie nicht über Bahnhöfe, Schienen oder Autobahnen.

Parrot empfiehlt zudem, sich über die lokalen Bestimmungen zu informieren, bevor die Drohne zu Freizeitaktivitäten genutzt wird.

Kommentare

bluejayde67
bluejayde6728.08.16 09:27
Die App scheint aber im (deutschen) App Store noch nicht freigegeben zu sein. Zumindest kann ich sie da nicht finden. Ist die App dann der Nachfolger von FreeFlight 3 und funktioniert auch mit anderen Parrot-Geräten?
Habe gerade mit meiner Bebop und dem SkyControler das Problem, das ich mit Controler nicht starten kann. Startbildschirm wird mir in der FreeFlight 3 nicht angezeigt, nur, wenn ich den SkyControler abschalte und eine Direktverbindung zur Bebop mit iPad/iPhone herstelle. Vielleicht hat ja hier jemand eine Idee, ob und wie das zu beheben ist.
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Hot Mac
Hot Mac28.08.16 10:00
Tarnlappenbomber
Wat is dat denn?

Ich wüßte jetzt nicht, was ich mit so einem Ding anfangen sollte.
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sonorman
sonorman28.08.16 10:09
Hot Mac
Tarnlappenbomber
Wat is dat denn?

Ich wüßte jetzt nicht, was ich mit so einem Ding anfangen sollte.
Aaahhrgh!
Wird korrigiert.
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DefiLover28.08.16 10:52
Diese Teile sind viel zu billig. Es ist leider auch nur noch eine Frage der Zeit wann so ein Teil einen vollbesetzten Airliner vom Himmel holt.
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Ronny
Ronny28.08.16 11:11
Wenn man alle Richtlinien zur Benutzung beachtet bleiben nur Flüge über dem offenen Meer oder dem Feld vom Nachbarbauern. Alles andere ist ja verboten, hält sich aber am ende eh wieder keiner daran genau wie bei den Drohnen.
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barabas28.08.16 11:13
DefiLover
Diese Teile sind viel zu billig. Es ist leider auch nur noch eine Frage der Zeit wann so ein Teil einen vollbesetzten Airliner vom Himmel holt.

So weit mir bekannt, hat zumindest die neue Generation von Drohnen eine Technik an Bord die verhindern (soll) das der Pilot in solch eine Zone eindringen kann.
Aber leider gibt es immer Zeitgenossen denen Verbote nichts bedeuten, Software manipulieren und so ein Hobby in Verruf bringen. Letztendlich besteht dabei die Gefahr das der Gesetzgeber den Betrieb solcher Geräte irgendwann mal gänzlich verbietet, oder nur noch auf Geländen gestattet, wie zb. denen von Modellflugvereinen.
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barabas28.08.16 11:17
Ronny
Wenn man alle Richtlinien zur Benutzung beachtet bleiben nur Flüge über dem offenen Meer oder dem Feld vom Nachbarbauern. Alles andere ist ja verboten, hält sich aber am ende eh wieder keiner daran genau wie bei den Drohnen.

Naja, etwas mehr geht schon noch
Dennoch, wer solch ein Gerät in Betrieb nimmt sollte sich in jedem Fall bei seiner örtlichen Gemeinde im Vorfeld über die Bestimmungen und Verbote erkundigen. Ebenfalls ist es dringend erforderlich vor der ersten Flugstunde eine Versicherung abzuschließen, die eventuell durch sein Fluggerät entstandene Fremdschäden abdeckt.
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nahtanoj9628.08.16 14:09
Mit der Brille sieht das schon sehr spaßig aus! Schade eigentlich, dass ich sowas nicht brauche
Nur zum Spielen ist mir das dann doch deutlich zu teuer, aber cool wär's schon
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tranquillity
tranquillity28.08.16 17:40
Puh, 80 km/h. Also, wenn man damit jemanden auf die Birne fliegt, dürfte das üble Folgen haben. Bin gespannt wann das zum ersten Mal für ein Attentat genutzt wird (man kann ja vorne noch ein Messer oder einen Speer drankleben).
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steinb_i28.08.16 17:57
DefiLover
Diese Teile sind viel zu billig. Es ist leider auch nur noch eine Frage der Zeit wann so ein Teil einen vollbesetzten Airliner vom Himmel holt.

