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MacBook Neo: Kleiner Hardware-Eingriff macht Mac schneller – mit Risiken

Das MacBook Neo ist unter anderem deshalb so günstig, weil es einen Rechenchip verwendet, der für ein häufig gekauftes Smartphone entwickelt wurde. Der A18 Pro gab sein Debüt in den Pro-Modellen des iPhone 16 und ist auf maximale Energieeffizienz und Platzersparnis optimiert. Im Gehäuse eines MacBook Neo wäre mehr Platz, um Wärme abzuleiten – beispielsweise über das Metallgehäuse. Ein Reddit-Nutzer will mittels zweier Thermal-Pads eine Leistungssteigerung des Rechners ermöglicht haben.


Für diesen Zweck entfernte er die Bodenplatte von Apples neuem Budget-Laptop und klebte zwei Thermal-Pads übereinander auf den A18-Pro-Chip. Die beiden 1 mm hohen gelartigen Kleber sind darauf ausgelegt, thermische Energie möglichst schnell abzuleiten. Beim Festschrauben der Bodenplatte entsteht so ein direkter thermischer Kontakt zwischen A18 Pro und Laptopgehäuse, und der Chip kann deutlich besser Hitze ableiten.

Unterschied nach einer Minute
Laut dem Bastler war der Effekt nach gut einer Minute prozessorintensiver Nutzung bemerkbar. Im Normalbetrieb reduzierte sich dann nämlich die Taktrate der beiden Leistungskerne von 3300 auf 2300 MHz. Dies geschah dank der Thermal-Pads nicht mehr, sein MacBook Neo arbeitete weiter, ohne dass eine temperaturbedingte Leistungsreduzierung (Thermal Throttling) stattfand. Die Gesamtleistungsaufnahme stieg laut dem anonymen Reddit-Nutzer von 4 auf 5,2 Watt. Dies widerspricht den Beobachtungen von Ars Technica, welche behaupteten, dass der Chip im Neo künstlich auf 4 Watt beschränkt bliebe, obwohl thermische Reserven bestünden.

Könnte warm werden
Durch die direkte Wärmeableitung könnte die Geräteunterseite unangenehm warm werden. Bis die Erwärmung bemerkbar wurde, vergingen jedoch zehn Minuten, so die Beobachtung des Bastlers. Leider belegte er seine Behauptungen bisher weder durch Fotos noch durch Screenshots. Ein gänzlich neues Konzept ist diese Thermal-Pad-Mod keinesfalls – offenbar greifen einige MacBook-Air-Anwender zu dieser Maßnahme, um die ebenfalls passiv gekühlten M1- bis M4-Chips länger unter Volllast betreiben zu können.

Garantie und unbekannte Nebenwirkungen
Ein solcher scheinbar simpler Eingriff in die Thermalarchitektur gehört sicherlich nicht zum ordnungsgemäßen Gebrauch, der im Garantiefall vorausgesetzt wird. Ob die dauerhaft höhere Leistung den Mobilprozessor anderweitig beschädigt, ist auch unklar – Apple gestaltete den Chip für ein klar umrissenes Anforderungsprofil. Mit Sicherheit steigt dabei der Energieverbrauch: Ein auf diese Weise verändertes MacBook wird die Kapazität des integrierten Akkus bei entsprechender Leistungsanforderung merklich schneller reduzieren.

Kommentare

Don Gomez
Don Gomez17.03.26 15:45
Das zeigt ja vor allem auch, das bei der Wärmeableitung für Apple noch Luft nach oben wäre.
... darauf einen Dujardin!
+5
dan@mac
dan@mac17.03.26 16:10
Don Gomez
Das zeigt ja vor allem auch, dass bei der Wärmeableitung für Apple noch Luft nach oben wäre.

Ja, aber wohl nicht beim Neo wo auf möglichst wenige und günstigere Komponenten gesetzt wird.
-1
svenski17.03.26 16:22
in dem Zusammenhang stelle ich mal die Frage, ob bei dem Einsatz eines iPhone-SoC im MacBook Neo eigentlich ein bestimmungsgemäßer Gebrauch seitens des Herstellers vorliegt (so zumindest könnte Apple argumentieren, wenn ein Bastler sein iPhone-SoC im Laptop-Gehäuse betreiben würde; SCNR)

Gruß, svenski.

