Mail-App mit Extension-Support ab macOS Monterey – Alte Plugins nicht mehr unterstützt

Fans von Browser-Extensions kamen bei Apples WWDC-Keynote am Montag auf ihre Kosten. Entwickler können ab iOS 15 und iPadOS 15 die von der Safari-Desktopversion bekannten Erweiterungen auch für die Mobilvariante anbieten. Zudem kommt in macOS-Monterey der Extension-Support einer weiteren App hinzu: Apples Mail-Anwendung unterstützt ab der nächsten macOS-Version ebenso Erweiterungen, über die sich das Programm um viele Features erweitern lässt.


Mail-Extensions aus vier Kategorien
Entwickler können Mail-Extensions über das neue MailKit-Framework von macOS Monterey bereitstellen. Apple verspricht das schon von Safari-Erweiterungen bekannte Level an Einfachheit, Sicherheit und Datenschutz. Das Unternehmen hat für die angekündigten Mail-Extensions vier Kategorien bekanntgegeben:

  • Compose: Wer zusätzliche Funktionen beim Erstellen von E-Mails benötigt, findet sie künftig über Compose-Extensions. Egal, ob es um einzelne hinzugekommene Features oder umfangreichere Workflows geht – entsprechende Erweiterungen sollen Nutzern die Tools zur Verfügung stellen, die sie zum Verfassen selbst komplexer E-Mails benötigen.

  • Actions: Erweiterungen aus dem Actions-Bereich geben Anwendern die Gelegenheit, beliebige Regeln für eintreffende E-Mails zu bestimmen. So sind viele automatisierte Aktionen möglich, ohne dass Nutzer dazu eingreifen müssen. Mails können je nach Inhalt, Absender oder anderer Kriterien beispielsweise mit ausgewählten Farben markiert oder in eine gesonderte Inbox verschoben werden. Zudem lassen sie sich automatisch als gelesen oder mit Hinweisen bezüglich des Inhalts kennzeichnen.

  • Content Blocking: Wie von Safari bekannt können Mail-Extensions ebenso als Inhalte-Blocker auf WebKit-Basis agieren. Je nach E-Mail sind so zuvor festgelegte HTML-Elemente der jeweiligen Nachricht blockierbar. Die Funktionsweise der Content Blocker für Mail geht deutlich über das einfache Ausblenden von Bildern hinaus – sofern die benötigte Extension bereitsteht.

  • Messaging Security: Die vierte Kategorie erweitert Mail um Sicherheitsfunktionen. Mails lassen sich darüber vor dem Versenden verschlüsseln und beim Empfangen entschlüsseln. Zudem werden sicherheitsrelevante Signaturen unterstützt.


Alte Mail-Plugins funktionieren nicht mehr
Außer den genannten Funktionserweiterungen hält das MailKit-Framework in Monterey auch eine Einschränkung bereit: Die bisher für Apples Mail-App angebotenen Plugins funktionieren nicht mehr. Wer entsprechende Plugins einsetzt, muss darauf hoffen, dass eine neue Variante davon als MailKit-Erweiterung erscheint.

Kommentare

maculi
maculi11.06.21 14:54
Laut sollen vorerst die alten Erweiterungen sehr wohl noch funktionieren. Wann genau die Unterstützung für das bisherige Format gestrichen wird steht noch nicht fest.
+5
Ely11.06.21 16:01
Ich habe nicht gewußt, daß Mail Erweiterungen unterstützt

