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New York Times: Apples möglicher neuer CEO John Ternus im Porträt – fähig, aber innovationsscheu

Es ist mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass Apple sich darauf vorbereitet, den CEO-Posten neu besetzen zu können. Tim Cook macht zwar keinerlei Anstalten, die Führung in nächster Zeit abgeben zu wollen, allerdings möchte sich ein milliardenschwerer Konzern wie Apple natürlich absichern sowie einen potenziellen Nachfolger in der Hinterhand haben. Die New York Times wartet nun mit einem Porträt zum Hardware-Chef John Ternus auf: Wenngleich Tim Cook auch Craig Federighi, Eddy Cue, Deirdre O'Brien sowie Greg Joswiak für eine mögliche Nachfolge in Betracht ziehe, so sei Ternus doch der aussichtsreichste Kandidat.


LiDAR-Scanner nur für iPhone Pro: Ein Einfall von Ternus
Die New York Times beleuchtet einige Stationen in der Karriere Ternus’: Er erwarb einen Bachelor-Abschluss im Fach Maschinenbau an der University of Pennsylvania. Bei seinem Abschlussprojekt handelte es sich um ein Gerät, das Querschnittsgelähmten die Möglichkeit bietet, über Kopfbewegungen einen mechanischen Arm zur Nahrungsaufnahme zu bewegen. Anschließend entwarf er Headsets und andere Produkte in einem Startup, das sich mit VR-Technologie beschäftigte. Ternus wechselte dann zu Apple. Als er später Manager wurde, fiel er durch einen „umsichtigen und unauffälligen Führungsstil“ auf. Ternus gelinge es, so der Bericht, neue Funktionen in Apples Produkte zu integrieren und gleichzeitig auf die Rentabilität zu achten: Es sei beispielsweise auf ihn zurückzuführen, dass lediglich die Pro-Modelle des iPhones über einen LiDAR-Scanner verfügen.

Kritik: Ternus gut im Verwalten – aber zu wenig Potenzial für Innovationen?
Es gibt allerdings auch kritische Stimmen: Laut The Information geben Mitarbeiter von Ternus an, keine Risiken eingehen zu dürfen und kaum Gelder für neuartige Projekte zu erhalten (siehe hier). Die New York Times fasst das Dilemma so zusammen: Apple müsse sich die Frage stellen, ob das Unternehmen einen weiteren fähigen Manager brauche – oder jemanden, der Innovationen setzt. Cameron Rogers, der von 2005 bis 2022 bei Apple im Bereich Produkt- und Software-Projektmanagement tätig war, sieht Ternus als richtige Besetzung an, „wenn man jedes Jahr ein iPhone auf den Markt bringen will“. Er ist ein netter Kerl, so Rogers: „Man verbringt gern Zeit mit ihm.“ Allerdings räumt er einschränkend ein, dass Ternus noch keine schwierigen Entscheidungen getroffen oder komplexe Hardwareprobleme gelöst habe.

Kommentare

Magicbuster
Magicbuster09.01.26 12:34
Von seinem Erscheinungsbild und Auftreten her mag ich ihn! Ob jedoch jemand der Risiken scheut, der Richtige für Apple ist - ich weiß ja nicht!

Auf der anderen Seite: Ist Tim risikofreudig? Wohl auch eher weniger.

Craig fände ich cool - aber auch hier können wohl nur Insider sagen ob er es rockt..🤔
+3
marcel15109.01.26 12:38
Magicbuster
Ob jedoch jemand der Risiken scheut, der Richtige für Apple ist - ich weiß ja nicht!
Apple war doch seit jeher bei Innovationen nicht die erste Firma, aber die, die es (häufig) richtig macht. Finde, dass das zu risikoscheu passt.
+3
Performant8409.01.26 12:46
Magicbuster
Auf der anderen Seite: Ist Tim risikofreudig? Wohl auch eher weniger.
Naja, wenn sie tatsächlich an einem Auto gebaut haben und angesichts der Vision Pro kann man ihm eine gewisse Innovationsfreude nicht absprechen. Es war halt nur begrenzt erfolgreich.