P.S.:: ja, schon klar: Was bestimmungsgemäß ist, bestimmt hier Apple.)
-4
Deichkind17.03.26 16:31
Wie Apple die Wärmeableitung beim MacBook Neo realisiert hat, zeigt Robert Majowski in seinem Zerlege-Video ab Minute 32:23 . Im weiteren Verlauf zeigt er zudem die Technik der Wärmeableitung im MacBook Air.
+6
Peter Longhorn17.03.26 17:07
Don Gomez
Das zeigt ja vor allem auch, das bei der Wärmeableitung für Apple noch Luft nach oben wäre.
Also das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Die haben das einfach absichtlich so konstruiert damit das Gerät nicht zu gut wird. Dass Apple weiß, dass eine bessere Wärmeableitung zu mehr dauerhafter Leistung führt dürfte wohl als fix angenommen werden. Es ist eine bewusste Entscheidung dies einfach zu ignorieren.

Und dass da bei der Garantie Probleme bestehen könnten finde ich ist auch weit her geholt. Wenn man die Wärmeableitung ohne (richtige) mechanische Änderung verbessert... ich mein das ist so als würde Apple sagen: Du hast eine Klimaanlage im Raum gehabt. Deshalb ist jetzt deine Garantie weg.
-7
TMS
TMS17.03.26 17:15
Bei 2 mm dickem Wärmeleitpad kann man keinesfalls von
imi
direkter thermischer Kontakt
reden. Metall wäre besser.
-11
Assassin17.03.26 17:23
Ja, man kann so bestimmt eine bessere Kühlung erreichen aber ich kann mir vorstellen, daß Apple eben nicht möchte, daß das Gehäuse zu warm wird.

So das MacBook Neo oder auch Air künstlich zu bremsen halte ich eher für ein Märchen.

Und die Zielgruppe für beide Geräte braucht eben keine langfristige Höchstleistung. Da passiert mal kurz was und dann eine längere Zeit eben nicht viel.

Wer eben dauerhaft die volle Power braucht, soll eben zum Pro greifen.
+5
MacNu9217.03.26 18:20
Assassin
Ja, man kann so bestimmt eine bessere Kühlung erreichen aber ich kann mir vorstellen, daß Apple eben nicht möchte, daß das Gehäuse zu warm wird.

So das MacBook Neo oder auch Air künstlich zu bremsen halte ich eher für ein Märchen.

Sehe ich auch so. Man stelle sich die Regressansprüche in den USA vor, wenn ein Macbook an einer Stelle so heiß wird, dass man sich die Oberschenkel an der Unterseite oder die Finger an der Oberseite verbrennt.

Max Tech hat auf youtube mal ein Video gezeigt, wie man das MB Air mit Wärmeleitpaste beschleunigen kann. Macht wohl vor allem dann Sinn, wenn man das Gerät auf einer Kühlplatte stehend permanent zu Höchstleistungen antreiben will. Ich denke aber, auf Dauer wird der Prozessor es einem nicht danken, wenn man ihn über der Temperatur betreibt, die Apple ausbaldovert hat.
+1
Stefanie Ramroth17.03.26 18:50
MacNu92
[...] Gerät auf einer Kühlplatte stehend [...]
Und bei einem ultra-portablen Gerät ist auch dieses Szenario eher nicht dem ursprünglichen Design-Ansatz eines Mobilcomputers entsprechend.

Ich denke mir aber auch, dass der direkte Kontakt mit der Bodenplatte beim Abstellen des Gerätes zu einer mechanischen Belastung des SoC führend kann. Entweder durch Druck auf das SoC selbst oder die Lötpunkte auf dem Logicboard.

Wie schon in der Überschrift erwähnt - es entstehen Risiken. Die muss man halt abwägen, ob sie einen Eingriff welcher Art auch immer wert sind.
+4
Peter Longhorn17.03.26 18:56
Assassin
Ja, man kann so bestimmt eine bessere Kühlung erreichen aber ich kann mir vorstellen, daß Apple eben nicht möchte, daß das Gehäuse zu warm wird.

So das MacBook Neo oder auch Air künstlich zu bremsen halte ich eher für ein Märchen.

Und die Zielgruppe für beide Geräte braucht eben keine langfristige Höchstleistung. Da passiert mal kurz was und dann eine längere Zeit eben nicht viel.

Wer eben dauerhaft die volle Power braucht, soll eben zum Pro greifen.
Damit wäre es aber weiterhin eine bewusste Entscheidung.
Und nicht so wie vom Vorposter behauptet, dass Apple es einfach nicht besser wusste.
+1
DunklesZischt17.03.26 19:35
Mir will nicht in den Sinn, dass jemand glaubt, Apple hätte dies absichtlich so konstruiert, damit das Gerät nicht so gut erscheint, wie es möglicherweise eine könnte. Dabei IST es gut. Das steht inzwischen ausser Frage.