Was hat denn das mit dem Preis zutun? Wenn es teuer wäre würden das nur verantwortungsbewusste Leute kaufen?
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nornje
nornje28.08.16 18:01
Eine Drohne dieser Größe kann ein Passagierflugzeug ebensowenig zum Absturz bringen wie ein Vogel. Erstens ist das Flugzeug darauf ausgelegt auch beim Ausfall eines Triebwerkes landen zu können, andererseits machen die Turbinenblätter Hackfleisch aus dem kleinen Ding ohne auch nur eine Delle zu haben.
Time Flies Like an Arrow; Fruit Flies Like a Banana (Groucho Marx)
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locoFlo
locoFlo28.08.16 18:11
Vogel ja, bei Vögeln sieht es anders aus:
Nobody dies as a virgin, life fucks us all. KC
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DefiLover28.08.16 18:22
nornje
Eine Drohne dieser Größe kann ein Passagierflugzeug ebensowenig zum Absturz bringen wie ein Vogel. Erstens ist das Flugzeug darauf ausgelegt auch beim Ausfall eines Triebwerkes landen zu können, andererseits machen die Turbinenblätter Hackfleisch aus dem kleinen Ding ohne auch nur eine Delle zu haben.
Ich bin Pilot. Wenn ich so ein Ding quer vor bekomme, dann bin ich schlichtweg tot.
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teorema67
teorema6728.08.16 19:28
Hot Mac
Tarnlappenbomber
Wat is dat denn?
Tarnlappenbomber ist ein Synonym für Drohne.
Verdammte Schotten! Die haben Schottland ruiniert! (Groundskeeper Willie)
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iGod28.08.16 21:20
DefiLover
nornje
Eine Drohne dieser Größe kann ein Passagierflugzeug ebensowenig zum Absturz bringen wie ein Vogel. Erstens ist das Flugzeug darauf ausgelegt auch beim Ausfall eines Triebwerkes landen zu können, andererseits machen die Turbinenblätter Hackfleisch aus dem kleinen Ding ohne auch nur eine Delle zu haben.
Ich bin Pilot. Wenn ich so ein Ding quer vor bekomme, dann bin ich schlichtweg tot.


In einer kleiner Maschine vielleicht, aber in einer Verkehrsmaschine?
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[ezi0n]28.08.16 22:02
DefiLover
nornje
Eine Drohne dieser Größe kann ein Passagierflugzeug ebensowenig zum Absturz bringen wie ein Vogel. Erstens ist das Flugzeug darauf ausgelegt auch beim Ausfall eines Triebwerkes landen zu können, andererseits machen die Turbinenblätter Hackfleisch aus dem kleinen Ding ohne auch nur eine Delle zu haben.
Ich bin Pilot. Wenn ich so ein Ding quer vor bekomme, dann bin ich schlichtweg tot.
interessant - etliche piloten in meinem club sind da anderer Meinung - Zivil sowie RAF Piloten, einer davon musste eine Maschine mit brennendem Triebwerk notlanden ... das einzige was unberechenbar scheint ist die Batterie ... selbst mein Inspire 1 was schon ein wenig grösser ist sehen die Jungs noch als ungefährlich an ...

wenn ich jedoch privat Piloten immer wieder meinen Luftraum verletzen sehe und diese dies als Gefahr sehen - kann ich das gut verstehen, in Zivil/Passagierluftfahrt seh ich das jedoch anders ... Mein Modelhubschrauber mit 6.4kg sieht da jedoch schon ganz anders aus auch aufgrund der Vollverkleidung ...
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Thorin.ACMT
Thorin.ACMT29.08.16 08:10
sonorman
Hot Mac
Tarnlappenbomber

Made my day
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Dayzd29.08.16 09:04
barabas
Naja, etwas mehr geht schon noch
Dennoch, wer solch ein Gerät in Betrieb nimmt sollte sich in jedem Fall bei seiner örtlichen Gemeinde im Vorfeld über die Bestimmungen und Verbote erkundigen. Ebenfalls ist es dringend erforderlich vor der ersten Flugstunde eine Versicherung abzuschließen, die eventuell durch sein Fluggerät entstandene Fremdschäden abdeckt.
Zum ersten Teil gebe ich dir vollkommen recht. Das sollte man unbedingt machen. Den Flug vorher bei der örtlichen Polizei melden ist u.a. auch keine schlechte Idee. Vor allem wenn da ein besorgter Bürger anrufen sollte z.B.
Zur Versicherung: das hast du nicht ganz korrekt ausgedrückt. Richtig ist nämlich: Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht! Meine deckte eine Summe von 2 Millionen € ab.
barabas
So weit mir bekannt, hat zumindest die neue Generation von Drohnen eine Technik an Bord die verhindern (soll) das der Pilot in solch eine Zone eindringen kann.
Jein, also es gibt sogenannte No-Fly-Zones (NFZ), also markierte Zonen, die für den privaten Flugverkehr verboten sind, sofern keine gesonderte Genehmigung (z.B. durch den Tower am Flughafen) erteilt wurde. Die Software neuerer Drohnen verhindern in der Tat sogar teilweise den kompletten Start in einer solchen Zone. Allerdings setzt dies voraus, dass man GPS aktiviert hat. Das wäre das erste Problem. Selbstgebastelte Drohnen sind von dieser Einschränkung natürlich nicht betroffen. Darüber hinaus gibt es diese Zonen hauptsächlich für Flughäfen mit dem gesetzlich festgelegten Sicherheitsradius. Problematisch sind aber vor allem auch Gegenden von Krankenhäusern, etc. wo z.B. Helis rumfliegen. Die fliegen meist sehr tief und es gibt keine Art von Flugrouten bzw. Luftkorridore, so dass man auf speziellen Karten/Apps zwar den Landeplatz mit einem gewissen Schutzradius sieht, aber dann kann man 500 Meter weiter nicht ohne weiteres unbedenklich fliegen. Hier ist vor allem gefährlich, dass einige Anfänger die Geschwindigkeit eines Helis einfach unterschätzen und die Sinkfähigkeit ihrer Drohne überschätzen, und denken: "Joah, den hör ich schon rechtzeitig und dann flieg ich schnell mal auf 10 meter runter."
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