Produktinnovationen in Form neuer Formfaktoren und Gerätekategorien fallen halt auch nicht vom Himmel - schon gar nicht in der Kundenakzeptanz.

Smartphones sind heute etablierte Plattformen - keine Innovationsmotoren mehr.
+1
Retrax09.01.26 13:31
Performant84
Naja, wenn sie tatsächlich an einem Auto gebaut haben und angesichts der Vision Pro kann man ihm eine gewisse Innovationsfreude nicht absprechen. Es war halt nur begrenzt erfolgreich.
Ich frage mich immer weshalb die eigene Prozessorarchitektur so wenig thematisiert wird bzw. als normal angesehen und mitgenommen wird.

Mit der iPhone-Entwicklung hat Jobs die Zukunft von Apple riskiert - und gewonnen.

Der Wechsel der Infrastruktur stand in der Größe des Vorhabens jener des iPhones sicher in nichts nach.

Daher verwehre ich mich Cook als Kaufmann abzuwerten der keine Visionen hatte und hat und keine Risiken einging.

Wo würde Apple die letzten Jahre bis heute im mobilen Mac-Segment mit Intel Chips stehen?
+11
ttwm09.01.26 14:23
Magicbuster
Ob jedoch jemand der Risiken scheut, der Richtige für Apple ist …
Dazu müsste man bei ihm erst einmal wissen, ob er den Mitarbeitern aus eigener Ansicht keine Geldmittel zur Verfügung stellte/das Projekt ad acta legte oder ob die Direktive von oben kam.
Apropos Mitarbeiter: wieviel Prozent von seinem Team, die keine Gelder für neuartige Projekte erhalten haben, sind es denn und was für neuartige Projekte waren es, die abgelehnt wurden?

So oder so: egal wer folgt, ein gewisser Teil der User aus dem Apple-Kosmos wird ihn mit Jobs vergleichen und da kann er nur verlieren. So wie Cook auch verliert. Rein persönlich bin ich sowohl Jobs also auch Cook gleichermaßen dankbar – ich kann seit Jahren mein Geld mit meiner Arbeit auf den Rechnern verdienen und vor allem sehe ich nicht, dass das in Zukunft zu einem Problem werden könnte. Alles andere ist für mich eh unbedeutend.
+5
gfhfkgfhfk09.01.26 14:42
Retrax
Wo würde Apple die letzten Jahre bis heute im mobilen Mac-Segment mit Intel Chips stehen?
Sie wären wahrscheinlich zu AMD gewechselt. Die neuen AMD Ryzen AI 300 und Ryzen AI Max sind sehr gute Mobile Designs.
+1
esc
esc09.01.26 15:15
Schlussendlich muss man auch auf das Alter schauen, es macht wenig Sinn jemanden zum CEO zu befördern, der in 2-3 Jahren pensioniert wird.
0
Mr.Tee09.01.26 19:26
Unternehmen von so einem Einfluss und Position müssen einen ceo haben der auch radikale Änderungen und Anpassungen bewusst und geplant durchführen und leiten kann. Jemand der kommt und am Vorgänger anknüpft und das ruhige Gewässer sucht sollte bei einem Unternehmen wie Apple kein ceo werden. Der jetzige hat genug im ruhigen Gewässer verbracht.
0
Weia
Weia09.01.26 19:47
Retrax
Ich frage mich immer weshalb die eigene Prozessorarchitektur so wenig thematisiert wird bzw. als normal angesehen und mitgenommen wird.
Weil das ein No-Brainer war. Apple hatte eigene Prozessoren zunächst ja nur für iPhone und iPad vorgesehen, eine ganz andere Entscheidung und auch noch von Steve Jobs getroffen. Als die hausinterne Entwicklung dann so erfolgreich verlief, dass man in Betracht ziehen konnte, diese Prozessorarchitektur auch für Macs zu verwenden, war mit der Entscheidung kein nennenswertes Risiko mehr verbunden.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+1

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