Und es ist immer "Luft nach oben" bei der Kühlung. Ich kann das Ding auch in Stickstoff tauchen. Dann ist es garantiert deutlich schneller. Oder 2 cm dicker machen und da ein Ordentliches Gebläse dranmontieren.

Ich kann bei solchen Aussagen nur mit dem Kopf schütteln. Niemand weißt tatsächlich warum das genau so gebaut wurde. Und wird es vermutlich nie erfahren.

Aber absichtlich die Geräte drosseln mit der bewussten Entscheidung sie langsamer zu machen, glaube ich nicht. Eher, weil der Bau dadurch 0,003 ct billiger ist.
+4
Peter Longhorn18.03.26 07:44
DunklesZischt
Mir will nicht in den Sinn, dass jemand glaubt, Apple hätte dies absichtlich so konstruiert, damit das Gerät nicht so gut erscheint, wie es möglicherweise eine könnte. Dabei IST es gut. Das steht inzwischen ausser Frage.

Und es ist immer "Luft nach oben" bei der Kühlung. Ich kann das Ding auch in Stickstoff tauchen. Dann ist es garantiert deutlich schneller. Oder 2 cm dicker machen und da ein Ordentliches Gebläse dranmontieren.

Ich kann bei solchen Aussagen nur mit dem Kopf schütteln. Niemand weißt tatsächlich warum das genau so gebaut wurde. Und wird es vermutlich nie erfahren.

Aber absichtlich die Geräte drosseln mit der bewussten Entscheidung sie langsamer zu machen, glaube ich nicht. Eher, weil der Bau dadurch 0,003 ct billiger ist.
Es geht um eine bewusste Entscheidung um einen technischen Unterschied herbei zu rufen.

Wieso verbaut Apple jahrelang 60Hz Displays im Standard iPhone? Wieso hat das 17e noch immer 60Hz?
Um einen Unterschied zum iPhone "Pro" zu haben. Eine bewusste Entscheidung zur Differenzierung. Ein 120Hz Display hat schon sehr sehr sehr lange keinen Preisunterschied mehr zu 60Hz.
0
DunklesZischt18.03.26 08:59
Peter Longhorn
Es geht um eine bewusste Entscheidung um einen technischen Unterschied herbei zu rufen.

Wieso verbaut Apple jahrelang 60Hz Displays im Standard iPhone? Wieso hat das 17e noch immer 60Hz?
Um einen Unterschied zum iPhone "Pro" zu haben. Eine bewusste Entscheidung zur Differenzierung. Ein 120Hz Display hat schon sehr sehr sehr lange keinen Preisunterschied mehr zu 60Hz.
Das hat so gar nichts mit dem Thema zu tun. Das betrifft eine komplette Komponente. Und woher willst Du wissen, das Apple für die 60 Hz-Dinger nicht doch 0,001 ct pro Stück weniger bezahlt? Und vor allem kann jeder Käufer dies auch problemlos vor dem Kauf festellen.
+2
MacNu9218.03.26 13:10
Peter Longhorn
Es geht um eine bewusste Entscheidung um einen technischen Unterschied herbei zu rufen.

Wieso verbaut Apple jahrelang 60Hz Displays im Standard iPhone? Wieso hat das 17e noch immer 60Hz?
Um einen Unterschied zum iPhone "Pro" zu haben. Eine bewusste Entscheidung zur Differenzierung. Ein 120Hz Display hat schon sehr sehr sehr lange keinen Preisunterschied mehr zu 60Hz.

Das ist reine Spekulation und in diesem Fall kaum realistisch. Es ist sicher nicht notwendig, einen A18 künstlich auszubremsen, damit er einem M4 oder gar M5 leistungsmäßig nicht zu nahe kommt. Das Neo hat viel relevantere Downgrades als den Prozessor. Da sorgen allein schon die 8GB RAM dafür.

Die Displays sind ein völlig anderes Thema. Da trifft deine Vermutung wahrscheinlich. Eben weil die Prozessoren zu wenig Unterscheidung bieten.
0
tolved18.03.26 13:21
TMS
Bei 2 mm dickem Wärmeleitpad kann man keinesfalls von
imi
direkter thermischer Kontakt
reden. Metall wäre besser.