Na ja, ich habe auch keinen Bedarf, daher hatte ich das nicht auf dem Schirm.
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pünktchen
pünktchen11.06.21 16:44
Inoffiziell mit instabiler API seit 20 Jahren. Hat etwas gedauert bis Apple sich zu einer offiziellen Unterstützung durchringen konnte.
+4
tanzblume
tanzblume11.06.21 16:56
Wenn Apple den Datenschutz so groß schreiben würde wie in der Werbung, dann hätten Sie schon lange die Entwickler*innen von GPG unterstützen können.
Bei jedem Systemupdate kommt die große Frage, wann werde ich wieder die Mails verschlüsseln und signieren können.
Ich hoffe, dass es für diese Kolleg*innen damit in Zukunft einfacher wird.
+3
marm11.06.21 20:51
tanzblume
Wenn Apple den Datenschutz so groß schreiben würde wie in der Werbung, dann hätten Sie schon lange die Entwickler*innen von GPG unterstützen können.
Bei jedem Systemupdate kommt die große Frage, wann werde ich wieder die Mails verschlüsseln und signieren können.
GPG Suite funktioniert doch mit MacOS11?! Zumindest war das bei mir vor ein paar Monaten kein Problem. Aktuell ist GPG Suite bei mir wieder deinstalliert. Die wenigen verschlüsselten Mails sende ich direkt von mailbox.org
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jmh
jmh11.06.21 21:55
extensions helfen, probleme zu loesen, die man vorher nicht hatte ...
wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.
-3
tanzblume
tanzblume11.06.21 23:40
marm
GPG Suite funktioniert doch mit MacOS11?! Zumindest war das bei mir vor ein paar Monaten kein Problem. Aktuell ist GPG Suite bei mir wieder deinstalliert. Die wenigen verschlüsselten Mails sende ich direkt von mailbox.org

Ja, aber es bedarf meist einer Anpassung seitens der Entwickler*innen.
Ich versteh auch nicht, warum Apple es nicht generell unterstützt.
Auch beim Anlegen eines Mailaccounts zum Beispiel bei @iCloud.com etc. könnten Sie wenigstens S/MIME Zertifikate ausstellen.
+2
nobillgates12.06.21 17:22
Hahaha, kommen sie endlich hinter dem Ofen hergekrochen. Kann Thunderbird schon lange.
-2
marm13.06.21 00:48
tanzblume
Ja, aber es bedarf meist einer Anpassung seitens der Entwickler*innen.
Ich versteh auch nicht, warum Apple es nicht generell unterstützt.
Auch beim Anlegen eines Mailaccounts zum Beispiel bei @iCloud.com etc. könnten Sie wenigstens S/MIME Zertifikate ausstellen.
Was für eine Anpassung? Wovon?
Es gibt eine Mail-Extension von GPG Suite, die funktioniert. Die kannst du installieren.
Da muss nichts angepasst werden. Du möchtest, dass es als Standard implementiert wird. Würde ich auch gut finden. Die Entwickler von GPG lassen sich das aber als Abo bezahlen.
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pünktchen
pünktchen13.06.21 10:42
Die Entwickler von GPG Suite mussten ihr Plugin bei jeder neuen Version von macOS anpassen (und das seit der Beta von OSX!) weil die API für Erweiterungen von Mail.app bisher weder dokumentiert noch stabil ist. Dürfte bei anderen Plugins für Mail.app ähnlich aussehen.
+1
beanchen13.06.21 18:28
marm
Was für eine Anpassung? Wovon?
Na von der GPG Suite. Dauert jedes Jahr beim Systemwechsel eine Weile und erfordert dann auch eine neue, kostenpflichtige Lizenz.
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marm13.06.21 19:55
Ok, habe tanzblume leider missverstanden. Bei mir lief GPG Suite rund; das war wohl nicht beim MacOS-Versionswechsel.
Bei SmallCubed Mail Suite, was ich als Mail-Erweiterung nutze, hat es nach dem Big Sur-Wechsel trotz vorheriger Beta-Tests auch etwas gedauert bis die letzten Fehler entfernt waren.
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TCHe
TCHe14.06.21 15:58
Also ich sehe ja ein, dass es Apple den Entwicklern hier nicht unbedingt leicht macht – aber:
von den Entwicklern von GPG Suite kann ich schon auch erwarten, dass sie frühzeitig die Entwicklerversionen von macOS nutzen, um ihr Produkt anzupassen. Denn das ist es, ein Produkt. Schließlich möchten sie Geld dafür. Das ist auch OK, aber dann muss halt auch in die (Weiter)Entwicklung investiert werden.

Bei jedem macOS-Update die gleiche Leier, das nervt mich als zahlenden Kunden schon. Es ist ja nicht so, dass so ein neues macOS vollkommen überraschend und unerwartet in die Welt tritt.
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