Ars Technicas Detailanalyse des MacBook Neo: Performance, Drosselung, M1-Vergleich und die RAM-Frage


In der vorherigen Meldung hatten wir bereits die ersten Testberichte zum neuen MacBook Neo zusammengefasst. Diese fielen teils euphorisch aus, wie viel Leistung und Qualität das Gerät trotz des recht niedrigen Preises mitbringt.
Ars Technica hat wie üblich ganz besonders akribisch gearbeitet und eine Vielzahl an Performance-Messungen durchgeführt. Diese zeigen eindeutig, wo das MacBook Neo an seine Grenzen stößt, wie es sich im Vergleich zu einem MacBook Air M1 schlägt – und wann der geringe Arbeitsspeicher hinderlich wird.
Geekbench vs. WirklichkeitDie Geekbench-Zahlen sind schon seit letzter Woche bekannt. Unter Einsatz aller Kerne ist das MacBook Neo im Vergleich zu einem M1-Mac demnach ebenbürtig, bei Single Core hingegen deutlich überlegen. Ars Technica zeigt jedoch, dass dies nur die halbe Wahrheit ist und es in der Praxis schlechter aussehen kann. Die wichtigste Erkenntnis ist: Das MacBook Neo fühlt sich im Alltag fast immer schnell an, unter Dauerlast bricht die Leistung aber schnell ein.
Zu sehen: Taktrate der P-Kerne geht schnell deutlich zurück – anders als bei M1 und M5 Single Core: Top – Multi Core: Schneller EinbruchBei kurzer Single-Core-Belastung ist der A18 Pro dem alten M1 teils klar überlegen und liegt in Geekbench 6 rund 42 Prozent vorn. Unter längerer Last kippt das Bild jedoch: In Multi-Core-, Video-Encoding- und 3D-Tests erreicht das Neo laut Ars oft nur rund 70 Prozent der Leistung des M1 MacBook Air. Der Hauptgrund sei der extrem niedrige Energiehaushalt des A18 Pro, der bei voller CPU-Last nur rund 4 Watt aufnimmt – gegenüber 11,5 Watt beim M1 Air. Allerdings sei das Neo nicht thermisch am Limit, sondern eher künstlich in einem "Smartphone-artigen Energieprofil" gehalten. Obwohl das Neo für dieselbe Aufgabe länger braucht, verbraucht es insgesamt weniger Energie als M1 bis M5, weil der Chip so wenig Leistung aufnimmt.
8 GB RAM und die AuswirkungenDer A18 Pro bringt exakt jene 8 GB mit, über die er auch im iPhone verfügt – weswegen man auch jetzt bereits vorhersagen kann, dass die nächste Generation mit A19 Pro 12 GB aufweisen wird. Ars Technica sieht die auf 8 GB festgelegte RAM-Ausstattung als den größten funktionalen Kompromiss des MacBook Neo. Das Gerät bleibe dadurch zwar normal zu verwenden, stehe laut Test aber praktisch ständig unter "Memory Pressure". Gemeint ist damit kein Totalausfall des Systems, sondern ein subtil schlechteres Nutzungserlebnis: Apps starten verzögert, Browser-Tabs müssen neu geladen werden, Videocalls verlieren Frames. Was Stand heute noch funktioniere, und den Alltag meistere das Gerät durchaus beachtlich, berge aber Risiken hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit.
Das MacBook Neo muss sehr mit Speicher haushalten Das Fazit – Pro und ContraPositiv hervorzuheben sei, dass sich das Gerät flüssig anfühlt und für typische Aufgaben wie Surfen, Schreiben, Streaming oder leichte Bildbearbeitung problemlos ausreicht. Auch das neue, eigenständige Design wird positiv bewertet – Apple habe hier eben nicht einfach ein altes Gehäuse recycelt, sondern ein bewusst als Neo-Modell erkennbares Produkt geschaffen. Dazu kommen das hochwertige Aluminiumgehäuse, die sehr gute Tastatur, das für diese Preisklasse überdurchschnittliche Display, die ordentlichen Lautsprecher sowie der insgesamt stimmige Qualitätseindruck.
Die Kehrseite: Ars sieht im MacBook Neo ein Gerät mit harten funktionalen Grenzen – das in erster Linie aufgrund des knapp bemessenen Arbeitsspeichers und der erwähnten Leistungsentfaltung bei anhaltender Belastung. Das MacBook Neo sei definitiv ein gutes Einstiegsgerät für Schüler, Studenten und Erstkäufer – aber ausdrücklich kein Ersatz für ein MacBook Air. Allerdings ist das wohl auch exakt Apples Strategie und geplante Position im Sortiment, denn man will natürlich keine Besitzer teurerer Macs auf die günstigsten Angebote migrieren.