Natürlich ist Metall z.B. Kupfer besser.
0
Peter Longhorn18.03.26 17:31
MacNu92
Das ist reine Spekulation und in diesem Fall kaum realistisch. Es ist sicher nicht notwendig, einen A18 künstlich auszubremsen, damit er einem M4 oder gar M5 leistungsmäßig nicht zu nahe kommt. Das Neo hat viel relevantere Downgrades als den Prozessor. Da sorgen allein schon die 8GB RAM dafür.

Die Displays sind ein völlig anderes Thema. Da trifft deine Vermutung wahrscheinlich. Eben weil die Prozessoren zu wenig Unterscheidung bieten.
Natürlich. Ist alles von jedem nur Spekulation.

Für mich ist es jedenfalls logisch welche Variante wahrscheinlicher ist:
1.) Apple war zu dumm dazu zu merken, dass der Prozessor mit minimalem Aufwand deutlich mehr (Dauer-)Leistung hätte.
2.) Apple hat sich bewusst dazu entschieden diesen Kompromiss einzugehen.

Ich halte Punkt 2 für deutlich wahrscheinlicher als Punkt 1.
0
MacNu9218.03.26 18:40
Ich halte Punkt 3 für am wahrscheinlichsten: Apple hat alle nur denkbaren und technisch möglichen Variablen durchgerechnet, durchsimuliert, durchdiskutiert durchgewasauchimmer ... - und sich dann für eine Lösung entschieden, die die optimale Balance bot zwischen Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems, thermische Dauerbelastbarkeit des Prozessors, Produktsicherheit für den Anwender, Automatisierbarkeit der Fertigung, Reparierbarkeit, Akkulaufzeit, Kosten und und und.

Und ja: Möglicherweise spielt auch die Abgrenzung zu anderen Produkten mit eine Rolle. Aber das als Hauptargument zu vermuten, halte ich für zu kurz gedacht. Immerhin sind die Hauptkonkurrenten für ein 700 Euro Macbook keine 1200-3000 Euro Macbooks, sondern 300-800 Euro Win-Notebooks. Und gegenüber denen muss das Neo sich überzeugend behaupten.
+2
Peter Longhorn18.03.26 20:13
MacNu92
Ich halte Punkt 3 für am wahrscheinlichsten: Apple hat alle nur denkbaren und technisch möglichen Variablen durchgerechnet, durchsimuliert, durchdiskutiert durchgewasauchimmer ... - und sich dann für eine Lösung entschieden, die die optimale Balance bot zwischen Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems, thermische Dauerbelastbarkeit des Prozessors, Produktsicherheit für den Anwender, Automatisierbarkeit der Fertigung, Reparierbarkeit, Akkulaufzeit, Kosten und und und.
Ok Apple hat also die Lösung gewählt die bei allen Punkten nicht dem besten entspricht. Aber insgesamt über alles hinweg gesehen das beste Gesamtbild abgibt?
Du meinst also eine sogenannte Kompromisslösung? Also Option 2?
Man muss immer Kompromisse eingehen. Das ist ja nichts schlechtes wie du hier auch schon geschrieben hast - nur willst du es wohl nicht Kompromiss nennen weil du das wohl mit etwas Negativem assoziierst.

Und du darfst nicht vergessen, dass meine Antwort auf den ersten Post bezogen war. Wo assoziiert wird dass Apple es eben nicht besser wusste.
+1
MacNu9219.03.26 14:05
Hier ein Video, in dem der Youtuber demonstriert, was das Neo draufhat: https://www.youtube.com/watch?v=eFgstB5dc3Q

Was mich neben der Leistung - direkt verglichen mit Air und Pro - am meisten beeindruckt, ist die Verlässlichkeit, mit der das kleine Neo selbst du brutalsten Workloads abzuarbeiten scheint.
0
svenski20.03.26 12:31
MacNu92
[Ich denke aber, auf Dauer wird der Prozessor es einem nicht danken, wenn man ihn über der Temperatur betreibt, die Apple ausbaldovert hat.

Genau das passiert ja nicht. Der Prozessor gibt seine Wärme schneller ab, läuft länger unterhalb der Maximaltemperatur und taktet erst dann runter, wenn diese erreicht ist. Das passiert beim originalen Apple-Design früher.
So oder so - der Prozessor schützt sich schon selbst und wird nicht heißer, als er soll. Wenn er Wärme besser ableiten kann, merkt bloß der Nutzer mehr davon. Ohne nachträgliche Wärmeleitung zum Gehäuse läuft er er trotzdem heiß und taktet dann runter - nur bekommt der Nutzer von der Hitze nichts mit.

Gruß, svenski.
+1

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