

Eine App versucht zu starten, doch verabschiedet sich sofort wieder – das Problem ist in aktuellen Versionen von macOS selten, jedoch nicht unmöglich. Der stumme Abschied macht eine Analyse herausfordernd, da er meist erklärungslos vonstattengeht. Die Ursache kann vielfältiger Natur sein: Veraltete App, Probleme mit einem zuletzt geöffneten Dokument, defekte Voreinstellungen oder Sicherheitsbedenken von macOS können einen Programmstart nachhaltig verhindern. Mit der richtigen Vorgehensweise ist ein Fehler aber mehrheitlich schnell behoben.
(Systemweite) UrsachenGelegentlich ist es nicht die App selbst, sondern ein in der eigenen Konfiguration schlummernder Konflikt der Auslöser dafür, dass diese nicht starten will. So lohnt sich ein Blick in Einstellungen/Allgemein/Speicher, um den Füllstand des Startlaufwerks zu überprüfen. Nicht selten verhindert nämlich eine überfüllte SSD den Start eines Programms – mindestens zehn Prozent sollten stets
freibleiben. Um mögliche Probleme im aktuellen Laufzeitsystem zu beheben, empfiehlt sich auch ein einmaliger Neustart.
Programm aktualisierenIn vielen Fällen tritt ein Programmfehler nicht nur bei Ihnen, sondern ebenfalls bei anderen Anwendern auf – und der Entwickler hat die Ursache in einer neueren Version bereits behoben; doch durch den frühen Absturz gelangen Sie nicht bis zu dem Punkt, an dem die App eigenständig nach einer neuen Version sucht. Darum öffnen Sie den Mac App Store und laden alle ausstehenden Updates. Wenn Sie einen Paketmanager wie Homebrew verwenden, sorgen Sie via „brew upgrade --cask“ dafür, dass dieser alle darüber installierten Apps auf aktuellen Stand bringt. Falls Sie die App direkt von der Website des Entwicklers heruntergeladen haben, schauen Sie dort direkt nach einer neuen Version und installieren Sie diese von Hand. Keine Sorge: Dokumente und Einstellungen sind nie Teil des Programms, Ihre Daten können dabei nicht verloren gehen.
Probleme mit offenem DokumentGelegentlich ist nicht die App das Problem, sondern das zuletzt geöffnete Dokument. Möglicherweise versucht sie, dieses erneut zu öffnen, was wieder einen Absturz provoziert. In diesem Fall hilft ein Ausflug in die Systemeinstellungen: Unter „Schreibtisch & Dock“ im Bereich „Fenster“ aktivieren Sie die Funktion „Fenster beim Beenden einer App schließen“. Versuchen Sie anschließend zweimal, die betroffene App zu öffnen.
In den Einstellungen unter Schreibtisch & Dock können Sie verhindern, dass eine defekte Datei wiederholte Abstürze verursacht.
App-VoreinstellungenDie meisten Programme sichern programmspezifische Einstellungen an einem von zwei Orten: unter ~/Library/Preferences oder unter ~/Library/Containers/[App-Name]. Oftmals haben sie eine umgekehrte URL-Schreibweise, Apples Einstellungsdatei für das Programm „Music“ trägt etwa den Namen „com.Apple.Music.plist“. Testweise kann man diese Dateien zeitweilig anderswohin bewegen oder umbenennen, um zu überprüfen, ob der Fehler damit behoben ist.
Komplexere ProblemeWenn diese einfachen Hilfsmittel nicht geholfen haben, lohnt sich ein Ausflug in das Dienstprogramm „Konsole“. Anders als viele andere Fehlermeldungen werden Programmabstürze hier angezeigt, auch wenn Sie vorher keine Aufzeichnung aktiviert haben. Klicken Sie links auf „Absturzberichte“ und wählen Sie rechts oben einen Eintrag aus, damit im unteren Bereich weitere Details angezeigt werden. Unter „Path“ finden Sie die Quelle des Fehlers – suchen Sie die Fehler heraus, die mit dem Programm in Zusammenhang stehen, welches Probleme bereitet. „FinderSync“ etwa hat weniger mit dem macOS-Finder zu tun, sondern ist vielmehr eine Komponente des Programms „Synology Drive“.
Erst in den Details eines Absturzberichts offenbart sich die Ursache.
Der Fehlerbericht in der Konsole kann helfen, um einem Problem auf die Schliche zu kommen. Eine einfache Aufgabe ist dies allerdings nicht, erklärt Howard Oakley in einem
Blog-Beitrag zum Thema App-Abstürze. Er verweist auch auf Apples Entwickler-Dokumentation – diese bieten unter anderem Tipps zur
Ursachenforschung in Konsolenmeldungen.
Fehlerhafte SignaturIn seltenen Fällen, so Oakley, kann auch ein Fehler in der App-Signatur, also Apples Notarisierungssystem, die Ursache sein. Um dies herauszufinden, empfiehlt er das kostenlose
Apparency, was bei der Fehlersuche hilft. In den seltenen Fällen, dass eine App mit fehlerhafter Signatur daherkommt, jedoch sowohl voll vertrauenswürdig als auch essenziell für die eigenen Belange ist, können Sie mit zwei Kommandozeilenbefehlen die Signatur entfernen und eine lokale Ad-hoc-Signatur hinzufügen:
codesign --remove-signature Applications/Beispiel.app
codesign --sign - Applications/Beispiel.app
Besser wäre es in einem solchen Fall jedoch, betont Oakley, den ursprünglichen Entwickler zu kontaktieren und um eine aktualisierte Fassung der App zu bitten – mit gültigem Zertifikat.